Wegerich – Spitzwegerich - essbar

Wegerich - Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Wegerich - Spitzwegerich

Spitz-Wegerich – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

In der Gattung Wegeriche (Plantago) werden, je nach Autorenauffassung, etwa 190 Arten unterschieden. Auf dieser Seite wird stellvertretend der „Spitz Wegerich“ beschrieben. Es wird angenommen das alle Wegeriche ähnliche Inhaltsstoffe haben, dennoch wird medizinisch meist der Spitzwegerich genutzt. Die Heilwirkung vom Spitz-Wegerich ist erforscht und bestätigt. Er wird auch medizinisch genutzt. Essbar/essbare Teile!

Wildpflanzen-Steckbrief „Spitzwegerich“

Botanischer Name: Plantago lanceolata
Deutscher Name: Spitz-Wegerich, Spitzwegerich
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Gattung: Wegeriche (Plantago)
Art: Spitzwegerich
Weitere Synonyme/Volksnamen: Aderblatt, Aderkraut, Heilwegerich, Heufressa, Ripplichrut, Roßrippe, Schafzunge, Siebenrippe, Spießkraut, Spitzfederich, Spitzwegeblatt, Wundwegerich;

Hauptblütezeit: Mai bis September;
Blütenfarbe: wirkt bräunlich (wobei weißliche Staubblätter aus der Blüte ragen);

Vorkommen: Der Spitzwegerich war ursprünglich nur in Europa beheimatet. Inzwischen ist er weltweit verbreitet.
Verbreitungsschwerpunkt: Er kommt häufig in Fettwiesen, in Parkrasen (dort vor allem in ihrer mageren Ausbildungsform), an Wegen und in Äckern vor.

Wuchshöhe: ca. 10 cm bis 50 cm;
Typisch: Ähren eiförmig oder walzlich, 1-4 cm lang, auf blattlosen, 5-7 furchigen Stängeln, Blätter mit drei bis sieben Längsnerven.

Sammelgut/essbare Teile: Wurzeln, Blätter, Blüten, Samen;
Energiereiche Teile: Samen, Wurzeln;
Hauptsammelzeit: über das ganze Jahr hinweg;
Inhaltsstoffe: Der Spitzwegerich enthält Iridoidglycoside wie Aucubin, Catalpol, Asperulosid, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kieselsäure, Saponin;
Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost-Tauglich);

Verwechslungsgefahr: mit anderen Wegericharten;

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Bilder & Fotos „Spitzwegerich“

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Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze

Erscheinungsbild: Der Spitzwegerich ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht. Die reichverzweigte Wurzel kann bis zu 60 cm in die Tiefe reichen.

Blätter: Die in einer grundständigen Rosette stehenden Laubblätter sind ungestielt. Die einfache Blattspreite ist spitz, schmal und lanzettlich. Die Blätter haben 3-7 gut sichtbare Längsnerven.

Blüte: Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Auf einem langen Schaft steht ein dichter, walzenförmiger, ähriger Blütenstand. Die verhältnismäßig kleinen, unscheinbaren Blüten sind zwittrig. Die Bestäubung der Blüten erfolgt meist durch den Wind. Die Blüten blühen von unten nach oben auf.

Früchte/Samen: Die Frucht ist eine mehrsamige Kapsel. Die Fruchtkapsel ist 3-4 mm lang und enthält 2 Samen, sie öffnet sich nach oben mit einem abfallenden Deckel. Die Samen sind weniger quellfähig als beim Breitwegerich (Plantago major). Die vegetative Vermehrung erfolgt durch Wurzelsprosse. Die Verbreitung erfolgt über die klebrigen Samen, die an Tierpfoten, Schuhen und Rädern haften.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Spitzwegerich ist reizmildernd und leicht hustenlösend. Er wird gegen Katarrhe der Luftwege und entzündliche Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut eingesetzt. Die Wirksamkeit der Droge ist hier sowohl durch die einhüllende Wirkung der Schleimstoffe als auch durch die adstringierende Wirkung der Gerbstoffe sowie durch die antibakterielle Wirkung der Abbauprodukte der Iridoide (Aucubigenin aus Aucubin) zurückzuführen. Ferner kann sie äußerlich bei entzündlichen Veränderungen der Haut, beispielsweise bei Insektenstichen, Brennnesseln, Neurodermitis verwendet werden oder auch bei sonstigen Entzündungen oder kleinen offenen Wunden.

Zur Herstellung von Teeaufgüssen werden die Blätter oder das ganze Kraut gesammelt und getrocknet. Für Spitzwegerichsaft presst man die frischen Blätter aus. Für Spitzwegerichsirup kocht man die Blätter und Blüten zusammen mit Zucker und/oder Honig. Im österreichischen Arzneibuch (ÖAB) ist auch eine Rezeptur für Spitzwegerichsirup aufgelistet, wobei die Spitzwegerichblätter mit heißem Gereinigten Wasser übergossen und ausgezogen werden; danach wird der wässrige Spitzwegerichauszug mit Rohrzucker zum Sirup verkocht und am Ende wird der Sirup noch mit einer alkoholischen Lösung von Parabenen konserviert.

Der Bedarf der pharmazeutischen Industrie an der Droge ist hoch und wird im Wesentlichen aus umfangreichen Kulturbeständen gedeckt. Die pulverisierte Droge ist auch Bestandteil von Salben. Da das natürliche Antibiotikum bei der Teezubereitung oft zerstört wird, ist es sicherer, Presssäfte aus der Apotheke einzusetzen.


👉 HINWEIS: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Heilpflanzenkunde findest du in meiner Buchtipp-Ecke eine Auswahl an Fachliteratur.
 
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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Wurzeln: Die feinfasrigen Wurzeln können von etwa Oktober bis in den April (vor dem erneuten Blühen) geerntet werden. Durch ihre Feinfasrigkeit ist das Reinigen etwas aufwändig. Gut klein geschnitten können sie, gemeinsam mit anderen Gemüsen, für Füllungen oder ähnliche Gemüsezubereitungen genutzt werden.

Blätter und Triebspitzen: Die Blätter sind von April bis Juni am armomatischsten. Es sollten bevorzugt die jungen Blätter aus der Rosettenmitte geerntet werden. Wegen ihrer starken (Längs)Faserung sollten sie quer zu dieser in Streifen geschnitten werden. So bilden sie eine Grundlage für Salte und Gemüse und Suppen. Auch für Grüne Smoothies finde ich die Blätter gut geeignet.

Blütenstängel: xxx

Blüten: Die von Mai bis Juni vorhandenen, noch grünen, Blütenknospen kann man einfach roh naschen oder für Salate und Pfannengerichte nutzen.

Samen: Von August bis Oktober bilden sich die Samen. Sie können in Gemüsegeichten sowie in Broten genutzt werden. Durch Pressung lässt sich ein nussig schmeckendes Öl gewinnen.

Geschmack: Der Geschmack der Pflanze (besonders die Blütenknospen) ist champignonartig.

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Die Pflanze ist mild/neutral und kann deshalb, ähnlich wie das Grün der fast immer verfügbaren Pflanzen Brennnessel, Labkraut und Vogelmiere, auch in großer Menge Einzug in den Smoothie halten.


👉 HINWEIS: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Da ich auf dieser Seite bewusst auf Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.

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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze

Spitzwegerich und Breitwegerich sind uralte Heilpflanzen. Erwähnt wurden sie schon von den Assyrern als Auflage gegen Schwellungen. Symbol für Fruchtbarkeit. Plinius lobte den Spitzwegerich wegen seiner guten Wirkung bei den Folgen von Bissen wilder Tiere sowie Stichen von Skorpionen. Im 2. Weltkrieg behandelten Ärzte mangels Antibiotika infizierte Wunden mit Spitzwegerich-Zubereitungen.

In Mangelzeiten nach den beiden Weltkriegen und während der Weltwirtschaftskrise war Salat aus wildwachsendem Spitzwegerich ein beliebter Ersatz für unerschwingliches oder nicht erhältliches Grünzeug.

Der Spitzwegerich wurde im Herbst 2013 von Wissenschaftlern der Universität Würzburg („Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“) mit Verweis auf die in ihm enthaltenen antibakteriellen und blutstillenden Wirkstoffe zur „Arzneipflanze des Jahres 2014“ gewählt.

Videobeitrag zu „Spitzwegerich“

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Auf dem Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du noch mehr Bestimmungsvideos für den Spitzwegerich. Mit Hilfe von kurzen Videos kannst du diese Wildpflanze über ihren gesamten Lebenszyklus kennen lernen. Im YouTube-Kanal findest du außerdem Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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