Pappel – Bastard Schwarz - essbar

Bastard-Schwarz-Pappel – Bestimmen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Bastard-Schwarz-Pappel oder Kanadische Pappel (Populus ×canadensis auch Populus ×euramericana) ist eine Hybride aus der Kanadischen Schwarz-Pappel (Populus deltoides) und der Europäischen Schwarz-Pappel (Populus nigra). Die beiden Arten sind optisch so ähnlich das eine eindeutige Unterscheidung/Bestimmung nur durch biochemisch-genetische Verfahren möglich ist. Wenn wir Hobby-Sucher/Bestimmer auf eine “Schwarz-Pappel” treffen, ist somit fast davon auszugehen eine Bastard-Schwarz-Pappel gefunden zu haben. Essbar/essbare Teile!

Baum-Steckbrief “Bastard-Schwarz-Pappel”

Botanischer Name: Populus × canadensis (auch Populus ×euramericana)
Deutscher Name: Bastard-Schwarz-Pappel
Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
Gattung: Pappeln (Populus)
Art: Bastard-Schwarz-Pappel
Weitere Synonyme/Volksnamen: Kanadische Pappel;

Blätter: derblederig, annähernd dreieckig, lang zugespitzt, 6 – 10 cm lange, kahle Spreite, 5 cm lang gestielt;
Blüten & Blütenfarbe: männliche Kätzchen rot, 7 – 10 cm lang, hängend; weibliche gelbgrün, hängend; zweihäusig;
Hauptblütezeit: März bis April;
Früchte/Samen: Fruchtkapseln mit watteartig behaarten Samen;
Fruchtreife/Erntezeit: Mai bis Juni;

Vorkommen: In Europa ist die Hybridpappel überall verbreitet, da sie als Plantagenbaum angepflanzt wird.
Verbreitungsschwerpunkt: Die Bastard-Schwarz-Pappel wächst in Auen- und Ufergehölzen auf nährstoffreichen, sandigen, kiesigen und lehmigen, mäßig trockenen bis frischen Böden, die schwach sauer bis stark alkalisch sein können.

Wuchsform: sommergrüner Baum;
Wuchshöhe: ca. bis 30 Meter;
Typisch: Die Borke ist tief gefurcht, die Blätter im Austrieb oft rötlich;
Rinde/Borke: tiefgefurchte graubraune – dunkelbraune Borke (vorwiegend längs gefurcht);
Alter: bis 150 Jahre (Einzelexemplare bis 300 Jahre)

Sammelgut: Blätter, Kambium, Blütenknospen;
Energiereiche Teile: xxx
Inhaltsstoffe: In den Knospen: Phenoglykoside, ätherisches Öl, und Flavonoide;
Prozessierung: kann roh verwendet werden;

Verwechslungsgefahr: Schwarz-Pappel;

Als Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwarz-Pappel (Populus nigra) und typischen Bastard-Schwarz-Pappeln (Populus x canadensis) werden angegeben:
Querschnitt der jungen Sprosse kantig (bei nigra rund), Borke vorwiegend längs gefurcht (bei nigra netzartig gefurcht), frisch austreibende Laubblätter rötlich (bei nigra hellgrün), am Blattstielansatz der Blattspreite immer mit Drüsen (bei nigra meist fehlend), weibliche Blüte mit drei bis vier (selten nur zwei) Narben, Fruchtkapsel drei- bis vierspaltig (selten zweispaltig) öffnend (bei nigra immer zwei).
Außerdem ist Bastard-Schwarz-Pappel weit häufiger von Misteln befallen.
ABER: letztendliche Sicherheit ist durch optische Merkmale wohl nicht zu gewinnen!

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Bilder & Fotos “Bastard-Schwarz-Pappel”

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Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Erscheinungsbild: Die Bastard-Schwarz-Pappel ist ein bis zu 30 Meter hoher Baum und bildet einen durchgehenden Stamm mit schmaler bis breit eiförmiger Krone. Die Triebe sind stielrund bis leicht kantig ausgebildet, meist kahl oder selten etwas behaart. Die Knospen sind harzig.

Blätter: Die Blätter stehen wechselständig, sind mehr oder weniger dreieckig geformt, lang zugespitzt und 7 bis 10 Zentimeter lang. Am Ansatz des Blattstiels können ein bis zwei Drüsen vorhanden sein. Der Blattrand ist kerbig gesägt und an beiden Blattseiten kahl, der Stiel ist rötlich.

Blüte: Pappeln sind zweihäusig und windblütig und bilden hängende Kätzchen. Die weiblichen Blüten haben zweiblättrige Fruchtknoten, die männlichen Blüten werden etwa 7 Zentimeter lang und bilden 15 bis 25 Staubblätter.

Früchte/Samen: Als Früchte werden zweiklappig öffnende, ledrige Kapseln gebildet, die Samen sind 1 bis 1,5 Millimeter lang und am Grunde mit einem Haarschopf versehen. Wenn die Samen der Pappeln im Frühsommer gereift sind, kann es zu starkem Pappel-Samenfaserflug kommen.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die heilkundliche Verwendung der Pappel reicht bis in die Antike zurück. Die Knospen der Pappel enthalten Phenolglykoside, die denen der Weidenrinde sehr ähnlich sind – mit Salicin als Hauptkomponente, außerdem ätherisches ÖL, Gerbstoffe und Flavonoide. Knospen und Rinde werden weltweit medizinisch genutzt.

Aus den Knospen der Pappel lässt sich ein Tee herstellen. Dieser wirkt hauptsächlich blutstillend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Im Besonderen hilft er bei Fieber, Rheuma, Gicht und Blasenentzündungen. Ebenso sollen Teemischungen mit Pappelknospen Prostatabeschwerden lindern, den Magen stärken und wohltuend bei Sodbrennen wirken.

Auch äußerlich können Aufgüsse aus Pappelknospen lindernd wirken wie beispielsweise bei Hautproblemen. Pappelsalbe hilft gegen Wunden, Verbrennungen, Gelenkschmerzen und andere Leiden des Bewegungsapparates.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Knospen & Blätter: Die ganz jungen Frühlingsblätter können abgezupft und roh oder gekocht verwertet werden. Solange die jungen Blätter wenig zäh sind, kann man diese durch Milchsäuregärung zu einer Art Sauerkraut verarbeiten. Früher wurden, besonders in Notzeiten, die Blätter getrocknet und zu Mehl pulverisiert. Dieses nutzte man als Streckung für Getreidemehl oder als gewürzartige Beigabe für Suppen und Fonds.

Die Knospen werden medizinisch für Tee genutzt. Ein Sud aus diesen ist bitter, duftet aber meist angenehm süßlich. Der gewonnene Sud wurde neben der medizinischen Nutzung auch in Spirituosen eingesetzt.

Blüten & Blütenknospen: xxx

Früchte: xxx

Kambium: Wie bei den meisten Bäumen könnte man auch das innere Rindenkambium nutzen. Dieses wird, von März bis April geerntet, in Streifen geschnitten und wie Nudeln gekocht. In Notzeiten dient(e) es, getrocknet und vermahlen, ebenfalls zum Strecken von Getreidemehlen. Bitte BEACHTE: Die Nutzung von Kambium sollte wirklich nur in NOTZEITEN erfolgen, denn durch die bei der Gewinnung unumgänglichen Rindenverletzung kann dem Baum erheblicher Schaden zugefügt werden (oder dieser gar getötet werden.) Außerdem dient das Kambim eher um den Magen zu füllen, denn Nährwerte weist es für den Menschen keine auf! Wer sich am Kambium üben möchte, sollte nur bei bereits gefällten Bäumen Kambium entnehmen.

Geschmack: Junge Pflanzenteile Spargelähnlich (jedoch strenger).

👉 HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume & Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Die Holzeigenschaften der verschiedenen Pappelarten unterscheiden sich nicht nennenswert. Größere Unterschiede ergeben sich eher durch die verschiedenen Wuchsbedingungen.

Pappelholz ist allgemein sehr leicht und weich. Es verfügt über keine große Festigkeit und nur über eine geringe Dauerhaftigkeit. Es schwindet nur wenig und verfügt trocken über ein gutes Stehvermögen.

Pappel lässt sich gut trocknen, aufgrund der hohen Feuchte des frischen Holzes sollte die Trocknung aber langsam durchgeführt werden. Es neigt nicht zum Reißen oder Werfen. Die Bearbeitung und Behandlung der Oberflächen bereitet keine Probleme, wobei sich frisches Holz leichter als trockenes bearbeiten lässt.

Verwendungsbeispiele: Paletten, Kisten, Streichhölzer und Blindholz gebraucht und Schnitzer stellen daraus vor allem Holzschuhe her, wenn das Holz gerade und hell ist. Der neueste Schrei sind Heavy Metall-Gitarren und Snowboards aus Pappelholz.

Interessant ist auch die Verwendung der flaumigen Samen, welche als Füllung von Kissen und Decken sowie als Isoliermaterial dienen. Deshalb heißen in Nordamerika vorkommende Pappelarten auch “Cottonwood” (Baumwollbaum).

Geschichtliches zu diesem Baum

Pappelflaum, Pappel-Baumwolle, Pappelwolle oder heimische Baumwolle bezeichnet die Samenfasern und Fruchtwandfasern der Pappelfrüchte. Da diese Fasern an manchen Tagen ähnlich wie Schnee in Massen in der Luft herumgewirbelt werden, bezeichnet der Volksmund sie auch als „Pappelschnee“ oder „Sommerschnee“.

Die Kreuzung der primären Arten gelingt nur mit Populus deltoides (Kanadische Schwarz-Pappel) als weiblichem und Populus nigra (Schwarz-Pappel) als männlichem Partner. Die Hybride sind mit den Elternarten fruchtbar kreuzbar, wodurch sich ein Hybridschwarm mit intermediären Merkmalen zwischen beiden Elternarten in stufenloser Mischung ausbildet. Es gilt daher als fraglich, ob in Europa überhaupt noch reinerbige Populus nigra ohne genetische Beimengung der amerikanischen Art existieren.

Videobeitrag zu “Bastard-Schwarz-Pappel”

Pappel

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Quellen und weitere Informationen

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