Götterbaum - giftig

Götterbaum (Ailanthus altissima)
Götterbaum

Götterbaum – Bestimmen/Erkennen

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes. Dieser Baum ist GIFTIG und NICHT für die menschliche Ernährung geeignet

Der Götterbaum ist ein faszinierender, aber höchst umstrittener Überlebenskünstler. Ursprünglich aus Asien stammend, hat er sich als robuster Neophyt weltweit in gemäßigten und wärmeren Klimazonen ausgebreitet. Er trotzt Autoabgasen, Streusalz und extremer Trockenheit mühelos und wächst schneller als jeder andere Baum in Europa. Doch diese unbändige Lebenskraft hat eine Kehrseite: Als invasive Art verdrängt er heimische Pflanzen und bedroht sensible Ökosysteme. Botanisch gehört er zur Familie der Bittereschengewächse – ein Hinweis auf die intensiven Bitterstoffe, die ihn giftig und wehrhaft machen.

Baum-Steckbrief „Götterbaum“

  • Botanischer Name: Ailanthus altissima
  • Deutscher Name: Götterbaum
  • Familie: Bittereschengewächse (Simaroubaceae)
  • Gattung: Götterbäume (Ailanthus)
  • Andere Namen: Drüsiger Götterbaum
  • Lebensdauer: Sommergrüner Baum (meist bis 100 Jahre, maximal ca. 150 Jahre)
  • Wuchsform: Baum mit unregelmäßiger Krone, bildet häufig dichte Wurzelbrut
  • Wuchshöhe: 20 bis 30 Meter
  • Wurzelwerk: Weitstreichendes Flach- bis Herzwurzelsystem mit aggressiver Ausläuferbildung
  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Blütenstand: Rispenähnliche, große Thyrsen
  • Fruchtreife: August bis Oktober
  • Boden/Standort: Wärmeliebend; wächst bevorzugt auf lockeren, mäßig nährstoffreichen, oft kalkhaltigen Böden (typischer Pionierbaum auf städtischen Brachflächen)
  • Hauptinhaltsstoffe: Bitterstoffe (insbesondere das Quassinoid Ailanthon)
  • Giftigkeit: Giftig (Rinde und Samen stark, Blätter schwach giftig; Pflanzensaft hautreizend)

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Bilder & Fotos „Götterbaum“

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Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Der Götterbaum fällt vor allem durch seine riesigen Fiederblätter, das exotische Erscheinungsbild und den charakteristischen, unangenehmen Geruch seiner Blüten und zerriebenen Blätter auf.

Vegetative Merkmale (Stamm, Rinde, Blätter)

  • Rinde/Borke: Der Stamm besitzt eine glatte, graubraune Rinde. Im Alter bildet sich ein markantes, helles rautenförmiges Muster aus feinen Längsrissen.
  • Zweige: Junge, beblätterte Triebe sind grünlich und fein behaart, ältere Zweige verkahlen und färben sich rötlich bis bräunlich.
  • Blätter: Wechselständig angeordnet, unpaarig gefiedert und enorm groß (meist 45 bis 75 cm, an jungen Trieben teils über 1 Meter lang). Sie bestehen aus 13 bis über 40 länglich-ovalen Fiederblättchen.
  • Blattdrüsen: An der Basis jedes Fiederblättchens sitzen 2 bis 4 kleine, verdickte Drüsen (Nektarien). Sie sind das sicherste Erkennungsmerkmal.
  • Geruch: Zerreibt man die frischen Blätter, verströmen sie einen strengen, nussig-ranzigen Geruch.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blüte: Der Baum ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (es gibt rein männliche und rein weibliche Bäume). Die unscheinbaren, gelblich-grünen Blüten stehen in großen, rispigen Blütenständen. Die Blüten verströmen einen extrem strengen Duft, der oft an den Geruch von Samenflüssigkeit erinnert.
  • Frucht: Geflügelte, in sich spiralig gedrehte Nussfrüchte (Samara), in deren Zentrum der Same liegt. Sie reifen von Grün über Braun bis hin zu einem auffälligen, leuchtenden Rot und erinnern aus der Ferne oft an Blütenstände.

Verwechslungsgefahren:

  • Gemeine Esche (Fraxinus excelsior): Die Blätter der Esche stehen gegenständig (beim Götterbaum wechselständig). Die Esche hat pechschwarze Knospen, geruchlose Blätter und es fehlen ihr die typischen Drüsen an der Basis der Fiederblättchen.
  • Essigbaum (Rhus typhina): Junge Zweige sind dicht und samtig behaart (erinnern an ein Hirschgeweih). Die Fiederblättchen haben einen stark gesägten Rand. Im Herbst leuchtend rote Laubfärbung (Götterbaum verfärbt sich kaum) und rote, kolbenartige Fruchtstände.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Heilpflanzen-Steckbrief:

  • Droge: Götterbaumrinde (Ailanthi cortex)
  • Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Quassinoide), Gerbstoffe
  • Monographie-Status: Keine (weder HMPC noch Kommission E)

In der europäischen, evidenzbasierten Pflanzenheilkunde hat der Götterbaum keinerlei Bedeutung und es existiert keine anerkannte Monographie. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hingegen werden die Rinde und seltener die Wurzeln seit der Tang-Dynastie genutzt. Die Rindendroge gilt dort als kühlend und adstringierend (zusammenziehend) und wird vorwiegend zur Behandlung von hartnäckigen Durchfallerkrankungen eingesetzt. Auch die Blätter finden in der asiatischen Volksheilkunde Beachtung, bergen jedoch aufgrund ihrer Toxizität Risiken.

⚠️ Sicherheit & Gegenanzeigen:

  • Toxizität: Die Samen und die Rinde des Götterbaums sind stark giftig, die Blätter schwach giftig. Der Hauptwirkstoff, das Ailanthon, ist ein hochwirksamer Bitterstoff, der bei Säugetieren und Menschen die Herzfrequenz senken und Lähmungserscheinungen auslösen kann.
  • Hautreizungen: Der frische Pflanzensaft des Götterbaums ist stark reizend. Bei Kontakt kann es zu allergischen Hautreaktionen und hartnäckigen Ausschlägen kommen. Bei Schnitt- und Fällarbeiten sollten zwingend Handschuhe getragen werden.
  • Allergien: Der Pollen des Götterbaumes gilt in städtischen Gebieten als aufkommendes potenzielles Inhalationsallergen.

Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Gehölze (Bäume und Sträucher) nehmen in der Phytotherapie und Homöopathie seit jeher einen bedeutenden Stellenwert ein. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die zur Linderung verschiedenster Beschwerden beitragen können. Die Informationen auf diesen Seiten bieten dir einen fundierten Überblick über die botanischen Merkmale und traditionellen Anwendungen. Sie stellen jedoch keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zur vertieften Auseinandersetzung mit der Heilkraft von Pflanzen empfiehlt sich ein Blick in die einschlägige Fachliteratur. Ein bewährtes Standardwerk ist beispielsweise „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. Er beschreibt darin detailliert die Anwendungsmöglichkeiten in der Schulmedizin, Phytotherapie und Volksheilkunde sowie die Nutzung innerhalb der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Kulinarisches Profil: Der Götterbaum besitzt keinerlei kulinarischen Wert und ist eine reine Giftpflanze. Er ist für die menschliche Ernährung absolut ungeeignet.

  • Pflanzenteile & Erntezeit: Keine Nutzung als Nahrungsmittel.
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis:

Der Götterbaum ist in allen Teilen giftig. Ein Verzehr kann zu schweren Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Herz-Kreislauf-Problemen und Lähmungen führen. Keinesfalls sammeln oder in der Wildkräuterküche (z. B. für Tees oder Smoothies) verwenden!

👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die heimische Flora bietet faszinierende Möglichkeiten für eine naturnahe Ernährung. Auf diesen Seiten erfährst du alles Wissenswerte über die Bestimmung und Nutzung der wichtigsten Bäume und Sträucher. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Pflanzenteile, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.

Da der Fokus dieses Lexikons auf der botanischen Fachkunde liegt, findest du hier keine detaillierten Rezepte. Zur kulinarischen Umsetzung empfehle ich dir stattdessen diese spezialisierten Bücher über die Wildkräuter-Küche.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Holzeigenschaften: Das ringporige Holz des Götterbaums ist durch breite, markante Holzstrahlen gekennzeichnet. Es ähnelt optisch, in seinen mechanischen Eigenschaften und in seiner guten Verarbeitbarkeit stark dem Holz der heimischen Gemeinen Esche.

  • Nutzung & Handwerk: In seinen asiatischen Heimatländern wird es vielseitig als Bau- und Werkholz, in der Kunsttischlerei sowie im Karosserie- und Wagenbau geschätzt. In Europa wird das Holz gewerblich kaum genutzt, da der Baum hier aus ökologischen Gründen eher zurückgedrängt als forstwirtschaftlich kultiviert wird.
  • Brennwert & Energetische Nutzung: Es eignet sich gut als Brennholz und liefert ähnlich der Esche solide Heizwerte.

Geschichtliches zu diesem Baum

Der unaufhaltsame Sprinter

Der Götterbaum gilt als der am schnellsten wachsende Baum Europas. Vor allem junge Bäume und Stockausschläge nach dem Fällen legen ein geradezu explosives Wachstum an den Tag. Wurzelsprosse können innerhalb eines einzigen Jahres bis zu drei Meter in die Höhe schießen! Ein faszinierendes botanisches Detail: Das Längenwachstum wird nicht von der Endknospe des Triebes (wie bei den meisten Bäumen), sondern von einer seitlichen Knospe fortgesetzt. Dieses sogenannte sympodiale Wachstum sorgt für den oft etwas unregelmäßigen, sparrigen Kronenaufbau im Alter.

Die Drüsen und ein besonderer Honig

Betrachtest du die großen Fiederblätter des Götterbaums genau, entdeckst du am unteren Rand der kleinen Blättchen kleine Verdickungen. Diese Drüsen (extraflorale Nektarien) sondern zuckerhaltigen Nektar ab und locken gezielt Ameisen an, die den Baum im Gegenzug vermutlich vor Fressfeinden schützen. Obwohl die Blüten des Baumes für die menschliche Nase sehr gewöhnungsbedürftig und streng riechen, werden sie von Bienen stark beflogen. Der daraus resultierende Götterbaumhonig überrascht: Er besitzt ein exzellentes, muskatellerartiges Aroma. Der frische, zähflüssige Honig hat eine grünlich-braune Färbung, die beim feinkörnigen Auskristallisieren in ein mattes Graugrün übergeht.

Ein Invasor erobert die Städte

Ursprünglich im 18. Jahrhundert als Zierbaum und in der Hoffnung auf eine europäische Seidenraupenzucht (Götterbaum-Spinner) aus China importiert, hat der Götterbaum eine beispiellose Karriere als Invasor hingelegt. Er kommt mit städtischen Extremen wie Abgasen, Trockenheit, Hitze und Streusalz besser zurecht als nahezu jeder heimische Baum. Gleichzeitig betreibt er eine aggressive Ausbreitungsstrategie: Ein einziger acht Meter hoher Baum kann bis zu 325.000 Flugsamen pro Jahr produzieren. Zusätzlich bildet er ein weitreichendes Netz aus Wurzelausläufern, aus denen stetig neue Klone in die Höhe schießen. Wegen der Verdrängung heimischer Arten und der Gefahr für schützenswerte Lebensräume (z. B. Magerrasen) darf der Götterbaum heute nicht mehr gepflanzt werden, und die Kontrolle seiner Bestände stellt den Naturschutz vor große Herausforderungen.

Videobeitrag zu „Götterbaum“

Götterbaum (Ailanthus altissima)

Noch mehr Informationen und Bestimmungsvideos für den Götterbaum findest du im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET. Durch kurze Videos kannst du den gesamten Lebenszyklus dieses Baumes/Strauches verfolgen. Außerdem kannst du viele weitere heimische (essbare) Wildkräuter, Bäume und Sträucher in ihrem Werden und Vergehen kennen und bestimmen lernen.

Quellen und weitere Informationen

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