Rose – Hunds-Rose - essbar

Rose - Hunds-Rose (Rosa canina)
Rose - Hunds-Rose

Hunds-Rose – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Hunds-Rose ist die mit Abstand häufigste und bekannteste Wildrose Mitteleuropas. Als wuchsfreudiger Strauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) prägt sie unsere Heckenlandschaften, Waldsäume und Wegränder. Ökologisch ist sie ein wahrer Schatz: Ihre dichten, stacheligen Triebe bieten Vögeln und Kleinsäugern perfekte Nist- und Schutzplätze. Im Frühsommer locken ihre duftenden Blüten Insekten an, während im Herbst die leuchtend roten Hagebutten nicht nur für Tiere, sondern auch für uns Menschen eine der wichtigsten und vitaminreichsten Nahrungsquellen der heimischen Natur darstellen.

Baum-Steckbrief „Hundsrose“

  • Botanischer Name: Rosa canina
  • Deutscher Name: Hunds-Rose
  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Gattung: Rosen (Rosa)
  • Andere Namen: Heckenrose, Hagrose, Gewöhnliche Hecken-Rose
  • Lebensdauer: Mehrjährig (Wurzelstöcke können oft Jahrhunderte überdauern, Einzelstämme werden ca. 30 bis 50 Jahre alt)
  • Wuchsform: Sommergrüner Strauch (im Schatten oft als Spreizklimmer)
  • Wuchshöhe: 2 bis 3 Meter (kletternd selten bis über 4 Meter)
  • Wurzelwerk: Tiefwurzler mit weitreichenden Ausläufern
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Blütenstand: Einzelblüten oder in kleinen, lockeren Gruppen
  • Fruchtreife: September bis November (typischer Wintersteher)
  • Boden/Standort: Anspruchslos; bevorzugt mäßig trockene bis frische, tiefgründige und oft kalkhaltige Lehm- und Sandböden. Waldsäume, Hecken, Brachland.
  • Hauptinhaltsstoffe: Vitamin C (enorm hoher Gehalt), Pektin, Fruchtsäuren, Flavonoide, Gerbstoffe, ätherisches Öl.
  • Giftigkeit: Fruchtfleisch und Blüten sind für den Menschen ungiftig. Die Samen (Nüsschen) sind beim Zerkauen schwach giftig (Blausäure) und die Samenhaare stark mechanisch reizend.

Wildpflanzen-Wissen, das mit nach draußen darf.

📖 Entdecke meine handverlesenen Buchtipps zum Sammeln, Kochen und Heilen. Authentisch, praxiserprobt und voller Liebe zur Natur.

Bilder & Fotos „Hundsrose“

Heimische Bäume & Sträucher bestimmen mit Fotos (©) von pflanzen-vielfalt.NET. Die folgenden Bilder/Fotos zeigen dir die Pflanze im Jahres- bzw. Lebensverlauf und ermöglichen eine Bestimmung über den gesamten Zeitraum.

Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Die Hunds-Rose wächst als aufrechter, lockerer Strauch mit auffällig langen, bogig überhängenden Zweigen. Zur sicheren Bestimmung achtet man vor allem auf die kräftigen, hakenförmigen Stacheln und die unbehaarten (kahlen) Blätter.

Vegetative Merkmale (Stamm, Rinde, Blätter)

  • Triebe & Stacheln: Die Zweige sind grün bis rötlich. Typisch sind die kräftigen Stacheln (botanisch gesehen keine Dornen), die eine breite, herablaufende Basis besitzen und meist sichel- oder hakenförmig nach unten gebogen sind.
  • Blätter: Sie stehen wechselständig und sind unpaarig gefiedert (meist 5 bis 7 Fiederblättchen). Die eiförmigen Blättchen (3 bis 4 cm lang) sind am Rand regelmäßig gesägt. Sie sind auf der Ober- und Unterseite kahl (unbehaart) und drüsenlos. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite etwas heller.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blüte: Die schalenförmigen, fünfzähligen Blüten werden 4 bis 5 cm groß und verströmen einen feinen Duft. Die Kronblätter variieren farblich von zartrosa bis reinweiß. Der Blütenstiel und der Kelchbecher sind auffällig kahl. Nach der Blüte schlagen sich die Kelchblätter zurück und fallen meist noch vor der Fruchtreife ab.
  • Früchte (Hagebutten): Sie sind meist schmal-eiförmig bis ellipsoid (2 bis 2,5 cm lang), kahl und hart. Zur Reife leuchten sie korallenrot.

Verwechslungsgefahren:

  • Feld-Rose (Rosa arvensis): Wächst kriechend am Boden oder als Ranke, blüht stets reinweiß und hat in der Blütenmitte zu einer Säule verwachsene Griffel.
  • Apfel-Rose (Rosa villosa): Ihre Blätter sind dicht, weich-filzig behaart und die großen, apfelförmigen Hagebutten sind drüsig-borstig (weichstachelig).
Baum-/Strauchbestimmung

Mein Bestimmung ❤️ Buch-Tipp:

Mit diesem Buch erkennst & bestimmst du jeden heimischen Baum – im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Mit über 1000 Fotos!

* Amazon-Affiliate-Link (Werbung): Wenn du über diesen Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Heilpflanzen-Steckbrief:

  • Droge: Hagebuttenschalen (Rosae pseudo-fructus)
  • Inhaltsstoffe: Vitamin C (Ascorbinsäure, bis zu 2 %), Pektine (ca. 15 %), Fruchtsäuren, Gerbstoffe
  • Monographie-Status: Positive Monographie der ESCOP (HMPC: nicht bearbeitet; Kommission E: Nullmonographie).

In der evidenzbasierten Phytotherapie ist der Einsatz von zerkleinerten, getrockneten Hagebuttenschalen zur Prophylaxe und unterstützenden Therapie von Erkältungskrankheiten anerkannt. Der außerordentlich hohe Vitamin-C-Gehalt stärkt das Immunsystem nachhaltig. Auch bei leichten entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege wird der Aufguss aufgrund seiner leicht harntreibenden (diuretischen) Eigenschaften medizinisch empfohlen.

In der traditionellen Volksheilkunde wird Hagebuttentee zudem häufig als mildes Abführmittel sowie bei Gicht, rheumatischen Beschwerden und leichten Gallenleiden getrunken. Ein kausaler Nachweis für die Wirksamkeit bei Rheuma durch den klassischen Teeaufguss fehlt jedoch nach wissenschaftlichen Kriterien; hier wird teils mit speziellen Hagebuttenpulvern geforscht.

⚠️ Sicherheit & Gegenanzeigen:
  • Hagebuttenschalen (als Tee) gelten als sehr sicher und gut verträglich. Lediglich bei der Eigenherstellung müssen die mit Juckhärchen besetzten Samen sorgfältig entfernt werden, da sie im Rachenraum und Verdauungstrakt zu schweren mechanischen Reizungen führen können.

Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Gehölze (Bäume und Sträucher) nehmen in der Phytotherapie und Homöopathie seit jeher einen bedeutenden Stellenwert ein. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die zur Linderung verschiedenster Beschwerden beitragen können. Die Informationen auf diesen Seiten bieten dir einen fundierten Überblick über die botanischen Merkmale und traditionellen Anwendungen. Sie stellen jedoch keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zur vertieften Auseinandersetzung mit der Heilkraft von Pflanzen empfiehlt sich ein Blick in die einschlägige Fachliteratur. Ein bewährtes Standardwerk ist beispielsweise „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. Er beschreibt darin detailliert die Anwendungsmöglichkeiten in der Schulmedizin, Phytotherapie und Volksheilkunde sowie die Nutzung innerhalb der Homöopathie.

* Die mit einem Sternchen gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Affiliate-Links (Werbung). Wenn du über diesen Link einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision zur Unterstützung dieses Projekts. Der Preis ändert sich für dich dadurch nicht.

Mein Medizin ❤️ Buch-Tipp:

Wissenswertes über 300 einheimische und fremdländische Heilpflanzen, ihre Inhaltsstoffe, Anwendung und Heilwirkung.

* Amazon-Affiliate-Link (Werbung): Wenn du über diesen Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich

Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Kulinarisches Profil: Hagebutten der Hunds-Rose sind eine der wertvollsten heimischen Vitaminquellen mit einem aromatischen, süß-säuerlichen Geschmack. Die filigranen Blütenblätter bereichern Süßspeisen mit feiner floraler Note.

  • Früchte (Herbst/Winter): Nach dem Entfernen der Samen und Haare lässt sich das Fruchtfleisch hervorragend zu Konfitüre (Hagebuttenmark), Mus, Säften, Likören oder schwedischer Hagebuttensuppe einkochen. Das Aroma intensiviert und versüßt sich, wenn die Früchte erst nach dem ersten Frost geerntet (oder tiefgekühlt) werden. Getrocknete Schalen ergeben den klassischen Früchtetee.
  • Blüten (Mai bis Juni): Die rosafarbenen Kronblätter können zur Herstellung von Gelee, Rosensirup oder Likör verwendet werden. Frisch machen sie sich gut als feine Dekoration auf Desserts.
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis zur Zubereitung:

Die eigentlichen Samen (die kleinen Nüsschen im Inneren der Hagebutte) sind dicht von feinen, widerhakenbesetzten Härchen umgeben. Diese Härchen wirken stark reizend auf Haut und Schleimhäute (bekannt als „Juckpulver“). Zudem enthalten die Nüsschen cyanogene Glykoside (Blausäure-Vorstufen). Sie dürfen daher niemals roh zerkaut oder mitgegessen werden. Halbiere die Früchte und kratze die Kerne samt Haaren akribisch aus, oder koche die ganzen Hagebutten weich und passiere sie durch ein sehr feines Sieb (z. B. Flotte Lotte), um das reine Mark zu gewinnen.

👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die heimische Flora bietet faszinierende Möglichkeiten für eine naturnahe Ernährung. Auf diesen Seiten erfährst du alles Wissenswerte über die Bestimmung und Nutzung der wichtigsten Bäume und Sträucher. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Pflanzenteile, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.

Da der Fokus dieses Lexikons auf der botanischen Fachkunde liegt, findest du hier keine detaillierten Rezepte. Zur kulinarischen Umsetzung empfehle ich dir stattdessen diese spezialisierten Bücher über die Wildkräuter-Küche.

Für tiefergehende Einblicke in die Themen Survival und Notnahrung sind die Bücher und Kurse von Johannes „Joe“ Vogel * eine exzellente Wahl. Als Experte für Wildnispädagogik vermittelt er fundiertes Wissen zur autarken Versorgung aus den Ressourcen der Natur.

* Die mit einem Sternchen gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Affiliate-Links (Werbung). Wenn du über diesen Link einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision zur Unterstützung dieses Projekts. Der Preis ändert sich für dich dadurch nicht.

Mein Kochen/Küche ❤️ Buch-Tipp:

Infos über Vorkommen, Blütezeit und Verwendung in der Küche, Ernährung und Medizin von 2000 Pflanzen- & Baumarten!

* Amazon-Affiliate-Link (Werbung): Wenn du über diesen Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich

Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Holzeigenschaften: Rosenholz ist außerordentlich hart, schwer, dicht und sehr zäh. Es weist oft eine lebhafte, starke Maserung und eine attraktive mittelbraune Färbung auf.

  • Nutzung & Handwerk: Da die Hunds-Rose als Strauch wächst, bringt sie keine starken Stämme hervor. Das Material fällt meist nur in Aststärke an. Wenn nutzbare Stücke gewonnen werden, sind sie in der filigranen Kunsttischlerei sehr begehrt. Das Holz wird traditionell für kleine Drechselarbeiten, edle Messergriffe oder Einlegearbeiten (Intarsien) verwendet.
  • Brennwert & Energetische Nutzung: Hat aufgrund der geringen Menge und Aststärke keinerlei Bedeutung als klassisches Brennholz.

Geschichtliches zu diesem Baum

Der Tausendjährige Rosenstock

Dass das Wurzelwerk der Hunds-Rose ein beeindruckendes Alter erreichen kann, beweist ein weltbekanntes Exemplar an der Apsis des Hildesheimer Doms. Der Legende nach geht dieser „Tausendjährige Rosenstock“ auf das Jahr 815 und die Gründung des Bistums zurück. Auch wenn Botaniker das Alter des aktuellen Wurzelstocks eher auf etwa 500 bis 700 Jahre schätzen, ist seine Vitalität unbestritten. Selbst als der Dom im Zweiten Weltkrieg durch Bomben völlig ausbrannte und die oberirdischen Triebe der Rose verbrannten, trieb die Pflanze im darauffolgenden Frühjahr aus den unversehrten Wurzeln unter den Trümmern einfach wieder neu aus.

Warum eigentlich „Hunds“-Rose?

Der Name Rosa canina (wörtlich „Hunde-Rose“) stammt bereits aus der Antike. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere berichtete, dass die Wurzel der Pflanze als Heilmittel gegen den Biss tollwütiger Hunde eingesetzt worden sei. Eine andere, weitaus unromantischere botanisch-etymologische Erklärung lautet: Das Präfix „Hunds-“ wurde in der Volkssprache früher oft abwertend für Pflanzen genutzt, die im Gegensatz zu den edlen, gezüchteten Gartenformen gewöhnlich, „wild“ oder massenhaft vorkamen – ähnlich wie beim Hunds-Kerbel oder der Hunds-Petersilie.

Die wichtigste Amme für Edelrosen

Auch wenn die Hunds-Rose als reine Zierpflanze in unseren Gärten heute oft durch gefüllte Edelrosen ersetzt wurde, lebt sie in diesen Gärten meist unerkannt weiter. Aufgrund ihres extrem widerstandsfähigen, tiefen und wuchskräftigen Wurzelwerks ist sie in Baum- und Rosenschulen die mit Abstand wichtigste „Veredelungsunterlage“. Fast jede edle Gartenrose, die man heute kaufen kann, wächst in Wahrheit auf den Wurzeln der wilden Hunds-Rose.

Videobeitrag zu „Hundsrose“

Hundsrose (Rosa canina)

👉 Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

Unterstützte das Lexikon

Hilf das Lexikon zu erhalten! 🙏

Kleine Dinge für dich, große Hilfe für mich & das Wildkräuter-Lexikon!

Mehr essbare & giftige Bäume & Sträucher

Bäume und Sträucher Lexikon - Seiten A-Z Übersicht
Bäume & Sträucher A-Z

(Essbare) Bäume & Sträucher Lexikon | Übersicht A-Z
Besonders unsere heimischen Bäume und Sträucher bieten viele leckere und nahrhafte essbare Teile. Hier findest du ALLE im Lexikon beschriebenen Bäume & Sträucher auf einen Blick …