Pfennigkraut - essbar

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Pfennigkraut

Pfennigkraut – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Das Pfennigkraut, aufgrund seiner blattförmigen Erscheinung oft auch Münzkraut genannt, ist ein unauffälliger, aber äußerst wuchskräftiger Bodendecker. Du findest diese flach am Boden kriechende Primelart häufig an feuchten Standorten wie Uferzonen, Gräben oder auch als beliebte Zierpflanze in Teichanlagen. Es breitet sich rasant über Ausläufer aus und bildet im Sommer mit seinen leuchtend gelben Blüten dichte, attraktive Teppiche. Kulinarisch bietet es eine leicht herbe, spargelartige Note für die Wildkräuterküche.

Wildpflanzen-Steckbrief „Pfennigkraut“

  • Botanischer Name: Lysimachia nummularia
  • Deutscher Name: Pfennigkraut
  • Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
  • Gattung: Gilbweiderich (Lysimachia)
  • Andere Namen: Münzkraut, Pfennig-Gilbweiderich, Pfennigblättriger Gilbweiderich
  • Lebensdauer: Ausdauernd (mehrjährig)
  • Wuchsform: Kriechend, mattenbildend (krautig)
  • Wuchshöhe: ca. 5 cm (Ausläufer jedoch bis zu 50 cm lang)
  • Wurzelwerk: Flachwurzler, bildet an den Stängelknoten bewurzelte Ausläufer.
  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • Blütenstand: Einzelblüten in den Blattachseln
  • Fruchtreife: Spätsommer (selten)
  • Boden/Standort: Feuchte, nährstoffreiche und humose Böden; Uferzonen, feuchte Wiesen, Gräben, Auwälder.
  • Hauptinhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Saponine, Kieselsäure.
  • Giftigkeit: Für den Menschen ungiftig.
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Bilder & Fotos „Pfennigkraut“

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Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze

Das Pfennigkraut wächst rasenartig und extrem flach am Boden. Es fällt vor allem durch seine fast exakt kreisrunden, münzähnlichen Blätter auf, die sich paarweise an langen, kriechenden Trieben anordnen.

Vegetative Merkmale (z. B. Stamm/Stängel, Rinde, Blätter)

  • Stängel: Lang, niederliegend und kriechend (bis 50 cm lang). Die Stängel bewurzeln sich oft an den Knoten (Nodien) und sind meist unbehaart.
  • Blätter: Immergrün, gegenständig angeordnet und kurz gestielt. Die Blattspreite ist mit 1,5 bis 2,5 cm Durchmesser rundlich bis breit-elliptisch mit stumpfer Spitze. Wenn man die Blätter gegen das Licht hält, sind oft winzige, dunkle drüsige Punkte erkennbar.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blüten: Stehen einzeln, aber auffällig leuchtend gelb in den Blattachseln. Die fünf Kronblätter sind relativ groß (bis 15 mm) und oft rötlich gepunktet oder gestreift. Die Blüten sind lang gestielt (bis 30 mm).
  • Früchte: Obwohl Insekten die Blüten besuchen, bildet die Pflanze in unseren Breiten nur sehr selten die unscheinbaren Kapselfrüchte mit Samen aus.

Verwechslungsgefahren:

  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum): Wächst aufrechter und weniger kriechend. Seine Blätter sind eiförmig und am Ende deutlich zugespitzt, nicht rund und stumpf wie beim Pfennigkraut. Ebenfalls ungiftig.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Heilpflanzen-Steckbrief:

  • Droge: Herba Nummulariae (Pfennigkraut)
  • Inhaltsstoffe: Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, Kieselsäure, Vitamin C.
  • Monographie-Status: Keine (Weder durch das HMPC noch die Kommission E wissenschaftlich anerkannt).

In der modernen, evidenzbasierten Phytotherapie hat das Pfennigkraut keine Bedeutung mehr und wird nicht medizinisch eingesetzt.

In der historischen europäischen Volksmedizin und der Kräuterkunde des Mittelalters besaß es jedoch einen hohen Stellenwert. Wegen der schleimlösenden Saponine und entzündungshemmenden Gerbstoffe wurde ein Teeaufguss aus den Blättern häufig als Hustenmittel und bei leichten Atemwegskatarrhen gereicht. Auch bei Magen-Darm-Verstimmungen oder als adstringierende (zusammenziehende) Waschung bei leichten Hautverletzungen fand es Verwendung. Dass die Pflanze oft noch heute in alten Bauerngärten wild wächst, ist oft ein Überbleibsel dieser historischen Nutzung als Arzneipflanze.

👉 Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Die bereitgestellten Informationen dienen jedoch ausschließlich der neutralen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Heilpflanzenkunde findest du in meiner Buchtipp-Ecke eine Auswahl an Fachliteratur. Ein besonders empfehlenswertes Standardwerk ist „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. In diesem Werk beleuchtet der Autor die Anwendung der Pflanzen aus Sicht der Schulmedizin, der Phytotherapie und der Volksheilkunde sowie ihre Bedeutung in der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Kulinarisches Profil: Das Pfennigkraut ist geschmacklich mild, leicht säuerlich-herb und erinnert dezent an grünen Spargel. Es enthält keine giftigen Substanzen und ist eine pflegeleichte Bereicherung für die Frischkost-Küche.

  • Blätter und Triebspitzen (Ganzjährig, ideal Mai bis Oktober): Da die Blätter auch im Winter oft grün bleiben (immergrün), können sie fast ganzjährig geerntet werden. Am weichsten sind sie im Frühjahr. Sie passen hervorragend roh in Salate, als Brotbelag, fein gehackt in Kräuterquark oder können sanft gedünstet (wie Spinat) als Beilage gereicht werden. Aufgrund der Milde eignen sie sich auch gut als füllende Basis für Grüne Smoothies.
  • Blüten (Mai bis Juli): Die leuchtend gelben Blüten sind essbar und geben Salaten oder Desserts einen wunderbaren optischen und mild-aromatischen Akzent.
  • Aufguss: Frische oder getrocknete Blätter ergeben einen milden Haustee.

👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Wildkräuter, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.

Da ich auf dieser Seite bewusst auf detaillierte Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.

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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze

Meister der vegetativen Fortpflanzung (Blastochorie)

Das Pfennigkraut hat eine bemerkenswerte Überlebensstrategie entwickelt: Es verzichtet weitgehend auf die unsichere Fortpflanzung durch Samen. Obwohl es prächtige Blüten bildet, die Insekten anlocken, reifen extrem selten Früchte heran. Stattdessen setzt die Pflanze fast ausschließlich auf die vegetative Vermehrung, die sogenannte „Blastochorie“. Die flach aufliegenden Stängelausläufer bilden an jedem Blattknoten rasch neue kleine Wurzeln aus. Werden diese Ausläufer durch mechanische Einwirkung (etwa Tritte von Tieren oder Gartenwerkzeuge) abgetrennt, wächst jedes Teilstück sofort als eigenständige, neue Pflanze weiter. Diese klonale Ausbreitungsstrategie macht es zu einem so erfolgreichen und teils wuchernden Bodendecker.

Namensgebung und aquatische Nutzung

Der Name Nummularia stammt vom lateinischen Begriff „nummus“ für „Münze“. Sowohl der wissenschaftliche als auch der deutsche Name (Pfennig- bzw. Münzkraut) beziehen sich damit eindeutig auf die runden, flach am Boden liegenden Blätter, die wie kleine Geldstücke aussehen. Eine weitere Besonderheit dieser Pflanze ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit an Wasser. Sie ist nicht nur an feuchten Ufern zu Hause, sondern kann komplett untergetaucht (submers) wachsen. In der Aquaristik wird das Pfennigkraut daher oft in Kaltwasseraquarien eingesetzt, wo es statt kriechend aufrecht nach oben wächst und dem Wasser überschüssige Nährstoffe entzieht.

Videobeitrag zu „Pfennigkraut“

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)

Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge (kommentierter) Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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