Pflanzenfamilien im Wildkräuter-Lexikon

Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Lippenblütengewächse

Lippenblütler (Lamiaceae)

Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Lippenblütler (Lamiaceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.

Die Lippenblütler (Lamiaceae) sind eine weltweit verbreitete, formenreiche Pflanzenfamilie in der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Als klassische Gewürz- und Heilpflanzen bestechen sie durch ihren immensen Reichtum an artspezifischen ätherischen Ölen. Optisch fast immer verlässlich erkennbar sind sie an ihrem quadratischen (vierkantigen) Stängel, den kreuzgegenständigen Blättern und den stark zygomorphen, lippenförmigen Blüten, die oft in scheinquirligen Blütenständen angeordnet sind.

Typische Merkmale der Familie

  • Wuchsform: Überwiegend ein- bis mehrjährige krautige Pflanzen (Kräuter und Stauden) sowie leicht verholzende Halbsträucher (wie Thymian und Rosmarin); die Stängel sind charakteristischerweise meist vierkantig.
  • Blätter: Einfach, zumeist kreuzgegenständig (dekussiert) am Stängel angeordnet, ohne Nebenblätter; bei Verletzung der Blattepidermis geben spezielle Drüsenschuppen intensiv duftende ätherische Öle frei.
  • Blüten & Blütenstand: Die Blüten stehen dicht gedrängt in sogenannten Scheinquirlen in den Blattachseln; sie sind stark zygomorph (bilateralsymmetrisch) mit einem röhrigen, oft fünfzähnigen Kelch und einer Kronröhre, die in der Regel in eine schützende Oberlippe und eine als Landeplatz für Insekten dienende Unterlippe ausläuft.
  • Früchte: Der oberständige Fruchtknoten teilt sich bei Reife in eine charakteristische, vierteilige Spaltfrucht, die in vier einsamige, nussartige Teilfrüchte (Klausen) zerfällt.
  • Wichtige Inhaltsstoffe: Absolut dominant sind komplexe Mischungen flüchtiger ätherischer Öle (z. B. Menthol, Thymol, Carvacrol, Linalool), begleitet von Lamiaceen-Gerbstoffen (Rosmarinsäure) und entzündungshemmenden Flavonoiden.

Verwendung & ökologische Bedeutung

Die Lamiaceae prägen die mediterrane Gewürzküche wie keine andere Pflanzenfamilie; Vertreter wie Basilikum, Oregano, Majoran, Thymian, Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut und Minze sind unverzichtbare Begleiter der menschlichen Ernährung. Heilkundlich werden die stark antibakteriellen, spasmolytischen (krampflösenden) und verdauungsfördernden Eigenschaften ihrer ätherischen Öle in Tees, Tinkturen und Inhalationen weltweit genutzt. Ökologisch spielen Lippenblütler als sogenannte „Bienenweiden“ eine überragende Rolle: Ihre nektar- und pollenreichen, oft von Frühjahr bis Herbst blühenden Lippenblüten sind durch spezielle Bestäubungsmechanismen (wie den Hebelmechanismus beim Salbei) perfekt an Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge angepasst.

Wildpflanzen-Arten dieser Familie im Online-Lexikon

Braunelle - Kleine (Prunella vulgaris)
Braunelle – Kleine

Braunelle – Kleine (Prunella vulgaris)
Essbar/essbare Teile | Die Kleine Braunelle ist eine niedrige, oft kriechende und extrem trittfeste Wiesenpflanze, die durch dichte, fast würfelförmige und oft rötlich überlaufene Blütenstände auffällt. Trotz ihrer geringen Größe ist sie eine enorm wichtige Nektarquelle für heimische Hummelarten. Die rosettenartigen, gestielten Blätter der Kleinen Braunelle sind essbar, schmecken mild-würzig und eignen sich hervorragend für frische Wildkräuterquarks oder Kräuterbutter.

Betonie - Echte / Heilziest (Betonica officinalis)
Betonie – Echte (Heilziest)

Betonie – Echte / Heilziest (Betonica officinalis)
Essbar/essbare Teile | Die Echte Betonie, in der Volksmedizin auch Heilziest genannt, ist eine aufrecht wachsende Staude sonniger Magerwiesen und lichter Wälder. Ihre purpurroten Blüten drängen sich am Stängelende in einem dichten, ährigen Blütenstand zusammen, während die herzförmigen Grundblätter rosettig dem Boden anliegen. Die gerbstoffreichen, leicht bitteren Blätter der Echten Betonie sind essbar und wurden historisch oft als Schwarztee-Ersatz oder als potentes Heilmittel bei Atemwegserkrankungen verwendet.

Dost - Oregano (Origanum vulgare)
Dost – Oregano

Dost – Oregano (Origanum vulgare)
Essbar/essbare Teile | Der Dost, weltweit als wilder Oregano bekannt, besiedelt kalkreiche, sonnige Magerwiesen und trockene Böschungen, wo er im Hochsommer dichte, zartrosa bis purpurne Blütendoldenrispen bildet. Er gehört zu den nektarreichsten heimischen Pflanzen und zieht Schmetterlinge regelrecht magisch an. Die Blätter und Triebspitzen des Dosts sind essbar, entfalten besonders an vollsonnigen Standorten ein intensives, pfeffriges Aroma und sind das klassische Würzkraut der italienischen Küche.

Gundermann - Gewöhnlicher (Glechoma hederacea)
Gundermann – Gewöhnlicher

Gundermann – Gewöhnlicher (Glechoma hederacea)
Essbar/essbare Teile | Der Gewöhnliche Gundermann wächst oft teppichartig als bodendeckender, immergrüner Kriechtrieb in schattigen Hecken, Wäldern und auf feuchten Wiesen. Bereits im zeitigen Frühjahr erheben sich kurze, blühende Triebe mit nierenförmigen, gekerbten Blättern und tief violettblauen Lippenblüten. Der herb-aromatische, harzig schmeckende Gewöhnliche Gundermann ist essbar und war vor der Etablierung des Hopfens eine der wichtigsten Pflanzen zur Bierwürze; heute dient er oft als pikante Pesto-Zutat.

Günsel - Kriechender (Ajuga reptans)
Günsel – Kriechender

Günsel – Kriechender (Ajuga reptans)
Essbar/essbare Teile | Der Kriechende Günsel bildet durch lange, belaubte Ausläufer dichte Kolonien auf feuchten Wiesen und in lichten Laubwäldern. Auffällig ist sein kantiger Stängel, der in einem dichten Blütenstand mit blauen, sehr kurzoberlippigen Blüten endet, deren untere Tragblätter oft kupferrot bis violett überlaufen sind. Die zarten jungen Triebspitzen und die blauen Blüten des Kriechenden Günsels sind essbar und bereichern Frühlingssalate durch eine milde, leicht bittere Note.

Hohlzahn - Bunter (Galeopsis speciosa)
Hohlzahn – Bunter

Hohlzahn – Bunter (Galeopsis speciosa)
Essbar/essbare Teile | Der Bunte Hohlzahn ist ein borstig behaartes Acker- und Waldschlagunkraut, dessen Stängelknoten unter den Blattansätzen typischerweise keulig verdickt sind. Seine großen Blüten sind auffällig mehrfarbig: Die Oberlippe ist leuchtend gelb, während die Unterlippe einen kräftigen, violetten Fleck mit gelbem Schlund aufweist. Vor der Blüte sind die jungen, sehr milden Blätter des Bunten Hohlzahns essbar und können in Kräutermischungen wie Spinat gedünstet werden.

Hohlzahn - Gelber (Galeopsis segetum)
Hohlzahn – Gelber

Hohlzahn – Gelber (Galeopsis segetum)
Essbar/essbare Teile | Der Gelbe Hohlzahn besiedelt im Gegensatz zu seinen Verwandten bevorzugt kalkarme, sandige Äcker und Silikat-Schutthalden. Er zeichnet sich durch dicht weichbehaarte, fast filzige Stängel (die an den Knoten kaum verdickt sind) und blassgelbe Blüten aus, deren Unterlippe oft leicht rötlich gezeichnet ist. Auch der kieselsäurereiche Gelbe Hohlzahn ist essbar und wird in der Volksmedizin wegen seiner adstringierenden Wirkung oft als hustenlösender Tee geschätzt.

Hohlzahn - Gemeiner (Galeopsis tetrahit)
Hohlzahn – Gemeiner

Hohlzahn – Gemeiner (Galeopsis tetrahit)
Essbar/essbare Teile | Der Gewöhnliche Hohlzahn ist die häufigste Art dieser Gattung und wuchert an Waldrändern, auf Kahlschlägen und nährstoffreichen Ruderalstellen. Seine purpurroten bis weißen Blüten besitzen zwei kleine, hohle, zahnähnliche Ausstülpungen auf der Unterlippe, die der gesamten Gattung ihren Namen gaben, sowie stark stachelig behaarte Kelchzähne. Die Blätter des Gewöhnlichen Hohlzahns sind essbar und liefern ein mildes, unauffälliges Wildgemüse, das reich an pflanzlicher Kieselsäure ist.

Hohlzahn - Weichhaariger (Galeopsis pubescens)
Hohlzahn – Weichhaariger

Hohlzahn – Weichhaariger (Galeopsis pubescens)
Essbar/essbare Teile | Der Weichhaarige Hohlzahn besiedelt frische, oft schattige Waldsäume und Auen und ähnelt dem Gewöhnlichen Hohlzahn optisch sehr. Er lässt sich jedoch gut durch die weiche, abstehende und oft drüsige Behaarung der Stängelmitte sowie durch die kräftiger purpurrot gefärbten Blüten unterscheiden, deren Unterlippe stets eine deutliche, gelbliche Zeichnung trägt. Wie bei seinen Verwandten sind die jungen Triebe des Weichhaarigen Hohlzahns essbar und können als schonendes Kochgemüse verarbeitet werden.

Minze - Acker-Minze (Mentha arvensis)
Minze – Acker-Minze

Minze – Acker-Minze (Mentha arvensis)
Essbar/essbare Teile | Die Acker-Minze ist eine ausdauernde Feuchtwiesen- und Uferpflanze, deren Scheinquirl-Blütenstände nicht an der Triebspitze, sondern ausschließlich in den Blattachseln der Laubblätter stehen. Sie verströmt beim Reiben einen intensiven, kühlenden Minzgeruch, der auf einem extrem hohen Gehalt an reinem Menthol basiert. Die Blätter der Acker-Minze sind hervorragend essbar und eignen sich sowohl zur Teezubereitung als auch zum Würzen orientalischer Gerichte und Süßspeisen.

Minze - Grüne-Minze (Mentha spicata)
Minze – Grüne-Minze

Minze – Grüne-Minze (Mentha spicata)
Essbar/essbare Teile | Die Grüne Minze, oft als Spearmint bezeichnet, ist eine fast kahle Staude, deren Blütenstände an den Zweigenden in schlanken, spitzen, ährigen Formierungen zusammenstehen. Im Gegensatz zur Acker-Minze enthält ihr ätherisches Öl kaum kühlendes Menthol, sondern primär das süßlich-würzige Carvon, das den typischen Kaugummi-Geschmack erzeugt. Die frischen Blätter der Grünen Minze sind essbar und das unverzichtbare Originalkraut für die Zubereitung von Cocktails (Mojito) oder britischer Mint-Sauce.

Minze - Rossminze ( Mentha longifolia)
Minze – Rossminze

Minze – Rossminze (Mentha longifolia)
Essbar/essbare Teile | Die wuchskräftige Rossminze wächst bevorzugt an nassen Gräben und Bachufern und ist leicht an ihren lanzettlichen, unterseits dicht grau- bis weißfilzig behaarten Blättern zu erkennen. Ihre lilafarbenen Blütenstände bilden dichte, endständige Ähren, doch ihr Geruch ist oft strenger, dumpfer und weniger erfrischend als bei anderen Minzarten. Obwohl sie essbar ist, wird die Rossminze in der Küche seltener verwendet, eignet sich aber gut für herzhafte, lang gekochte Eintöpfe oder Fleischgerichte.

Minze - Wasserminze (Mentha aquatica)
Minze – Wasserminze

Minze – Wasserminze (Mentha aquatica)
Essbar/essbare Teile | Die Wasserminze ist eine echte Feuchtgebietspflanze, die oft direkt im Flachwasser von Teichen und Bächen wurzelt und dichte, rötlich überlaufene Bestände bildet. Ihre lila Blüten stehen in einem großen, kugeligen, endständigen Kopf zusammen, oft flankiert von ein bis zwei kleineren Quirle direkt darunter. Die Blätter der Wasserminze sind bestens essbar, enthalten Menthol und teils Pulegon und verleihen Sommergetränken oder Tees eine durchdringende, frische Schärfe.

Salbei - Klebriger (Salvia glutinosa)
Salbei – Klebriger

Salbei – Klebriger (Salvia glutinosa)
Essbar/essbare Teile | Der Klebrige Salbei ist eine hochgewachsene Halbschattenpflanze frischer Laubwälder, deren große, pfeil- bis herzförmige Blätter auffällig weich und hellgrün sind. Sein Name rührt von den unzähligen Drüsenhaaren her, die den gesamten Blütenstand und den Stängel überziehen und ein klebriges, extrem intensiv nach Zitrone und Salbei duftendes Harz absondern. Die gelben Blüten und die großen Blätter des Klebrigen Salbeis sind essbar und lassen sich aufgrund ihres Harzreichtums hervorragend als Basis für kräftige Kräuterweine oder Sirupe nutzen.

Salbei - Wiesensalbei (Salvia pratensis)
Salbei – Wiesensalbei

Salbei – Wiesensalbei (Salvia pratensis)
Essbar/essbare Teile | Der Wiesensalbei ist eine wärmeliebende Charakterpflanze kalkreicher Magerwiesen, die im Frühsommer mit ihren leuchtend tiefblauen bis violetten Blüten weithin sichtbar ist. Er besitzt den hochspezialisierten „Schlagbaum-Mechanismus“: Hummeln, die Nektar suchen, lösen eine Hebelwirkung aus, die den Pollen zielgenau auf den Rücken des Insekts stempelt. Die duftenden Blüten und die (vor der Blüte gesammelten) runzeligen Blätter des Wiesensalbeis sind essbar und ein exzellentes Gewürz für leichte Fleischgerichte oder Salate.

Taubnessel - Gefleckte (Lamium maculatum)
Taubnessel – Gefleckte

Taubnessel – Gefleckte (Lamium maculatum)
Essbar/essbare Teile | Die Gefleckte Taubnessel wächst ausdauernd an Hecken und in frischen Laubwäldern und unterscheidet sich von der Brennnessel – wie alle Taubnesseln – durch das Fehlen von Brennhaaren („taub“). Ihre dunkelgrünen Blätter weisen oft einen unregelmäßigen, silbrig-weißen Fleck entlang der Mittelrippe auf, und ihre purpurroten Blüten besitzen eine gefleckte Unterlippe. Die pilzartig duftenden jungen Triebspitzen der Gefleckten Taubnessel sind essbar und geben als sanftes Wildgemüse Suppen und Eintöpfen eine milde Würze.

Taubnessel - Gelbe / Goldnessel (Lamium galeobdolon)
Taubnessel – Gelbe / Goldnessel

Taubnessel – Gelbe / Goldnessel (Lamium galeobdolon)
Essbar/essbare Teile | Die Goldnessel ist eine kriechende, bodendeckende Waldpflanze, die oft großflächige, sattgrüne Teppiche unter Laubbäumen bildet. Als einzige heimische Taubnesselart blüht sie leuchtend gelb; ihre Lippenblüten weisen eine bräunliche Zeichnung auf der Unterlippe auf und sitzen in dichten Quirlen an aufrechten, beblätterten Stängeln. Wie ihre Verwandten ist auch die Goldnessel essbar und kann vor der Blütezeit roh im Salat oder wie frischer Spinat schonend gedünstet genossen werden.

Taubnessel - Purpurrote (Lamium purpureum)
Taubnessel – Purpurrote

Taubnessel – Purpurrote (Lamium purpureum)
Essbar/essbare Teile | Die Purpurrote Taubnessel ist eine einjährige, sehr anspruchslose Acker- und Gartenpflanze, die oft schon an milden Wintertagen zu blühen beginnt und somit eine der ersten Nahrungsquellen für Frühlingsbienen darstellt. Im Gegensatz zur Gefleckten Taubnessel sind ihre oberen Tragblätter oft dicht gedrängt und stark purpurrot bis violett überlaufen. Die jungen, obersten Triebspitzen der Purpurroten Taubnessel sind essbar und schmecken sowohl roh als auch verarbeitet angenehm erdig und pilzartig.

Taubnessel - Weiße (Lamium album)
Taubnessel – Weiße

Taubnessel – Weiße (Lamium album)
Essbar/essbare Teile | Die Weiße Taubnessel ist eine ausdauernde Begleitpflanze nährstoffreicher Ruderalstellen, die in ihrem Wuchs und ihren Blättern der Großen Brennnessel zum Verwechseln ähnlich sieht (Mimikry). Erst wenn sich die großen, reinweißen und stark nektarführenden Lippenblüten öffnen, ist die harmlose Pflanze zweifelsfrei zu erkennen. Die jungen Triebe und die zuckersüßen Blüten der Weißen Taubnessel sind essbar, schmecken hervorragend im Wildkräutersalat und werden traditionell in der Frauenheilkunde als milder Tee verwendet.

Thymian - Breitblättriger / Quendel (Thymus pulegioides)
Thymian / Quendel

Thymian – Breitblättriger / Quendel (Thymus pulegioides)
Essbar/essbare Teile | Der Breitblättrige Thymian, regional oft als Feld-Thymian oder Quendel bekannt, ist ein kriechender, an der Basis verholzender Halbstrauch sonniger Trockenrasen und magerer Böschungen. Seine winzigen, eiförmigen Blätter sitzen an Stängeln, die ausschließlich an den Kanten behaart sind, und verströmen bei Berührung das typische, stark würzige Thymianaroma. Als hervorragende Heil- und Gewürzpflanze ist der Breitblättrige Thymian essbar und eignet sich perfekt zum Würzen von mediterranen Speisen, Grillgut oder als schleimlösender Hustentee.

Ziest - Sumpf-Ziest (Stachys palustris)
Ziest – Sumpf-Ziest

Ziest – Sumpf-Ziest (Stachys palustris)
Essbar/essbare Teile | Der Sumpf-Ziest ist eine hochgewachsene, ausdauernde Staude, die wechselfeuchte Ackerflächen, Uferzonen und Gräben bevorzugt und ein weitreichendes System unterirdischer, knollig verdickter Ausläufer ausbildet. Seine ungestielten, schmal-lanzettlichen Blätter riechen beim Zerreiben etwas unangenehm, während die zartrosafarbenen Blütenstände in langen Ähren stehen. Vor allem die stärkereichen, weißen Wurzelknollen des Sumpf-Ziests sind essbar und galten früher, ähnlich wie Topinambur, als schmackhaftes, rübenartiges Wildgemüse.

Ziest - Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
Ziest – Wald-Ziest

Ziest – Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
Essbar/essbare Teile | Der Wald-Ziest ist ein schattentoleranter Begleiter nährstoffreicher Laub- und Mischwälder, der auffällig weiche, herzförmige und deutlich gestielte Blätter trägt. Seine blutroten bis dunkelroten Blüten weisen eine weißlich gemusterte Unterlippe auf; die gesamte Pflanze verströmt beim Zerreiben einen intensiven, oft als wanzen- oder pilzartig empfundenen Geruch. Trotz dieses speziellen Aromas ist der Wald-Ziest essbar und verliert beim Trocknen oder Kochen seinen strengen Geruch zugunsten eines feinen, waldigen Pilzgeschmacks.

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Pflanzenfamilien und ihre Merkmale – Übersicht A-Z
Weltweit gibt es mehrere hundert Pflanzenfamilien und selbst in diesem bescheidenen Wildpflanzen-Lexikon tummeln sich Pflanzen aus über 50 Familien. Die 30 wichtigsten/prominentesten Familien finden sich in der folgenden Auflistung.