Triticale

Triticale (Triticale)

Triticale – Erkennen und Nutzen

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Ackerpflanze/Feldfrucht sowie ihr Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Triticale ist ein vom Menschen geschaffenes Getreide, das aus einer gezielten Kreuzung von Weichweizen als weiblichem und Roggen als männlichem Kreuzungspartner hervorgegangen ist. Als klassische Zweinutzungspflanze vereint sie agronomische Vorteile beider Elternteile und spielt in der Landwirtschaft heute vorwiegend als ertragreiches Futter- sowie Energiegetreide auf klimatisch anspruchsvolleren Standorten eine wichtige Rolle.

Ackerpflanze-Steckbrief „Triticale“

  • Botanischer Name: × Triticosecale
  • Deutscher Name: Triticale
  • Familie: Süßgräser (Poaceae)
  • Gattung: Triticale
  • Weitere Namen: Keine etablierten Volksnamen
  • Lebensdauer: Einjährig (winter- oder sommerannuell)
  • Wuchsform: Aufrecht (Halm)
  • Wuchshöhe: 50 bis 125 cm
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Fruchtreife/Ernte: Juli bis August (Vollreife meist zwischen Roggen- und Weizenernte)
  • Standort/Boden: Anspruchslos, präferiert klimatische Übergangs- und Mittelgebirgslagen
  • Landwirtschaftlicher Nutzen: Futtergetreide, nachwachsender Rohstoff (Bioethanol, Biogas), untergeordnet als Backgetreide

Bilder & Fotos „Triticale“

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Bestimmung/Beschreibung der Ackerpflanze

Da Triticale eine Kreuzung ist, schwankt das Erscheinungsbild auf dem Feld je nach Sorte stark. Einige Bestände erinnern optisch eher an Weizen, andere weisen deutliche Roggen-Merkmale auf.

Vegetative Merkmale (Wurzel, Stängel, Blätter)

  • Wurzel: Typisches, feines Faserwurzelsystem (Büschelwurzeln) der Süßgräser.
  • Stängel: Aufrechter, hohler Halm mit ausgeprägten Knoten. Das Längenwachstum variiert sortenspezifisch (Kurz- und Langstroh-Typen).
  • Blätter: Die Blattöhrchen sind mittellang bis kurz und nicht oder nur sehr kurz bewimpert. Das Blatthäutchen (Ligula) ist schmal bis mittelgroß und leicht gezähnt.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blütenstand: Triticale bildet Ähren aus. Die Deckspelzen tragen charakteristische, etwa 3 bis 5 cm lange und vierkantige Grannen. Überlange Ähren kommen je nach Sorte vor.
  • Frucht/Samen: Eine Ähre bildet durchschnittlich etwa 60 Körner aus. Die Bestäubung erfolgt sowohl durch Selbst- als auch durch Fremdbestäubung.

Anbau der Ackerpflanze/Feldfrucht

Standortbedingungen: Triticale gedeiht grundsätzlich auf allen Ackerböden. Da auf Hochertragsböden jedoch der Weizen und auf extrem leichten, nährstoffarmen Sandböden der Roggen wirtschaftlich überlegen ist, liegt der Anbauschwerpunkt auf klimatisch ungünstigeren Übergangsstandorten (z. B. Mittelgebirgslagen). Die Pflanze zeichnet sich durch eine sehr gute Winterhärte aus.

Aussaat & Pflege: Die Wintertriticale wird von Anfang September bis Ende Oktober gesät. Die späte Saat mindert den Unkrautdruck und beugt einem Überwachsen der Bestände vor dem Winter vor. Die Saatstärke liegt bei 120 bis 140 kg/ha (ca. 300 Körner/m²). Obwohl Triticale anfangs als extensiv und krankheitsrobust galt, erfordert der moderne konventionelle Anbau heute den Einsatz von Wachstumsregulatoren zur Halmstabilisierung sowie Fungizide zum Schutz vor pilzlichen Erregern.

Ernte: Der Mähdrusch findet bei Vollreife statt. Der optimale Erntezeitpunkt reiht sich meist genau zwischen der Roggen- und der Weizenernte ein. Unter exzellenten Bedingungen sind Spitzenerträge von bis zu 120 dt/ha möglich. Auf typischen, eher mäßigen Anbaustandorten erzielt Triticale Erträge, die bis zu 25 % über jenen von Weichweizen liegen.

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Nutzung der Ackerpflanze/Feldfrucht

Ernährung & Inhaltsstoffe: Kornform, Aussehen und Inhaltsstoffe variieren sortenabhängig, liegen aber grundsätzlich im Mittelfeld zwischen Weizen und Roggen. Triticale zeichnet sich durch einen hohen Stärkegehalt aus.

  • Tierfutter: Über 50 % der Ernte werden als energiereiches Futtergetreide, vorwiegend in der Schweine- und Geflügelmast, verwertet.
  • Menschliche Ernährung: Triticale hat nur mäßige bis schlechte Backeigenschaften. Dies liegt an einer teils zu hohen Amylaseaktivität und ungenügenden Verkleisterungseigenschaften der Stärke. Für die Herstellung von Brot und Backwaren oder Bier wird es daher in der Lebensmittelindustrie fast ausschließlich als Beimischung zu Weichweizen oder Roggen verwendet.
  • Bioenergie (Nachwachsende Rohstoffe): Durch den hohen Stärkegehalt erzielen Landwirte beim Verkauf an Bioethanol-Produzenten oft höhere Preise als für Roggen. Spezielle, massenwüchsige Sorten werden zudem zur Biogasgewinnung genutzt.

Geschichte & Entwicklung

Ursprung & Domestizierung: Das agronomische Ziel der Züchtung war es, die Anspruchslosigkeit und Kältetoleranz des Roggens mit dem Ertragspotenzial und der Backqualität des Weizens in einer Pflanze zu vereinen. Erste fruchtbare Kreuzungen traten im 19. Jahrhundert auf.

Historische Bedeutung: Der eigentliche züchterische Durchbruch gelang erst in den 1930er Jahren nach der Entdeckung des Zellgifts Colchicin (welches eine Verdopplung des Chromosomensatzes erzwingt und so die Sterilität von Artkreuzungen überwindet). Pionierarbeit leisteten Züchter in Schweden, Schottland und der UdSSR, während die ersten breit angebauten Sorten aus Polen stammten. In Europa wird fast ausschließlich Wintertriticale angebaut; die Sommertriticale hat eher in den Tropen und Subtropen Bedeutung. Seit 2009 werden in Europa zunehmend leistungsstarke Hybrid-Sorten in den Markt eingeführt.

Zusatzinformationen & Wissenswertes

Popkulturelle Referenz in „Star Trek“

In der Science-Fiction-Kultserie „Raumschiff Enterprise“ (Star Trek) bekam das vergleichsweise junge Getreide einen prominenten Gastauftritt. In der berühmten Episode „Kennen Sie Tribbles?“ (The Trouble with Tribbles) dreht sich die Handlung um die Sicherung von Saatgut für ein fiktives Getreide namens „Quadtrotriticale“, dessen Name und landwirtschaftliche Hintergrundgeschichte direkt von der echten Triticale abgeleitet wurden.

Videobeitrag zu „Triticale“ (ab Min. 27:20)

Triticale (×Triticosecale)
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Quellen und weitere Informationen

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