Mais/Kukuruz – Erkennen und Nutzen
Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Ackerpflanze/Feldfrucht (bzw. Zwischenfrucht) sowie ihr Nutzen für Ernährung und Gesundheit
Mais (Zea mays), in Österreich und Teilen Bayerns traditionell als Kukuruz bezeichnet, ist eine massenwüchsige Kulturpflanze aus der Familie der Süßgräser. Ursprünglich aus Mittelamerika stammend, hat sich dieses wärmeliebende Getreide zu einer der weltweit wichtigsten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen entwickelt. In Mitteleuropa dominiert heute der Anbau als ertragreiches Grundfutter für die Nutztierhaltung und als ertragsstarkes Substrat für Biogasanlagen, während er global betrachtet in vielen Regionen ein unersetzliches Grundnahrungsmittel darstellt.
Informationskategorien zu dieser Ackerpflanze/Feldfrucht
Ackerpflanze-Steckbrief „Mais/Kukuruz“
- Botanischer Name: Zea mays
- Deutscher Name: Mais
- Familie: Süßgräser (Poaceae)
- Gattung: Zea
- Weitere Namen: Kukuruz
- Lebensdauer: einjährig (sommerannuell)
- Wuchsform: extrem hochwüchsiges, unverzweigtes Gras
- Wuchshöhe: 100 bis 300 cm
- Blütezeit: Juli bis August
- Fruchtreife/Ernte: September bis November (je nach Nutzungsrichtung)
- Standort/Boden: wärmebedürftig, frostempfindlich, bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete Böden
- Landwirtschaftlicher Nutzen: Futterpflanze (Silomais, Körnermais), Energiepflanze (Biogas), menschliche Ernährung, industrielle Stärkegewinnung
Bestimmung/Beschreibung der Ackerpflanze
Mais ist durch seinen massiven, säulenartigen Wuchs und die charakteristischen, von Hüllblättern umschlossenen Kolben auf dem Feld unverkennbar.
Vegetative Merkmale (Wurzel, Stängel, Blätter)
- Wurzel & Stängel: Der kräftige, runde Halm ist im Gegensatz zu den meisten anderen Getreidearten nicht hohl, sondern mit einem schwammigen Mark gefüllt. Er kann am Grund bis zu 5 cm dick werden. Zur Erhöhung der Standfestigkeit bildet die Pflanze aus den unteren, bodennahen Halmknoten sprossbürtige Stützwurzeln aus.
- Blätter: Die dunkelgrünen, wechselständig angeordneten Laubblätter werden bis zu einem Meter lang und bis zu 10 cm breit. Die Ränder sind oft leicht wellig und rau. Das Blatthäutchen (Ligula) ist zerschlitzt oder bewimpert.
Generative Merkmale (Blüte & Frucht)
- Blüte: Mais ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). An der Spitze der Pflanze thront der männliche, rispige Blütenstand (die „Fahne“). Die weiblichen Blütenstände wachsen weiter unten in den Blattachseln und bilden die späteren Kolben. Aus ihnen ragen zur Blütezeit lange, fadenförmige, klebrige Narben (die Maisgriffel oder „Seide“) heraus, um den herabfallenden Pollen aufzufangen.
- Frucht/Samen: Die eng aneinandergereihten Körner (Karyopsen) am Kolben sind je nach Sorte meist goldgelb, können aber auch weißlich, rot oder schwarzviolett sein. Sie wachsen unbespelzt heran.
Anbau der Ackerpflanze/Feldfrucht
Standortbedingungen: Mais ist ein typisches Sommergetreide mit hohen Wärmeansprüchen. Für eine zügige Keimung und einen sicheren Feldaufgang benötigt er Bodentemperaturen von mindestens 7 bis 9 °C. Gegenüber Spätfrösten im Frühjahr ist der Keimling hochsensibel.
Aussaat & Pflege: Die Aussaat erfolgt von Mitte April bis Anfang Mai per pneumatischer oder mechanischer Einzelkornsaat. Der Reihenabstand beträgt in der Regel 75 cm, der Abstand in der Reihe 10 bis 20 cm (ca. 7,5 bis 11 Pflanzen pro Quadratmeter). Spätsaaten führen zu spürbaren Ertragsverlusten, da die Sonnenenergie nicht optimal ausgenutzt wird.
Ernte: Die Erntemethode hängt von der Nutzung ab. Silomais wird geerntet, wenn die Gesamtpflanze einen Trockensubstanzgehalt (TS) von etwa 30 % erreicht hat (Mitte September bis Anfang Oktober); hierbei häckselt ein Feldhäcksler die komplette Pflanze. Körnermais wird ab Ende September bis November mit Mähdreschern (mit speziellem Pflückvorsatz) geerntet. Die Kornfeuchte ist dann oft noch hoch (25–35 %), weshalb das Erntegut zwingend technisch getrocknet werden muss, um lagerfähig zu bleiben. Körnermais erzielt Erträge von durchschnittlich 80 bis 120 dt/ha.
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Nutzung der Ackerpflanze/Feldfrucht
Ernährung & Inhaltsstoffe: Maiskörner sind extrem stärkereich und enthalten zudem hochwertiges Keimöl, das reich an Linolsäure und Vitamin E ist.
- Tierfutter: In Europa die absolute Hauptnutzung. Silomais (als struktur- und energiereiche Ganzpflanzensilage) ist das Rückgrat der Rinderfütterung. Körnermais dient als hochkonzentriertes Energiefutter für die Schweine- und Geflügelmast.
- Energiemais: Ein massiv wachsender Sektor ist die Vergärung von Maissilage in Biogasanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme.
- Menschliche Ernährung & Industrie: Verarbeitung in Trockenmüllerei (Maisgrieß für Polenta, Maismehl, Cornflakes) und Nassmüllerei (Maisstärke, Glukosesirup). Aus dem Keimling wird wertvolles Speise- und Kosmetiköl gewonnen. In vielen Teilen Afrikas und Lateinamerikas ist Mais das wichtigste Grundnahrungsmittel.
Geschichte & Entwicklung
Ursprung & Domestizierung: Das Ursprungszentrum liegt in Zentralmexiko. Botanisch zweifelsfrei belegt ist die Abstammung vom Wildgras Teosinte. Die Umwandlung der kleinen, brüchigen Teosinte-Ähren in den massiven Maiskolben, der seine Körner nicht mehr selbstständig verstreuen kann (und somit voll auf den Menschen angewiesen ist), gilt als eine der bemerkenswertesten züchterischen Domestikationsleistungen der Menschheitsgeschichte.
Historische Bedeutung: Christoph Kolumbus brachte den Mais 1492 aus der Karibik nach Europa (inklusive der indigenen Bezeichnung „mahiz“). In Mitteleuropa fristete er zunächst ein Dasein als exotische Gartenpflanze. Erst als Anfang des 19. Jahrhunderts (1805/06) verheerende Kartoffelfehlernten auftraten, forcierte man die Züchtung kältetoleranterer Sorten und etablierte ihn als großflächige Feldfrucht.
Zusatzinformationen & Wissenswertes
Agrarökologie und die „Vermaisung“
Die enorme Ausweitung der Maisanbauflächen in den letzten Jahrzehnten – stark getrieben durch staatliche Förderungen für Biogasanlagen und intensivierte Tiermast – bringt ökologische Herausforderungen mit sich. Ausgedehnte Mais-Monokulturen verringern die Strukturvielfalt der Agrarlandschaft, bieten wenig Lebensraum für Insekten (da Mais windbestäubt ist und keinen Nektar liefert) und erhöhen bei unsachgemäßer Bodenbearbeitung das Risiko für Bodenerosion und Nitratauswaschungen.
Mykotoxine (Pilzgifte) im Maisanbau
Maispflanzen, insbesondere die stärkereichen Kolben und die austretenden Narbenfäden (Griffel), sind ein bevorzugtes Ziel für verschiedene Schadpilze. Abseits des bekannten Maisbeulenbrands (Ustilago maydis) stellen vor allem Schimmelpilze wie Aspergillus flavus oder Fusarien ein großes Problem dar.
- Besonders in feuchtwarmen Jahren können Schimmelpilze auf den Kolben hochgiftige Mykotoxine (wie Aflatoxine oder Deoxynivalenol) bilden.
- Aflatoxine sind extrem leberschädigend und stark krebserregend. Sie stellen sowohl in der Tiermast (Leistungsabfall, Krankheiten) als auch in der menschlichen Ernährung eine ernstzunehmende Gefahr dar.
- Eine ordnungsgemäße Ernte, rasche Trocknung der Körner und professionelle Silierung sind agronomisch zwingend erforderlich, um diese Giftbildung zu unterbinden.
Videobeitrag zu „Mais/Kukuruz“ (ab Min. 07:38)
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Quellen und weitere Informationen
- Ackerpflanzen und Feldfrüchte – von Margot Spohn
- www.landwirtschaft-bw.info – Kulturpflanzen im Ackerbau
- de.wikipedia.org – voll mit Baum & Strauch-Wissen
- www.lko.at – Wissensbeiträge der Landwirtschaftskammer
- www.biolib.de (Illustrationen von Bäumen & Sträuchern)
- viele weitere Webseiten & Bücher/Büchlein über Ackerpflanzen, Feld- & Zwischenfrüchte
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