Labkraut – Wiesen - essbar

Labkraut - Wiesen (Galium mollugo)
Labkraut - Wiesen

Wiesen-Labkraut (Artengruppe) – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Labkräuter (Galium) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Die meisten der über 600 Arten gedeihen im gemäßigten Klima der Nord- und Südhalbkugel. Auf dieser Seite wird, als bei uns häufig zu findender Vertreter, das “Wiesen-Labkraut” beschrieben. Dabei bezeichnet “Wiesen-Labkraut” hier eine “Sammelart bzw. Artengruppe” und diese umfasst mehrere, sehr ähnliche Arten. Essbar/essbare Teile!

Wildpflanzen-Steckbrief “Wiesen-Labkraut”

Botanischer Name: Galium mollugo agg. (Artengruppe)
Die Artengruppe umfasst:

  • Galium mollugo s. str. / Wiesen-Labkraut
  • Galium album s. str. / Weißes-Labkraut

Deutscher Name:

  • Galium mollugo: Wiesen-Labkraut
  • Galium album: Weißes-Labkraut

Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Gattung:
Labkräuter (Galium)

Weitere Synonyme/Volksnamen:

  • Galium mollugo: Klein-Wiesen-Labkraut, Kleines Wiesen-Labkraut, Weißes Waldstroh, Grasstern, Gemeines Labkraut
  • Galium album: Großes Wiesen-Labkraut, Gewöhnliches Wiesen-Labkraut

Hauptblütezeit: Mai bis September;
Blütenfarbe: weiß;
Blütenform/Anzahl: traubenförmige Blütenstände mit vierstrahligen weißen Blüten;
Frucht-/Samenreife: xxx;

Vorkommen: Wiesen-Labkraut wächst fast in ganz Europa;
Verbreitungsschwerpunkt:

  • Wiesen-Labkraut: Lichte Auwälder, Fettwiesen
  • Weißes-Labkraut: Fettwiesen, Wegränder, Trockenrasen

Wuchshöhe: ca. 25 cm bis 100 cm;
Typisch: üppiger, schmal pyramidenförmiger Blütenstand, Blätter in Quirlen zu 6-9, Stängel vierkantig;

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Triebe, Samen;
Energiereiche Teile: Samen
Hauptsammelzeit: xxx
Inhaltsstoffe: Glycoside (Asperulosid), Gerbstoffe, Kieselsäure, Flavonoide, ätherische Öle, in der Wurzel Alizarin, ein roter Farbstoff, der zum Färben von Stoffen verwendet wurde. Weiters ein dem Labenzym ähnliches Protein, das Milch zur Gerinnung bringt.
Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost-Tauglich);

Verwechslungsgefahr: mit anderen Labkräutern; Hier gibt es wirklich viele Verwechslungsmöglichkeiten, da sich die Arten sehr stark ähneln (können). Eine Verwechslung wäre aber kein Problem, denn alle Arten sind ungiftig.

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Bilder & Fotos “Wiesen-Labkraut”

Wildpflanzen & Wildkräuter bestimmen mit Fotos (©) von pflanzen-vielfalt.NET. Die folgenden Bilder/Fotos zeigen dir die Pflanze im Jahres- bzw. Lebensverlauf und ermöglichen eine Bestimmung über den gesamten Zeitraum.

Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze

Allgemein ist unter dem Begriff “Wiesen-Labkraut” eine Artengruppe gemeint, in der mehrerer sehr ähnliche Arten zusammengefasst werden. Das Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) und das Weiße Labkraut (Galium album). Sie sind zwei nahe verwandte Arten, die auch häufig miteinander verwechselt werden. Sie besitzen aber verschiedene Chromosomenzahlen. Galium mollugo ist in Mitteleuropa viel seltener als das häufige Galium album.

Beide Arten wachsen als ausdauernd, krautige Pflanzen mit tiefreichendem Wurzelsystem. Sie erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 100 cm. Beide Arten haben einen vierkantigen Stängel mit in einem Blattquirl stehenden, linealischen Blättern. (album: Quirlen zu 4 bis 10 Blättern. mollugo: Quirlen, aus meist acht Blättern.)

Der Hauptunterschied liegt in der Größe der Blüten und der Länge der Blütenstiele. Das Weiße-Labkraut (album) hat Blüten mit 3 – 4 mm Durchmesser auf einem bis 3 mm langen Blütenstiel. Das Wiesen-Labkraut (mollugo) hingegen hat einen Blütendurchmesser von nur 2 – 3 mm und der Blütenstiel ist länger als 3 mm.

Blütezeit ist von ca. Mai bis September (wobei das Wiesen-Labkraut “mollugo”) merklich früher mit Blüte beginnt, dafür auch wieder früher verschwindet). Die Bestäubung erfolgt überwiegend durch Käfer, Fliegen, Syrphiden, Wespen und mittelrüsselige Bienen.

Früchte/Samen: Die Trockenfrucht zerfällt in zwei einsamige Teilfrüchte, ist eiförmig und leicht gerunzelt. Die Fruchtstiele stehen in einem spitzen Winkel zur Achse, wodurch der Fruchtstand gedrängt erscheint. Die Samen verbreiten sich durch den Wind, Klett- und Klebeausbreitung sowie durch Verdauungsausbreitung (Ausbreitung nach Schlucken und Passage des Verdauungstraktes).

Wildkräuter im Herbst und Winter: Frische Pflanzenkraft in der kalten Jahreszeit genießen!

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Das Wiesen-Labkraut findet selbst in der Pflanzen-Medizin wenig Verwendung. Es wird das Echte-Labkraut bzw. das Kletten-Labkraut bevorzugt.

👉 HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gute Literatur.

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch “Das große Buch der Heilpflanzen” von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Wurzeln: xxx

Stängel, Blätter und Triebspitzen: Fast das ganze Jahr über kann man die Blätter und zarten Stängel finden und verwenden. Selbst im Winter findest man kleine Pflanzen unter der Schneedecke. Blätter wie Stängel lassen sich zu Gemüsegerichten verarbeiten und sind auch eine ausgezeichnete Salatgrundlage.

Blüten: Die Blüten eigenen sich als essbare (würzige) Dekoration. Die noch knospigen Blütenstände (samt Stängel) ergeben eine relative neutrale Salatbeigabe.

Samen: Im August und September reifen die Samen aus. Bewahrt man sie in dunklen Gefäßen trocken auf, kann aus ihnen im Winter frische Keime gezogen werden. Geröstet können sie als Kaffee-Ersatz genutzt werden.

Geschmack: Die junge Pflanze schmeckt wie eine Mischung aus Kopf- und Rucolasalat.

Tauglichkeit für Grüne Smoothies: die ganze Pflanze passt auch in größerer Menge gut in den Smoothie (ohne diesen dann geschmacklich zu dominieren);

👉 HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werke von Johannes “Joe” Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die “normale” Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Wildkräuter – Bestimmen, Sammeln, Zubereiten: Rezepte für Pestos, Chutneys, Pizzen, Salate, Pasta-Gerichte, Gebäcke, Smoothies…

Geschichtliches zu dieser Wildpflanze

Die Wurzeln des Wiesen-Labkrauts dienten früher zur Herstellung von roter Farbe für Textilien, ähnlich wie die Wurzeln des Färberkrapps.

Der Name Labkraut geht auf seine Verwendung als Säuerungsmittel bei der Käseherstellung zurück. Auch der wissenschaftliche Name Galium (v. griech.: Gala = Milch) leitet sich davon her.

In landwirtschaftlich genutzten Wiesen wird das Wiesenlabkraut bekämpft, da Heu, das zu viel Wiesen-Labkraut enthält, vom Vieh verschmäht wird.

Videobeitrag zu “Wiesen-Labkraut”

Wiesen-Labkraut (Galium mollugo agg.)

Weitere Bestimmungsvideos für das Wiesen-Labkraut findest du auf dem YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET. Begleite dieses Wildkraut durch die Jahreszeiten und lerne es anhand der Blätter, Blüten und Früchte ganzjährig zu bestimmen. Auch viele weitere heimische (essbare) Wildpflanzen, Bäume und Sträucher werden für Bestimmung und Nutzung näher gebracht.

Quellen und weitere Informationen

Mitmach-Projekt “QR-Bestimmung”

Bestimmungshilfe für “NEULINGE” durch Beschriftung von Wildpflanzen & Bäumen via QR-Codes. Ist es nicht etwas schönes sein Wissen und seine Bestimmungssicherheit mit anderen zu Teilen bzw. bei anderen Neugier auf Natur zu wecken? JA? – Dann bist du beim Mitmach-Projekt “QR-Bestimmung” genau richtig. Willkommen!

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