Hasel – Gemeine - essbar

Hasel - Gemeine (Corylus avellana)
Hasel - Gemeine

Gemeine Hasel – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Haseln (Corylus) sind eine Gattung verholzender Sträucher und Bäume in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). Innerhalb der Familie der Birkengewächse (Betulaceae) wird die Gattung in die Unterfamilie der Haselnussgewächse (Coryloideae) eingeordnet. Je nach Autor werden innerhalb der Gattung Corylus zwischen zehn und 25 Arten unterschieden. Auf dieser Seite wird die, bei uns sehr häufig zu findende, “Gemeine Hasel” beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Baum-Steckbrief “Gemeine Hasel”

Botanischer Name: Corylus avellana
Deutscher Name: Gemeine Hasel
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Gattung: Hasel (Corylus)
Art: Gemeine Hasel
Weitere Synonyme/Volksnamen: Gewöhnliche Hasel, Haselnuß, Hasel, Haselstrauch, Wald-Hasel; (Es gibt eine Menge weiterer Volksnamen, die jedoch nur sehr regional begrenzt bekannt sind.)

Blätter: Blattstiel 5-15 mm lang, drüsig behaart. Blätter 6-10 cm lang und fast ebenso breit, oberseits stumpfgrün, unterseits auf den größeren Blattnerven behaart. Im Herbst schön gelblich bis gelbbraun.
Blüten & Blütenfarbe: Männliche Kätzchen 8-10 cm lang. Weibliche Blüten unscheinbar, lediglich ihre roten, winzigen Narben schauen aus der noch geschlossenen Zweigknospe heraus.
Hauptblütezeit: Februar bis April (kann jedoch auch schon im Januar beginnen);
Früchte/Samen: Nussfrüchte, 16-18 mm lang, zu 1-3 beieinander liegend, Nüsse aus dem Fruchtbecher ragend.
Fruchtreife/Erntezeit: September/Oktober;

Vorkommen: Das Areal der Hasel umfasst große Teile Europas sowie Anatolien und den Kaukasus. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis zu den Orkney-Inseln sowie in Norwegen bis zum Polarkreis. In Schweden kommt die Hasel bis zum 64., in Finnland bis zum 63. Breitengrad vor. Ob die Hasel in Nordafrika und in Syrien natürlich vorkommt, ist nicht ganz gesichert.
Verbreitungsschwerpunkt: Die Hasel wächst bevorzugt in ozeanischem und subozeanischem Klima in sommerwarmen Lagen. Sie wächst in lichten Wäldern, an Waldrändern und Feldhecken. Sie ist eine Lichtpflanze, verträgt aber auch mäßigen Schatten. Ihr Optimum erreicht sie auf feuchten, gut durchlüfteten, warmen Böden, die einen hohen Humusgehalt und neutrale bis alkalische Reaktion haben. Auf nährstoffarmen Sanden sowie auf sauren, vernässten Standorten gedeiht sie nicht.

Wuchsform: sommergrüner, meist vielstämmiger Strauch;
Wuchshöhe: bis zu 6 Meter;
Typisch: Großer, meist recht breitwüchsiger Stauch, Blüte vor Blattaustrieb, Frühblüher;
Rinde/Borke: Rinde älterer Äste glänzend dunkelbraun mit helleren Korkwarzen;
Alter: bis zu 80 Jahre;

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Blütenkätzchen, Nüsse;
Energiereiche Teile: Nüsse;
Inhaltsstoffe: Fruchtkerne (Nüsse) enthalten sehr viele verschiedene pflanzliche Fette und Öle. Haselnüsse enthalten auch hochwertiges Eiweiß und die Vitamine A, B, C und E, Kohlenhydrate, Mineralstoffe wie Phosphor, Magnesium, Kalium und Eisen.
Prozessierung: kann roh verwendet werden;

Verwechslungsgefahr: xxx

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Bilder & Fotos “Gemeine Hasel”

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Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Die Hasel wächst in der Regel als vielstämmiger, aufrechter Strauch von fünf bis sechs Metern Höhe. In seltenen Fällen wächst sie als Baum und wird dann bis zu zehn Meter hoch. Sie ist sommergrün und bildet Stockausschläge. An der Stammbasis entstehen Schösslinge, die im ersten Jahr mehrere Meter hoch werden können, sich aber erst im zweiten Jahr verzweigen und noch später zur Seite biegen.

Die Hasel bildet keine Borke aus. Ihr Abschlussgewebe auch auf alten Zweigen ist eine glatte, glänzend graubraune Rinde. Auf ihr sitzen querstehende, helle Lentizellen. Im Alter bekommt die Rinde Längsrisse.

Blätter: Die Blätter stehen zweizeilig wechselständig an den Trieben, an aufrechten Trieben jedoch spiralig. Der Blattstiel ist einen halben bis zwei Zentimeter lang und drüsig behaart. Die Blattspreite ist runzelig, sieben bis dreizehn Zentimeter lang und sechs bis zehn Zentimeter breit. Die Form ist rundlich bis verkehrt eiförmig. Die Spreitenspitze ist eine kurze Spitze, die Blattbasis ist oft etwas asymmetrisch und herzförmig. Der Blattrand ist grob doppelt gesägt. Die Blattoberseite ist zerstreut behaart und deutlich dunkler als die Unterseite. Die zwei kleinen, eiförmigen Nebenblätter fallen nach dem Blattaustrieb bald ab.

Sonnen- und Schattenblätter unterscheiden sich in ihrer Anatomie. Je weniger Licht ein Blatt erhält, umso kürzer sind die Palisadenzellen. Im Herbst vergilben die Blätter vom Rand her, bevor sie abfallen.

Blüte: Die Hasel ist monözisch, d. h. eine Pflanze verfügt über weibliche und männliche Blütenstände. Diese stehen in dichasialen Teilblütenständen. Letztere stehen entweder zu vielen und bilden Kätzchen (männliche Blüten) oder sie stehen zu mehreren und bleiben von der Knospe eingeschlossen (weibliche Blüten). Die Hasel hat ihre Blütezeit im Februar/März vor dem Laubaustrieb und ist als Frühblüher ein wichtiger Pollenlieferant für Honigbienen.

Früchte/Samen: In der Nuss befindet sich ein einziger großer Samen ohne Endosperm. Die Samenschale (Testa) ist dünn und häutig. An einer Schmalseite liegt ihr die Columella an: das ist die Zentralsäule des Fruchtknotens, die sich bei der reifen Frucht von der basalen Ansatzstelle bis zur Spitze des Samens zieht. Sie ist die Verbindung zwischen Mutterpflanze und Samen. Erntezeit ist üblicherweise September/Oktober.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Als Arzneimittel dienen die Haselnussblätter (Folia Coryli avellanae). Sie enthalten 0,04 % ätherisches Öl, Palmitinsäure, Paraffin, Myricitrosid, Saccharose, Taraxerol und β-Sitosterin. Man verwendet sie auch in Teegemischen als Ersatz für Blätter der Virginischen Zaubernuss.

👉 HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Bäumen & Sträuchern viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gute Literatur.

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch “Das große Buch der Heilpflanzen” von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Blätter: Junge Blätter (März bis April) können (mit anderen Wildpflanzen gemischt) als Spinatgemüse zubereitet werden. Betrocknete Blätter können auch als Teebeigabe genutzt werden.

Blüten: Die männlichen Blütenkätzchen, die oft schon im Winter blühen, nutz man mit ihrem proteinreichen leuchtend gelben Blütenstaun getocknet und gemahlen zum Stecken von Getreidemehlen.

Früchte: Die Nüsse reifen im September und fallen dann von selbst aus. Am besten isst man sie roh oder röstet sie und nutzt sie für Salate und Backwaren. Aus den Nüssen wird auch ein hochwertiges Speiseöl gewonnen.

Geschmack: Blätter und Blüten schmecken stumpf-erdig. Die Nüsse natürlich nussig.

👉 HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume & Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werke von Johannes “Joe” Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die “normale” Pflanzenbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Haselnussholz von Reifschneidern für die Herstellung der Fassreifen verwendet. Starke junge Ruten werden als Stöcke, Gitterwerk, Blumenstäbe etc. verwendet, früher zudem für Vogelschlingen, Ausklopfstäbe und Korbbügel, stärkere Äste für Spazierstöcke und Armbrustbögen. Das Holz ist weich und gut spaltbar, aber nicht sehr haltbar. Man benutzt es für Tischlerarbeiten, früher auch für Wurfspeerschäfte. Häufiger wird es gespaltet, die Späne zum Flechten benutzt. Die Kohle dient als Zeichenkohle, aber auch zur Herstellung von Schießpulver.

Geschichtliches zu diesem Baum

Es gibt eine Unzahl verschiedener Insektenarten, die sich unter anderem von den Blättern, Früchten oder dem Saft der Gemeinen Hasel ernähren. Dazu gehören auch einige Arten, die monophag ausschließlich von dieser Pflanze leben. Beispiele sind der Haselnussbohrer (Curculio nucum).

Die wichtigsten Haselnussexporteure sind die Türkei und Italien. Die türkische Haselnussernte bestimmt mit einem Anteil von 70 % der weltweiten Produktion den Weltmarktpreis.

Die Hasel ist ein Symbol für Lebens- und Liebesfruchtbarkeit; Unsterblichkeit; Frühling und glückhaften Beginn; Wunscherfüllung; Glück. Sie hat wie der Schwarze Holunder in Mitteleuropa eine lange kulturelle Tradition. Haselzweige waren häufig Teil von heidnischen wie auch christlichen Grabfunden.

Als sehr altes Nahrungsmittel dürfte die Hasel schon bei Steinzeitkulturen einen hohen Stellenwert besessen haben. Zumindest aus germanischer Zeit ist überliefert, dass die „Frau Haselin“ nicht gefällt werden durfte. Fremde durften von Haselsträuchern nicht mehr als eine Handvoll Nüsse nehmen.

Videobeitrag zu “Gemeine Hasel” (ab ca. Minute 1:35)

Gemeine Hasel (Corylus avellana)

Noch mehr Informationen und Bestimmungsvideos zur Gemeinen Hasel / Haselnuss findest du im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET. Durch kurze Videos kannst du den gesamten Lebenszyklus dieses Baumes/Strauches verfolgen. Außerdem kannst du viele weitere heimische (essbare) Wildkräuter, Bäume und Sträucher in ihrem Werden und Vergehen kennen und bestimmen lernen.

Quellen und weitere Informationen

Mitmach-Projekt “QR-Bestimmung”

Bestimmungshilfe für “NEULINGE” durch Beschriftung von Wildpflanzen & Bäumen via QR-Codes. Ist es nicht etwas schönes sein Wissen und seine Bestimmungssicherheit mit anderen zu Teilen bzw. bei anderen Neugier auf Natur zu wecken? JA? – Dann bist du beim Mitmach-Projekt “QR-Bestimmung” genau richtig. Willkommen!

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