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Kanadische- & Riesen-Goldrute – Goldruten-Arten (Solidago) unterscheiden

Charakteristische Eigenschaften und Merkmale von Kanadischer Goldrute (Solidago canadensis) und Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)

Die Goldruten (Solidago), auch Goldrauten genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler. Die über 100 Arten sind hauptsächlich in Nordamerika verbreitet.

Einige Arten wurden ab dem 17. Jahrhundert als Zierpflanzen in Europa eingeführt (Neophyten). In Mitteleuropa gedeihen sie vor allem auf Brachen, Ruderalflächen (vom Menschen gestörte Flächen wie Schuttplätze oder Bahndämme) und entlang von Straßen und Bächen. In Mitteleuropa ist nur die Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) einheimisch. Verbreitet eingebürgert sind die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea). Um diese beiden eingebürgerten, sehr ähnlichen Arten soll es folgend gehen. Beide breiten sich unterirdisch aus und bilden dichte Massenbestände mit über 300 Trieben pro Quadratmeter, in denen heimische Pflanzen kaum aufkommen.

Die Kanadische Goldrute kann sehr leicht mit der Riesen-Goldrute verwechselt werden. Die Riesen-Goldrute wird auch Späte Goldrute, Hohe Goldrute oder Stolzer Heinrich genannt. Diese Trivialnamen sind insofern verwirrend, da diese Art meist etwas früher blüht und im Allgemeinen kleiner bleibt als die Kanadische Goldrute. Der Name „Späte Goldrute“ geht vermutlich auf den alten botanischen Namen Solidago serotina zurück (lateinisch serotinus = spät).

Hinweis: Die (heimische) Gewöhnliche Goldrute unterscheidet sich durch ihre weniger stark verzweigten, eher traubigen Blütenstände und die längeren Zungenblüten (bzw. insgesamt größeren Blütenköpfchen) unverwechselbar von den folgend gegenübergestellten Neophyten. Sie wird eher mit dem Fuchs-Greiskraut verwechselt – giftig! Es enthält leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide (PA). Im Lexikon selbst findet sich nur die Kanadische Goldrute im Detail beschrieben (die Riesen-Goldrute ist laut Kommission E als Heilpflanze gleichgestellt).

Morphologische Merkmale der Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis)

Die Kanadische Goldrute wächst als ausdauernde krautige Pflanze (Hemikryptophyt) und bildet über weitreichende Rhizome dichte Klonbestände (viele Triebe, die aus derselben Pflanze hervorgehen). Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 200 cm (unter optimalen Bedingungen bis zu 250 cm). Ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal ist der Stängel: Dieser ist im oberen Bereich, besonders im Bereich des Blütenstandes, dicht abstehend kurzhaarig bis samtig behaart und niemals bereift.

Die Stängelblätter sind schmal-lanzettlich und vor allem im vorderen Drittel scharf gesägt. Auch die Blattunterseite ist auf den Nerven deutlich behaart, was sich beim Drüberstreichen rau oder samtig anfühlt.

Die Pflanze bildet zahlreiche, einseitswendige (alle zur selben Seite ausgerichtete) gelbe Blütenkörbchen, die auf der Oberseite der bogig gekrümmten Rispenzweige angeordnet sind. Die gesamte Rispe hat oft eine pyramidenförmige Gestalt. Botanisch wichtig: Die Zungenblüten sind bei dieser Art sehr kurz und überragen die Röhrenblüten nur minimal. Die Blütezeit beginnt im August und reicht bis in den Oktober hinein.


Morphologische Merkmale der Riesen-Goldrute (Solidago gigantea)

Die Riesen-Goldrute (auch Späte Goldrute genannt) wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht meist Wuchshöhen von 50 bis 120 cm (selten höher). Entgegen ihrem Namen bleibt sie in vielen Beständen oft etwas kleiner und kompakter als die Kanadische Goldrute. Das wichtigste Merkmal ist der Stängel: Er ist bis zum Blütenstand kahl, oft rötlich überlaufen und im unteren sowie mittleren Bereich bläulich-weiß bereift. Dieser Wachsüberzug lässt sich mit dem Finger leicht abwischen.

Die Stängelblätter sind schmal-lanzettlich, sitzend und meist im vorderen Bereich scharf gesägt. Im Gegensatz zur Kanadischen Goldrute sind die Blätter auf beiden Seiten fast vollkommen kahl (höchstens am Rand oder auf dem Mittelnerv der Unterseite finden sich vereinzelte Haare).

Der pyramidenförmige, rispige Gesamtblütenstand besteht aus zahlreichen gelben Köpfchen, die einseitswendig auf den Rispenästen stehen. Ein feines Detail: Die Zungenblüten sind etwas länger als bei der Kanadischen Goldrute, und die Blütenköpfchen sind insgesamt etwas größer. Die Blütezeit beginnt oft schon Ende Juli und ist damit tendenziell etwas früher als bei der Kanadischen Goldrute.


Kanadische Goldrute – Detailseite im Wildkräuter-Lexikon

Goldrute - Kanadische (Solidago canadensis)
Goldrute – Kanadische

Goldrute – Kanadische (Solidago canadensis)
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