Pflanzenfamilien im Wildkräuter-Lexikon

Kieferngewächse (Pinaceae)
Kieferngewächse

Kieferngewächse (Pinaceae)

Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Kieferngewächse (Pinaceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.

Die Kieferngewächse (Pinaceae) bilden mit etwa 230 Arten die größte und wirtschaftlich bedeutendste Familie innerhalb der Ordnung der Koniferen (Coniferales) der nacktsamigen Pflanzen. Als charakteristisches Hauptmerkmal weisen diese fast ausschließlich immergrünen Bäume stark verholzende, schuppige Zapfen sowie nadelförmige Blätter auf. Weltweit prägen sie als dominante Gehölze die Nadelwälder der nördlichen Hemisphäre und sind essenzielle Bestandteile borealer sowie alpiner Ökosysteme.

Typische Merkmale der Familie

  • Wuchsform: Überwiegend immergrüne (seltener sommergrüne) Bäume mit stark ausgeprägtem, durchgehendem Hauptstamm und stockwerkartigem Astaufbau; sie bilden tiefe Pfahl-, weitreichende Flach- oder Senkerwurzelsysteme und gehen zur Nährstoffaufnahme häufig obligate Mykorrhiza-Symbiosen mit Pilzen ein.
  • Blätter: Die Blätter sind als schmale, derbe Nadeln ausgebildet, die einzeln an Langtrieben (wie bei Tannen und Fichten) oder in Büscheln an spezialisierten Kurztrieben (wie bei Kiefern und Lärchen) sitzen.
  • Blüten & Blütenstand: Einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch); die männlichen Blütenzapfen produzieren enorme Mengen an flugfähigem Pollen (Windbestäubung), während die weiblichen Blütenzapfen aus zahlreichen, spiralig angeordneten Deck- und Samenschuppen bestehen.
  • Früchte: Als Nacktsamer bilden sie keine echten Früchte, sondern verholzende Samenzapfen (Strobili), an deren freiliegenden Samenschuppen meist jeweils zwei, oft mit einem membranartigen Flügel versehene Samen heranreifen.
  • Wichtige Inhaltsstoffe: Alle Pflanzenteile sind reich an stark duftenden ätherischen Ölen, Harzen (mit komplexen Terpenen wie Pinen) sowie Gerbstoffen und Vitamin C, die den Baum vor Fraßfeinden und mikrobiellem Befall schützen.

Verwendung & ökologische Bedeutung

Ökologisch sind die Kieferngewächse als dominierende Baumarten der Taiga und vieler europäischer Gebirgswälder von immenser Bedeutung für die globale Kohlenstoffspeicherung, die mikroklimatische Regulation und den Erosionsschutz in Steillagen. Wirtschaftlich liefern sie den Großteil des weltweit genutzten Konstruktions- und Industrieholzes (Weichholz) sowie wertvolle Rohstoffe für die Zellstoff-, Papier- und chemische Industrie. Zudem finden ihre harzreichen Bestandteile und ätherischen Öle in der Phytotherapie (gemäß Kommission E bei Katarrhen der Luftwege) sowie der Volksheilkunde Verwendung, während einige Arten, wie bestimmte Kiefern, wohlschmeckende und nahrhafte Samen (Pinienkerne) hervorbringen.

Baum-Arten dieser Familie im Online-Lexikon

Douglasie - Gewöhnliche (Pseudotsuga menziesii)
Douglasie – Gewöhnliche

Douglasie – Gewöhnliche (Pseudotsuga menziesii)
Essbar/essbare Teile | Die Gewöhnliche Douglasie ist ein gigantischer, ursprünglich aus Nordamerika stammender immergrüner Nadelbaum, der aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit und hervorragenden Holzqualität bei uns häufig forstwirtschaftlich angebaut wird. Charakteristisch für die Gewöhnliche Douglasie sind die weichen, beim Zerreiben zitrusartig duftenden Nadeln sowie die markanten Zapfen, bei denen dreizipfelige Deckschuppen weit über die eigentlichen Samenschuppen hinausragen. Ihre jungen, hellgrünen Triebspitzen sind essbar und lassen sich im Frühjahr hervorragend zu aromatischem Gelee oder als säuerliches, harziges Gewürz in der Wildkräuterküche verarbeiten.

Fichte - Gewöhnliche (Picea abies)
Fichte – Gewöhnliche

Fichte – Gewöhnliche (Picea abies)
Essbar/essbare Teile | Die Gewöhnliche Fichte, oft fälschlicherweise als Rottanne bezeichnet, ist der wirtschaftlich wichtigste Brotbaum der heimischen Forstwirtschaft und prägt durch ihr massenhaftes Auftreten weite Teile der europäischen Waldlandschaften. Man erkennt die Gewöhnliche Fichte leicht an ihren allseitig abstehenden, stechenden Nadeln, die auf kleinen Rindenpolstern sitzen, sowie an den hängenden Zapfen, die im Gegensatz zur Tanne als Ganzes zu Boden fallen. Die hellgrünen, weichen Maiwipfel der Pflanze sind essbar, reich an Vitamin C (mit Gehalten bis zu 200 mg pro 100 g) und werden traditionell zur Herstellung von wohltuendem Fichtennadelhonig oder Hustensirup genutzt.

Kiefer - Waldkiefer/Föhre (Pinus sylvestris)
Kiefer – Waldkiefer/Föhre

Kiefer – Waldkiefer/Föhre (Pinus sylvestris)
Essbar/essbare Teile | Die stresstolerante, aber lichtbedürftige Waldkiefer, regional auch Föhre genannt, ist ein extrem anpassungsfähiger Nadelbaum, der als tiefwurzelnde Pionierbaumart selbst auf trockensten Sandböden oder nassen Moorstandorten gedeiht. Optisch besticht die Waldkiefer im Alter durch eine malerisch schirmförmige Krone und ihre leuchtend fuchsrote, plattige Borke im oberen Stammbereich. Ihre paarweise an Kurztrieben stehenden Nadeln und die jungen, essbaren männlichen Pollenzapfen können gesammelt und als harzig-würziges Teekraut oder zur Gewinnung aromatischer Öle verwendet werden.

Lärche - Europäische (Larix decidua)
Lärche – Europäische

Lärche – Europäische (Larix decidua)
Essbar/essbare Teile | Die Europäische Lärche ist das einzige heimische Kieferngewächs, das im Herbst seine Nadeln nach einer spektakulären, leuchtend goldgelben Färbung zum Schutz vor Frosttrocknis vollständig abwirft. Als typischer Gebirgsbaum der Alpen besiedelt die Europäische Lärche steinige Steilhänge und bildet im Frühjahr an ihren knubbeligen Kurztrieben weiche, hellgrüne Nadelbüschel sowie kleine, rosarote weibliche Blütenzapfen aus. Die weichen jungen Nadeln und Blüten sind essbar, bestechen durch ein erfrischend säuerliches, waldiges Aroma und eignen sich ideal zur Aromatisierung von Essig oder Süßspeisen.

Tanne - Weiß-Tanne (Abies alba)
Tanne – Weiß-Tanne

Tanne – Weiß-Tanne (Abies alba)
Essbar/essbare Teile | Die stattliche Weiß-Tanne ist ein schattentoleranter, tiefwurzelnder Nadelbaum der Bergmischwälder, dessen flache, nicht stechende Nadeln auf der Unterseite zwei markante weiße Wachsstreifen aufweisen. Im Gegensatz zur Fichte stehen die Samenzapfen der Weiß-Tanne aufrecht auf den oberen Zweigen und zerfallen bei der Reife direkt am Baum, sodass lediglich die nackten Zapfenspindeln an den Ästen verbleiben. Auch die stark nach Harz und Orangen duftenden, jungen Triebspitzen dieser Pflanze sind essbar und stellen eine wertvolle, aromatische Zutat für wilde Pesto-Kreationen oder Sirupe dar.

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Pflanzenfamilien und ihre Merkmale – Übersicht A-Z
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