Ampfer – Wiesen-Sauerampfer - essbar

Ampfer - Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)
Ampfer- Wiesen-Sauermapfer

Wiesen-Sauerampfer – Bestimmen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Ampfer (Rumex, veraltet auch Mönchsrhabarber) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Die Gattung kommt mit, je nach Autorenauffassung, etwa 130 Arten meist in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel vor. Die Arten sind zum Teil nur schwer zu unterscheiden, da zu einer genauen Bestimmung sowohl Blüten als auch Früchte und grundständige Laubblätter nötig sind. Auf dieser Seite wird als Vertreter der “Wiesen-Sauerampfer” beschrieben. Essbar/essbare Teile (jedoch auf Menge achten)

Wildpflanzen-Steckbrief “Wiesen-Sauerampfer”

Botanischer Name: Rumex acetosa
Deutscher Name: Wiesen-Sauerampfer
Gattung: Ampfer (Rumex)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Art: Wiesen-Sauerampfer
Weitere Synonyme/Volksnamen: Großer Sauerampfer, Sauerampfer, Sauerlump, Blacke (Schweiz);

Hauptblütezeit: Mai bis Juli/August;
Blütenfarbe: rötlich-grün;

Vorkommen: Die Gattung kommt mit etwa 130 Arten meist in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel vor.
Verbreitungsschwerpunkt: Der Sauerampfer liebt nährstoff-, stickstoffreiche und lehmige Böden. Es gedeiht auf Fettwiesen, Magerwiesen, Weiden, Wegränder und an Fluss- und Bachufern.

Wuchshöhe: ca. 30 – 100 cm;
Typisch: Die roten Blüten- & Fruchtstände, untere Blätter pfeilförmig mit spitzen, abwärts gerichteten Ecken, die Stängelblätter sind dabei stängelumfassend.

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Triebe, Samen, Wurzeln;
Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Im Kraut: Eiweis, freie Oxalsäure, Flavonoide, reichlich Vitamin C, Carotin, Eisen, Gerbstoffe, Hyperosid. In den Wurzeln: Anthranoide.
Nötige Ver-/Bearbeitung: besonders größere Mengen sollten gewässert oder ausgekocht werden. In kleinen Mengen auch roh verwendbar.

Verwechslungsgefahr: Blätter mit denen des Aronstabes. Pflanze mit anderen Ampfer-Arten.

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Bilder & Fotos “Wiesen-Sauerampfer”

Wildpflanzen & Wildkräuter bestimmen mit Fotos (©) von pflanzen-vielfalt.NET. Die folgenden Bilder/Fotos zeigen dir die Pflanze im Jahres- bzw. Lebensverlauf und ermöglichen eine Bestimmung über den gesamten Zeitraum.

Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze

Erscheinungsbild: Der Wiesen-Sauerampfer wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern. Als Überdauerungsorgan wird ein Rhizom gebildet. Seine tütenförmigen Blattscheiden (Ochrea) sind durch Verwachsung der Nebenblätter entstanden und dienen als Knospenschutz.

Blüte/Blüten: Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Der Wiesen-Sauerampfer ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). An blattlosen Blütenstandsschäften stehen die rispigen, thyrsenförmigen Gesamtblütenstände, die aus die dichasial wickeligen Teilblütenständen bestehen. Die relativ kleinen Blüten sind rot. Die inneren drei Perigonblätter wachsen nach der Anthese weiter und hüllen dann als „Valven“ die kleinen Nussfrüchte ein.

Wildkräuter im Herbst und Winter: Frische Pflanzenkraft in der kalten Jahreszeit genießen!

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Bei Verdauungsbeschwerden kann Sauerampfer als Heilmittel genommen werden. Obwohl Sauerampfer eine große Menge Eisen enthält, sollte bei Eisenmangel eher auf den Genuss verzichtet werden, da die in hohen Konzentrationen enthaltene Oxalsäure die Eisenaufnahme hemmt.

In der Volksmedizin werden die essbaren Ampferarten zur Blutreinigung und als harntreibendes Mittel vor allem im Frühjahr eingesetzt. Die Pflanze soll das Immunsystem stärken.

Äußerliche Breiumschläge werden bei Hautleiden und Erkrankungen der Mundschleimhaut eingesetzt.

Ein Sud aus den Wurzeln wurde zur Behandlung von Gelbsucht, Steinleiden und bei inneren Blutungen angewendet.

In der Homöopathie findet der Ampfer Einsatz bei juckenden Hautkrankheiten, Krämpfen und Halsschmerzen.

👉 HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gute Literatur.

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch “Das große Buch der Heilpflanzen” von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

👉 Hinweis: In kleinen Mengen können eigentlich die meisten mitteleuopäischen Rumex-Arten mit Bedacht verzehrt werden. Es gibt jedoch Arten denen man eine unverträgliche Wirkung nachsagt (Magenbeschwerden, Erbrechen bei Konsum von größeren Mengen). Diese Arten (als Vertreter seien hier die häufig vorkommenden Arten “Krauser-Ampfer” und “Stumpfblättriger-Ampfer” genannt, fanden nur in Notzeiten Verwendung.) Der hier beschriebene Wiesen-Sauerampfer wird in der Regel gut vertragen. Dennoch enthält auch er Oxalsäure (wenn auch nicht mehr als Rhabarber.) Oxalsäure kann, regelmäßig über mehrere Monate eingenommen, zur Schädigung der Nieren führen.

Wurzeln: Im September trocknet man die Wurzeln und brüht sie als Tee auf oder mahlt sie zum Strecken von Getreidemehl.

Blätter und Triebspitzen: Man kann den Sauerampfer ähnlich wie Spinat zubereiten, bzw. ihn mit diesem mischen, damit ein etwas würzigerer Geschmack entsteht. Auch als Salat oder in cremiger Ampfersuppe wird er verwendet. Besonders bekannt und beliebt ist die Ampfersuppe in Belgien und Frankreich aber auch in Osteuropa insbesondere Polen und Litauen. Sie schmeckt heiß und auch eisgekühlt. Junge Blätter können an Salate geschnitten oder auch an Saucen und Omelettes gegeben werden. Sauerampfer ist eines der sieben Kräuter, die traditionell in der Frankfurter Grünen Soße Verwendung finden.

Beim Sammeln des Sauerampfers ist darauf zu achten, dass er nicht von überdüngten Wiesen stammt. Ausgewählt werden sollten nur Exemplare mit makellosen Blättern. Ältere Exemplare mit rostbraunen Löchern im Blatt sind in größerer Menge besonders unbekömmlich.

Blütenstängel: Sie können wie Rhabarber zu Kompott oder Obstkuchen verarbeitet werden.

Blüten: Noch knospige (also nicht aufgeblühte) Blütenstände können gegart diversen Gemüsegerichten beigegeben werden.

Samen: Auch aus den Samen lässt sich ein Teegetränk bereiten. Sie können auch im Winter (an der “warmen Fensterbank” zum keimen gebraucht werden und bieten so auch in der kalten Jahreszeit frisches Grün.

Geschmack: Der Große-Sauerampfer hat einen säuerlich-herben Grundgeschmack. Die Pflanze wird im Laufe des Jahres immer bitterer. Ältere Exemplare mit rostbraunen Löchern im Blatt sind in größerer Menge besonders unbekömmlich.

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: die Säure in den Blättern ist merklich schmeckbar und sie sollten nur als kleine Beigabe in den Smoothie.

👉 HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werke von Johannes “Joe” Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die “normale” Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze

In der intensiven Grünlandwirtschaft ist der Sauerampfer ein Problem, da seine Samen nicht nur mehrere Jahre im Boden überleben, sondern auch in der Gülle keimfähig bleiben. Dadurch kann er sich auf zusagenden Standorten massenhaft ausbreiten und Futtergräser verdrängen. (In der Futtermaht ist er unerwünscht, da er sich in Silage oder Heu schlecht konservieren lässt und vom Vieh gemieden wird.) Seine Bekämpfung stellt ein großes Problem dar, da seine bis zu 1,5 m tiefen Speicherwurzeln auch noch in kleinen Teilen regenerationsfähig bleiben und neue Pflanzen bilden. Wiesen-Sauerampfer kann gezielt mit Glyphosat bekämpft werden.

Bereits im Altertum verwendeten die Ägypter, Griechen und Römer Sauerampfer, um ein Übermaß fetter Speisen bei ihren Festmahlen auszugleichen. Im Mittelalter war der Sauerampfer vor allem auf den britischen Inseln weit verbreitet. Man schrieb ihm eine fiebersenkende Wirkung zu. Außerdem war Sauerampfer den Seefahrern des Mittelalters bereits als Mittel gegen Skorbut bekannt.

Mittlerweile wird der Sauerampfer auch gelegentlich im Garten kultiviert. Die Aussaat erfolgt dann im Frühjahr (ca. Mitte März) auf feuchtem Boden in Reihen, später werden die jungen Pflanzen auf 20 cm vereinzelt. Gepflückt werden die jungen, zarten Blätter. Es ist ebenfalls eine Spätsaat im August möglich; die Ernte beginnt dann im darauffolgenden Jahr.

Die Wiesen-Sauerampfer ist eine Futterpflanze für die Raupen des Violetten Feuerfalters, des Braunen Feuerfalters, des Kleinen Feuerfalters und des Dukatenfalters.

Videobeitrag zu “Wiesen-Sauerampfer”

Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)

Auf dem Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du noch mehr Bestimmungsvideos für den Wiesen-Sauerampfer. Mit Hilfe von kurzen Videos kannst du diese Wildpflanze über ihren gesamten Lebenszyklus kennen lernen. Im YouTube-Kanal findest du außerdem Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

Mitmach-Projekt “QR-Bestimmung”

Bestimmungshilfe für “NEULINGE” durch Beschriftung von Wildpflanzen & Bäumen via QR-Codes. Ist es nicht etwas schönes sein Wissen und seine Bestimmungssicherheit mit anderen zu Teilen bzw. bei anderen Neugier auf Natur zu wecken? JA? – Dann bist du beim Mitmach-Projekt “QR-Bestimmung” genau richtig. Willkommen!

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