Gartenkresse - essbar

Gartenkresse (Lepidium sativum)
Gartenkresse (Lepidium sativum)

Gartenkresse – Erkennen und Nutzen

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Ackerpflanze/Feldfrucht (bzw. Zwischenfrucht) sowie ihr Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Gartenkresse (Lepidium sativum) ist den meisten vor allem als vitaminreiches, schnell wachsendes Küchenkraut bekannt. In der Landwirtschaft hat sie sich jedoch in den vergangenen Jahren eine wichtige Nische als agronomisch wertvolle Zwischenfrucht erobert. Als schnellkeimender Kreuzblütler punktet die Pflanze durch eine rasche Bodenbedeckung, eine gute Unkrautunterdrückung und ein zuverlässiges Abfrieren über den Winter, was sie zu einer idealen Vorfrucht für Mulchsaatverfahren macht.

Ackerpflanze-Steckbrief „Gartenkresse“

  • Botanischer Name: Lepidium sativum
  • Deutscher Name: Gartenkresse
  • Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
  • Gattung: Kressen (Lepidium)
  • Weitere Namen: Kresse
  • Lebensdauer: einjährig (sommerannuell)
  • Wuchsform: krautige, aufrechte Pflanze
  • Wuchshöhe: 20 bis 40 cm
  • Blütezeit: Juni bis August (bei landwirtschaftlichem Anbau abhängig vom Aussaattermin)
  • Fruchtreife/Ernte: wenige Tage nach Aussaat (als Keimling) bis Spätsommer (Samenreife)
  • Standort/Boden: sehr anspruchslos, bevorzugt lockere Böden
  • Landwirtschaftlicher Nutzen: Zwischenfrucht (Gründüngung), menschliche Ernährung

Bilder & Fotos „Gartenkresse“

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Bestimmung/Beschreibung der Ackerpflanze

Auf dem Feld präsentiert sich die Gartenkresse als zarte, aber frohwüchsige Pflanze mit feinen, bläulich-grünen Stängeln und kleinen weißen Blütenständen.

Vegetative Merkmale (Wurzel, Stängel, Blätter)

  • Stängel: Der Stängel wächst aufrecht, ist kahl, bläulich-grün gefärbt und im oberen Bereich verästelt.
  • Blätter: Die Laubblätter sind dünn und hellgrün. Die grundständigen Blätter sind meist leierförmig-fiederschnittig, oft mit gezähnten Rändern. Nach oben hin verändert sich die Blattform: Die oberen Stängelblätter sind schmaler, meist linealisch und ganzrandig. Blattstiele können am Rand borstig behaart sein.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blüte: Die Blütenstände bilden sich traubig an den Enden oder Seiten der Triebe. Die zwittrigen Einzelblüten sind vierzählig. Die weißen bis zart rosafarbenen Kronblätter sind leicht spatelförmig und etwas länger als die kleinen Kelchblätter. Häufig zeigen die Staubbeutel eine violette Färbung.
  • Frucht/Samen: Es entwickeln sich kleine, 5 bis 6 mm lange Schötchen. Diese sind leicht zusammengedrückt und von der Mitte bis zur Spitze deutlich geflügelt.

Anbau der Ackerpflanze/Feldfrucht

Standortbedingungen: Gartenkresse ist extrem anspruchslos und wächst auf fast allen Ackerböden. Für eine rasche Keimung genügen moderate Temperaturen und etwas Feuchtigkeit.

Aussaat & Pflege: Als Zwischenfrucht wird sie meist unkompliziert nach der Hauptfruchternte im Spätsommer ausgebracht (oft direkt per Düngerstreuer). Sie keimt innerhalb weniger Tage und bildet schnell eine bodendeckende Schicht. Die Biomassebildung ist insgesamt nicht sehr üppig, reicht aber völlig aus, um den Boden vor Erosion zu schützen und auflaufende Beikräuter effektiv zu unterdrücken.

Ernte & Management: Im Zwischenfruchtbau wird Kresse nicht geerntet. Sie friert bei Frost sicher ab. Die pflanzlichen Rückstände sind mürbe und lassen sich im darauffolgenden Frühjahr problemlos einarbeiten, was sie zur perfekten Vorfrucht für eine Mulchsaat (beispielsweise zu Mais) macht. Achtung Fruchtfolge: Da Gartenkresse ein Kreuzblütler ist, darf sie in Fruchtfolgen mit Raps oder intensiven Zuckerrüben (Gefahr durch Rübennematoden) nicht eingesetzt werden, um bodenbürtige Krankheitserreger wie die Kohlhernie nicht zu fördern.

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Nutzung der Ackerpflanze/Feldfrucht

Ernährung & Inhaltsstoffe: Gartenkresse ist reich an Vitamin C, B-Vitaminen, Folsäure, Eisen und Kalzium. Der charakteristische, scharfe Geschmack (ähnlich wie Senf oder Rettich) basiert auf Senfölglycosiden (v. a. Glucotropaeolin, welches zu Benzylisothiocyanat umgewandelt wird).

  • Menschliche Ernährung: Genutzt werden primär die jungen Keimlinge, die schon etwa eine Woche nach der Aussaat geerntet werden können. Sie verfeinern roh Salate, Frischkäseaufstriche, Suppen oder Eierspeisen und sind ein fester Bestandteil der originalen Frankfurter Grünen Soße.
  • Zwischenfruchtbau: Landwirtschaftliche Nutzung zur reinen Bodenverbesserung, Erosionsminderung und Nährstoffbindung über den Winter.

Geschichte & Entwicklung

Ursprung & Domestizierung: Die wilde Stammform der Gartenkresse stammt höchstwahrscheinlich aus dem Vorderen Orient. Von dort aus breitete sich die Kulturpflanze schnell aus.

Historische Bedeutung: Die Pflanze hat eine jahrtausendealte Nutzungsgeschichte. Samen der Gartenkresse wurden als Grabbeigaben in antiken ägyptischen Pharaonengräbern gefunden. Auch Griechen und Römer schätzten sie als Würzkraut. In Mitteleuropa ordnete Karl der Große ihren Anbau verbindlich in seiner Landgüterordnung (Capitulare de villis) an.

Zusatzinformationen & Wissenswertes

Phytosanitäre Risiken im Ackerbau

Die größte agronomische Herausforderung beim Anbau von Gartenkresse als Gründüngung ist ihre botanische Verwandtschaft. Als Mitglied der Familie der Kreuzblütler teilt sie sich Schädlinge und Krankheiten mit bedeutenden landwirtschaftlichen Kulturen wie Raps, Senf oder verschiedenen Kohlarten. Ein zu häufiger Einsatz in der Fruchtfolge kann daher zur massiven Anreicherung der Kohlhernie (einer hartnäckigen Krankheit im Boden) oder von pflanzenparasitären Nematoden führen. Sie sollte daher nur in Getreide-Mais-Fruchtfolgen verwendet werden.

Natürlicher Fraßschutz durch Senföle

Die in der Gartenkresse enthaltenen Senfölglycoside sind biologisch gesehen ein hochwirksamer Verteidigungsmechanismus der Pflanze. Werden die Zellen (z. B. durch den Biss eines Insekts oder durch Zerkauen) verletzt, wird ein Enzym freigesetzt, das aus den Glycosiden die scharfen Senföle (Isothiocyanate) abspaltet. Diese wehren Schädlinge ab. Beim Menschen wirken diese sekundären Pflanzenstoffe hingegen leicht antibakteriell und regen die Verdauung an.

Videobeitrag zu „Gartenkresse“

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