Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.
Die Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) sind eine vielgestaltige Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Seifenbaumartigen (Sapindales), die heute nach molekulargenetischen Erkenntnissen auch die früher eigenständigen Ahorne und Rosskastanien umfasst. Während der Großteil der rund 1900 Arten in den Tropen beheimatet ist, prägen einige wenige, aber dominante Gattungen als sommergrüne Laubbäume auch die Wälder der gemäßigten Breiten.
Typische Merkmale der Familie
- Wuchsform: Überwiegend verholzende Pflanzen (Bäume, Sträucher oder Lianen), selten krautig; in Mitteleuropa meist sommergrüne Großbäume.
- Blätter: Wechselständig oder gegenständig (z. B. bei Acer und Aesculus); die Blattspreiten sind oft zusammengesetzt (gefiedert oder handförmig geteilt), selten einfach.
- Blüten & Blütenstand: Meist funktional eingeschlechtige, vier- bis fünfzählige Blüten mit einem Nektar absondernden Diskus; oft in rispigen oder traubigen Blütenständen angeordnet.
- Früchte: Morphologisch sehr variabel; von geflügelten Spaltfrüchten (Flügelnüsse beim Ahorn) über große Kapselfrüchte (Rosskastanie) bis hin zu fleischigen Früchten mit Samenmantel (Arillus) bei tropischen Vertretern.
- Wichtige Inhaltsstoffe: Häufig Saponine (namensgebend für die „Seifenbäume“), cyanogene Glykoside sowie in den Samen teilweise die Aminosäure Hypoglycin.
Verwendung & ökologische Bedeutung
In den gemäßigten Zonen sind die Vertreter dieser Familie, insbesondere Ahorne und Rosskastanien, unverzichtbare Park- und Alleebäume sowie wichtige Forstgehölze zur Holzgewinnung. Tropische Arten wie Litschi, Rambutan oder Longan liefern weltweit gehandelte Obstfrüchte, während die Früchte der Waschnussbäume aufgrund ihres hohen Saponingehalts als natürliches Waschmittel dienen. Ökologisch spielen die heimischen Ahorn-Arten durch ihre frühe Blüte eine herausragende Rolle als erste Massentracht für Bienen und andere Bestäuber im Frühjahr.
Baum-Arten dieser Familie im Online-Lexikon
Ahorn – Bergahorn (Acer pseudoplatanus)
Essbar/essbare Teile | Der Bergahorn ist ein stattlicher, sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von bis über 35 Meter erreicht und für seine fünflappigen Blätter sowie die wertvolle Holzqualität bekannt ist. Seine geflügelten Spaltfrüchte stehen in einem meist spitzen Winkel zueinander und werden als Schraubenflieger durch den Wind verbreitet.
Ahorn – Feldahorn (Acer campestre)
Essbar/essbare Teile | Der Feldahorn wächst meist als strauchartiger, kleiner Baum mit oft korkleistenbesetzten Zweigen und gilt als die wärmeliebendste sowie robusteste der heimischen Ahorn-Arten. Seine kleinen, stumpf gelappten Blätter färben sich im Herbst leuchtend gelb, während die waagerecht abstehenden Fruchtflügel (oft annähernd waagerecht) typisch für die Art sind.

Ahorn – Spitzahorn (Acer platanoides)
Essbar/essbare Teile | Der Spitzahorn zeichnet sich durch seine charakteristisch lang zugespitzten Blattlappen und den milchsafthaltigen Blattstiel aus. Er blüht bereits vor dem Laubaustrieb im zeitigen Frühjahr mit auffälligen, gelbgrünen Schirmrispen, die eine essenzielle Nahrungsquelle für überwinterte Insekten darstellen.
Kastanie – Gew. Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Giftig | Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein imposanter Parkbaum mit fingerförmig gefiederten Blättern und großen, klebrigen Winterknospen. Ihre im Herbst reifenden, glänzend braunen Samen liegen in einer stacheligen Kapsel und sind aufgrund eines hohen Gehalts an Saponinen (Aescin) und Glykosiden für den Menschen ungenießbar und schwach giftig.
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