Feld-Kresse – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden
Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit
Die Feld-Kresse (Lepidium campestre) ist ein heimischer Vertreter der Kreuzblütler. Sie fällt oft als unscheinbare Wildpflanze an Wegrändern oder auf Schuttplätzen auf, birgt aber durch ihre enthaltenen Senfölglykoside ein hervorragendes kulinarisches Potenzial. Ökologisch zeichnet sie sich durch eine faszinierende Ausbreitungsstrategie bei Regen aus.
Informationskategorien zu dieser Wildpflanze
Wildpflanzen-Steckbrief „Feld-Kresse“
- Botanischer Name: Lepidium campestre
- Deutscher Name: Feld-Kresse
- Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
- Gattung: Kressen (Lepidium)
- Andere Namen: Fels-Kresse, Feldkresse
- Lebensdauer: Ein- bis zweijährig (oft winterannuell)
- Wuchsform: Krautig, aufrecht wachsend
- Wuchshöhe: 10 bis 60 cm
- Wurzelwerk: Pfahlwurzel
- Blütezeit: Mai bis Juli
- Blütenstand: Traubig
- Fruchtreife: Juni bis August
- Boden/Standort: Trockene, warme, nährstoffreiche und lehmige Böden; häufig in Schutt- und Ackerunkrautgesellschaften
- Hauptinhaltsstoffe: Glucosinolate (Senfölglykoside, insb. Benzylsenföl), Vitamin C
- Giftigkeit: Für den Menschen in allen Pflanzenteilen ungiftig.
Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze
Die Feld-Kresse ist eine mittelgroße, krautige Pflanze, die durch ihren aufrechten, leicht behaarten Wuchs und die charakteristisch dichten Fruchtstände aus flachen Schötchen auffällt.
Vegetative Merkmale (Stängel, Wurzel, Blätter)
- Wurzel: Bildet eine zarte bis mitteldicke Pfahlwurzel aus.
- Stängel: Wächst aufrecht, ist dicht beblättert, flaumig-filzig behaart und im oberen Bereich meist stark verzweigt.
- Grundblätter: Von länglicher Gestalt, in den Blattstiel verschmälert, am Rand buchtig gezähnt oder fiederlappig.
- Stängelblätter: Lediglich gezähnelt, sitzen dem Stängel mit einem auffälligen, pfeilförmigen Grund direkt und stängelumfassend auf.
Generative Merkmale (Blüte & Frucht)
- Blütenstand: Die traubigen Blütenstände besitzen keine Tragblätter.
- Blüte: Vierzählig und zwittrig. Die vier weißen Kronblätter sind sehr klein (1,5 bis 3 mm) und an der Basis genagelt. Der Griffel endet in einer kopfigen, gelblichen Narbe.
- Frucht (Schötchen): Die eiförmigen, 5 bis 6 mm langen Schötchen stehen bei Reife waagerecht ab. Sie sind von der Mitte ausgehend breit geflügelt und dicht mit charakteristischen schuppigen Bläschen bedeckt.
- Samen: Jedes Fruchtfach enthält einen dunkelbraunen Samen (ca. 2 mm lang).
Verwechslungsgefahren:
- Gemeines Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris): Besitzt herz- bis dreiecksförmige (nicht eiförmige!) Schötchen, denen die schuppigen Bläschen der Feld-Kresse fehlen.
- Pfeilkresse (Lepidium draba): Hat wesentlich üppigere, doldenrispige Blütenstände, wächst ausdauernd (Rhizom) und bildet herzförmige, kahle Schötchen.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung
Heilpflanzen-Steckbrief:
- Droge: Herba Lepidii campestris (historisch)
- Inhaltsstoffe: Glucosinolate (Senfölglykoside), Vitamin C
- Monographie-Status: Keine (weder HMPC noch Kommission E)
Es existiert keine gesicherte, evidenzbasierte medizinische Anwendung für die Feld-Kresse. In der Volksheilkunde wurde sie in der Vergangenheit gelegentlich als Ersatz für die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) verwendet. Historisch sprach man ihr appetitanregende, stoffwechselfördernde und harntreibende Wirkungen zu. Aufgrund ihres Vitamin-C-Gehaltes fand sie bei sogenannten „Frühjahrskuren“ Verwendung. Die historische Annahme, die Pflanze diene als spezifisches Mittel gegen Skorbut, basierte vor allem darauf, dass generell wieder frisches Grün zur Verfügung stand, nicht auf einer singulären Heilwirkung der Kresse.
👉 Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Die bereitgestellten Informationen dienen jedoch ausschließlich der neutralen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Essbarkeit & Verwendung in der Küche
Kulinarisches Profil: Alle oberirdischen Teile der Pflanze sind essbar und weisen einen pikanten, herben bis kresse- und senfartigen Geschmack auf. Sie eignet sich ideal als würzende Komponente.
- Blätter & Triebspitzen (April bis Mai): Junge, zarte Blätter können fein geschnitten als Würze in Salaten, Kräuterquark, Pesto oder in gedünsteten Gemüsegerichten verwendet werden. In Grünen Smoothies sollte die Pflanze aufgrund ihrer Senfölschärfe nur in Maßen und gemischt mit mildem Blattgrün eingesetzt werden.
- Blüten & Knospen (April bis Juni): Die knospigen oder voll erblühten Blütenstände samt den weichen oberen Stängelteilen sind eine würzige, optisch ansprechende Zutat für Salate und Rohkost.
- Samen & Früchte (Juni bis August): Die noch jungen, grünen Samenhülsen (Schötchen) lassen sich frisch als kräftiges Gewürz kauen oder Speisen beimengen. Die vollreifen, trockenen Samen können gesammelt, gemahlen und mit Salz sowie Essig zu einer pikanten senfartigen Würzpaste verarbeitet werden.
👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Wildkräuter, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.
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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze
Ausbreitung durch Wind und Klebsamen
Die Feld-Kresse nutzt eine bewährte, zweigleisige Strategie zur Samenverbreitung. Wenn die Früchte im Hochsommer heranreifen, stehen die kleinen, geflügelten Schötchen fast waagerecht vom Stängel ab. Bei Trockenheit öffnen sich die Fruchtklappen, und die Samen werden durch Windstöße oder vorüberstreifende Tiere aus den Schötchen geschüttelt (Wind- und Tierstreuer). Zudem besitzen die Samen eine besondere Eigenschaft: Bei Kontakt mit Nässe verschleimen sie oberflächlich stark (Myxospermie). Dadurch können sie an Tierfellen oder Schuhsohlen anhaften und über weite Strecken transportiert werden.
Lebenszyklus als winterannuelle Pflanze
Viele Individuen der Feld-Kresse durchlaufen einen sogenannten winterannuellen (einjährig-überwinternden) Lebenszyklus. Das bedeutet, dass die Samen bereits im späten Sommer oder Herbst keimen. Die Pflanze bildet vor dem Winter zunächst nur eine flache Blattrosette aus, mit der sie die kalte Jahreszeit überdauert. Diese Strategie sichert ihr einen entscheidenden ökologischen Vorteil: Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, muss sie nicht erst aus einem Samen keimen, sondern kann sofort in die Höhe wachsen, blühen und rasch fruchten, bevor einjährige Konkurrenten überhaupt nennenswerte Größe erreicht haben.
Videobeitrag zu „Feld-Kresse“
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Quellen und weitere Informationen
- Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen – von Steffen Guido Fleischhauer
- Essbare Wildpflanzen – 200 (essbare & giftige) Arten bestimmen und verwenden
- de.wikipedia.org – voll mit Wildkräuter & Wildpflanzen-Wissen
- www.biolib.de (Illustrationen von Wildkräutern und anderen Pflanzen)
- www.floraweb.de – Botanikseite vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- viele weitere Webseiten & Bücher/Büchlein über essbare/giftige Wildpflanzen
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