Wacholder – Gemeiner - nutzbar

Wacholder - Gemeiner (Juniperus communis)
Wacholder - Gemeiner

Gemeiner Wacholder – Bestimmen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Wacholder (Juniperus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Cupressoideae aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Mit den etwa, je nach Autor und Auffassung, 50 bis 70 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, stellen sie fast 40 Prozent der Arten innerhalb der Zypressengewächse. In Mitteleuropa kommen in freier Natur nur zwei Arten vor, nämlich der Gemeine Wacholder und der Sadebaum. Der “Gemeine Wacholder” wird auf dieser Seite beschrieben. Als Gewürz nutzbar!

Baum-Steckbrief “Gemeiner Wacholder”

Botanischer Name: Juniperus communis
Deutscher Name: Gemeiner Wacholder
Familie: Zypressengewächse (Cupressaceae)
Gattung: Wacholder (Juniperus)
Art: Gemeiner Wacholder
Weitere Synonyme/Volksnamen: Heide-Wacholder (weitere Volksnamen: Machandelbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum;)

Blüten & Blütenfarbe: männliche Blütenstände eiförmig, gelblich, bis 5 mm lang, weibliche Blüten unscheinbar, grünlich;
Hauptblütezeit: April bis Juni;
Früchte/Samen: “Beerenzapfen”, kugelig, rund, 7-9 mm dick, anfangs grünlich, später schwarzblau, bläulich bereift, reifen erst im 2. Jahr nach der Befruchtung.
Fruchtreife/Erntezeit: August bis Oktober;

Vorkommen: Der Gemeine Wacholder ist das am weitesten verbreitete Nadelgehölz, zumindest wenn man die Unterarten bzw. Varietäten mit einbezieht. Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholders erstreckt sich von Nordamerika über Südgrönland, Nordafrika, Europa, Vorderasien, Nordasien und Zentralasien bis nach Ostasien.
Verbreitungsschwerpunkt: Gegenüber anderen Gehölzen ist der Gemeine Wacholder sehr konkurrenzschwach, so dass er auf trockene, sandige, steinige Standorte oder Moorflächen verdrängt wird. Man findet den Heide-Wacholder ziemlich häufig auf sonnigen Magerweiden, an Felsen und in lichten Wäldern. Er bevorzugt eher trockene, meist basenreiche, oft kalkhaltige Böden. Er ist eine Lichtpflanze.

Wuchsform: Er wäschst sehr vielgestaltig (als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum);
Wuchshöhe: ca. 1 bis 12 Meter (Einzelexemplare gar bis 18 Meter);
Typisch: je drei abstehende Nadeln in einem Quirl, kugelige, wenn reif – blaue, bereifte Beerenzapfen;
Rinde/Borke: Die Rinde vom Wacholder ist graubraun bis dunkelbraun mit einem rötlichen Ton, sich in langen Streifen ablösend.
Alter: kann bis zu 600 Jahre alt werden;

Sammelgut: junge Triebe, Früchte;
Energiereiche Teile: xxx
Inhaltsstoffe: 0,2-2 % ätherisches Öl mit 1,7 % alpha-Pinen 4-8 % Terpineol,9 % Sabinen, Myrcen, sowie zahlreich andere Bestandteile des ätherischen Öls in geringer Menge.
Prozessierung: kochen/trocknen,

Verwechslungsgefahr: mit dem Sadebaum (Juniperus sabina), dieser wird auch Stink-Wacholder genannt und ist ebenfalls giftig! Unterscheidung: Der Gemeine Wacholder hat Nadeln, die Blätter des Sadebaums sind im jungen Zustand nadelförmig und später schuppenartig.

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Bilder & Fotos “Gemeiner Wacholder”

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Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Der Gemeine Wacholder wächst als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum, der Höhen bis zu 12 Meter, maximal bis zu 18,5 Meter und Stammdurchmesser von 0,9 Meter erreicht und ein tiefreichendes Wurzelsystem ausbildet. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm besitzt eine grau- bis rotbraune Borke. Der Wacholder bildet in der Regel eine schmale kegelförmig bis ovale Krone.

Blätter (Nadeln): Die nadelförmigen Blätter sitzen am Zweig mit einem Gelenk an. Die zu dritt in Quirlen angeordneten Nadeln sind stechend spitz und 1 bis 2 Zentimeter lang. Ihre Oberseite weisen helle Stomatastreifen und Wachsstreifen auf.

Blüte: Der Gemeine Wacholder ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), selten einhäusig (monözisch). Männliche Exemplare kann man zur Blütezeit von April bis Juni gut an den gelblichen Blüten erkennen. Die Zapfen besitzen einen Stiel und werden im Herbst angelegt. Weibliche Blütenzapfen bestehen aus drei Zapfenschuppen. Jede Samenschuppe trägt nur eine Samenanlage. Die Samenanlagen sind nur von oben zugänglich. Die Samenschuppen verwachsen später mit den Deckschuppen und werden fleischig.

Früchte/Samen: Die Entwicklung zum reifen beerenförmigen Zapfen dauert 3 Jahre. Im ersten Jahr nach der Bestäubung ist der Zapfen noch grün, im dritten Jahr wird er schließlich schwarzbraun, bläulich bereift (Wachsschicht). Die holzigen Samen sind 4 bis 5 mm groß mit knochenharter Schale.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Verwendet werden:

  • Die getrockneten, reifen Beerenzapfen.
  • Das ätherische Öl der Beerenzapfen.
  • Das getrocknete Ast- und Wurzelholz.

Wirkstoffe sind: In den Beerenzapfen: ätherisches Öl mit Terpinen-4-ol als Hauptkomponente, daneben Pinen, Sabinen, Myrcen und weitere Monoterpene, Sesquiterpene wie Caryiophylle; Flavonoide, Catechin-Gerbstoffe, Invertzucker.

Im Holz: ätherisches Öl vorwiegend mi Sesquiterpenen wie Thujopsen, Cardinen und Tropolone, ungewöhnliche Diterpene wie Sufiol, Xanthoperol; Ligane unter anderem Podophyllotoxin, Catechin-Gerbstoffe.

Anwendungen: Wacholderbeeren und ihr ätherisches Öl wirken harntreibend. Man verwendet sie zur Durchspülungstherapie bei Infekten der ableitenden Harnwege, besonders in der Volksmedizin auch bei rheumatischen Erkrankungen sowie als “Blutreinigungs- und Entfettungsmittel”.

Unterschiedlich beurteilt wird, ob die Wirkung durch eine Reizung und eine damit verbundene Mehrdurchblutung des Nierengewebes hervorgerufen werden soll, oder ob bei längerer Anwendung oder zu hoher Dosierung mit einer Schädigung des Nierengewebes verbunden sein könnte.

Empfohlen wird für die Selbstmedikation derzeit nur der auf wenige Wochen beschränkte Einsatz bei Verdauungsproplemen mit leichten Krämpfen im Magen- Darmbereich, bei Völlegefühl, Aufstoßen und bei Sodbrennen. Das Kauen einiger Beeren soll unangenehmen Mundgeruch beseitigen.

Achtung: Wacholder-Präparate sind bei Nierenerkrankungen und während der Schwangerschaft kontraindiziert!

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Blätter (Nadeln): Zarte weiche Triebspitzen kann man blanchieren und zum Würzen beispielsweise in Wurzelgerichte oder Bratgerichte geben. Man kann die Triebe auch auskochen und mit Zucker zu einer Art Aufstrich einreduzieren.

Blüten: xxx

Früchte: Wacholderbeeren sind ein wichtiges Gewürz in vielen europäischen Küchen, besonders in den Alpenländern, wo er massenhaft vorkommt. Wacholder wird viel in der traditionellen Küche Mitteleuropas verwendet, z. B. für die Spezialität Sauerkraut. Das Hauptanwendungsgebiet des Wacholders sind allerdings Fleischgerichte; besonders für Wildbret ist er unentbehrlich. Er verträgt sich gut mit Pfeffer, Majoran und Lorbeerblättern oder auch -früchten. Wacholderbeeren, die eigentlich Zapfen sind, sollten unmittelbar vor der Verwendung zerdrückt werden. Die Beeren sollten wirklich nur in Gewürzmengen verwendet werden, da sonst Magenreizungen zu befürchten sind.

Vergoren oder als Auszug liefern die Früchte Wacholderschnaps (beispielsweise Bergila, Borovička, Genever, Genièvre, Gin, Köhm, Kranewitter, Krambambuli, Péquet, Steinhäger).

Geschmack: Der Grundgeschmack ist würzig, ginartig.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Beschrieben wird das Holz vom Wacholder als zäh, fest, schwer spalten und gut biegen, ist aber nur schwach elastisch. Gut und leicht mit allen Werkzeugen zu bearbeiten, besonders gut zu Drehen. Die üblichen Holzverbindungen sind leicht herstellbar und gute haltbar bei Wacholder. Allerdings sind seine mechanisch-technologischen Eigenschaften kaum einmal näher untersucht worden.

Verwendung: Für Gefässe, Pfeifenröhren, Drechslerei und Schnitzerei. In früheren Zeiten gehörte Wacholder zu den bevorzugten Hölzern für die Anfertigung von Kämmen. Als Ersatz für Buchbaum zur Herstellung von Holzdruckstöcken, aber nur mit stehenden Jahrringen.

Geschichtliches zu diesem Baum

Gefahr besteht auch durch Verwechslung oder Verunreinigung von Wacholder-Beeren mit denen des stark giftigen Sadebaums (Juniperus sabina). So wurden zum Beispiel in der Vergangenheit immer wieder mit Sadebaum-Beeren verunreinigte Wacholder-Beeren zum Aromatisieren von Gin verwendet, weshalb Wacholder-Beeren, zumindest in Spanien, regelmäßig staatlich untersucht werden.

Wacholder-Zweige (und manchmal auch Beeren) werden in Skandinavien traditionell zur Aromatisierung und Haltbarmachung von Bier eingesetzt.

Der Heide-Wacholder besitzt eine Ringelborke. Die Nadeln sind scharf zugespitzt (Fraßschutz, Kondensationspunkt für Regenwasser, Trockenheitsanpassung). Er ist ein Tiefwurzler mit Wurzelpilz.

Es findet Verdauungsverbreitung durch Wacholderdrosseln (auch: Krammetsvögel), Amseln und Birkhühner statt. Die durch eine feste Schale geschützten Samen werden später wieder ausgeschieden.

Videobeitrag zu “Gemeiner Wacholder”

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

👉 Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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