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Essbare und giftige Wildpflanzen bestimmen – Lexikon L bis R

Alle Wildpflanzen mit Anfangsbuchstaben L bis R – Übersicht, Bestimmung und Nutzung

In diesem Abschnitt des Lexikons findest du eine alphabetische Übersicht heimischer Wildpflanzen und Blumen mit den Anfangsbuchstaben L bis R. Zu jeder Art gibt es kompakte Informationen zur sicheren Bestimmung, Essbarkeit oder möglichen Giftigkeit. Die Liste führt dich direkt zu ausführlichen Pflanzenporträts mit detaillierten Fotos und Hinweisen auf Verwechslungsgefahren.

Die hier gezeigten Vorschaubilder dienen lediglich der ersten Orientierung. Wenn du Pflanzen im Gelände präzise identifizieren möchtest, empfiehlt sich ergänzend ein Blick in die umfangreich bebilderte Pflanzenbestimmungshilfe auf dieser Website. So stellst du sicher, dass du essbare Schätze zuverlässig von ihren teils giftigen Doppelgängern unterscheiden kannst.

👉 Wichtige Hinweise zum Sammeln und Bestimmen:

  • 100 % Sicherheit: Sammle und verzehre ausschließlich Pflanzen, die du zweifelsfrei bestimmen kannst. Nutze im Zweifel immer zusätzliche Bestimmungsliteratur.
  • Handstraußregel: Entnimm der Natur nur so viel, wie du für deinen eigenen, täglichen Bedarf benötigst. Lass den Rest für Insekten und das Ökosystem stehen.
  • Naturschutz beachten: Respektiere Naturschutzgebiete und sammle niemals streng geschützte Pflanzenarten. Auch häufige Arten solltest du schonen, wenn sie an einem Standort nur vereinzelt wachsen.
  • Achtsame Standortwahl: Vermeide es, direkt an vielbefahrenen Straßen, stark gedüngten Feldrändern oder typischen Hunde-Gassistrecken zu sammeln.
  • Wissen um Inhaltsstoffe: Sei dir bewusst, dass auch viele essbare Wildkräuter (wie z.B. Ampfer oder Beinwell) in großen Mengen unbekömmlich sein können.

Wenn dir dieses Online-Lexikon hilft und du meine Arbeit unterstützen möchtest, freue ich mich über deine Unterstützung oder Mithilfe. Vielen Dank für deine Wertschätzung! ❤️🌼

L M N O P Q R    S-Z A-G H-K

L – Wildpflanzen mit L – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Labkraut - Echtes (Galium verum)
Labkraut – Echtes

Labkraut – Echtes (Galium verum)
Essbar/essbare Teile | Das Echte Labkraut wächst ausdauernd mit Wuchshöhen von 20 bis 70 Zentimetern. Wichtige Erkennungsmerkmale sind der kahle, oft niederliegend-aufsteigende Stängel und die sehr schmalen, nadelartigen Blätter, die zu sechs bis zwölf im Wirtel stehen. Die winzigen, dottergelben Blüten duften stark nach Honig.

Labkraut - Kletten (Galium aparine)
Labkraut – Kletten

Labkraut – Kletten (Galium aparine)
Essbar/essbare Teile | Das Kletten-Labkraut ist eine einjährige, klimmende Pflanze, die bis zu 150 Zentimeter lang wird. Ein unverkennbares Bestimmungsmerkmal sind die rauen, abwärts gerichteten Stachelhärchen an Stängeln und Blättern, durch die die Pflanze klettend an Kleidung haftet. Die unscheinbaren Blüten sind weiß.

Labkraut - Wiesen (Galium mollugo)
Labkraut – Wiesen

Labkraut – Wiesen (Galium mollugo)
Essbar/essbare Teile | Das Wiesen-Labkraut erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 Zentimetern. Zur Identifizierung dienen der vierkantige, fast kahle Stängel und die einadrigen, länglich-ovalen Blätter, die zu sechs bis neun im Wirtel stehen. Die weißen Blüten bilden große, oft wolkenartige, lockere Rispen.

Lampionblume / Blasenkirsche (Physalis alkekengi)
Lampionblume / Blasenkirsche

Lampionblume / Blasenkirsche (Physalis alkekengi)
Leicht giftig | Die Lampionblume wird 40 bis 80 Zentimeter hoch. Markant sind ihre ovalen bis rautenförmigen Blätter. Das absolut eindeutige Erkennungsmerkmal ist jedoch der lampionartige, pergamentartige Blütenkelch, der sich zur Fruchtreife leuchtend orange färbt und die rote Beere umschließt. Die grünen Pflanzenteile und unreifen Beeren sind giftig (Solanin).

Lattich - Stachel/Kompass (Lactuca serriola)
Lattich – Stachel/Kompass

Lattich – Stachel/Kompass (Lactuca serriola)
Essbar/essbare Teile | Der Kompass-Lattich wächst aufrecht und erreicht Höhen von 40 bis 120 Zentimetern. Typisch zur Bestimmung: Die steifen, tief gelappten Blätter sind an der Unterseite entlang der Mittelrippe deutlich bestachelt. In der prallen Sonne drehen sich die Blattkanten vertikal in Nord-Süd-Richtung.

Lauch - Schlangen (Allium scorodoprasum)
Lauch – Schlangen

Lauch – Schlangen (Allium scorodoprasum)
Essbar/essbare Teile | Der Schlangen-Lauch wird bis zu 150 Zentimeter hoch. Eindeutiges Merkmal ist der unbeblätterte, sich zur Blütezeit charakteristisch schlangenartig windende (oder nickende) Stängel im oberen Teil. Der doldige Blütenstand trägt neben purpurroten Blüten oft markante, kleine, schwarzrote Brutzwiebeln (Bulbillen).

Leberblümchen - Gewöhnliches (Anemone hepatica)
Leberblümchen – Gewöhnliches

Leberblümchen – Gewöhnliches (Anemone hepatica)
Leicht giftig | Das Leberblümchen ist eine zierliche, 10 bis 25 Zentimeter hohe, ausdauernde Pflanze. Das sicherste Erkennungsmerkmal sind die ledrigen, dreilappigen Blätter, deren Form stark an eine menschliche Leber erinnert. Die schönen, meist himmelblauen Blüten erscheinen im zeitigen Frühjahr vor dem Laubaustrieb.

Leinkraut - Echtes (Linaria vulgaris)
Leinkraut – Echtes

Leinkraut – Echtes (Linaria vulgaris)
Essbar/essbare Teile / auf Menge achten | Das Echte Leinkraut wird 20 bis 40 Zentimeter hoch. Die schmalen, lanzettlichen Blätter erinnern an den namengebenden Lein. Das Blütenmerkmal ist unverwechselbar: Die hellgelben Lippenblüten besitzen einen langen, geraden Sporn und einen markant orangefarbenen Fleck („Schlund“) auf der Unterlippe.

Lerchensporn - Hohler (Corydalis cava)
Lerchensporn – Hohler

Lerchensporn – Hohler (Corydalis cava)
Giftig | Der Hohle Lerchensporn erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern. Wichtige Merkmale sind die zarten, doppelt dreiteiligen, bläulich-grünen Blätter und der traubige Blütenstand mit gespornten, purpurroten oder weißen Blüten. Die giftige, kugelige Knolle in der Erde wird mit zunehmendem Alter innen hohl.

Rote Lichtnelke (Silene dioica)
Lichtnelke – Rote

Lichtnelke – Rote (Silene dioica)
Essbar/essbare Teile / auf Menge achten | Die Rote Lichtnelke wächst 30 bis 90 Zentimeter hoch. Zur Identifikation achtet man auf die weiche, drüsige Behaarung der Stängel und gegenständigen Blätter. Typisch sind die fünfzählig tief gespaltenen, leuchtend rosaroten Kronblätter und der blasig bauchige, braunrot behaarte Blütenkelch.

Weiße Lichtnelke (Silene latifolia)
Lichtnelke – Weiße

Lichtnelke – Weiße (Silene latifolia)
Essbar/essbare Teile / auf Menge achten | Die Weiße Lichtnelke wird 30 bis 120 Zentimeter hoch. Ähnlich wie die Rote Lichtnelke ist sie weich behaart, blüht jedoch reinweiß. Ein markantes Unterscheidungsmerkmal sind die getrenntgeschlechtlichen Blüten: Bei den weiblichen Blüten bläht sich der bauchige, oft grünlich genervte Kelch besonders stark auf.

Löwenzahn - Gewöhnlicher (Taraxacum sect. Ruderalia)
Löwenzahn – Gewöhnlicher

Löwenzahn – Gewöhnlicher (Taraxacum sect. Ruderalia)
Essbar/essbare Teile | Der Löwenzahn ist an seiner Blattrosette aus tief buchtig fiederspaltigen, unbehaarten Blättern („Löwenzähne“) klar zu bestimmen. Er bildet 10 bis 30 Zentimeter lange, röhrige und blattlose Stängel, aus denen weißer Milchsaft austritt. Der Blütenkorb besteht rein aus leuchtend gelben Zungenblüten.

Lungenkraut - Geflecktes (Pulmonaria officinalis)
Lungenkraut – Geflecktes

Lungenkraut – Geflecktes (Pulmonaria officinalis)
Essbar/essbare Teile | Das Gefleckte Lungenkraut ist eine raublättrige, behaarte Pflanze. Das klarste Bestimmungsmerkmal sind die breit-herzförmigen Laubblätter, die auffällige, unregelmäßige weiße Flecken tragen. Die glockenförmigen Blüten ändern beim Aufblühen ihre Farbe markant von Rosa-Rot hin zu Violett-Blau.


M – Wildpflanzen mit M – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Maiglöckchen

Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Stark giftig | Das Maiglöckchen wird 10 bis 30 Zentimeter hoch. Zur Bestimmung: Es besitzt meist zwei (gelegentlich drei) breite, lanzettliche und unbehaarte Laubblätter, die den Blütenstängel an der Basis scheidig umfassen. Der einseitige Blütenstand trägt intensiv duftende, weiße Glockenblüten. Alle Pflanzenteile sind durch herzwirksame Glykoside stark giftig.

Malve - Moschus-Malve (Malva moschata)
Malve – Moschus-Malve

Malve – Moschus-Malve (Malva moschata)
Essbar/essbare Teile | Die Moschus-Malve wächst ausdauernd bis 60 Zentimeter hoch. Zur Unterscheidung von anderen Malven achtet man auf die Blätter: Die unteren sind nierenförmig, die oberen jedoch extrem tief in schmale bis fädige Zipfel zerschlitzt. Die großen Blüten sind zartrosa bis weiß.

Malve - Rosen-Malve (Malva alcea)
Malve – Rosen-Malve

Malve – Rosen-Malve (Malva alcea)
Essbar/essbare Teile | Die Rosen-Malve erreicht Wuchshöhen von 50 bis 125 Zentimetern. Wie die Moschus-Malve hat sie handförmig geteilte obere Blätter, diese sind jedoch etwas breiter gelappt und weniger fadenförmig zerschlitzt. Die großen, rosa Blüten stehen oft gehäuft an den Triebenden.

Malve - Weg-Malve (Malva neglecta)
Malve – Weg-Malve

Malve – Weg-Malve (Malva neglecta)
Essbar/essbare Teile | Die Weg-Malve zeichnet sich durch ihre meist niederliegenden, 15 bis 60 Zentimeter langen Stängel aus. Typische Erkennungsmerkmale sind die fast kreisrunden, gekerbten und leicht behaarten Blätter. Die Blüten sind sehr klein (im Vergleich zur Wilden Malve) und zart weißlich-rosa gefärbt.

Malve - Wilde-Malve (Malva sylvestris)
Malve – Wilde-Malve

Malve – Wilde-Malve (Malva sylvestris)
Essbar/essbare Teile | Die Wilde Malve wächst meist aufrecht und wird 30 bis 120 Zentimeter hoch. Man erkennt sie an den lang gestielten, efeu- bis herzförmigen, fünf- bis siebenlappigen Blättern. Die auffälligen Blüten sind leuchtend rosaviolett mit markanten, tiefvioletten Streifen auf den Kronblättern.

Mädesüß - Echtes (Filipendula ulmaria)
Mädesüß – Echtes

Mädesüß – Echtes (Filipendula ulmaria)
Essbar/essbare Teile | Das Echte Mädesüß ist eine mächtige, bis zu 150 Zentimeter hohe Staude. Ein sicheres Merkmal sind die unterbrochen gefiederten, gesägten Blätter mit weißfilziger Unterseite. Die zahlreichen, extrem kleinen, cremeweißen Blüten bilden große, wolkige Trugdolden und verströmen einen intensiven Honig-Mandel-Duft.

Margerite - Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
Margerite – Wiesen-Margerite

Margerite – Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
Essbar/essbare Teile | Die Wiesen-Margerite wird 30 bis 70 Zentimeter hoch. Markant sind der kantige, meist unverzweigte Stängel und die länglich-spatelförmigen, oft tief gekerbten Blätter. Das Blütenköpfchen besteht aus einer flachen, intensiv gelben Röhrenblüten-Mitte, umgeben von einem dichten Kranz langer, weißer Zungenblüten.

Mariendistel (Silybum marianum)
Mariendistel

Mariendistel (Silybum marianum)
Essbar/essbare Teile | Die Mariendistel ist eine imposante, 20 bis 150 Zentimeter hohe Pflanze. Ihr absolut eindeutiges Bestimmungsmerkmal sind die großen, buchtig gelappten und kräftig bestachelten Blätter, die von markanten, milchweißen Adern netzartig marmoriert sind. Die Blütenköpfe leuchten purpurrot.

Mauerlattich ( Lactuca muralis)
Mauerlattich

Mauerlattich ( Lactuca muralis)
Essbar/essbare Teile | Der Mauerlattich wächst 30 bis 90 Zentimeter hoch und führt weißen Milchsaft. Ein hervorragendes Bestimmungsmerkmal sind die leierförmig fiederteiligen Blätter mit extrem stark vergrößertem, spieß- bis rautenförmigem Endlappen. Der große, sehr lockere Blütenstand trägt winzige, hellgelbe Blütenköpfchen.

Meerrettich - Gewöhnlicher (Armoracia rusticana)
Meerrettich – Gewöhnlicher

Meerrettich – Gewöhnlicher (Armoracia rusticana)
Essbar/essbare Teile | Der Gewöhnliche Meerrettich ist eine ausdauernde Staude mit Höhen von 50 bis 120 Zentimetern. Charakteristisch sind die riesigen, bis 60 Zentimeter langen, wellig gekerbten Grundblätter und die dicke, walzenförmige, extrem scharf riechende Pfahlwurzel. Die Blüten sind kleine, weiße Kreuzblüten.

Melde - Spreizende (Atriplex patula)
Melde – Spreizende

Melde – Spreizende (Atriplex patula)
Essbar/essbare Teile | Die Spreizende Melde ist eine 30 bis 100 Zentimeter hohe Pflanze mit längs gestreiftem, oft waagerecht abstehend verzweigtem Stängel. Die unteren Blätter sind pfeil- bis spießförmig. Zur Unterscheidung vom Gänsefuß fehlt der Melde die starke, mehlige Bestäubung fast völlig.

Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum)
Milchstern – Doldiger

Milchstern – Doldiger (Ornithogalum umbellatum)
Giftig | Der Doldige Milchstern ist eine zierliche Zwiebelpflanze, die 10 bis 30 Zentimeter hoch wird. Typisch sind die schmal-linealischen Grundblätter mit einem durchgehenden, hellweißen Mittelstreifen. Der doldentraubige Blütenstand trägt weiße, sternförmige Blüten, deren Kronblätter außen einen deutlichen, breiten, grünen Mittelstreifen haben.

Milzkraut - Wechselblättriges (Chrysosplenium alternifolium)
Milzkraut – Wechselblättriges

Milzkraut – Wechselblättriges (Chrysosplenium alternifolium)
Essbar/essbare Teile | Das Wechselblättrige Milzkraut ist eine zarte, 5 bis 15 Zentimeter hohe Pflanze kühler Wälder. Zur Bestimmung dienen der dreikantige, saftige Stängel und die namensgebenden, am Stängel wechselständig (nicht gegenständig!) angeordneten, nierenförmigen, gekerbten Blätter. Die winzigen Blüten werden von leuchtend grüngelben Hochblättern umgeben.

Minze - Acker-Minze (Mentha arvensis)
Minze – Acker-Minze

Minze – Acker-Minze (Mentha arvensis)
Essbar/essbare Teile | Die Acker-Minze wird 5 bis 30 Zentimeter hoch. Ein klares Identifikationsmerkmal im Vergleich zu anderen Minzen: Die kleinen, blassvioletten Blütenquirlen sitzen ausschließlich in den Blattachseln der Laubblätter, es gibt keinen endständigen Blütenstand an der Triebspitze. Die Pflanze duftet intensiv nach Menthol.

Minze - Grüne-Minze (Mentha spicata)
Minze – Grüne-Minze

Minze – Grüne-Minze (Mentha spicata)
Essbar/essbare Teile | Die Grüne Minze wächst aufrecht und wird 30 bis 130 Zentimeter hoch. Markante Merkmale sind die fast ungestielten („sitzenden“), länglichen und scharf gesägten, fast kahlen Blätter. Im Gegensatz zur Acker-Minze stehen die rötlich-violetten Blüten in dichten, ährigen, spitzen Blütenständen (Spearmint) am Stängelende.

Minze - Rossminze ( Mentha longifolia)
Minze – Rossminze

Minze – Rossminze (Mentha longifolia)
Essbar/essbare Teile | Die Rossminze ist eine kräftige, oft mannshohe Minze. Zur Bestimmung achtet man auf die lanzettlichen, sitzenden Blätter, die an der Unterseite dicht weißlich-grau filzig behaart sind. Die zart violetten bis rötlichen Blüten stehen in dichten, oft verästelten Ähren am oberen Stängelende.

Minze - Wasserminze (Mentha aquatica)
Minze – Wasserminze

Minze – Wasserminze (Mentha aquatica)
Essbar/essbare Teile | Die Wasserminze wird 20 bis 50 Zentimeter hoch. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die gestielten, eiförmigen, oft rötlich überlaufenen Blätter. Die violetten Blüten stehen dicht gedrängt in einem kugeligen, endständigen Hauptkopf, dem oft noch wenige kleinere Kugelquirle in den darunterliegenden Blattachseln folgen.

Mistel - Weißbeerige (Viscum album)
Mistel – Weißbeerige

Mistel – Weißbeerige (Viscum album)
Ungenießbar | Die Weißbeerige Mistel ist ein immergrüner Halbschmarotzer, der kugelige Büsche direkt in Baumkronen bildet. Typische morphologische Merkmale sind die ledrigen, gelbgrünen, gegenständig angeordneten Blätter, der gabelig verzweigte Wuchs und die ab Spätherbst heranreifenden, klebrigen, weißen Beeren.

Möhre - Wilde (Daucus carota subsp. carota)
Möhre – Wilde

Möhre – Wilde (Daucus carota subsp. carota)
Essbar/essbare Teile | Die Wilde Möhre wird 20 bis 120 Zentimeter hoch. Wichtig zur sicheren Bestimmung: Der Stängel ist markant borstig behaart (Unterschied zum kahlen, gefleckten Schierling). Die weißen, flachen Doldenblüten weisen in der Mitte oft eine markante, schwarz-rote, sterile Einzelblüte („Mohrenblüte“) auf. Nach der Blüte nestelt sich die Dolde vogelnesthaft zusammen.


N – Wildpflanzen mit N – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Nachtkerze - Gemeine (Oenothera biennis)
Nachtkerze – Gemeine

Nachtkerze – Gemeine (Oenothera biennis)
Essbar/essbare Teile | Die Gemeine Nachtkerze ist eine zweijährige, bis zu 2 Meter hohe Pflanze. Zur Bestimmung: Die großen, vierzähligen, leuchtend gelben Blüten öffnen sich charakteristisch erst in der Abenddämmerung. Die Kelchblätter sind zurückgeschlagen. Der aufrechte Stängel ist mit kleinen, roten Pünktchen, auf denen Haare sitzen, versehen.

Nachtkerze - Rotkelchige (Oenothera glazioviana)
Nachtkerze – Rotkelchige

Nachtkerze – Rotkelchige (Oenothera glazioviana)
Essbar/essbare Teile | Die Rotkelchige Nachtkerze wird 0,8 bis 1,8 Meter hoch. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Gemeinen Nachtkerze sind die markanten roten Streifen auf dem Stängel sowie die leuchtend roten (nicht grünen) Knospenhüllen (Kelchblätter) vor dem Aufblühen der extrem großen, gelben Blüten.

Nachtschatten - Bittersüßer (Solanum dulcamara)
Nachtschatten – Bittersüßer

Nachtschatten – Bittersüßer (Solanum dulcamara)
Giftig | Der Bittersüße Nachtschatten ist ein kletternder Halbstrauch. Charakteristische Merkmale sind die eiförmig-zugespitzten Blätter, die am Grund oft zwei kleine, ohrenartige Lappen tragen. Die lila Blüten besitzen stark zurückgeschlagene Kronblätter und einen markanten, gelben Staubblatt-Kegel. Im Herbst bilden sich eiförmige, leuchtend rote, giftige Beeren.

Nachtschatten - Schwarzer (Solanum nigrum)
Nachtschatten – Schwarzer

Nachtschatten – Schwarzer (Solanum nigrum)
Leicht giftig | Der Schwarze Nachtschatten ist eine aufrecht bis buschig wachsende, bis 70 Zentimeter hohe Pflanze. Zur Identifikation dienen die eiförmig-rautenförmigen, am Rand leicht geschweiften Blätter und die kleinen, weißen Sternblüten mit gelbem Kegel, aus denen kleine, im reifen Zustand matt-schwarze, giftige Beeren entstehen.

Natternkopf - Gewöhnlicher (Echium vulgare)
Natternkopf – Gewöhnlicher

Natternkopf – Gewöhnlicher (Echium vulgare)
Essbar/essbare Teile / auf Menge auchten | Der Gewöhnliche Natternkopf wird 25 bis 100 Zentimeter hoch. Ein markantes Erkennungsmerkmal ist die extrem borstig-stechende Behaarung an Stängeln und Blättern, oft auf kleinen roten Pusteln. Die großen, trichterförmigen Blüten stehen in Wickeln und verfärben sich von rosa (Knospe) zu leuchtend blau.

Nelkenwurz - Echte (Geum urbanum)
Nelkenwurz – Echte

Nelkenwurz – Echte (Geum urbanum)
Essbar/essbare Teile | Die Echte Nelkenwurz wächst aufrecht, 30 bis 120 Zentimeter hoch. Zur Bestimmung achtet man auf die dreizähligen Blätter, deren Endblättchen deutlich größer ist. Die kleinen, leuchtend gelben Blüten stehen aufrecht und entwickeln sich später zu stacheligen, klettenartigen Kugel-Fruchtständen, die an Tieren haften.

Nieswurz - Grüne (Helleborus viridis)
Nieswurz – Grüne

Nieswurz – Grüne (Helleborus viridis)
Stark giftig | Die Grüne Nieswurz ist eine 20 bis 40 Zentimeter hohe Pflanze. Wichtigstes Bestimmungsmerkmal sind die fußförmig tief geteilten, gesägten, dunkelgrünen Blätter und die großen, schalenförmigen, hell apfelgrünen Blüten, die oft schon im späten Winter erscheinen. Die gesamte Pflanze ist extrem giftig.


O – Wildpflanzen mit O – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Odermennig - Gemeiner (Agrimonia eupatoria)
Odermennig – Gemeiner

Odermennig – Gemeiner (Agrimonia eupatoria)
Essbar/essbare Teile | Der Gemeine Odermennig wird 30 bis 100 Zentimeter hoch. Ein klares Merkmal sind die unterbrochen unpaarig gefiederten Blätter (zwischen großen Fiedern stehen stets viel kleinere). Die kleinen, gelben, fünfzähligen Blüten bilden lange, ährenartige Trauben an der Stängelspitze.


P – Wildpflanzen mit P – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Pastinak - Wildform (Pastinaca sativa)
Pastinak – Wildform

Pastinak – Wildform (Pastinaca sativa)
Essbar/essbare Teile | Der Wilde Pastinak erreicht Höhen von 30 bis 120 Zentimetern. Zur Identifizierung dienen der kantig gerillte, hohle Stängel, die einfach gefiederten Blätter mit grob gesägten Fiederblättchen und die unverkennbaren, leuchtend gelben (nicht weißen wie bei vielen anderen Doldenblütlern) Doppeldolden.

Pestwurz - Gewöhnliche (Petasites hybridus)
Pestwurz – Gewöhnliche

Pestwurz – Gewöhnliche (Petasites hybridus)
Giftig | Die Gewöhnliche Pestwurz blüht (10 bis 40 cm hoch) mit dichten, rötlich-weißen Blütenständen früh im Jahr, bevor die Blätter erscheinen. Ein unverwechselbares Merkmal im Sommer sind die riesigen, oft überhängenden, rhabarberähnlichen, unterseits graufilzigen, herzförmigen Blätter, die Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern erreichen.

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Pfennigkraut

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Essbar/essbare Teile | Das Pfennigkraut wächst flach am Boden kriechend. Es lässt sich durch die exakt runden (münzförmigen, daher „Pfennig“), gegenständig angeordneten, kahlen Blättchen bestimmen. Die leuchtend gelben, schalenförmigen Blüten stehen einzeln an kurzen Stielen direkt in den Blattachseln.

Pippau - Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
Pippau – Wiesen-Pippau

Pippau – Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
Essbar/essbare Teile | Der Wiesen-Pippau erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern und führt Milchsaft. Ein Bestimmungsmerkmal zur Unterscheidung vom Löwenzahn ist der beblätterte, stark verzweigte Stängel. Die zahlreichen Blütenköpfchen sind gelb und bestehen ausschließlich aus Zungenblüten, deren Hüllblätter schwarz drüsig behaart sind.

Platterbse - Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis)
Platterbse – Wiesen-Platterbse

Platterbse – Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis)
Ungenießbar | Die Wiesen-Platterbse ist eine 30 bis 60 Zentimeter lange, kletternde Pflanze mit kantigen Stängeln. Zur Bestimmung: Das Blatt besteht aus nur einem einzigen Paar lanzettlicher Fiederblättchen, die Blattspindel endet in einer korkenzieherartigen Ranke. Die hellgelben Schmetterlingsblüten stehen in lockeren Trauben.

Portulak (Portulaca oleracea)
Portulak

Portulak (Portulaca oleracea)
Essbar/essbare Teile | Der Portulak wächst dicht am Boden mit niederliegenden, oft rötlich überlaufenen, sehr fleischigen, runden Stängeln. Ein eindeutiges Identifikationsmerkmal sind die wasserspeichernden, spatelförmigen, glänzenden, sukkulenten Blätter. Die winzigen, gelben Blüten öffnen sich nur an sonnigen Vormittagen.


Q – Wildpflanzen mit Q – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Nix los im Lexikon bei Q 😉


R – Wildpflanzen mit R – Bestimmung, Essbarkeit und Giftigkeit

Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Rainfarn

Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Giftig | Der Rainfarn ist eine stark aromatisch duftende Staude (bis 130 cm). Ein unverwechselbares Merkmal sind die dicht in einer doldigen Rispe stehenden, leuchtend gelben, knopfartigen Blütenköpfe, denen die weißen Zungenblüten fehlen. Die dunkelgrünen Blätter sind tief doppelt fiederschnittig.

Rainkohl - Gemeiner (Lapsana communis)
Rainkohl – Gemeiner

Rainkohl – Gemeiner (Lapsana communis)
Essbar/essbare Teile | Der Gemeine Rainkohl wird 30 bis 100 Zentimeter hoch und führt Milchsaft. Die unteren Blätter sind leierförmig fiederspaltig mit einem sehr großen, buchtigen Endlappen. Der obere Stängel ist stark verästelt und trägt winzige, blassgelbe Blütenköpfchen mit nur 8 bis 15 Zungenblüten.

Rauke - Weg-Rauke (Sisymbrium officinale)
Rauke – Weg-Rauke

Rauke – Weg-Rauke (Sisymbrium officinale)
Essbar/essbare Teile | Die Weg-Rauke ist eine 30 bis 70 Zentimeter hohe, starr aufrechte Pflanze. Sie zeichnet sich durch sparrig, fast im rechten Winkel abstehende, kahle Äste aus. Aus den winzigen, blassgelben Kreuzblüten bilden sich sehr kleine, eng und steif an den Stängel angepresste Schötchen (Früchte).

Ringdistel - Krause (Carduus crispus)
Ringdistel – Krause

Ringdistel – Krause (Carduus crispus)
Essbar/essbare Teile | Die Krause Ringdistel erreicht Wuchshöhen von 50 bis 200 Zentimetern. Wichtiges Bestimmungsmerkmal: Der Stängel ist durch herablaufende Blattränder durchgehend stachelig geflügelt („kraus“). Die weichen, fiederspaltigen Blätter sind unterseits oft weißfilzig. Die runden Blütenkörbchen sind purpurrot und sitzen meist gehäuft an den Triebenden.

Rohrkolben - Breitblättriger (Typha latifolia)
Rohrkolben – Breitblättriger

Rohrkolben – Breitblättriger (Typha latifolia)
Essbar/essbare Teile | Der Breitblättrige Rohrkolben wächst ausdauernd 1 bis 3 Meter hoch. Markant sind die langen, linealischen, blaugrünen Blätter. Das unverwechselbare Merkmal ist der Blütenstand: Der obere, männliche Teil und der untere, dicke, braun-samtige, zigarrenförmige weibliche Teil gehen ohne Abstand (Trennung) direkt ineinander über.


Die Geheimnisse der Wildpflanzen: Eine Entdeckungsreise

Willkommen auf einer Entdeckungsreise in die faszinierende Welt der Wildpflanzen und Wildkräuter! Diese oft übersehenen Schätze der Natur bieten nicht nur eine beeindruckende Vielfalt an Farben und Formen, sondern erfüllen auch essenzielle Funktionen für unsere Umwelt und bieten uns Menschen wertvolle Ressourcen.

Das Bestimmen von Wildpflanzen ist eine lehrreiche Herausforderung, die einen geschulten Blick erfordert. Jedes Detail zählt: Von der spezifischen Blattform und dem Blattrand über die Blütenanordnung bis hin zum Standort und der Pflanzengesellschaft. Ein fundiertes Verständnis der Botanik ist dabei der Schlüssel, um die Sprache der Natur sicher zu lesen und Verwechslungen mit giftigen Doppelgängern auszuschließen.

Das Sammeln erfordert Achtsamkeit und tiefen Respekt. Nachhaltiges Sammeln bedeutet, die „Handstraußregel“ zu beherzigen, lokale Bestimmungen zu respektieren und die ökologische Balance zu wahren. Ein sicheres Wissen darüber, welche Arten unter Naturschutz stehen und welche Inhaltsstoffe eine Pflanze ungenießbar machen, ist die Grundvoraussetzung für deine eigene Sicherheit und den Erhalt der Biodiversität.

Die Einsatzmöglichkeiten von Wildpflanzen reichen von der kreativen Wildkräuterküche bis zur traditionellen Hausapotheke. Viele Wildkräuter begeistern durch intensive Aromen und eine Nährstoffdichte, die unsere Kultursorten oft weit übertreffen. Gleichzeitig bergen sie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Naturheilkunde seit Generationen geschätzt werden, um das Wohlbefinden auf sanfte Weise zu unterstützen.

Wildpflanzen laden uns ein, die Natur mit neuen Augen zu sehen und die Komplexität unserer Lebensräume zu begreifen. Durch das Bestimmen, Sammeln und bewusste Verwenden stärken wir unsere Verbindung zur Umwelt und entwickeln ein tiefes Verständnis für die Kreisläufe des Lebens. Ich wünsche dir viel Freude an und in der Natur – Ronald

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