Birne – Holz-/Wildbirne - essbar

Birne - Holz-/Wildbirne (Pyrus pyraster)
Birne - Holz-/Wildbirne

Wildbirne/Holzbirne – Bestimmen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Birnen sind ein Kulturbegleiter, schon Homer berichtet von ihnen. Spätere Forschungen fanden heraus, dass der Birnbaum auch von den Babyloniern als heiliger Baum verehrt wurde. Sehr rasch haben die Menschen aus der Wildbirne sehr viele Arten von Birnensorten gezüchtet. Die Wildbirne (und somit die vermutete Stammform unserer Kulturbirne) wird auf dieser Seite näher beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Baum-Steckbrief „Holz-/Wildbirne“

Botanischer Name: Pyrus pyraster
Deutscher Name: Wildbirne
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Birnen (Pyrus)
Art: Wild-Birne
Weitere Synonyme/Volksnamen: Holzbirne, Holz-Birne;

Hauptblütezeit: April bis Mai;
Fruchtreife/Erntezeit: September/Oktober;
Blüten & Blütenfarbe: Büten zwittrig. Zu 3-9 in Doldentrauben an den Kurztrieben, bis 3 cm groß. Kronenblätter reinweiß, Staubblätter rot.
Früchte/Samen: Lang gestielte Apfelfrucht, rundlich bis verkehrt-eiförmig, 4-5 cm lang, gelblich-rot mit körnigen/holzigen Einschlüssen.

Vorkommen: Das Verbreitungsgebiet der Wildbirne reicht von Westeuropa bis zum Kaukasus. In Nordeuropa kommt sie nicht vor, da sie wärmebedürftig ist.
Verbreitungsschwerpunkt: Sie wird unter natürlichen Verhältnissen auf extrem trockene Standorte verdrängt und kommt daher am häufigsten an der Trockengrenze des Waldes vor, so auf basenreichen und flachgründigen, süd- oder westgerichteten Hängen im Mittelgebirgsraum. Aber auch in Auenwäldern ist sie von Natur aus anzutreffen. Angepflanzt werden kann sie dagegen auf den meisten Standorten, solange sie genügend Licht erhält – nur sauer oder vernässt sollten sie nicht sein, und auch Frostlagen sind ungeeignet.

Wuchsform: Baum oder Strauch;
Wuchshöhe: Strauchform: 2 bis 4 Meter; Baumform: 8 bis 20 Meter;
Typisch: Äste mit Dornen besetzt, gelblich braune Früchte (nur bis 4 cm groß) mit langen, dünnen Stielen.
Rinde/Borke: Die Rinde ist tief rissig und in fast würfelförmige, kleine Stücke aufgeteilt.
Alter: ca. 100 bis 150 Jahre (wobei manche Quellen von 50 Jahren sprechen);

Sammelgut/essbare Teile: Blüten, Früchte;
Energiereiche Teile: Früchte;
Inhaltsstoffe: Die Früchte enthalten Flavonoide, Vitamine, Mineralstoffe und Pektin.
Prozessierung: Theoretisch roh verzehrbar, jedoch durch „Holzeinschlüsse“ nicht praktikabel. Zu Saft oder Mus verkocht genießbar.

Verwechslungsgefahr: Durch ihre Apfelform mit Wildapfel und dessen Kreuzungen.

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Bilder & Fotos „Wild-/Holzbirne“

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Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Erscheinungsbild: Die Wildbirne erreicht eine Höhe von 8 bis 20 Meter, kommt aber auch als mittelgroßer Strauch mit einer Höhe von zwei bis vier Meter vor. Die Wildbirne hat eine graue, kleinschuppige Rinde. Anders als bei den Kulturformen sind die Äste mit Dornen besetzt.

Blätter: Die wechselständigen Laubblätter der Wildbirne sind 2,5 bis 5 cm lang und 2 bis 5 cm breit, in der Regel höchstens 1,5 mal so lang wie breit. Sie sind also annähernd rund bis eiförmig, am Grund herzförmig abgerundet und mehr oder weniger zugespitzt. Das Blatt ist ganzrandig oder fein kerbig gesägt. Der Stiel ist mit 2 bis 5 cm oft gleich lang wie die Spreite. Das kahle Blatt ist oben dunkelgrün glänzend, unten heller und leicht bläulich. Die feinen Blattnerven sind unauffällig und höchstens auf der Unterseite etwas behaart. Das Herbstlaub färbt gelb und wird zuletzt schwarz.

Blüte: Die Holzbirne blüht früh von April bis Mai. Die Blütenstände erscheinen kurz vor dem Blattaustrieb. Die 3 bis 9 blütigen Doldentrauben stehen am Ende von Kurztrieben und werden 2 bis 3 cm groß. 5-zählige, zwittrige Blüten zeigen reinweiße, etwa 7 mm lange Kronblätter, die von vergleichsweise großen, filzig behaarten Kelchblättern umgeben werden. Diese bleiben auch bei er Fruchtreife erhalten. Die Griffel sind im Gegensatz zum Wildapfel nicht miteinander verwachsen. Auffällig sind die roten Staubbeutel und der sehr dünne, filigrane Blütenstiel.

Früchte/Samen: Die kugeligen, kleinen Früchte der Wildbirne sind 1,5 bis 3,5 cm dick und sitzen auf einem dünnen, 1,5 bis 4 cm langen Stiel. Unreif grün, zeigen sie sich während der Reife im September und Oktober gelblich und überreif braun mit teigigem Fruchtfleisch.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Aus Birnbaumblüten lässt sich bei Nierenbeckenentzündungen ein wirksamer Tee bereiten. Früher verwendete man getrocknete Birnen bei (bzw. gegen) Durchfall. Volksheilkundlich nutzt man außerdem die frischen Blätter. Sie enthalten das harndesinfizierende Arbutin, Gerbstoffe und Flavonoide und wurden bei Verdauungsbeschwerden und bei Infektionen der Harnwege verwendet.

Hinweis: Gehölze (Bäume und Sträucher) nehmen in der Phytotherapie und Homöopathie seit jeher einen bedeutenden Stellenwert ein. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die zur Linderung verschiedenster Beschwerden beitragen können. Diese Seiten bieten einen fundierten Überblick über die botanischen Merkmale und traditionellen Anwendungen. Zur vertieften Auseinandersetzung mit der Heilkraft von Pflanzen empfiehlt sich ein Blick in die einschlägige Fachliteratur.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Blätter: xxx

Blüten: Die jungen, noch geschlossenen Blütenknospen ergeben eine schmackhafte Salatbeilage. Sie können auch als Tee bereitet oder an Aroma in Wildkräuterlimonade beitragen. Mit Zuckerwasser besprüht und im Ofen kandiert erbeben sie keine kleine süße Leckerei.

Früchte: Die gerbstoffreichen Früchte schmecken stark herb bitter und sauer und sind roh ungenießbar. Das harte Fruchtfleisch hat zudem typische Steinzellennester eingelagert, was die Frucht insgesamt für den menschlichen Verzehr nicht gerade attraktiv macht. Zu Saft oder Mus verarbeitet kann die Wildbirne dennoch zur Ernährung beitragen.

Geschmack: Früchte schmecken stark herb bitter und sauer;

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Bis auf die Blüten nicht ohne weiter Bearbeitung geeignet.

👉 HINWEIS: Die heimische Flora bietet faszinierende Möglichkeiten für eine naturnahe Ernährung und Gesundheitsvorsorge. Auf diesen Seiten erfährst du alles Wissenswerte über die Bestimmung und Nutzung der wichtigsten Bäume und Sträucher. Da der Fokus hier auf der botanischen Fachkunde liegt, findest du keine direkten Rezepte; zur kulinarischen Umsetzung empfehle ich dir jedoch diese spezialisierten Bücher über die Wildkräuter-Küche. Für tiefergehende Einblicke in die Themen Survival und Notnahrung sind die Bücher und Kurse von Johannes „Joe“ Vogel eine exzellente Wahl. Als Experte für Wildnis-Pädagogik vermittelt er fundiertes Wissen zur autarken Versorgung aus den Ressourcen der Natur.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Eigenschaften: Wildbirnen-Holz ist sehr begehrt, allerdings aufgrund seiner Seltenheit kaum auf dem Holzmarkt zu bekommen. Die wenigen Wildbirnen-Stämme gehen oft zu Liebhaberpreisen in die Möbeltischlerei und finden dort als Ersatz für Nussbaum (gebeizt für Ebenholz) oder wertvolle Furnier- und Intarsienarbeiten Verwendung. Das Holz ist hart, schwer und relativ dauerhaft – in manchem alten Holzhaus tragen noch heute jahrhundertealte Birnenholzbalken die schweren Decken. Es lässt sich sehr gut bearbeiten.

Merkmale: Es hat eine blass-rötliche bis hell-rötlichbraune Farbe, kann im sogenannten Falschkern aber auch dunkler werden und wird vor der weiteren Verwendung meist gedämpft.

Verwendung: Möbel, Innenausbau, Musikinstrumente, Reißschienen, Maßstäbe, Drechslerarbeiten und Giessereimodelle. Birnbaum gedämpft und schwarz gefärbt wird als Ebenholzersatz genutzt.

Geschichtliches zu diesem Baum

In der Mythologie wird der Birnbaum häufig als Ort von Drachen, Hexen und Dämonen angesehen.

Derzeit steht die Wildbirne in verschiedenen Bundesländern auf der roten Liste gefährdeter Arten.

Videobeitrag zu „Wildbirne/Holzbirne“

Wildbirne (Pyrus pyraster)

Quellen und weitere Informationen

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