Pflanzenfamilien im Wildkräuter-Lexikon

Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Ölbaumgewächse

Ölbaumgewächse (Oleaceae)

Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Ölbaumgewächse (Oleaceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.

Die Ölbaumgewächse (Oleaceae) sind eine weltweit verbreitete, vorwiegend verholzende Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Sie umfassen ökologisch und ökonomisch hochgradig relevante Bäume und Sträucher, die sich morphologisch durch kreuzgegenständige Blätter und einen stets zweikammerigen, oberständigen Fruchtknoten auszeichnen. Zu ihren bekanntesten Vertretern zählen der Olivenbaum als elementare Kulturpflanze des Mittelmeerraumes sowie die Esche als wertvoller heimischer Laubbaum.

Typische Merkmale der Familie

  • Wuchsform: Meist laubabwerfende oder immergrüne Bäume, Sträucher und seltener Lianen oder Halbsträucher, deren Zweige oft auffällige Korkwarzen (Lentizellen) tragen.
  • Blätter: Meist kreuzgegenständig, selten wechselständig angeordnet, ungeteilt oder unpaarig gefiedert und stets ohne Nebenblätter.
  • Blüten & Blütenstand: Die überwiegend zwittrigen, vierzähligen und radiärsymmetrischen Blüten mit meist nur zwei Staubblättern stehen in zymösen oder rispigen Blütenständen zusammen und strömen häufig einen intensiven Duft aus.
  • Früchte: Äußerst formenreich; das Spektrum reicht von fleischigen Steinfrüchten (Olive) und Beeren (Liguster) über lokulizide Kapselfrüchte (Flieder) bis hin zu trockenen, geflügelten Nussfrüchten (Esche).
  • Wichtige Inhaltsstoffe: Typisch ist das Vorkommen von bittermachenden Secoiridoid-Glykosiden (wie Oleuropein) in Rinde und Blättern sowie ein extrem hoher Gehalt an wertvollen fetten Ölen in Endosperm oder Fruchtfleisch.

Verwendung & ökologische Bedeutung

Die Ölbaumgewächse besitzen eine überragende wirtschaftliche Bedeutung, allen voran der Echte Ölbaum (Olea europaea), dessen fettreiche Früchte und das daraus gewonnene Olivenöl essenziell für die mediterrane Ernährung und Agrarökonomie sind. Das zähe und elastische Holz der Eschen (Fraxinus) wird im Handwerk hochgeschätzt und traditionell für Sportgeräte sowie extrem belastbare Werkzeugstiele verwendet. Zudem bereichern viele stark duftende Vertreter wie Flieder (Syringa), Jasmin (Jasminum) und Forsythie (Forsythia) als beliebte Ziergehölze unsere Gärten, wobei Letztere ökologisch oft steril bleibt, während duftende Arten wertvolle Nahrungsquellen für zahlreiche Bestäuberinsekten bilden.

Baum-Arten dieser Familie im Online-Lexikon

Esche - Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Esche – Gemeine

Esche – Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)
Essbar/essbare Teile | Die Gemeine Esche ist ein raschwüchsiger, sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von bis zu 40 Metern erreicht und mit seinen gefiederten, gegenständigen Blättern prägende Bestände in feuchten Auwäldern bildet. Ein unverkennbares Erkennungsmerkmal im Winter sind ihre tiefschwarzen Knospen, aus denen sich im Frühjahr noch vor dem Laubaustrieb die unscheinbaren, windbestäubten Blüten entwickeln. Die jungen, noch völlig weichen geflügelten Flügelnüsse (Samarae) der Gemeinen Esche können wildkräuterkulinarisch in Essig eingelegt und als pikante, kapernähnliche Würze verzehrt werden.

Esche - Manna-Esche (Fraxinus ornus)
Esche – Manna-Esche

Esche – Manna-Esche (Fraxinus ornus)
Essbar/essbare Teile | Die Manna-Esche, oft auch Blumenesche genannt, ist ein wärmeliebender, sommergrüner Baum mit rundlich gewölbter Krone, der Wuchshöhen von bis zu 20 Metern erreicht. Im Gegensatz zur Gemeinen Esche bildet sie im späten Frühjahr dichte, auffällig weiße und stark duftende Rispenblüten aus, die von zahlreichen Insekten bestäubt werden. Durch das gezielte Einritzen der Rinde gewinnt man an heißen Tagen den stark zuckerhaltigen, süßlich schmeckenden Saft (Manna), der in der Heilkunde als mildes, verträgliches Abführmittel genutzt wird.

Liguster - Gewöhnlicher (Ligustrum vulgare)
Liguster – Gewöhnlicher

Liguster – Gewöhnlicher (Ligustrum vulgare)
Giftig | Der Gewöhnliche Liguster ist ein dicht verzweigter, winterharter und oft halbimmergrüner Strauch, der aufgrund seiner enormen Schnittverträglichkeit häufig als Heckenpflanze kultiviert wird. Im Frühsommer lockt er mit seinen stark duftenden, weißen Blütenrispen unzählige Bestäuber an, während seine tiefschwarzen, erbsengroßen Beeren im Winter eine wertvolle Futterquelle für frugivore Vögel darstellen. Für den Menschen sind jedoch sämtliche Pflanzenteile des Gewöhnlichen Ligusters, insbesondere die rohen Beeren, aufgrund von Secoiridoiden und Glykosiden als giftig einzustufen und rufen Magen-Darm-Beschwerden hervor.

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