Lattich – Stachel (Kompass) - essbar

Lattich - Stachel/Kompass (Lactuca serriola)
Lattich - Stachel/Kompass

Stachel-Lattich – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Lattiche (Lactuca) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Milchsaft, von dem sich auch die lateinische Bezeichnung Lactuca ableitet, enthält Bitterstoffe, die der Pflanze bei der Abwehr von Fressfeinden und Schädlingen helfen; andererseits bestimmen sie den Wohlgeschmack des Gartensalats, der einzigen Lattichart mit ökonomischer Bedeutung. Die Gattung umfasst, je nach Autorenauffassung, etwa 100 Arten, die weltweit verbreitet sind. Auf dieser Seite wird der bei uns häufig zu findende „Stachel-Lattich“ beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Wildpflanzen-Steckbrief „Stachel-Lattich/Kompass-Lattich“

Botanischer Name: Lactuca serriola
Deutscher Name: Stachel-Lattich
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Gattung: Lattiche (Lactuca)
Art: Stachel-Lattich
Weitere Synonyme/Volksnamen: Kompass-Lattich, Wilder-Lattich, Zaun-Lattich;

Hauptblütezeit: Juli bis September;
Blütenfarbe: gelb;
Blütenform/Anzahl: viele körbchenförmige Blütenstände;
Frucht-/Samenreife: xxx

Vorkommen: Das Verbreitungsgebiet des Stachel-Lattichs reicht in Süd-Nord-Richtung von Äthiopien und dem Mittelmeergebiet nach Norden bis in die Gemäßigte Zone; dort konzentrieren sich die Vorkommen auf Tieflagen und Wärmegebiete. In West-Ost-Richtung reicht das Verbreitungsareal von den Atlantischen Inseln bis zur Mongolei, Xinjiang in West-China, Afghanistan und Nord-Indien. Er wurde im südlichen Afrika, in Ost-Asien, Australien, Neuseeland, Nordamerika und im Süden Südamerikas eingeschleppt.
Verbreitungsschwerpunkt: Der Stachel-Lattich kommt häufig in sonnigen, lückigen Unkrautfluren, an Wegrändern, Schutt- und Trümmerplätzen, in Bahn- und Verladungsanlagen, an Mauern, Dämmen und in Hecken vor. Er bevorzugt trockene, nährstoffreiche Böden an warmen, sonnigen Standorten.

Wuchshöhe: ca. 40 cm bis 120 cm;
Typisch: Stängel hell-weißlich, Blätter steif, am Stängel senkrecht oder schief gestellt, Hauptnerv unterseits stachelig;

Sammelgut/essbare Teile: Wurzeln, Stängel, Blätter, Blüten;
Energiereiche Teile: xxx
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Triterpene, Flavonoide, Cumarin und pilzabtötende Phytoalexine, Eisen, Vitamine;
Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden, jedoch ist die Pflanze sehr bitter und kann durch ausspülen (durch wässern) des Milchsaftes gemildert werden. ACHTUNG: Der Milchsaft kann zu Kontaktallergien führen

Verwechslungsgefahr: mit Familienmitgliedern, auch mit dem Gift-Lattich (dieser hat jedoch einen widerlichen Geruch, weit weniger eingeschnittene Blätter mit waagrechter Stellung).

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Bilder & Fotos „Stachel-Lattich/Kompass-Lattich“

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Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Der Stachel-Lattich ist eine einjährig überwinternde bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 cm bis 120 cm erreicht. Sie kann bis zu 2 m tiefe Wurzeln entwickeln. Die Pflanze führt einen weißen Milchsaft.

Blätter: Die Pflanze hat am Stängel wechselständig verteilte Laubblätter, die mit ihrer Blattspreite oft senkrecht stehen und häufig Nord-Süd weisen. Sie gilt daher als eine Kompasspflanze. Die Blätter sind tief buchtig gelappt (Typusform: forma serriola)* oder lanzettlich und ungelappt (forma integrifolia)*, der Blattrand ist immer mehr oder weniger grob gezähnt. Die Stacheln auf der Mittelrippe sind länger als ihr gegenseitiger Abstand.

Blüte: An einer Pflanze stehen viele körbchenförmige Blütenstände. Die Blütenkörbchen enthalten nur 12 bis 20 Zungenblüten. Die verwachsenen Kronblätter sind gelb und ungleich violett überlaufen. Blütezeit ist von Juli bis September. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Insekten, auch Selbstbestäubung findet statt.

Frücht/Samen: Die hell graubraunen Achänen sind rau und etwa 2,5 bis 3,5 mm lang, mit einem weißen, (3 bis) 4 bis 5 mm langen Pappus.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Es gibt Berichte das der Milchsaft zur Behandlung von Warzen eingesetzt wurde. Außerdem wurde der eingedickte Milchsaft als beruhigendes und hustenreizstillendes Mittel verwendet (hierfür wurde jedoch meist der Gift-Lattich verwendet).

Was die Wirkungen der Inhaltsstoffe der Lattiche angeht, weiß man seit Neuestem aus einer Laborstudie, dass die Hauptbitterstoffe Lactucin und Lactucopicrin gegen den Erreger der Malaria, Plasmodium falciparum, wirken und diese Wirkung in Afghanistan ethnobiologisch bekannt ist – nur wird dort keine Lattichart benutzt, sondern die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), die dieselben zwei Stoffe enthält.


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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Wurzeln: Auch wenn die Wurzeln sehr faserreich sind, können sie dennoch, fein geschnitten, als herbes Gewürz genutzt werden. Der weiße Pflanzensaft (in der gesamten Pflanze enthalten) kann getrocknet, in kleinen Mengen, als gesunde „Bitter-Nascherei“ genutzt werden. Achtung: Der Milchsaft kann jedoch auch zu Kontaktallergien führen.

Blätter und Triebspitzen: Junge, weiche Blätter (etwa von April bis Juli) dienen feinherbes Gewürzkraut (z.B.: für Kartoffel-Eierkuchen) und können auch sehr gut roh als bitterherbe Beigabe in Salat- und Kräuterhackgerichten oder in Frischkäse als Brotbelag genutzt werden. Sie können auch als Beigabe in Spinat, Gemüsesuppen, Gemüseflüllungen genutzt werden.

Blütenstängel: Vor dem Blühbeginn (etwa bis Juli) können die noch zartweichen Stängelspitzen, geschält, als leicht bittere, rohe Knabberei, als Stängel- oder Bittergemüse verwendet werden. Hinweis: Um den bitteren Geschmack zu mildern (besonders für die Rohkostverwendung) kann man die Planzenteile kleinschneiden und durch Wässern den Pflanzensaft herausspülen.

Blüten: Die Zungenblüten können (etwa von Juli bis September) als farbliche Bereicherung für Wildkräutersalz sowie als Dekoration für vielerlei Speisen genutzt werden.

Samen: xxx

Geschmack: Der Stachel-Lattich schmeckt (auch jung) sehr streng und wird mit der Reife im Laufe des Jahres immer bitterer.

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Da der Stachel-Lattich (besonders roh) sehr streng/bitter schmeckt empfiehlt es sich diesen nur als Beigabe im Grünen-Smoothie zu verwenden.


👉 HINWEIS: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Da ich auf dieser Seite bewusst auf Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.

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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze

* Die Form der Stängelblätter des Stachel-Lattich forma serriola und forma integrifolia ist erblich und nicht durch Übergänge verbunden. Pflanzen mit beiden Blattformen kommen regional gehäuft, manchmal aber auch nebeneinander am selben Wuchsort vor.

Der Stachel-Lattich ist die Stammpflanze unseres Gartensalates (Lactuca sativa). Genetische Untersuchungen zeigen so große Ähnlichkeiten zwischen der Kulturform Lactuca sativa und der Wildform Lactuca serriola, dass eine Aufspaltung in zwei Arten nicht gerechtfertigt erscheint.

Der Stachel-Lattich (deshalb auch Kompass-Lattich) verfügt über eine ausgeprägte Anpassung an Trockenheit und Sonneneinstrahlung: Blätter an sonnigen Stellen befinden sich in „Kompass-Stellung“: Die Spreite steht senkrecht, ihre Schmalseite ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, parallel zur Sonneneinstrahlung. Damit sind die Blattspreiten dem weniger intensiven Sonnenlicht des Vor- und Nachmittags voll ausgesetzt. Beim mittäglichen Sonnenhöchststand weisen aber die Blattkanten der Sonne entgegen.

Videobeitrag zu „Stachel-Lattich/Kompass-Lattich“

Stachel-Lattich/Kompass-Lattich (Lactuca serriola)

Auf dem Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du noch mehr Bestimmungsvideos für den Stachel-Lattich (Kompass-Lattich). Mit Hilfe von kurzen Videos kannst du diese Wildpflanze über ihren gesamten Lebenszyklus kennen lernen. Im YouTube-Kanal findest du außerdem Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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