Weiß-Klee- Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden
Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit
Der Weiß-Klee ist eine der bekanntesten und ökologisch wertvollsten Wiesenpflanzen unserer Breiten. Als extrem trittfester Kriecher überlebt er nicht nur auf intensiv genutzten Weiden und Rasenflächen, sondern reichert den Boden durch eine Symbiose mit Knöllchenbakterien aktiv mit Stickstoff an. Für Insekten ist er eine unverzichtbare Nektarquelle („Bienenbrot“), für den Menschen ein mildes Wildgemüse mit einer langen Tradition als Glückssymbol.
Informationskategorien zu dieser Wildpflanze
Wildpflanzen-Steckbrief „Weißklee“
- Botanischer Name: Trifolium repens
- Deutscher Name: Weiß-Klee
- Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
- Gattung: Klee (Trifolium)
- Andere Namen: Kriechender Klee, Lammklee, Honigklee
- Lebensdauer: Mehrjährig (ausdauernd)
- Wuchsform: Krautig, kriechend (teppichbildend)
- Wuchshöhe: 5 bis 20 cm (Blütenstiele bis 30 cm)
- Wurzelwerk: Flachwurzler mit bis zu 50 cm langer Pfahlwurzel und bewurzelten Ausläufern
- Blütezeit: Mai bis Oktober
- Blütenstand: Kugelige Köpfchen auf langen Stielen
- Fruchtreife: Juli bis Oktober
- Boden/Standort: Nährstoffreiche, frische, lehmige Böden; Wiesen, Weiden, Parkrasen, Wegränder (trittfest)
- Hauptinhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, Isoflavone (Phytoöstrogene), cyanogene Glykoside (in geringen Mengen)
- Giftigkeit: Für den Menschen ungiftig.
Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze
Der Weiß-Klee ist durch seinen kriechenden Wuchs und die typischen weißen Blütenköpfchen leicht zu erkennen. Er bildet keine aufrechten Stängel, sondern alle Blätter und Blüten entspringen scheinbar direkt dem Boden (bzw. den am Boden liegenden Ausläufern).
Vegetative Merkmale (Stängel & Blätter)
- Stängel: Der Stängel ist kahl, kriecht am Boden entlang und bildet an den Knoten neue Wurzeln. Er kann Längen von bis zu 40 cm erreichen und bildet dichte Matten.
- Blätter: Die lang gestielten Blätter sind dreizählig gefingert. Die einzelnen Teilblättchen sind verkehrt-eiförmig und am Rand fein gezähnt. Charakteristisch ist die meist vorhandene, helle, winkelartige Zeichnung (Querbinde) auf der Blattspreite.
Generative Merkmale (Blüte & Frucht)
- Blüte: Die Blütenköpfchen stehen auf langen, blattlosen Stielen, die die Blattebene meist überragen. Ein Köpfchen besteht aus 40 bis 80 weißen (selten leicht rosa überlaufenen) Einzelblüten. Nach der Befruchtung werden die Blüten braun und hängen schlaff herab.
- Frucht: Es bilden sich kleine, linealische Hülsenfrüchte, die drei bis vier gelbliche Samen enthalten.
Verwechslungsgefahren:
- Schweden-Klee (Trifolium hybridum): Wächst aufrecht (nicht kriechend), Stängel sind nicht wurzelnd. Die Blüten sind oft rosa überlaufen.
- Erdbeer-Klee (Trifolium fragiferum): Ähnlicher kriechender Wuchs, aber der fruchtende Blütenstand bläst sich ballonartig auf und ähnelt einer Himbeere/Erdbeere.
- Rot-Klee (Trifolium pratense): Wächst aufrecht, Blüten sind purpurrot, Blätter meist größer.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung
Heilpflanzen-Steckbrief:
- Droge: Trifolii repentis flos (Weißkleeblüten)
- Inhaltsstoffe: Isoflavone, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren
- Monographie-Status: Keine positive Monographie durch HMPC oder Kommission E.
In der evidenzbasierten Medizin spielt der Weiß-Klee keine Rolle. Weder Kommission E noch das HMPC haben eine medizinische Verwendung anerkannt.
Volksheilkunde:
In der Volksmedizin wurden die Blüten traditionell als „Blutreinigungsmittel“ und zur Anregung der Verdauung und Lebertätigkeit verwendet. Aufgrund der enthaltenen Isoflavone (Phytoöstrogene) wird Weiß-Klee gelegentlich in der Frauenheilkunde zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden diskutiert, steht hierbei jedoch meist im Schatten des potenteren Rot-Klees.
👉 Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Die bereitgestellten Informationen dienen jedoch ausschließlich der neutralen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Heilpflanzenkunde findest du in meiner Buchtipp-Ecke eine Auswahl an Fachliteratur. Ein besonders empfehlenswertes Standardwerk ist „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. In diesem Werk beleuchtet der Autor die Anwendung der Pflanzen aus Sicht der Schulmedizin, der Phytotherapie und der Volksheilkunde sowie ihre Bedeutung in der Homöopathie.
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Essbarkeit & Verwendung in der Küche
Kulinarisches Profil: Der Weiß-Klee ist ein mildes, süßliches Wildgemüse. Die Blätter erinnern geschmacklich an Erbsen oder Feldsalat, während die Blüten durch den Nektar eine honigartige Süße beisteuern. Die Pflanze ist ein hervorragender Eiweißlieferant.
- Blätter und Triebe (April bis Juni): Junge, weiche Blätter eignen sich hervorragend als Basis oder Beigabe für Wildkräutersalate, Suppen, Spinatgerichte oder Kräuterquark. Sie können auch milchsauer als „Klee-Sauerkraut“ fermentiert werden.
- Blüten (Mai bis September): Die süßen Blüten sind eine essbare Dekoration für Salate und Desserts. Sie lassen sich in Teig ausbacken, zu Gelee verarbeiten oder aromatisieren Sirup und Limonaden. Getrocknet dienen sie als Tee oder werden zu Mehl vermahlen (Streckmehl).
- Samen (Spätsommer): Die eiweißreichen Samen können getrocknet zu Mehl verarbeitet oder im Winter als Sprossen („Kresse“) gezogen werden.
Weiß-Klee kann cyanogene Glykoside enthalten, die bei der Verdauung Blausäure freisetzen. Bei normalen Verzehrmengen (z.B. im Salat oder als Gemüsebeilage) ist dies für den Menschen völlig unbedenklich. Ein exzessiver Verzehr riesiger Mengen roher Pflanzenmasse sollte jedoch vermieden werden. Durch Kochen oder Trocknen werden diese Verbindungen weitgehend abgebaut.
👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Wildkräuter, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.
Da ich auf dieser Seite bewusst auf detaillierte Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.
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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze
Der „Glücksklee“ und seine Symbolik
Das dreiteilige Kleeblatt ist eines der bekanntesten Symbole im westlichen Kulturkreis. Im Christentum steht es für die Dreifaltigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist). Die seltenen vierblättrigen Mutationen gelten als Glücksbringer. Botanisch gesehen ist das vierblättrige Kleeblatt eine genetische Anomalie oder eine Wachstumsstörung. Die Wahrscheinlichkeit, eines zu finden, ist gering, was den Aberglauben um das „Finderglück“ befeuert hat. Vorsicht: Der im Handel oft als „Glücksklee“ verkaufte Sauerklee (Oxalis) hat botanisch nichts mit dem echten Klee (Trifolium) zu tun.
Ökologischer Dünger und Bienenweide
Der Weiß-Klee ist ein ökologischer Alleskönner. Wie alle Hülsenfrüchtler lebt er in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) an seinen Wurzeln. Diese Bakterien binden Luftstickstoff und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Stirbt der Klee ab, verbleibt der Stickstoff im Boden und düngt umliegende Pflanzen („Gründüngung“). Zudem ist er eine der wichtigsten Trachtpflanzen für Honigbienen und Wildbienen. Sein Nektar besitzt einen extrem hohen Zuckergehalt, was ihn zur Produktion von Sortenhonig („Kleehonig“) prädestiniert.
Videobeitrag zu „Weißklee“
Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.
Quellen und weitere Informationen
- Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen – von Steffen Guido Fleischhauer
- Essbare Wildpflanzen – 200 (essbare & giftige) Arten bestimmen und verwenden
- de.wikipedia.org – voll mit Wildkräuter & Wildpflanzen-Wissen
- www.biolib.de (Illustrationen von Wildkräutern und anderen Pflanzen)
- www.floraweb.de – Botanikseite vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- viele weitere Webseiten & Bücher/Büchlein über essbare/giftige Wildpflanzen
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