Melde – Spreizende - essbar

Melde - Spreizende (Atriplex patula)
Melde - Spreizende

Spreizende Melde – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit

Die Melden (Atriplex) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Mit, je nach Autorenauffassung, etwa 300 Arten ist dies die artenreichste Gattung der Familie. Der Name Melde ist vom „bemehlten“ Aussehen der behaarten Pflanzen abgeleitet. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig zu findender Vertreter, die „Spreizende Melde“ beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Wildpflanzen-Steckbrief „Spreizende Melde“

Botanischer Name: Atriplex patula
Deutscher Name: Spreizende Melde
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Gattung: Melden (Atriplex)
Art: Spreizende Melde
Weitere Synonyme/Volksnamen: Ausgebreitete Melde, Ruten-Melde, Spreizende Melde, Gewöhnliche Melde, Gemeine Melde;

Hauptblütezeit: Juli bis Oktober;
Blütenfarbe: grünlich;
Blütenform/Anzahl: in unterbrochenen ährigen Blütenständen stehen die Blüten in Knäueln aus vier bis zehn Blüten zusammen;
Frucht-/Samenreife: September/Oktober;

Vorkommen: Das natürliche Verbreitungsgebiet der Spreizenden Melde umfasst ganz Europa, Nordafrika, Westasien und Sibirien bis zum chinesischen Xinjiang. Als eingeführte Art ist sie auch in anderen Teilen von China zu finden. In Nordamerika ist die Spreizende Melde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eingeführt worden und heute dort weit verbreitet. Auch in Südamerika kommt sie eingeschleppt vor.
Verbreitungsschwerpunkt: Ihr Lebensraum sind fast überall Ruderalgesellschaften, nur selten wächst die Spreizende Melde auch an Meeresküsten oder in sandigen Steppen. Sie besiedelt kurzlebige Unkrautfluren in Äckern und Gärten, an Schuttplätzen oder Wegen, oder wächst an trockenfallenden Flussufern. Dabei bevorzugt sie frische, nährstoffreiche, lockere Ton- und Lehmböden mit neutralem Boden-pH.

Wuchshöhe: 30 cm bis 100 cm (Einzelexemplare bis 150 cm);
Typisch: Pflanze sparrig, untere Blätter spießförmig, obere Blätter lanzettlich bis lineal, um die Frucht zwei dreieckige Blätter.

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Triebe, Blütenknospen, Blüten, Samen;
Energiereiche Teile: Samen;
Inhaltsstoffe: Saponine, Favonoide, Betalaine, Vitamin C, Mineralstoffe;
Nötige Ver-/Bearbeitung: Kann roh verwendet werden, Samen müssen „gebrochen“ (gemahlen/gekaut) werden um an energiereiche Stoffe zu kommen.

Verwechslungsgefahr: Mit dem Weißen Gänsefuß. Seine Blätter sind mehlig bestäubt und wirken hell-blaugrün;

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Bilder & Fotos „Spreizende Melde“

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Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze

Erscheinungsbild: Die Spreizende Melde ist eine einjährige krautige Pflanze. Der aufrechte, im oberen Teil deutlich gerippte und gestreifte Stängel erreicht eine Länge von (10 bis) 30 bis 100 (bis 150) cm. Er ist stark verzweigt mit langen, waagerecht oder schräg abgespreizten bis bogenartig aufsteigenden Ästen, die dunkelgrün und kahl sind.

Blätter: Die wechselständig (die untersten auch gegenständig) am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattspreite und Blattstiel gegliedert. Der Blattstiel ist 5 bis 12 mm lang. Die Blätter besitzen eine Länge von 25 bis 120 mm und eine Breite von meist 3 bis 40 (bis zu 75) mm. Die beidseitig grüne Blattspreite der unteren Blätter ist länglich dreieckig-rhombisch, spießförmig oder schwach dreilappig, mit keilförmigem Blattgrund oder mit basalen Spießecken und am Rand gezähnt. Die Blattspreite der oberen, auf der Unterseite manchmal gräulichen Blätter ist lanzettlich und meist ganzrandig.

Blütenstand und Blüte: In unterbrochenen ährigen Blütenständen stehen die Blüten in Knäueln aus vier bis zehn Blüten zusammen. Die Spreizende Melde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch) oder fast diözisch. Die männlichen Blüten besitzen vier bis fünf längliche, grüne Blütenhüllblätter (Tepalen) und vier bis fünf Staubblätter. Die weiblichen Blüten werden von zwei grünen, rhombischen Vorblättern umhüllt, Blütenhüllblätter sind nicht vorhanden, sie enthalten nur einen vertikalen Fruchtknoten mit zwei fadenförmigen Narben.

Früchte/Samen: Die vertikale Frucht wird von den krautigen, im unteren Drittel (bis fast zur Mitte) miteinander verwachsenen Vorblättern umhüllt, die sich zur Fruchtreife schwarz verfärben können. Sie sind 2 bis 7 (bis zu 20) mm lang, rhombisch oder rhombisch-dreieckig, an der breitesten Stelle mit nach oben gestreckten Seitenecken und ganzrandig oder gezähnt. Auf ihrer Rückseite tragen sie meist Anhängsel.

Die häutige Fruchtwand umgibt den Samen. Es gibt zwei verschiedene Samenformen (Heterokarpie): Hellbraune, etwas konkave Samen mit einem Durchmesser von 1,8 bis 3 mm, sowie rötlich-schwarze, flache oder konvexe Samen mit einem Durchmesser von nur etwa 1,5 (bis zu 2) mm.

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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Melden (dabei besonders die Gartenmelde) wurden früher als vielseitige Heilpflanze genutzt. Die Blätter wirken harntreibend (Diuretikum). Blätter und Samen dienten als Brechmittel (Emetikum) und als Abführmittel (Purgativa). Sie wurden außerdem zur Anregung des Stoffwechsels als Frühjahrskur und bei nervöser Erschöpfung verwendet. In der Volksmedizin wurden damit auch Lungenkrankheiten behandelt. Äußerlich angewendet sollen die Blätter bei Gicht helfen. Die Samen wurden vermischt mit Wein bei Gelbsucht verabreicht. Einreibungen aus dem Saft der ganzen Pflanze galten als Volksheilmittel bei Hautkrankheiten und Geschwüren im Rachen.


👉 HINWEIS: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Heilpflanzenkunde findest du in meiner Buchtipp-Ecke eine Auswahl an Fachliteratur.
 
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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Wurzeln: Es wird vermutet das früher auch die jungen, weichen Wurzeln für Wurzelgemüse genutzt wurden.

Blätter und Triebspitzen: Junge Blätter (und Triebe) kann man, in feine Streifen geschnitten, roh für Salate, Kräutermischungen, Kräuterbutter, Kräutertopfen (Kräuterquark), oder Ähnliches verwenden. Wer gerne kocht kann sie zu Spinat, Saucen, Gemüsesuppen und dergleichen verarbeiten. Aufgrund ihrer Milde, können sie auch in größerer Menge verwendet werden und einigen sich außerdem ausgezeichnet für Grüne Smoothis.

Blütenstängel: xxx

Blüten & Blütenknospen: Sie können von etwa Juli bis August roh genascht oder in Salate und Aufstriche beigegeben werden.

Samen: Von etwa September bis Oktober stehen die reifen Samen zur Verfügung. Sie sind sehr stärkereich und können zu Mehl vermahlen werden. Dieses eignet sich zum Anreichern von Eintöpfen und Grützen. Es kann auch zum Strecken von Getreidemehl genutzt werden. Im Winter kann man versuchen frische Keimsaat aus ihnen zu ziehen.

Geschmack: Die Melde schmeckt spinatartig bis nussig. Sie ist dabei sehr mild und kann in größeren Mengen genutzt werden.

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Die Pflanze ist mild/neutral und kann deshalb, ähnlich wie das Grün der fast immer verfügbaren Pflanzen Brennnessel, Labkraut und Vogelmiere, auch in großer Menge Einzug in den Smoothie halten.


👉 HINWEIS: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Da ich auf dieser Seite bewusst auf Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.

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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze

Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind oder durch Selbstbestäubung, selten auch durch Insekten. Die die Frucht umgebenden Vorblätter verlängern sich nach der Blüte und dienen als Flugorgan für die Windausbreitung; daneben erfolgen Schwimmausbreitung und Menschenausbreitung als Ruderalpflanze. Die Pflanze ist ein Wintersteher.

Während der russischen Hungersnot von 1921 verwendeten viele Menschen Melden als Ersatz für Getreide, allerdings verursachte dies besonders bei Kindern die sogenannten „Hungerbäuche“.

Viele Arten sind wichtige Futterpflanzen. So wurden einige Arten, wie Atriplex canescens, aus Australien und Amerika nach Südwest-Asien eingeführt, um dort beweidet zu werden.

Auch als Zierpflanzen werden Melden gelegentlich angepflanzt, besonders die rotlaubigen Formen der Gartenmelde dienen als Blattschmuck.

Aufgrund der sehr hohen Samenbildungsrate sind einige Meldearten zum „Unkrautproblem“ im Ackerbau geworden.

Videobeitrag zu „Spreizende Melde“

Spreizende Melde (Atriplex patula)

Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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