Spargelgewächse (Asparagaceae)
Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Spargelgewächse (Asparagaceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.
Die Spargelgewächse (Asparagaceae) sind eine weltweit verbreitete Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales), die eine enorme morphologische Vielfalt von zarten Frühjahrsblühern bis hin zu sukkulenten Agaven umfasst. Mit rund 150 Gattungen und etwa 2500 Arten gehören sie zu den bedeutendsten Gruppen der Einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen).
Typische Merkmale der Familie
- Wuchsform: Überwiegend ausdauernde krautige Pflanzen mit Rhizomen oder Zwiebeln als Überdauerungsorganen (Geophyten); seltener Halbsträucher, Lianen oder baumförmige Gewächse (z. B. Drachenbaum).
- Blätter: Meist wechselständig oder in grundständigen Rosetten angeordnet; die Blattspreiten sind einfach, ganzrandig und parallelnervig, teils sukkulent verdickt oder zu Schuppen reduziert (bei Asparagus übernehmen dann Phyllokladien die Photosynthese).
- Blüten & Blütenstand: Die Blüten sind meist dreizählig mit gleichgestalteten Blütenhüllblättern (Perigon), oft zwittrig und radiärsymmetrisch; der Fruchtknoten ist fast immer oberständig.
- Früchte: Vorwiegend Beeren (z. B. beim Maiglöckchen) oder Kapselfrüchte.
- Wichtige Inhaltsstoffe: Häufig Steroidsaponine, herzwirksame Glykoside (Cardenolide), Schleimstoffe und Calciumoxalat-Raphiden.
Verwendung & ökologische Bedeutung
Wirtschaftlich ist vor allem der Gemüsespargel (Asparagus officinalis) von globaler Bedeutung, während zahlreiche Gattungen wie Hyazinthen, Funkien (Hosta) oder die Yucca als beliebte Zierpflanzen kultiviert werden. Ökologisch spielen die vielen früh blühenden Vertreter der Familie in den gemäßigten Breiten eine essenzielle Rolle als erste Nektar- und Pollenquelle für Insekten nach dem Winter. Medizinisch relevant sind Gattungen wie Convallaria (Maiglöckchen) aufgrund ihrer starken Herzglykoside, deren therapeutische Anwendung aufgrund der geringen therapeutischen Breite ausschließlich in standardisierter Form unter ärztlicher Aufsicht erfolgen darf.
Wildpflanzen-Arten dieser Familie im Online-Lexikon
Blaustern – Zweiblättriger (Scilla bifolia)
Geschützt & giftig | Der Zweiblättrige Blaustern ist ein zarter Frühjahrsgeophyt, der seine leuchtend blauen Sternblüten oft schon im März in Laubwäldern entfaltet. Charakteristisch sind die meist zwei (selten drei) grundständigen, umfassenden Laubblätter, die gemeinsam mit dem Blütenstängel aus einer unterirdischen Zwiebel treiben.
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Stark giftig | Das Maiglöckchen ist eine ausdauernde Waldpflanze, die für ihre intensiv duftenden, reinweißen und glockenförmigen Blüten in einer einseitswendigen Traube bekannt ist. Aufgrund des hohen Gehalts an herzwirksamen Glykosiden in allen Pflanzenteilen kann bereits die Aufnahme geringer Mengen von Pflanzenteilen zu schweren Vergiftungserscheinungen führen.
Milchstern – Doldiger (Ornithogalum umbellatum)
Giftig | Der Dolden-Milchstern bildet sternförmige, weiße Blüten, deren Perigonblätter auf der Außenseite einen markanten grünen Mittelstreifen aufweisen. Die Blüten dieses Zwiebelgewächses reagieren stark auf Lichtreize und öffnen sich in der Regel nur bei direktem Sonnenschein.
Weißwurz – Vielblütige (Polygonatum multiflorum)
Giftig | Die Vielblütige Weißwurz, auch Salomonssiegel genannt, wächst als stattliche Waldstaude mit übergebogenen, im Querschnitt vollkommen runden Stängeln und wechselständigen Blättern. In den Blattachseln hängen die weißlichen, röhrenförmigen Blüten in kleinen Gruppen herab, aus denen sich später blauschwarze, giftige Beeren entwickeln.
Weitere Pflanzenfamilien im Wildkräuter-Lexikon
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