Schmetterlingsflieder - ungenießbar

Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)
Schmetterlingsflieder

Schmetterlingsflieder (Sommerflieder) – Bestimmen/Erkennen

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes. Dieser Baum ist GIFTIG und NICHT für die menschliche Ernährung geeignet

Der Schmetterlingsflieder ist ein zweischneidiges Schwert in unserer heimischen Flora. Ursprünglich aus China und Tibet als pflegeleichter Zierstrauch eingeführt, hat sich das Braunwurzgewächs (Scrophulariaceae) als extrem durchsetzungsfähiger Pionier in Europa etabliert. Während er im Hochsommer unzählige Schmetterlinge mit seinem betörenden Nektarduft anlockt, gilt er im Naturschutz heute als hochproblematischer, invasiver Neophyt, der heimische Pflanzen auf Brachflächen und an Flussufern massiv verdrängt.

Baum-Steckbrief „Schmetterlingsflieder“

  • Botanischer Name: Buddleja davidii
  • Deutscher Name: Schmetterlingsflieder
  • Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
  • Gattung: Sommerflieder (Buddleja)
  • Andere Namen: Sommerflieder, Gewöhnlicher Sommerflieder, Schmetterlingsstrauch, Fliederspeer
  • Lebensdauer: Mehrjährig
  • Wuchsform: Sommergrüner, aufrecht und überhängend wachsender Strauch
  • Wuchshöhe: 0,5 bis 5 Meter
  • Wurzelwerk: Weitreichendes, anpassungsfähiges Flach- bis Herzwurzelsystem
  • Blütezeit: Juli bis August (oft bis in den Herbst remontierend)
  • Blütenstand: Bis zu 30 cm lange, dichte und schmalkegelige Rispen (Thyrsen)
  • Fruchtreife: September bis Oktober
  • Boden/Standort: Extrem anspruchslos; liebt trockene, sonnige und durchlässige Böden. Besiedelt Industriebrachen, Bahndämme, Schotter- und Kiesbänke.
  • Hauptinhaltsstoffe: Iridoide Glykoside (Catalpol, Aucubin), Saponine
  • Giftigkeit: Für den Menschen schwach giftig (in allen Pflanzenteilen, besonders in Blättern und Samen).

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Bilder & Fotos „Schmetterlingsflieder“

Heimische Bäume & Sträucher bestimmen mit Fotos (©) von pflanzen-vielfalt.NET. Die folgenden Bilder/Fotos zeigen dir die Pflanze im Jahres- bzw. Lebensverlauf und ermöglichen eine Bestimmung über den gesamten Zeitraum.

Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Den Schmetterlingsflieder erkennst du im Hochsommer sofort an den imposanten, nektarduftenden Blütenkerzen, die das Ende der überhängenden Zweige zieren, sowie an dem markanten Farbkontrast seiner Blätter.

Vegetative Merkmale (Stamm, Rinde, Blätter)

  • Zweige & Rinde: Die jungen Zweige sind auffällig vierkantig geformt und besitzen eine charakteristische, filzig behaarte Rinde. Ältere Äste verholzen und die Rinde reißt längs auf.
  • Blätter: Sie stehen gegenständig am Zweig, sind schmal-lanzettlich (bis zu 25 cm lang und 7 cm breit) und am Rand schwach gezähnt.
  • Blattfärbung: Die Blattoberseite ist dunkelgrün und oft kahl, während die Blattunterseite von einem dichten, silbrigen bis grauen Haarfilz überzogen ist.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blüte: Die kleinen, vierzähligen Röhrenblüten stehen in bis zu 30 cm langen, spitzen Rispen zusammen. Sie duften stark nach Honig. Die Wildform blüht lilafarben, Zuchtformen blühen auch weiß, rosa oder dunkelviolett. Ein sehr typisches Merkmal ist das kräftig orange-gelbe „Auge“ am Eingang der Kronröhre.
  • Früchte & Samen: Im Herbst bilden sich kleine (5 bis 9 mm lange), zweiklappige und braune Kapselfrüchte. Sie enthalten unzählige, winzige und mit winzigen Flügeln versehene Samen (spanförmig).

Verwechslungsgefahren:

  • Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris): Trotz des ähnlichen Namens gehört dieser zu den Ölbaumgewächsen (Oleaceae). Er blüht deutlich früher (im Mai), besitzt glatte, herzförmige Blätter (ohne grauen Filz auf der Unterseite) und einen völlig anderen Blütenaufbau.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Heilpflanzen-Steckbrief:

  • Droge: Keine offizinelle Droge
  • Inhaltsstoffe: Iridoide Glykoside (Catalpol, Methylcatalpol, Aucubin), Saponine
  • Monographie-Status: Keine (weder HMPC noch Kommission E)

Der Schmetterlingsflieder hat in der evidenzbasierten europäischen Phytotherapie keinerlei Bedeutung und es gibt keine gesicherten medizinischen Anwendungen für diese Pflanze. Während in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eng verwandte Buddleja-Arten teils genutzt werden, findet Buddleja davidii in der heimischen Volksheilkunde keine Verwendung. Aufgrund der enthaltenen Glykoside und Saponine wird von jeglichen Selbstversuchen abgeraten.

⚠️ Sicherheit & Gegenanzeigen:

  • Alle Pflanzenteile, insbesondere die Blätter und Samen, gelten als schwach giftig. Ein Verzehr oder die Zubereitung als Tee kann zu Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden führen.

Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Gehölze (Bäume und Sträucher) nehmen in der Phytotherapie und Homöopathie seit jeher einen bedeutenden Stellenwert ein. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die zur Linderung verschiedenster Beschwerden beitragen können. Die Informationen auf diesen Seiten bieten dir einen fundierten Überblick über die botanischen Merkmale und traditionellen Anwendungen. Sie stellen jedoch keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zur vertieften Auseinandersetzung mit der Heilkraft von Pflanzen empfiehlt sich ein Blick in die einschlägige Fachliteratur. Ein bewährtes Standardwerk ist beispielsweise „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. Er beschreibt darin detailliert die Anwendungsmöglichkeiten in der Schulmedizin, Phytotherapie und Volksheilkunde sowie die Nutzung innerhalb der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Kulinarisches Profil: Diese Pflanze ist gänzlich ungenießbar und hat in der Wildkräuterküche oder Ernährung absolut nichts zu suchen.

  • Pflanzenteile: Weder Blüten, Blätter noch Samen eignen sich für den Verzehr.
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis:

Verwende die dekorativen Blütenblüten nicht als essbare Dekoration auf Salaten oder Süßspeisen, da die Pflanze schwach giftige Saponine und Glykoside enthält. Auch für Grüne Smoothies sind die filzigen Blätter gänzlich ungeeignet.

👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die heimische Flora bietet faszinierende Möglichkeiten für eine naturnahe Ernährung. Auf diesen Seiten erfährst du alles Wissenswerte über die Bestimmung und Nutzung der wichtigsten Bäume und Sträucher. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Pflanzenteile, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.

Da der Fokus dieses Lexikons auf der botanischen Fachkunde liegt, findest du hier keine detaillierten Rezepte. Zur kulinarischen Umsetzung empfehle ich dir stattdessen diese spezialisierten Bücher über die Wildkräuter-Küche.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Holzeigenschaften: Das Holz des Strauches ist fasrig, weich und hat einen großen, oft markigen Kern.

  • Nutzung & Handwerk: Da der Schmetterlingsflieder meist nur als buschiger Strauch mit relativ dünnen Trieben wächst, liefert er kein verwertbares Nutzholz. Er hat weder für die Tischlerei, das Drechslerhandwerk noch als energetisches Brennholz eine Bedeutung. Seine alleinige Nutzung beschränkt sich auf den Zierpflanzenbau in Gärten und Parks.

Geschichtliches zu diesem Baum

Das Naturschutz-Dilemma: Nektartankstelle ohne Kinderstube

Der Schmetterlingsflieder ist das klassische Beispiel für einen ökologischen Trugschluss. Im Hochsommer wimmelt es an seinen Blüten von Tagfaltern wie dem Tagpfauenauge, dem Admiral oder dem Distelfalter, da die Blüten extrem nektarreich sind und durch die lange Kronröhre genau auf Insekten mit langem Rüssel (Schmetterlinge, Taubenschwänzchen) zugeschnitten sind. Das große Problem: Für die Fortpflanzung der Falter ist der Strauch völlig wertlos. Fast keine heimische Schmetterlingsraupe frisst die stark giftigen und filzigen Blätter des Neophyten. Wenn Gärtner also heimische Sträucher durch den Sommerflieder ersetzen, entziehen sie den Schmetterlingen ihre ökologische „Kinderstube“. Der Strauch fungiert somit zwar als Fast-Food-Tankstelle, trägt aber langfristig nicht zum Erhalt der Arten bei.

Ein unaufhaltsamer Ausbreitungsdrang

Dass sich Buddleja davidii in Europa so rasant ausbreitet, liegt an seiner extremen Reproduktionskraft. Ein einziger großer Strauch kann pro Jahr schätzungsweise bis zu 20 Millionen winzige Samen produzieren. Diese Samen sind mit kleinen, blasigen Hüllen versehen (Ballonflieger) und werden vom Wind sowie von Luftströmungen vorbeifahrender Züge oder Autos kilometerweit getragen. Da der Strauch auf hitzegeplagten, kargen Schotterflächen (Bahngleise, Industriebrachen, trockene Flusskiesbänke) keimen kann, überwuchert er rasend schnell diese rauen Pionierstandorte und verdrängt dort hochspezialisierte, seltene heimische Wildpflanzen.

Videobeitrag zu „Schmetterlingsflieder“

Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)

Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du viele weitere Bestimmungsvideos für den Schmetterlingsflieder. Mit Hilfe von kurzen Videos kannst diesen Baum/Strauch über seinen gesamten Lebenszyklus kennen lernen. Außerdem findest du im Kanal Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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