Krause Ringdistel – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden
Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit
Die Ringdisteln (Carduus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae), von lateinisch carduus ‚Distel‘. In Europa und im Mittelmeerraum kommenden, je nach Autorenauffassung, ca. 60 Arten vor. Auf dieser Seite wird, als ein häufig vorkommender Vertreter, die „Krause Distel“ beschrieben. Essbar/essbare Teile!
Informationskategorien zu dieser Wildpflanze
Wildpflanzen-Steckbrief „Krause Distel“
Botanischer Name: Carduus crispus
Deutscher Name: Krause Ringdistel
Familie: Korblütenbewächse (Asteraceae)
Gattung: Ringdisteln (Carduus)
Art: Krause Ringdistel
Weitere Synonyme/Volksnamen: Kratzdistel, Ruchdistle (Schweiz) und Wolfsdistl;
Hauptblütezeit: Juli bis September;
Blütenfarbe: Violett / Purpur;
Blütenform/Anzahl: kurz gestielte körbchenförmige Blütenstände aus vielzähligen Röhrenblüten;
Frucht-/Samenreife: Herbst;
Vorkommen: Die Allgemeine Verbreitung der Krausen Distel erstreckt sich von Frankreich bis Norwegen, nach Süden hin bis Norditalien und Bulgarien, ostwärts bis zum Kaukasus und Sibirien sowie über die Mongolei bis China.
Synanthrop (=angepasst an den menschlichen Siedlungsbereich) besiedelt die Krause Distel Großbritannien, Nordamerika und Neuseeland, wahrscheinlich auch die Mongolei und Japan.
Verbreitungsschwerpunkt: In stauden- und nährstoffreichen Wildkrautgesellschafften an Wegen und Ufern bis in eine Höhe von 1000 M.
Wuchshöhe: ca. 60 cm bis 180 cm (Einzelexemplare gar bis 200 cm);
Typisch: Stängel bis oben stachlig geflügelt, Stacheln weich, Blütenkörbchen knäulig gehäuft, Hüllblätter laufen in einen Stachel aus, Blattunterseite filzig.
Sammelgut/essbare Teile: Gesamte Pflanze;
Energiereiche Teile: Wurzeln, Samen;
Hauptsammelzeit: April bis September;
Inhaltsstoffe: Isoquinolinalkaloide (Crispine), Flavonoide, Cumarine, Beta-Sitosterol;
Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost-Tauglich);
Verwechslungsgefahr: Ist mit anderen Distel-Arten möglich (obwohl die „weichen“ Stacheln ein gutes/sicheres Merkmal ist).
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Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze
Erscheinungsbild: Die Krause Distel wächst als zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 0,5 bis 2 Meter erreicht. Es ist ein Hemikryptophyt. Der Stängel ist aufrecht, mäßig reichlich verzweigt und bis unter die Blütenkörbchen schmal krausig-dornig geflügelt oder auch nur wenige Millimeter stachellos.
Blätter: Die unteren Blätter sind groß, elliptisch bis länglich, fiederspaltig, selten ungeteilt, manchmal kurz gestielt. Blätter nach oben hin an Größe verlierend.
Die Stängelblätter sind wechselständig, fiederteilig, mit verschmälertem Grund sitzend, oberseits kahl oder nahezu kahl, stumpf dunkelgrün, unterseits weiß- oder graufilzig oder – selten – wenigstens fast bis zum Blattrand filzig behaart (dann sind die Blattnerven gelegentlich weniger filzig und grünlich).
Blüte: Meist drei bis fünf, selten zu weniger oder mehr, kurz gestielte körbchenförmige Blütenstände stehen am Ende des Stängels und der Verzweigungen. Die Blütenkörbchen sind 1,5 bis 2,5 cm lang und etwa ¾ so dick. Die Hüllblätter sind mehrreihig, fast nadelförmig schmal und laufen in einen dünnen, kaum 1 mm langen Stachel aus. Sie sind abstehend, die unteren auch leicht zurückgebogen, selten spinnwebig behaart. Es sind nur Röhrenblüten vorhanden, die zwittrig und purpurfarben sind. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.
Früchte/Samen: Die Achänen sind etwa 3 mm lang. Der Pappus besteht aus weißen, etwa 1 cm langen Haaren, die nicht fedrig sind.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung
In Europa wird die Krause Distel nicht medizinisch genutzt. Die enthaltenen Crispine zeigten sich in Kulturen wirksam gegen Krebszellen. Die Wurzel wird in der TCM zum Schmerzstillen und zur Beruhigung verwendet.
👉 HINWEIS: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Heilpflanzenkunde findest du in meiner Buchtipp-Ecke eine Auswahl an Fachliteratur.
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Essbarkeit & Verwendung in der Küche
Blätter und Triebspitzen: Die zarten Blätter und Triebspitzen lassen sich von April bis Juni roh in Salaten verwenden oder auch zu Spinat und anderen Gemüsegerichten verarbeiten. (Die Stacheln der Blattränder zuvor mit einer Schere abschneiden)
Blütenstängel: Die oberen 20 cm der jungen Blütenstängel kann man von April bis Juni abzwicken und vorsichtig schälen. Dann lassen sie sich roh essen.
Wurzeln: Im Herbst und Winter des ersten Lebensjahres der Pflanze kann man die dann noch weiche Wurzel ernten. Gewaschen und abgeschabt kann man sie roh nutzen. Getrocknet kann man aus ihr eine Art Mehl gewinnen.
Samen: Im September lässt sich aus den Distelsamen wertvolles Öl pressen.
Geschmack: Die Krause Distel schmeckt wie harter Blumenkohl. Der Geschmack von jungen Blättern und der geschälten Stengel erinnert ein wenig an Weißkohl.
Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: die Pflanze passt auch in größere Mengen in den Smoothie, die sowieso schon eher weichen „Stacheln“ sind nach dem Mixen für den Konsum bedeutungslos 😀;
👉 HINWEIS: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Da ich auf dieser Seite bewusst auf Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.
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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze
Namensgebung: „Carduus“ ist der lateinische Name verschiedener Disteln. Der Artname kommt ebenfalls aus dem Lateinischen: crispus = kraus, wellenförmig.
Die Samen der Disteln sind Winternahrung für Vögel, besonders für Zeisige.
Videobeitrag zu „Krause Distel“
Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.
Quellen und weitere Informationen
- Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen – von Steffen Guido Fleischhauer
- Essbare Wildpflanzen – 200 (essbare & gifte) Arten bestimmen und verwenden
- de.wikipedia.org – voll mit Wildkräuter & Wildpflanzen-Wissen
- www.biolib.de (Illustrationen von Wildkräutern und anderen Pflanzen)
- www.floraweb.de – Botanikseite vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- viele weiter Webseiten & Bücher/Büchlein über essbare/giftige Wildpflanzen
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