Rot-, Stiel- & Traubeneiche - Eichen (Quercus) unterscheiden

Charakteristische Eigenschaften und Merkmale von Roteiche (Quercus rubra), Stieleiche (Quercus robur) und Traubeneiche (Quercus petraea)

Die Eiche (lat.quercus) gehört zur Familie der Buchengewächse (lat.fagaceae). Zur Gattung selbst zählen ca. 400 bis 600 unterschiedliche Arten, die in die drei Untergattungen (Zerreichen, Weißeichen und Roteichen) aufgeteilt werden.

 

Die in Mitteleuropa heimische Stiel- und Traubeneiche sind typische Arten der Weißeichen, wobei diese beiden Arten in weiten Bereichen gemeinsam vorkommen und zur  Bastardisierung neigen, daher häufig nicht eindeutig zu differenzieren sind. Sie haben Waldbaulich und Wirtschaftlich die größte Bedeutung. (Im südlichen Europa sind auch Zerreiche und Flaumeiche von nennenswerter Bedeutung. Bei uns kommen diese eher vereinzelt bzw. gesetzt vor).

Als Neuzugang ist die, aus Nordamerika stammende, Roteiche (auch Amerikanische Spitzeiche genannt) immer öfter in unseren Wäldern anzutreffen. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts – aufgrund ihrer attraktiven Blattform und ihrer schönen Herbstfärbung – häufig als Park- und Alleebaum angepflanzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Roteiche als Ersatz für die einheimischen Eichen-Arten angepflanzt, die durch Fraßschäden sehr dezimiert wurden. Dadurch entstanden teilweise selbstvermehrende Roteichenbestände, und durch die Verbreitung durch Eichelhäher kann die Roteiche weitere Gebiete besiedeln.

 

Rot-, Stiel- und Traubeneiche werden folgend kurz Vor-, und in ihren Unterschieden und Merkmalen, gegenüber gestellt. Dabei wird das Augenmerk auf die zugänglichsten bzw. verlässlichsten Merkmale gerichtet. Es gäbe natürlich weitere Unterscheidungsmöglichkeiten (Größe, Rinde/Borke, Habitus, ...) diese sind jedoch weniger verlässlich - da abhängig von Alter und Standort. (Dennoch findet sich eine kurze Auflistung am Ende der Seite ☺)

 

Diese Seite dient rein der Gegenüberstellung und dem hervorheben von Unterschieden dieser heimischen, bzw. forstwirtschaftlich genutzten Arten. Mehr Info zu den Bäumen gibt es auf deren Detailseiten im Lexikon (Links am Ende der Seite).

Eichen unterscheiden - Woran erkennt man welche Art?

Zweige & Knospen - Linden Unterscheiden

Roteiche: Die Zweige sind rot-braun mit hellen Lentizellen. Die Knospen sind rötlich, schwach eiförmig, laufen spitz zu und treten am Zweigende gehäuft auf.

Stieleiche: Die Zweige sind grün-braun. Die Knospen sind bräunlich, kugelig/eiförmig abgerundet und treten am Zweigende gehäuft auf.

Traubeneiche: Die Triebe sind graubraun filzig. Die Knospen sind rotbraun, eiförmig und zugespitzt. Am Zweigende treten die Knospen gehäuft auf. Die Knospen der Traubeneiche sind etwas schlanker/spitzer als die der Stieleiche.

Blatt/Blätter - Unterschiede/Merkmale

Roteiche: Das Blatt der Roteiche ist tiefgebuchtet bis gelappt. Die Lappenenden laufen spitz zu. Das Blatt kann 22 cm lang werden. Der gelbliche Blattstiel ist etwa 2 cm, manchmal auch bis zu 5 cm lang. Der Blattrand ist glatt. Der frische Blattaustrieb (Mai) ist in den ersten drei Wochen gelb; danach sind die Laubblätter grün. Herbstfärbung bei jüngeren Bäumen überaus prächtig rot, bei älteren Exemplaren eher bräunlich.

Stieleiche: Das Blatt der Stiel-Eiche hat einen sehr kurzen Stiel (2-12 mm). Es ist gebuchtet, mit 4-7 rundlichen Lappen, die maximal bis zur Hälfte des Blattes reichen. Oft führen Blattadern (Seitennerven) zu den Buchten. Das Blatt ist am Blattstiel gewellt (geohrt). Der Blattrand ist glatt. Die Herbstfärbung reicht von leuchtend gelb bis orange-braun.

Traubeneiche: Der Blattstiel ist mit 8-32 mm deutlich länger als bei der Stieleiche. Das Blatt der Trauben-Eiche ist gebuchtet und es gibt keine Blattadern (Seitennerven) die zu den Buchten führen. Das Blatt ist am Blattstiel glatt/gerade (läuft ohne Wellung/Öhrchen am Stiel aus). Der Blattrand ist glatt. Im Herbst färben sich die Blätter gelb bis braun.

Blüten & Blütezeit - Unterschiede/Merkmale

Roteiche: Die Blütezeit liegt in Mitteleuropa im Mai. Die männlichen Blütenstände hängen locker herab und sind gelblich-grün. Die weiblichen Blüten sitzen einzeln oder paarweise fast direkt am Zweig. Blüte und Blätter treiben zusammen aus.

Stieleiche: Der Baum blüht ab Ende April bis Mai, gleichzeitig mit dem Laubaustrieb. Blüten unscheinbar, männliche Kätzchen am Grunde von Langtrieben, 2-4 cm lang, schlaff hängend. Weibliche Blüten in langgestielten Ähren zu 2-5 Blüten an den Triebenden.

Traubeneiche: Die Trauben-Eiche blüht ab Ende April bis Mai, gleichzeitig mit dem Laubaustrieb. Die männlichen Kätzchen sind 5 bis 8 cm lang. Die weiblichen Blüten sitzen endständig sowie in den Blattachseln der jungen Triebe gruppiert zu zwei bis sechsen. Blüte und Blätter treiben zusammen aus.

Fruchtstand/Früchte (Samen) - Unterscheidungsmerkmale

Roteiche: Eine Besonderheit der Roteiche sind die Früchte, welche erst im (September/Oktober) zweiten Jahr reifen. Dabei handelt es sich um breite eiförmige Eicheln, die etwa zwei Zentimeter groß werden und in flachen Bechern stehen. Die Eicheln sind an den kurzen Stielen des flachen Fruchtbechers angeordnet und dickwandig.

Stieleiche: Die Eicheln (ca. 1-4 Stück) hängen an langen Stielen, deshalb heißt die Eiche Stiel-Eiche. Sie reifen von September bis Oktober. In der Regel sind die Früchte dunkel längsgestreift und walzenförmig.

Traubeneiche: Die Eicheln (ca. 2-6 Stück) sitzen gehäuft (daher der Name Traubeneiche!) an fast ungestielten Fruchtbechern. Sie reifen von September bis Oktober. Die Früchte haben in der Regel keine Steifen und sie rundlich (bzw. "kürzer" als jene der Stieleiche).

Wildkräuterwanderungen
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Zusammenfassung der morphologischen Merkmale zur Unterscheidung von Stiel- und Traubeneiche

Merkmale Stieleiche Traubeneiche
Krone unregelmäßig, locker regelmäßiger, mehr geschlossen
Stamm sich früher in starke Äste verzweigend Stamm gerade, fast bis zum Wipfel aushaltend
Rinde/Borke gröber, dickborkiger feiner
Knospen bräunlich, kugelig/eiförmig abgerundet rotbraun, eiförmig und zugespitzt
Blattansatz Blätter gebüschelt Blätter gleichmäßiger am Ast verteilt
Blattsymmetrie in der Regel ungleichhälftig & rautig in der Regel gleichhälftig & parallel
Seitennerven zahlreich selten
Länge Blattstiel ca. 2 - 12 mm ca. 8 - 32 mm
Öhrung in der Regel deutlich geöhrt in der Regel nicht geöhrt
Blattbehaarung selten Behaarung auf der Unterseite behaart

Länge Fruchtstiel

langer Stiel kaum gestielt, traubig angeordnet

Früchte/Eicheln

in der Regel dunkel längsgestreift, walzenförmig in der Regel keine Streifen, rundlich

Roteiche, Stieleiche & Traubeneiche - Detailseiten im Lexikon

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