Baumfamilien – Familienzugehörigkeiten
Familien-Zugehörigkeit von heimischen Bäumen & Sträuchern. Überblick über wichtige/große Familien und Wegweiser zu Beispielarten.
Willkommen im Fachbereich für die Systematik von Bäumen und Sträuchern. Die Einteilung von Gehölzen in verschiedene Gruppen und Familien ist weit mehr als nur trockene Theorie – sie ist das Fundament der Taxonomie. Sie hilft uns nicht nur, Pflanzen sicher zu identifizieren, sondern macht auch die faszinierenden evolutionären Verwandtschaften sichtbar, die oft erst auf den zweiten Blick erkennbar sind.
Auf den folgenden Seiten biete ich dir einen fundierten Überblick über die markanten Merkmale der verschiedenen Gehölzfamilien. Ich nenne dir charakteristische Beispiele für Bäume und Sträucher jeder Gruppe und erkläre, woran du ihre Familienzugehörigkeit festmachst. Die alphabetische Sortierung ermöglicht dir ein schnelles und gezieltes Nachschlagen. Über die Verlinkungen gelangst du direkt zu den Lexikon-Detailseiten. Dort findest du umfassende Steckbriefe, wertvolle Informationen zu Holzeigenschaften sowie Details zur Essbarkeit und zur Verwendung in der Naturheilkunde.
Egal, ob du dich für harte botanische Fakten interessierst, Inspiration für eine standortgerechte Gartengestaltung suchst oder einfach die Vielfalt unserer Wälder tiefer verstehen möchtest: Hier bist du genau richtig. Lass uns gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen! Du wirst erstaunt sein, welche unterschiedlichen Arten botanisch gesehen in „einer Familien-Kiste“ stecken – so ist zum Beispiel die winzige Walderdbeere eng mit der mächtigen Vogelkirsche verwandt.
👉 Hinweis: In dieser Übersicht sind primär Gehölz-Familien (Bäume und Sträucher) gelistet. Eine vollständige Übersicht über alle großen Familien des Lexikons (einschließlich der krautigen Wildpflanzen) findest du unter „Pflanzenfamilien im Lexikon“.
Baumfamilien (Familienzugehörigkeiten heimischer Bäume & Sträucher)
Birkengewächse (Betulaceae)
Die Birkengewächse (Betulaceae) umfassen laubabwerfende Bäume und Sträucher der gemäßigten Breiten, die sich durch charakteristische, windbestäubte Kätzchenblütenstände und wechselständige Laubblätter mit oft doppelt gesägten Blatträndern auszeichnen. Sie fungieren ökologisch häufig als anspruchslose Pioniergehölze, deren einsamige Nussfrüchte je nach Gattung geflügelt sind, von laubigen Hüllblättern umgeben sind oder in holzigen Fruchtständen heranreifen.
Buchengewächse (Fagaceae)
Die Buchengewächse (Fagaceae) stellen in Mitteleuropa die dominierenden Waldbaumarten mit artspezifisch stark variierender Schattentoleranz (von Licht- bis Schattenbaumarten), deren männliche Blüten zumeist in hängenden oder aufrechten Kätzchen organisiert sind. Fruchtbiologisch zeichnen sie sich durch einsamige Nüsse aus, die von einem verholzten, oft stacheligen oder schuppigen Fruchtbecher (Cupula) umschlossen werden und hohe Konzentrationen an adstringierenden Gerbstoffen aufweisen.
Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Die Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) repräsentieren eine formenreiche Familie der Kardenartigen (Dipsacales), die im Gehölzbereich vorwiegend durch verholzende Sträucher oder schlingende Lianen mit gegenständigen Laubblättern in Erscheinung tritt. Ihre zygomorphen, stark an die Insektenbestäubung angepassten Blüten entwickeln sich häufig zu fleischigen Beerenfrüchten, die für den menschlichen Organismus zumeist leicht bis mäßig giftig sind.
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Die holzigen Vertreter der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), wie etwa Robinien oder Goldregen, bilden eine global verbreitete Gruppe, deren zygomorphe Schmetterlingsblüten sich zu den namensgebenden, einblättrigen Hülsenfrüchten entwickeln. Durch eine Symbiose mit stickstofffixierenden Knöllchenbakterien (Rhizobien) in ihren Wurzelsystemen können diese Gehölze selbst extrem stickstoffarme Pionierstandorte erfolgreich besiedeln.
Kieferngewächse (Pinaceae)
Die Kieferngewächse (Pinaceae) bilden die evolutionär und forstwirtschaftlich wichtigste Familie der Nacktsamer (Gymnospermae) auf der Nordhalbkugel, charakterisiert durch nadelförmige Blätter und einen ausgeprägten Harzfluss im Holz. Ihre windbestäubten Blütenstände entwickeln sich zu markanten, verholzenden Zapfen, zwischen deren Schuppen die zumeist geflügelten, ungekapselten Samen heranreifen.
Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Die Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) sind zumeist dornige Sträucher oder kleine Bäume mit unscheinbaren, oft radiärsymmetrischen Blüten, die durch einen auffälligen, Nektar absondernden Diskus gekennzeichnet sind. Viele heimische Arten dieser Familie reichern in ihren Rinden und Steinfrüchten toxische Anthraglykoside an, die eine drastische, schleimhautreizende und abführende Wirkung entfalten.
Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Die Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) umfassen nach neueren phylogenetischen Einordnungen wichtige heimische Straucharten wie Holunder und Schneeball, die sich durch gegenständige Blätter und endständige, schirmförmige Trugdolden auszeichnen. Ihre fleischigen Steinfrüchte sind im rohen Zustand aufgrund hitzelabiler Glykoside oft toxisch und erfordern vor dem Verzehr zwingend einen fachgerechten Erhitzungsprozess.
Ölbaumgewächse (Oleaceae)
Die Ölbaumgewächse (Oleaceae) sind eine ökologisch bedeutsame Gehölzfamilie der Lippenblütlerartigen (Lamiales), die morphologisch durch gegenständige Laubblätter und meist vierzählige, radiärsymmetrische Blüten determiniert wird. Neben wärmeliebenden Nutzpflanzen gehören hierzu auch essenzielle mitteleuropäische Waldbäume wie die Esche, deren geflügelte Nussfrüchte (Samara) optimal an die Windausbreitung angepasst sind.
Rosengewächse (Rosaceae)
Die Rosengewächse (Rosaceae) stellen die für den Obstbau mit Abstand wichtigste Pflanzenfamilie dar, da sie in Mitteleuropa nahezu alle heimischen Kern- und Steinobstgehölze umfasst. Morphologisch zeichnen sich diese Bäume und Sträucher durch wechselständige Blätter mit Nebenblättern sowie einen becherförmigen Blütenboden (Hypanthium) aus, wobei ihre Samenanlagen häufig blausäureabspaltende Glykoside enthalten.
Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Die Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) sind eine holzige Familie, in welche die moderne molekulare Systematik (APG) auch die heimischen Ahorngewächse sowie die Rosskastaniengewächse eingegliedert hat. Viele Vertreter dieser Taxa lagern hohe Konzentrationen an schäumenden Saponinen in ihren Geweben ein und bilden oft auffällig geflügelte Spaltfrüchte zur Ausbreitung durch Windrotoren aus.
Weitere Pflanzenfamilien im Wildkräuter-Lexikon
Pflanzenfamilien und ihre Merkmale – Übersicht A-Z
Weltweit gibt es mehrere hundert Pflanzenfamilien und selbst in diesem bescheidenen Wildpflanzen-Lexikon tummeln sich Pflanzen aus über 50 Familien. Die 30 wichtigsten/prominentesten Familien finden sich in der folgenden Auflistung.
















