Drüsiges Springkraut - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Springkräuter (Impatiens) sind eine der zwei Gattungen innerhalb der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae). Es gibt etwa 1000 Arten. Hydrocera, die zweite Gattung der Familie, beinhaltet dagegen nur 1 Art. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig zu findender Vertreter, das "Drüsige Springkraut" beschrieben. Essbar/essbare Teile (grüne Pflanzenteile müssen gekocht werden)!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Drüsiges Springkraut"

Botanischer Name: Impatiens glandulifera

Deutscher Name: Drüsiges Springkraut

Gattung: Springkräuter (Impatiens)

Familie: Balsaminengewächse (Balsaminaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Indisches Springkraut, Rotes Springkraut, Himalaya-Balsamine, Bauernorchidee, Riesenbalsamine;

 

Hauptblütezeit: Juli bis August;

Blütenfarbe: purpurrot;

 

Vorkommen: Die Verbreitung dieser Pflanzenart reicht heute vom Indischen Subkontinent und Himalaya über Europa bis Nordamerika. Das Indische Springkraut wurde anfangs als Zierpflanze verwendet, es ist aber seit etwa 50 Jahren in weiten Teilen der Welt vollkommen eingebürgert.

Verbreitungsschwerpunkt: es gedeiht vor allem in Weiden-Auenwäldern, im Auengebüsch und an Ufern. Die Art liebt feuchte bis nasse, nährstoffreiche Böden an eher schattigen Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit, doch können sich diese Pflanzen auch an viel weniger günstigen Stellen etablieren.

 

Wuchshöhe: ca. 50 cm bis 250 cm;

Typisch: 2,5 bis 4 cm lange Blüten mit weitem Helm und gekrümmtem, grünlichen Sporn. Früchte "explodieren" bei Berührung.

 

Sammelgut/essbare Teile: Samen, Blüten, Blätter;

Energiereiche Teile: Samen;

Inhaltsstoffe: Grüne Teile: Gerb- und Bitterstoffe, Glykoside, Öl, Tannine und Säure. Samen: Fettsäure "Parinarsäure".

Nötige Ver-/Bearbeitung: Grüne Pflanzenteile sollten nur gekocht konsumiert werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): xxx

Bilder "Drüsiges Springkraut" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Das Drüsige Springkraut ist eine einjährige Pflanze (ein Therophyt), die in kürzester Zeit Wuchshöhen von über zwei Meter erreichen und so andere Pflanzen schnell überdecken kann. Es benötigt für sein schnelles Wachstum eine ausreichende Wasserversorgung. Die dicken, aber hohlen Stängel verzweigen sich oben reichlich.

 

Blätter: Die vielen ganz überwiegend dreizählig-quirlständigen Laubblätter sind eilanzettlich, scharf gezähnt, aber weich, 6 bis 25 mm breit und 18 bis 65 mm lang. Die Blattstiele sind 30 bis 35 mm lang. Das Kraut besitzt an Blattstiel und Blattgrund unangenehm riechende Drüsen.

Blüte: Der aufrechte, insektenfreundliche, traubige Blütenstand ist raumgreifend üppig verzweigt. Die purpurroten, rosa oder weißen, stark süßlich duftenden Blüten sind etwa drei bis vier Zentimeter lang und hängen locker an dünnem Blütenstiel aus der Achsel eines stieldrüsigen Blattes herab. Die Blütezeit reicht ungefähr von Juni bis Oktober (spätestens bis zum ersten Frost). An einer Pflanze sind oft gleichzeitig Knospen, Blüten und reife Kapseln vorhanden. Von den drei Kelchblättern ist das untere kronblattartig und gespornt. Von den fünf Kronblättern ist das obere größer als die übrigen, sie sind paarweise verwachsen.

Früchte/Samen: Die meist 14 bis 18 mm (selten bis 50 mm) langen Kapselfrüchte schleudern, wenn sie reif sind, auf kleinsten Druck oder Erschütterung (beispielsweise durch vorbeifahrende Lastwagen) die Samen wie kleine Schrotkugeln heraus. Dabei sind die Seiten der Kapselfrucht elastisch und rollen sich wie winzige, sich windende Schlangen zurück. Die kugeligen Samen haben einen Durchmesser von etwa 3 mm.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Alle Arten der Springkrautpflanzen sind in frischem Zustand leicht giftig. In der Volksmedizin hat diese Pflanze keinen besonderen Stellenwert. In manchen Regionen verwendet man diese Pflanzenart in hoher Dosierung als Brechmittel, in geringer Dosierung als harntreibenden Tee.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

ACHTUNG: Grüne Pflanzenteile sollten nur gekocht konsumiert werden. Sie wirken, roh, stark abführend und harntreibend. (Keimlinge können, laut mündlicher Überlieferung, auch roh gegessen werden.

 

Wurzeln: xxx

 

Blätter und Triebspitzen: Junge Blätter und Triebspitzen sind gekocht essbar. Aber selbst wenn das Kochwasser mehrmals gewechselt wird, bleiben sie wenig schmackhaft und rau im Nachgeschmack. Nachdem es viel anderes Grün in der Natur gibt, kann man auf die Nutzung des Springkrautgrün getrost verzichten.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Die Blüten lassen sich in kleinen Mengen (auch roh) als essbare Dekoration nutzten.

 

Samen: Von September bis Oktober können die Samen geerntet werden. Ich nutzte dafür einen großen Müllsack. Dieser wird vorsichtig über die Pflanze gestülpt und dann wird die Pflanze geschüttelt. Die Samenkapseln platzen und der Sack fängt die Geschosse. Die Samen haben ein nussiges Aroma und können auch roh gegessen werden. Sowohl die unreifen, noch weißen Samen als auch die ausgereiften schwarzen Samen können gegessen und genutzt werden. Man kann sie als Nussbasis für Würzpasten, in Aufläufe, Bratlinge oder Gebäck verarbeiten oder sie zu Speiseöl pressen.

 

Geschmack: Die Blüten sind mild-süßlich, die Samen angenehm nussig, die Blätter wenig schmackhaft-rau.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: da das Grün nur gekocht verwendet werden sollte (und auch da ohnehin nicht wirklich "die geschmackliche Erfüllung" ist) kann das Grün des Drüsigen Springkraut wohl als "untauglich" bezeichnet werde. Blüten und Samen können als Beigabe jedoch den Smoothie bereichern.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Blüten sind vormännliche Rachenblumen. Sie werden meist durch Honigbienen, seltener durch Hummeln bestäubt. Der im Sporn verborgene Nektar ist mit einem Zuckergehalt von 48 % durchschnittlich süß, wird aber reichlich produziert. Mit 0,47 mg Nektar pro Pflanze und pro Stunde stellt das Springkraut etwa 40-mal so viel Nektar her wie eine vergleichbare heimische Pflanze. Noch entscheidender ist, dass die Pflanze auch einen sehr hochwertigen, ebenfalls zuckerhaltigen Pollen anbieten kann. Mit dieser Ausstattung und dem intensiven Duft schränkt sie die Möglichkeit zur sexuellen Vermehrung bei ihren einheimischen Standortkonkurrenten stark ein, zumal besonders Hummeln ein besonders gutes Langzeitgedächtnis für gute Futterquellen haben. Auch Selbstbestäubung ist möglich, aber wegen der ausgeprägten Vormännlichkeit selten.

Durch einen Schleudermechanismus, der schon durch Regentropfen ausgelöst werden kann, schleudern die Früchte ihre Samen bis zu sieben Meter weit weg (Saftdruckstreuer). Eine Pflanze produziert etwa 1600 bis 4300 Samen. Deren Keimfähigkeit (etwa 80 Prozent) bleibt mehrere Jahre erhalten. In Reinbeständen können bis zu 32000 Samen pro Quadratmeter Boden auftreten.

Die ursprünglich aus dem Himalaya stammende Art wurde 1839 aus Kaschmir erstmals nach England importiert und gelangte von dort als Zierpflanze auf den europäischen Kontinent. Sie gehört damit zu den sogenannten hemerochoren Pflanzen, die ethelochor – also gezielt – eingeführt wurden.

Elf Jahre nach der Einführung als Gartenzierpflanze waren bereits erste wild vorkommende Pflanzen zu beobachten, in den achtziger und neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts konnten bereits Verwilderungen in Frankreich, an der deutschen sowie der niederländischen Nordseeküste festgestellt werden, bald auch am Oberrhein abwärts von Basel. Heute ist sie nahezu auf dem gesamten europäischen Kontinent verbreitet.

Die Pflanze besitzt einen Verbreitungsmechanismus, bei dem die reifen Samenkapseln unter anderem durch mechanischen Reiz aufspringen und die Samen weit herausgeschleudert werden. Daher stammt auch der Gattungsname. Die Drüsen an Blattstiel und Blattgrund geben dem Kraut den Namen Drüsiges Springkraut. Die andere Bezeichnung Indisches Springkraut ist auf das ursprüngliche ostindische Verbreitungsgebiet zurückzuführen.

Videobeitrag zu "Drüsiges Springkraut" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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