Mariendistel - Erkennen und Sammeln

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Carduoideae gehört. Der Name der Mariendistel entstammt einer alten Legende, nach der die weißen Flecken auf ihren Blättern von der Milch der Jungfrau Maria stammen. Die Art ist in Teilen von Österreich und der Schweiz gefährdet. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Mariendistel"

Botanischer Name: Silybum marianum

Deutscher Name: Mariendistel

Gattung: Mariendisteln (Silybum)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Christi Krone, Donnerdistel, Fieberdistel, Fechdistel, Frauendistel, Heilandsdistel;

 

Hauptblütezeit: Juli/August;

Blütenfarbe: purpurrot; 

Blütenform/Anzahl: Korbblüten, einzeln auf Stängel stehend;
Frucht-/Samenreife: August/September;

 

Vorkommen: Die Mariendistel ist vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, sie kommt aber auch auf den Kanaren, den Azoren und auf Madeira vor und reicht ostwärts bis Südrussland und Iran. In Mitteleuropa ist sie mancherorts unbeständig verwildert. Sie ist in Nord- und Südamerika sowie in Südaustralien als invasive Pflanze eingebürgert.

Verbreitungsschwerpunkt: Als Standort werden Ruderalstandorte wie Schuttplätze, Wegränder, Viehweiden über meist trockenen, steinigen Böden bevorzugt. 

 

Wuchshöhe: ca. 20 cm bis 150 cm;

Typisch: große grün weiß marmorierten Blätter, Körbchenblüten sitzen einzeln an den Stengelspitzen, Blüten wirken kugelförmig;

 

Sammelgut/essbare Teile: Wurzeln, Triebe, Blätter, Blütenknospen, Blüten, Früchte/Samen;

Energiereiche Teile: Wurzeln, Samen;

Inhaltsstoffe: Flavonolignane, die im Gemisch als Silymarin bezeichnet, Bitterstoffe, biogene Amine, Gerbstoff, Farbstoffe, in geringem Anteil auch ätherische Öle, unbekannte scharfe Substanzen und Harze.

Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost-Tauglich);

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): xxx

Bilder "Mariendistel" - Bestimmungshilfen

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Die Mariendistel ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 150 cm erreicht. Der kahle oder leicht spinnwebig-flaumige, grüne Stängel ist meist verzweigt und ungeflügelt.

 

Blätter: Die grundständigen Laubblätter sind 25 bis 50 cm lang und 12 bis 25 cm breit, länglich bis elliptisch, buchtig fiederspaltig, gestielt, kahl oder verkahlend, weiß gefleckt, glänzend, am Rand mit gelblich-weißen, bis 8 mm langen Dornen. Die Stängelblätter sind kleiner, weniger tief geteilt, am Grund geöhrt-stängelumfassend und sitzend.

 

Blüte: Die Körbe sind 4 bis 5 cm lang und stehen einzeln auf langen, aufrechten, manchmal mit wenigen kleinen Hochblättern besetzten Stielen. Die Hüllblätter besitzen ein 8 bis 15 mm langes und 6 bis 10 mm breites, dornig gezähntes Anhängsel, das in einen 2 bis 5 Zentimeter langen, kräftigen, zurückgebogenen, rinnigen Dorn ausläuft. Die purpurfarbene Krone ist tief fünfspaltig. Blütezeit ist Juli bis August.

 

Früchte/Samen: Die 6 bis 8 × 2,5 bis 4 cm großen Achänenfrüchte sind glänzend schwarz mit grauen Flecken und tragen an der Spitze einen 15 bis 20 mm langen Pappus. Sie wiegen im Durchschnitt 32,4 mg.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Für den medizinischen Gebrauch wird die Mariendistel auf großen Feldern in Österreich (Waldviertel), Ungarn, Deutschland (Westerwald), Argentinien, Venezuela und China angebaut. Die Früchte werden im Monat August reif und anschließend geschwadet (= geschnitten und abgelegt) und nach einigen Tagen mit herkömmlichen Mähdreschern geerntet. In einigen Ländern ist auch der Direktdrusch verbreitet. Nach der Ernte erfolgt die Reinigung der Früchte.

 

Verwendete Pflanzenteile: Früchte/Samen (kleine Nussfrüchte)

 

Inhaltsstoffe: Flavonolignane, die im Gemisch als Silymarin bezeichnet werden. Die Früchte werden ausgepresst, das fette Öl kann in der Nahrungsmittelindustrie weiter verwendet werden, der Pressrückstand enthält die therapeutisch interessanten Verbindungen.

Weitere Wirkstoffe der Pflanze sind: Bitterstoffe, biogene Amine, Gerbstoff, Farbstoffe, in geringem Anteil auch ätherische Öle, unbekannte scharfe Substanzen und Harze.

 

Wirkung: Silymarin wirkt leberschützend, leberstärkend und entgiftend; die Leberzellmembranen werden stabilisiert, die Regeneration von Leberzellen wird beschleunigt, Radikale werden abgefangen. 

 

Weitere Anwendungen: Gallenbeschwerden, dyspeptische Beschwerden, Migräne, Reisekrankheit, evtl. Trigeminusneuralgie, Krampfadern, Pfortaderstauung.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

HINWEIS: Die Art ist in Teilen von Österreich und der Schweiz gefährdet. Eine Nutzung ist somit mit diesem Wissen abzuwägen.

 

Wurzeln: Von September bis März lassen sich junge, noch unverholzte Wurzeln, für Brat- und Wurzelgemüse nutzen. Man kann sie auch panieren, als Gemüsechips backen oder in Salzlake einlegen. Getrocknet und vermahlen sind sie als Streckmehl denkbar.

 

Blätter und Triebspitzen: Noch junge Triebe können vor der Blüte (etwa von April bis Mai) geerntet werden. Zu dieser Zeit ist das Innere noch biegsam und kann, geschält und dabei von den Stacheln befreit, als Bratgemüse, Stängelgemüse und auch in Salaten oder Gemüsesuppen verwendet werden. Die jungen, auffällig weiß gemaserten Frühjahrsblätter (etwa April bis Juni) können, nachdem sie mit der Schere von den Stacheln befreit wurden, z.B.: als Beigabe zu zart-säuerlichem Gemüse, Kräuterkartoffeln oder als Zutat in Salaten und Rohkost genutzt werden. Für die Teebereitung eigenen sich die Blätter über das ganze Jahr hinweg.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Frische Blütenknospen (etwa von April bis Mai) können, in Salzwasser gekocht, als Artischockengemüse zubereitet werden. Dabei ist zu beachten das auch die Knospen stachelig sind. Im Sommer stehen die violetten Blütenblätter als eine hübsche, essbare Dekoration für vielerlei Gerichte zur Verfügung.

 

Samen: Die Früchte/Samen enthalten fettes Öl das durch Pressung gewonnen werden kann (die Pressrückstände enthalten therapeutisch interessante Verbindungen).

 

Geschmack: Blütenblätter sind fast neutral die restlichen Pflanzenteile bitterlich bis artischokenähnlich;

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Die Pflanze ist merklich bitter/aromatisch und sollte deshalb nicht über das Würzmaß hinaus in den Smoothie. So eingesetzt kann sie jedoch, gepaart mit neutralem Grün (z.B.: mit den fast immer verfügbaren Grün von Brennnessel, Labkraut oder Vogelmiere), ein sehr interessantes Smoothie-Erlebnis bieten. 

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Lebervergiftungen (beispielsweise durch den Verzehr von Knollenblätterpilzen hervorgerufen) sowie Hirnödeme können mit Silybin (synonym Silibinin, Silymarin I), das aus den Früchten der Distel gewonnen wird, behandelt werden. Silymarin soll die Struktur der äußeren Zellmembran der Hepatozyten derart verändern, dass Lebergifte nicht in das Zellinnere eindringen können. Sie wirken als Radikalfänger stabilisierend und schützen die Hepatozyten durch das Verhindern der Membranlipid-Oxidation.

Videobeitrag zu "Mariendistel" - Bestimmungshilfe

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Ernährung/Medizin, Video für Bestimmung, ...