Weinrebe - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Weinreben (Vitis), oder Reben genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae). Die etwa 60 Arten besitzen eine weite natürliche Verbreitung auf der Welt. Die Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera) wird in vielen unterschiedlichen Rebsorten zur Weinherstellung weltweit in passenden Klimagebieten (Weinbaugebiete) kultiviert. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Weinrebe"

Botanischer Name: Vitis vinifera

Deutscher Name: Weinrebe

Gattung: Weinreben (Vitis)

Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Europäische Weinrebe, Weinrebe, Wein, Kultur-Weinrebe;

 

Hauptblütezeit: Juni bis August;

Blüten & Blütenfarbe: gelbgrün;

Früchte/Samen: länglich bis kugelige Früchte, 6–20 mm lang und dunkelblau, violett, grün oder gelblich gefärbt.

 

Vorkommen: Das Areal umfasst das Mittelmeergebiet, Mittelfrankreich, die südwestliche Schweiz, die oberrheinische Tiefebene, die Flussgebiete von Donau und Neckar sowie das südliche Russland und Kleinasien.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Weinrebe kommt zerstreut in Auwäldern in der Ebene und im Hügelland vor. Die Böden sind meist trocken oder mäßig feucht.

 

Wuchshöhe: ca. 10 bis 15 Meter (Einzelexemplare bis 20 Meter);

Alter: Die biologische Uhr bestimmt die Leistungsfähigkeit des Rebstocks. Der erste Ertrag stellt sich oft erst im dritten Jahr ein, bis zum 20. Jahr trägt er reichlich. Mit zunehmendem Alter verliert der Rebstock jedoch seine Fruchtbarkeit, er beginnt weniger Früchte zu bilden, diese sind aber im Hinblick auf die Konzentration der Inhaltsstoffe denen von jüngeren Reben oft überlegen. Je älter ein Weinstock, desto tiefer reichen seine Wurzeln (abhängig von der Unterlagensorte), mit denen er dann auch in trockenen Sommerperioden immer noch genug Wasser aus den Boden ziehen kann. Einzelne Rebstöcke können 100 Jahre und älter werden.

Typisch: Mit Ranken kletternd, gelbliche bis blauviolette, 6-25 mm große, rundliche Beerenfrüchte;

 

Sammelgut: Blätter, Blüten, Früchte;

Energiereiche Teile: Früchte;

Inhaltsstoffe: In den Blättern: Flavonoide, Gerbstoffe, Weinsäure, Apfelsäure, Bernsteinsäure, Wachs, Zucker, Mineralstoffe. In den Trauben: 15-25 % Zucker, Weinsäure und weitere Fruchtsäuren, biogene Amine, B-Vitamine, Vitamin E, Kalium, Mangan, Eisen, Cobalt, Selen, Flavonoide;

Prozessierung: kann roh verwendet werden;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): xxx

Eigenschaft(en) des Holzes

Die Bearbeitung der Rebe erfordert einen größeren Kraftaufwand, lässt sich aber sonst sehr gut durchführen. Auch gut zu drechseln ist Rebe. Gehobelt und gedrechselte Flächen werden sehr glatt und lassen sich erstklassig polieren.

Die Struktur ist fast immer drehwühsig, die Textur äußerst fein und gleichmäßig bei der Rebe. Die Jahrringe sind deutlich sichtbar. Das Holz der Rebe hat große Frühholzporen, die ringförmig angeortnet sind und je nach Breite der Jahresringe ein- oder mehrreihig angeordnet. Die Markstrahlen sind breit und besonders im Querschnitt sehr auffällig bei dem Holz der Rebe.

Das Holz wird beispielsweise für Korkenzieher, Figuren und Stöcke verwendet. Es findet auch als Dekoelement in Terrarien Einsatz.

Bilder "Weinrebe" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Baumbestimmung

Erscheinungsbild: Die Weinrebe ist ein mit Sprossranken kletternder Strauch und kann 10 bis 20 m hoch werden. Sie besitzt einen tiefgreifenden, reich verästelten Wurzelstock und einen holzigen Stamm mit bis zu 1,5 m Umfang. Ihre bräunliche Rinde löst sich in Längsstreifen ab. Die rotbraun bis braungelb gefärbten Zweige sind meistens kahl und nur selten von einer filzigen Behaarung bedeckt. Sie weisen feine Furchen und kleine, punktförmige Rindenporen auf. Es sind nur 2 dünnhäutige und hellbraune Knospenschuppen vorhanden.

Blätter: Die rundlich-herzförmigen Blätter sind meist deutlich 3 bis 5-lappig und am Blattstiel eng eingebuchtet. Sie messen 5–15 cm im Durchmesser, ihr Grund ist herzförmig und ihre Lappen sind grob gezähnt und decken sich sogar zum Teil. Die Oberseite der Blätter ist kahl, die Unterseite weißwollig bis fast filzig behaart. Meist steht den Blättern eine Ranke gegenüber. Die Länge des Blattstiels beträgt 4–10 cm.

Blüte: Die schwach duftenden Blüten sind in zusammengesetzten, dichten Rispen angeordnet, den Gescheinen oder Blütenständen (Infloreszenz). Der Kelch ist kurz und 5-lappig. Die Kronblätter sind ca. 5 mm lang, gelbgrün und fallen, wie die Kelchblätter, früh ab. Blütezeit ist von Juni bis August.

Früchte/Samen: Die länglich bis kugeligen Früchte sind 6–20 mm lang und dunkelblau, violett, grün oder gelblich gefärbt. Zum Teil sind sie bereift. Ihr Geschmack ist süß oder säuerlich. Es sind bis zu 4 Samen vorhanden. Diese sind hartschalig, birnenförmig und auf einer Seite mit 2 länglichen Furchen oder Gruben versehen.

Die "Edle Weinrebe"

Die Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera), auch Echte Weinrebe, ist eine Unterart von Vitis vinifera innerhalb der Gattung der Rebe (Vitis). Sie wird systematisch angebaut, um Weintrauben zu ernten, die als Tafeltrauben und Rosinen in den Handel kommen bzw. zu Wein oder Traubensaft weiterverarbeitet werden. Wie die meisten Nutzpflanzen liegt die Edle Weinrebe in unterschiedlichen Sorten vor, die man im Weinbau als Rebsorten bezeichnet.

Die Edle Weinrebe wurde vor etwa 7000 Jahren in einem Gebiet um Palästina, Syrien und der Ägäis aus der Wilden Weinrebe gezüchtet, die im Gegensatz zur Kulturform zweihäusig und fremdbestäubt ist. Im Verlauf der Züchtung wurden die Beeren größer und süßer.

Die Edle Weinrebe zählt zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen weltweit. In nahezu allen Ländern mit gemäßigtem und subtropischem Kima werden Weinreben zu verschiedenen Nutzungszwecken angebaut. Hier sind vor allem die Produktion von Wein, Tafeltrauben und Rosinen zu nennen. Doch auch für die Herstellung von pharmazeutischen Produkten sind die Rebblätter der Edlen Weinrebe bedeutsam.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die heilende Kraft des Weines ist schon seit der Zeit der Sumerer um 2200 v. Chr. bekannt und das Wissen um diese Heilkraft geht über die Bibel und Wein als Schlaf- und Beruhigungsmittel bei Hippokrates von Kos (um 400 v. Chr), die äußerliche Anwendung durch Galenos (129–199 n. Chr.), die Wein-Kräuter-Ansätze der Hildegard von Bingen (1098–1179) bis ins 18. Jahrhundert, als Friedrich Hoffman (1660–1742), der Leibarzt des preußischen Königs Friedrich I, die populäre „Wein-Cur“ erfand. Heute werden Präparate aus verschiedenen Pflanzenteilen medizinisch genutzt.

 

Präparate aus rotem Weinlaub: Präparate aus rotem Weinlaub enthalten rote Weinrebenblätter, meist in Form von Trockenextrakten. zur Behandlung von Beschwerden bei Erkrankungen der Beinvenen, wie zum Beispiel Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Ödeme, angewendet. Die medizinische Verwendung von Weinlaub hat bereits eine lange Geschichte, die mit dem römischen Arzt Galenos beginnt und im 20. Jahrhundert zur Phytotherapie mit rotem Weinlaub führt.

 

Extrakte aus Traubenschalen: Vor allem die Schalen der roten Traubensorten enthalten die Wirkstoffe Resveratrol und oligomere Proanthocyanidine (OPC). Resveratrol ist ein Trihydroxystilben. Es hat antikanzerogenes Potential und schützt Herz und Blutgefäße. In der Pflanze wirkt es als Phytoalexin und schützt sie vor Pflanzenkrankheiten, wie z. B. vor Pilzinfektionen. Traubenschalenextrakte sind in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten, in denen OPC als Antioxidans und Radikalfänger wirken sollen.

 

Extrakte aus Traubenkernen: Traubenkernextrakte enthalten ca. 80 % oligomere Proanthocyanidine (OPC) neben anderen Polyphenolen. Sie sind wegen der antioxidativen Wirkung in Nahrungsergänzungsmitteln als sog. Schutzstoffe für das cardiovaskuläre System enthalten. Etwa 150 mg Extrakt werden als Tagesdosis empfohlen. Zudem werden die Extrakte Kosmetika als indirekter UV-Schutz zugesetzt.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung

Blätter: Getrocknete Blätter eigenen sich als Küchengewürz zum Einlegen von z.B.: Oliven, Gurken oder Bohnen. Die zarten Blätter können auch als Mantel für Gemüserouladen dienen. Eine bekannte Spezialität der orientalischen Küche ist Dolma. Dolma besteht aus Weinblätter, die meist mit Reis, Lammhack, feingehackten Zwiebeln, Nüssen und Gewürzen gefüllt sind. Das gefüllte Weinblatt wird in Brühe oder Wein gekocht oder geschmort und mit Olivenöl und Zitronensaft beträufelt.
Zarte junge Blätter könne auch, in Streifen geschnitten, wie Sauerkraut eingelegt werden.

 

Blüten: Von etwa Juni bis Juli werden die Blüten als Aroma für Kaltschalen und Bowlen, aber auch für süße Desserts und Limonaden verwendet. Kandiert erbeben sie eine süße Nascherei.

 

Früchte: Weintrauben können roh gegessen werden (Tafeltrauben), zu Rosinen getrocknet sowie zu Wein, Branntwein, Traubensaft u. Ä. verarbeitet werden (Keltertrauben). Trester – der bei der Weinbereitung übrig bleibende Pressrückstand – wird insbesondere zu Bränden weiterverarbeitet. Ein sehr bekannter Tresterbrand ist der italienische Grappa.

Die Schale sowie die Kerne der Weinbeeren enthalten Oligomere Proanthocyanidine (OPCs), die u. a. als starke Antioxidantien wirken; die Kerne können zu Traubenkernöl und Traubenkernmehl verarbeitet werden. Die Kerne sowie die Haut der Beeren sind zudem Quelle für das Antioxidans Resveratrol.

Wein entsteht im Laufe des Herstellungsprozesses durch alkoholische Gärung. Dabei werden durch Stampfen oder Pressen (Kelter) aus den Weintrauben Moste oder Maischen hergestellt, die anschließend zu Wein vergoren werden.

 

Geschmack: Blüten und Blätter schmecken leicht säuerlich, reife Früchte saftig-süß;

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Weinrebe gehört zu den ältesten Kulturpflanzen. Bereits 5000 v. Chr. lässt sich im Südkaukasus (heute Georgien) sowie in der vorderasiatischen Landschaft Sumer (heute südlicher Irak) erstmals der Anbau von Weinreben nachweisen.

Die Edle Weinrebe zählt zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen weltweit. In nahezu allen Ländern mit gemäßigtem und subtropischem Kima werden Weinreben zu verschiedenen Nutzungszwecken angebaut. Hier sind vor allem die Produktion von Wein, Tafeltrauben und Rosinen zu nennen. Doch auch für die Herstellung von pharmazeutischen Produkten sind die Rebblätter der Edlen Weinrebe bedeutsam.

Der Schwerpunkt der natürlichen Verbreitung liegt in den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel. Die Gattung kommt aber auch in den Tropen und Subtropen von Asien, Afrika und Polynesien vor. Zentren der Artenvielfalt sind China und das östliche Nordamerika. In China kommen 37 Arten vor, davon 30 nur dort.

Videobeitrag zu "Weinrebe" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher A-Z

Bäume & Sträucher A-Z | Übersicht

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