Hunds-Rose - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Rosen (aus lateinisch rosa) sind die namensgebende Pflanzengattung der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Gattung umfasst je nach Auffassung zwischen 100 und 250 Arten. Diese bilden durch ihre typischen Merkmale Stacheln, Hagebutten und unpaarig gefiederte Blätter eine sehr gut abgegrenzte Gattung. Es sind Sträucher mit meist auffälligen, fünfzähligen Blüten.

 

Auf dieser Seite wird als ein Vertreter die Hunds-Rose beschrieben. Sie ist die mit Abstand häufigste wild wachsende Art der Gattung Rosen (Rosa) in Mitteleuropa. Das Artepitheton canina bedeutet so viel wie „hundsgemein“, so hat ihr Trivialname „Hundsrose“ nichts mit Hunden zu tun, sondern bedeutet, dass man die Hundsrose überall finden kann, da sie weitverbreitet ist. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Hunds-Rose"

Botanischer Name: Rosa canina

Deutscher Name: Hunds-Rose

Gattung: Rosen (Rosa)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Hundsrose, Hagrose, Heckenrose, Gewöhnliche Hecken-Rose;

 

Blätter: Blätter unpaarig gefiedert, 8 bis 12 cm lang, 5 bis 7 Fiederblättchen, diese dünn, 3-4 cm lang, eiförmig oder elliptisch, gleichmäßig gesägt, Zähne nach vorne gerichtet. Oberseits dunkelgrün, unterseits heller, beiseitig kahl. Blattstiele ebenfalls kahl. Nebenblätter mit dem Blattstiel verwachsen, dunkelgrün bis bläulichgrün.
Blüten & Blütenfarbe: Schalenförmige Blüten rosa bis weiß, Blüte 4 bis 5 cm breit, duftend, Blütenstiele und - becher kahl.
Hauptblütezeit: Mai/Juni;
Früchte/Samen: Sammelfrucht mit einer rotglänzenden schlanken Hülle, schlang eiförmig, 2-2,5 cm lang, korallenrot, kahl, Kelch abfallend, eßbar (Kerne unverarbeitet giftig).
Fruchtreife/Erntezeit: September/Oktober;

 

Vorkommen: Die Hunds-Rose kommt in ganz Europa mit Ausnahme der nördlichsten Gebiete vor: sie fehlt in Finnland und Island, in den Küstenregionen Norwegens kommt sie bis zum 62. Breitengrad vor. Im Osten verläuft die Arealgrenze vom Ladogasee im Norden bis zur Wolga. Östlich davon gibt es Einzelvorkommen bis zum Ural. Zudem kommt sie im Nordwesten Afrikas vor und in Vorderasien, wobei sie in Jordanien und Israel selten ist und im Irak fehlt. Im Pamir gibt es ein isoliertes Teilareal. In Nordamerika ist die Hunds-Rose ein Neophyt.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Hunds-Rose ist häufig, lediglich in Gebirgslagen und in Sandgebieten ist sie selten. Sie bevorzugt mäßig trockene bis frische Böden, die basenreich, mäßig sauer bis milde sind. Oft sind die Böden humos und tiefgründig, sie wächst aber auch auf steinigen Lehm- und Sandböden, sowie auf Auböden. Sie wächst an Straßen- und Wegrändern, auf Weiden, in Hohlwegen, in Gebüschen, Waldsäumen, lichten Wäldern und auf Strandwällen.

 

Wuchshöhe: ca. 2 bis 3 Meter hoch, selten vier, im Schatten kann sie als Spreizklimmer auch höher werden.

Alter: Hundsrosen können ein beträchtliches Alter erreichen. Das Alter einiger Exemplare wird auf ca. 300 Jahre geschätzt. Ein berühmtes und sehr altes Exemplar der Hundsrose ist der sogenannte Tausendjährige Rosenstock in Hildesheim.

Typisch: Stachel sichel- oder hakenförmig, mit breitem Grund, Blätter kahl.

 

Sammelgut: Blätter, Blüten, Früchte (Hagebutten);

Energiereiche Teile: Fruchtfleisch, Samen (diese müsse jedoch gebrochen & geröstet werden)

Inhaltsstoffe: Die Fruchtschalen der Früchte (Hagebutten) weisen einen hohen Anteil an Vitamin-C auf. Nur der Sanddorn hat einen ähnlich hohen Gehalt. Außerdem sind die Vitamine A, K, P und B-Vitamine zu finden. Des weiteren ein hoher Anteil (bis 15 %) Pektin, Zucker, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, ätherisches Öl, essenzielle Fettsäuren und farbige Flavonoide.

Prozessierung: Die Kerne (behaarten Nüsschen) sollten immer entfernt werden, da sie Giftstoffe (cyanogene Glykoside) enthalten. Sollten dennoch (in Notzeiten) auch sie genutzt werden, müssen diese gebrochen und geröstet werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit anderen Kollegen aus der Familie :-)

Eigenschaft(en) des Holzes

Brauchbar große Stücke sind sehr selten und bieten ein sehr hartes, schweres Holz mit starker Maserung und mittelbrauner Farbe; Das Holz wird in der Kunsttischlerei für Drechsel- und Einlegearbeiten verwendet.

Bilder "Hunds-Rose" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Baumbestimmung

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Die Hunds-Rose wächst als sommergrüner, aufrechter, lockerer Strauch und bildet lange, bogig überhängende Äste und Zweige. Meist wird sie 2 bis 3 Meter hoch, selten vier, im Schatten kann sie als Spreizklimmer auch höher werden. Sie ist schnellwüchsig und meist breiter als hoch. Die Stacheln sind gleichartig: sie haben eine breite, herablaufende Basis, sind kräftig und hakig, nur selten sichelig.

Blätter: Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Blattstiel und Blattrhachis sind meist kahl, selten mit einzelnen Härchen, drüsenlos oder mit einzelnen Stieldrüsen, seltener stärker mit Drüsen besetzt. Die unpaarig gefiederte Blattspreite besteht je nach Varietät aus sehr unterschiedlichen fünf oder sieben Fiederblättchen. Die derben und starren Fiederblätter sind von frischgrüner Farbe, nur selten hechtblau überlaufen, glänzend, oder matt bereift. Die Fiederblättchen sind meistens 1,5-mal so lang wie breit und elliptisch bis eiförmig. Die Basis der Fiederblättchen ist gerundet und das am oberen Ende steht eine kurze, nicht klar abgesetzte Spitze. Der Rand der Fiederblättchen ist seltener regelmäßig einfach gesägt, häufiger ein- bis zweifach drüsig gesägt. Die in der Regel schmalen, spitz und nach vorne streichenden Blättchenzähne tragen Knorpelspitzen, Drüsenrudimente oder einzelne Drüsen. Blattober- wie -unterseiten sind kahl, die Oberseite ist drüsenlos, die Unterseite kann drüsig sein. Die kahlen Nebenblätter besitzen einen kahlen oder häufiger drüsig gewimperten Rand. Die Drüsen der Hunds-Rose haben keinen auffälligen Duft. Die Herbstfärbung der Laubblätter ist fahlgelb.

Blüte: An den Sträuchern sitzen meist viele Blüten, die einzeln oder bis zu zehnt (selten zahlreicher) zusammenstehen. Die einzelnen Blüten sind nur wenige Tage geöffnet. Der meist drüsenlose Blütenstiel ist 1 bis 2, selten bis 3 Zentimeter lang. Hochblätter sind kaum bis gut entwickelt, meist drüsenlos, am Rand aber drüsig gewimpert.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf kahlen und drüsenlosen bis drüsig gewimperten Kelchblätter sind nach der Anthese zurückgeschlagen und fallen frühzeitig ab, so dass sie zur Fruchtreife nicht mehr vorhanden sind. Der Durchmesser der Blütenkrone beträgt meist 3,5 bis 4,5 cm, seltener zwischen 2,5 und 5 cm. Die fünf Kronblätter sind meist hellrosafarben, selten weiß oder kräftig rosafarben.

Die Zahl der Staubblätter ist unterschiedlich, liegt aber zwischen 20 und 100. Die Griffel sind kahl, steifhaarig oder wollig behaart. Das Narbenköpfchen ist vom Huttyp, selten vom Bukettyp. Blütezeit ist im Juni, sie ist einmal blühend.

Früchte/Samen: Die Früchte, die sogenannten Hagebutten, sind von der Gestalt sehr variabel, bei der Hunds-Rose kommen praktisch alle bekannten Hagebuttenformen vor. An einem Strauch ist die Form – mit Ausnahme der endständigen Zentralbutte – immer gleich: am häufigsten sind sie länglich-ellipsoidisch oder eiförmig. Sie sind meist drüsenlos, nur bei stieldrüsigen Formen kann auch die Basis der Hagebutten mit Drüsen besetzt sein. Der Stiel der Hagebutte ist meist ein bis zweimal so lang wie die Hagebutte, häufig auch kürzer, nur selten auch länger. Zur Reife sind die Hagebutten rot und hart, häufig sind sie auch im Frühling noch am Strauch. Die Reife erfolgt im Vergleich zu anderen Rosen sehr spät im Oktober und November, selten schon im September.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

In der Heilkunde werden ganze Hagebutten, Hagebuttenschalen und die Hagebuttenkerne genutzt. Verwendet werden verschiedene Arten, vorwiegend Rosa canina und Rosa pendulina. Die Hagebutten enthalten getrocknet zwischen 0,2 und 2 % Ascorbinsäure, reichlich Pektine (rund 15 %), Zucker, Fruchtsäuren, Gerbstoffe und geringe Mengen ätherisches Öl. Verwendet werden Hagebutten gegen Erkältungskrankheiten, Darmerkrankungen, Gallenleiden, als Diuretikum, bei Gicht und Rheuma. Die Wirksamkeit ist in allen Fällen nicht bzw. nicht ausreichend belegt. Für die diuretische Wirkung könnten der Pektin- und Fruchtsäuregehalt verantwortlich sein. Verwendet werden die Hagebutten besonders in Frühstücktees.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Blätter: Junge noch weiche Blätter (mit noch weichen Stielen und Stacheln) eigen sich fein geschnitten als Beigabe in Bratlingen, Eierspeisen sowie diversen Gemüsefüllungen. Sie können jedoch auch roh für Salate und andren Rohkostspeisen genutzt werden. Frisch und getrocknet können sie für ein Teegetränk überbrüht werden. Je älter sie werden umso gerbstofflastiger ist ihr Geschmack.

 

Blüten: Die ausgezupften Kronblätter der Blüten geben vor allem Gelee, Zucker, Gewürzschokolade und Sirup, aber auch Wein und Spirituosen ein edles Aroma. Sie können als schmucke essbare Dekoration für Salate genutzt werden oder zur Herstellung von Getränken wie Tee, Wildpflanzenlimonade und Bowle.

 

Früchte: Die Hagebutte ist eine Sammelfrucht, die viele kleine Nüsse enthält.
Das Fruchtfleisch der im Spätherbst geernteten Früchte entsteht aus dem fleischigen Blütenboden. Es ist süßsauer und reich an Vitaminen, insbesondere Vitamin C (Ascorbinsäure), aber auch Vitamin A, B1 und B2. Die Nüsschen der Hagebutte sind mit feinen, widerhakenbestückten Härchen bedeckt, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen. Daher sollten die Früchte nicht mitgegessen oder -verarbeitet werden.

Nachdem die Nüsschen entfernt wurden, können Habetutten roh gegessen werden. Je später man sie pflückt, desto süßer sind sie. Die Früchte bleiben oft den ganzen Winter am Strauch und sind meist auch noch im Frühling nach Durchfrieren problemlos genießbar.

Die Früchte können zu Mus oder Konfitüre (Hagebuttenmark) verarbeitet werden. Traditionell werden damit die fränkischen Krapfen gefüllt. Aber auch zum Würzen von Wildgerichten eignen sich Hagebutten. In Schweden wird Hagebuttensuppe als süße Suppe genossen.

Hagebutten lassen sich auch zu Fruchtwein, Likör und Aufgussgetränken verarbeiten; die meisten der im Lebensmittelhandel erhältlichen Früchteteemischungen bestehen hauptsächlich aus Hagebutten. Da reiner Hagebuttentee nicht stark gefärbt ist, enthält die „Teemischung Hagebutte“ meist einen Anteil Malve, besonders Hibiskus, als stark rotfärbende Komponente.

 

Geschmack: Die süßlich duftenden Blüten  schmecken mild säuerlich. Das Fruchtmus erinnert etwas an gesüßtes Tomatenpüree. Die wenig aromatischen Blätter schmecken apfelartig.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Hunds-Rose wird als Pioniergehölz für Misch- und Schutzpflanzungen verwendet, als Bodenfestiger an Hängen, Böschungen und Halden, zur Wiederbegrünung von Lehm- und Sandgruben. Als Zierstrauch hat sie keine Bedeutung. Für Rosenschulen ist sie allerdings die wichtigste Rosenunterlage zur Veredelung von Rosen-Sorten.

Ein berühmtes und sehr altes Exemplar der Hundsrose ist der sogenannte Tausendjährige Rosenstock in Hildesheim.

Videobeitrag zu "Hunds-Rose" (Rosen allgemein)

Quellen

Bäume & Sträucher A-Z

Bäume & Sträucher A-Z | Übersicht

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