Ackerpflanzen/Feldfrüchte – Lexikon A bis Z
Hier findest du ALLE beschriebenen Ackerpflanzen/Feldfrüchte sowie Zwischenfrüchte/Gründüngungspflanzen auf einen Blick
Über Ackerpflanzen und Feldfrüchte
Als Ackerpflanzen oder Feldfrüchte werden jene Kulturpflanzen bezeichnet, die großflächig auf Feldern angebaut werden. Der Begriff umfasst im landwirtschaftlichen Sinne sowohl die Pflanze als Ganzes als auch den wirtschaftlichen Ertrag – also die Ernte –, die aus der Feldnutzung gezogen wird.
Eine besondere Rolle spielt die Zwischenfrucht. Hierbei handelt es sich um Pflanzen, die zeitlich zwischen den Hauptfrüchten angebaut werden. Sie dienen oft als Gründüngung zur Bodenverbesserung, als Erosionsschutz oder als Tierfutter. Durch den gezielten Zwischenfruchtbau wird die Fruchtfolge sinnvoll erweitert, was die Bodengesundheit fördert und den Bedarf an künstlichem Dünger reduziert.
👉 Bitte beachte die Ernte-Etikette: Ackerpflanzen, Feldfrüchte und Zwischenfrüchte sind das Eigentum des jeweiligen Landwirts, der viel Arbeit und Kapital in deren Pflege investiert. Botanisches Interesse ist wunderbar – es spricht sicher nichts dagegen, eine einzelne Weizenähre zu untersuchen, um den Aufbau der Körner kennenzulernen. Die Entnahme von größeren Mengen für den Eigenbedarf ist jedoch kein „Sammeln“, sondern schlicht Diebstahl.
Besonders bei Feldgemüse wie Kürbissen, Kartoffeln oder Salaten gilt eine strikte Null-Toleranz-Grenze für die unbefugte Entnahme. Wer den Landwirt ausfindig macht und freundlich fragt, bekommt oft eine Erlaubnis oder kann die Früchte direkt ab Hof erwerben. Das ist nicht nur fair, sondern fördert auch den Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern 🙃.
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A – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Ackerbohne/Dicke-Bohne (Vicia faba)
Die Ackerbohne ist eine traditionelle, tief wurzelnde Kulturpflanze mit Wuchshöhen von je nach Sorte und Wasserversorgung meist 0,5 bis 1,5, maximal zwei Metern. In der Landwirtschaft wird sie als wertvoller Eiweißlieferant für die Tierfütterung geschätzt und dient dank ihrer stickstoffbindenden Knöllchenbakterien als exzellenter Bodenverbesserer in der Fruchtfolge.
B – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Buchweizen – Echter (Fagopyrum esculentum)
Der Echte Buchweizen ist eine schnell wachsende, anspruchslose Ackerpflanze. In der Landwirtschaft wird das glutenfreie Pseudogetreide nicht nur zur Körnergewinnung angebaut, sondern leistet als blütenreiche Zwischenfrucht hervorragende Dienste zur Gründüngung, zur Unkrautunterdrückung und als wertvolle Bienenweide.
C – Online-Lexikon – Liste
Nix los bei C 😉
D – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta)
Dinkel ist eine robuste und traditionsreiche Getreideart mit einer lockeren, schmalen Ähre. Das Korn ist fest mit den Spelzen verwachsen, was es hervorragend vor schädlichen Umwelteinflüssen und Pilzinfektionen auf dem Feld schützt, beim Dreschen jedoch einen zusätzlichen Schälvorgang erfordert.
E – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Einkorn (Triticum monococcum)
Das genügsame Einkorn zählt zu den ältesten domestizierten Getreidearten der Menschheit. Es zeichnet sich durch eine brüchige Ährenspindel und ein fest bespelztes Korn aus. Im modernen Ackerbau erlebt diese anspruchslose, krankheitsresistente Urweizen-Art aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte eine kleine Renaissance.
Emmer/Zweikorn (Triticum dicoccum)
Emmer ist ein historisches Getreide, das dicht gedrängte, im Querschnitt fast rechteckig wirkende Ähren ausbildet. Die lang begrannten Ähren stehen zur Blüte aufrecht und neigen sich zur Reife. Als Urgetreide liefert Emmer auf nährstoffarmen Böden zwar geringere Erträge, dafür aber besonders mineralstoffreiche Körner.
Esparsette – Saat (Onobrychis viciifolia)
Die Saat-Esparsette ist eine tief wurzelnde, ausdauernde Futterpflanze, die Wuchshöhen von bis zu 90 Zentimetern erreicht. Im Ackerbau ist sie eine erstklassige stickstoffbindende Zwischenfrucht, die den Boden lockert, als eiweißreiches Heu für Nutztiere dient und Insekten reichlich Nektar bietet.
F – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Futterrübe (Beta vulgaris)
Die Futterrübe ist eine zweijährige, landwirtschaftliche Nutzpflanze, die im ersten Jahr ihre gewaltige, fleischige Rübe (aus Wurzel und Hypokotyl) ausbildet. Diese nahrhaften, kohlenhydratreichen Rüben werden im Herbst geerntet und dienen in der Landwirtschaft traditionell als hochwertiges, energiereiches Winterfutter für Rinder und Schweine.
G – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Listerift-H3
Gartenkresse (Lepidium sativum)
Die Gartenkresse ist eine schnellwüchsige, einjährige Kulturpflanze, die 20 bis 40 Zentimeter hoch wird. Im Feld- und Gartenbau wird sie aufgrund ihrer extrem kurzen Kulturdauer geschätzt. Ihre würzigen, senfölhaltigen Blätter können bereits wenige Tage nach der Aussaat frisch geerntet werden.
Gerste (Hordeum vulgare)
Die Gerste ist ein einjähriges, bis zu 1,2 Meter hohes Süßgras und gehört zu den wichtigsten Getreidearten weltweit. Im Ackerbau wird sie mit ihren charakteristisch lang begrannten Ähren bevorzugt als nahrhaftes Tierfutter (Wintergerste) oder zur Malzherstellung für die Brauerei (Sommergerste) angebaut.
H – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Hafer – Saat (Avena sativa)
Der Saat-Hafer hebt sich durch seinen Blütenstand deutlich von anderen Getreidearten ab: Er bildet keine kompakten Ähren, sondern eine 15 bis 30 Zentimeter lange, allseitswendige Rispe. Auf dem Feld gilt er als anspruchslose Gesundungsfrucht, die hervorragend in die Fruchtfolge passt und hochwertiges Futtergetreide liefert.
Hanf – Nutzhanf (Cannabis sativa)
Der Nutzhanf ist eine extrem schnell wachsende, tief wurzelnde Kulturpflanze, die auf dem Feld ein dichtes Blätterdach bildet und so Unkraut natürlich unterdrückt. In der modernen Landwirtschaft wird er als nachhaltiger Rohstofflieferant für extrem reißfeste Fasern, nahrhafte Hanfsamen und wertvolles Öl angebaut.
Hartweizen (Triticum durum)
Der Hartweizen ist eine wärmeliebende Ackerpflanze mit Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimetern. Er zeichnet sich durch einen dickwandigen Halm und kompakte, begrannte Ähren aus. Sein besonders proteinreiches, gelbliches Korn ist die essenzielle landwirtschaftliche Grundlage für die Herstellung von hochwertiger Pasta.
Hopfen – Echter (Humulus lupulus)
Der Echte Hopfen wird landwirtschaftlich in speziellen, meterhohen Gerüstanlagen kultiviert. Die schnellwüchsige, rechtswindende Kletterpflanze treibt jedes Jahr neu aus. Geerntet werden im Spätsommer ausschließlich die zapfenförmigen, harz- und lupulinreichen Blütenstände der weiblichen Pflanzen, die der Bierbrauerei dienen.
I – Online-Lexikon – Liste
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J – Online-Lexikon – Liste
Nix los bei J 😉
K – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Kartoffel (Solanum tuberosum)
Die Kartoffel ist die wohl berühmteste Ackerpflanze der Welt. Während das oberirdische, oft leicht behaarte Kraut mitsamt den Beerenfrüchten giftig ist, wachsen unterirdisch an speziellen Sprossausläufern die kohlenhydratreichen, essbaren Knollen heran, die in der Landwirtschaft den eigentlichen Ertrag bilden.
Kürbis – Garten-/Öl (Cucurbita pepo)
Der Gartenkürbis rankt sich auf dem Feld als kriechende Pflanze mit bis zu 10 Metern Ausdehnung über den Boden. Seine großen, schattenspendenden Laubblätter schützen den Acker vor Austrocknung, während aus den großen, gelben Blüten die wuchtigen, nährstoffreichen und wirtschaftlich enorm wertvollen Panzerbeeren mit (beim Ölkürbis) schalenlosen Samen heranreifen.
L – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Luzerne/Alfalfa (Medicago sativa)
Die Saat-Luzerne, auch Alfalfa genannt, ist die „Königin der Futterpflanzen“. Dank ihres extrem tiefen, bis zu 4,5 Meter reichenden Wurzelsystems übersteht sie auch lange Dürreperioden auf dem Acker mühelos. Als Leguminose reichert sie den Boden mit Stickstoff an und liefert mehrmals jährlich eiweißreiches Tierfutter.
M – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Mais/Kukuruz (Zea mays)
Der Mais ist ein wuchtiges, bis zu drei Meter hohes Sommergetreide mit einem dicken, markigen Halm. Auf dem Acker ist er extrem ertragreich. Während die männliche Blütenrispe an der Spitze thront, wachsen in den Blattachseln die massiven, samenreichen Kolben heran, die als Futter oder Lebensmittel geerntet werden.
Mangold (Beta vulgaris)
Der Mangold ist eine großblättrige Feld- und Gartenfrucht, die optisch an riesigen Spinat erinnert. In landwirtschaftlichen Kulturen bildet er bis zu 30 Zentimeter lange, fleischige Blätter mit oft farbenprächtigen, dicken Blattstielen, die als gesundes, mild-würziges Blattgemüse geerntet werden.
Meerrettich/Kren (Armoracia rusticana)
Der Meerrettich wird als landwirtschaftliche Sonderkultur angebaut und benötigt tiefgründige, lockere Böden. Während das große, grüne Laub der ausdauernden Pflanze oft unbeachtet bleibt, liegt das wirtschaftliche Ziel im Feldanbau einzig in der Ernte der massiven, scharf-ätherischen Pfahlwurzeln im späten Herbst.
N – Online-Lexikon – Liste
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O – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Ölrettich (Raphanus sativus)
Der Ölrettich ist eine klassische Zwischenfrucht und hervorragende Gründüngungspflanze. Mit seiner extrem tiefen, oft über 100 Zentimeter tief reichenden Pfahlwurzel bricht er Bodenverdichtungen auf dem Acker auf. Er bildet keine dicke Speiserübe, sondern wird im Winter als organischer Dünger auf dem Feld eingearbeitet.
P – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Phacelie – Rainfarn (Phacelia tanacetifolia)
Die Rainfarn-Phazelie, oft „Bienenfreund“ genannt, ist eine bis zu 120 Zentimeter hohe Zwischenfrucht. Auf dem Acker wird die lila blühende Pflanze zur raschen Bodenbeschattung, zur Unkrautunterdrückung und zur Gründüngung gesät. Sie friert im Winter sicher ab und hinterlässt einen ideal garen, durchwurzelten Boden.
Q – Online-Lexikon – Liste
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R – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Ramtillkraut (Guizotia abyssinica)
Das Ramtillkraut ist eine wärmeliebende, einjährige Pflanze, die bis zu 1,8 Meter hoch wächst. Im Ackerbau wird es als stark deckende, gelb blühende Zwischenfrucht eingesetzt. Es friert beim ersten strengen Frost zuverlässig ab, schützt den Acker vor Erosion und hinterlässt eine leicht einzuarbeitende Mulchschicht.
Raps (Brassica napus)
Der Raps ist eine der wichtigsten heimischen Nutzpflanzen. Er überwintert als flache Blattrosette und schießt im Frühjahr sortenabhängig meist 80 bis 150 Zentimeter in die Höhe. Seine leuchtend gelben Felder prägen die Frühlingslandschaft. Nach der Blüte reifen in den Schoten die extrem ölreichen, dunklen Rapssamen heran.
Roggen (Secale cereale)
Der Roggen ist ein klassisches und äußerst widerstandsfähiges Wintergetreide. Als Intensivwurzler durchdringt er den Ackerboden tief und kommt auch mit kargen Sandböden bestens zurecht. Seine hoch wachsenden Halme und blau-grünen, begrannten Ähren liefern das traditionelle, backfähige Brotgetreide für dunklere Teige.
Rote Bete (Beta vulgaris)
Die Rote Bete ist eine zweijährige Kulturpflanze, die im Ackerbau einjährig geerntet wird. Im ersten Jahr bildet sie eine kräftige Blattrosette und speichert ihre Energie in einer fleischigen, durch den Farbstoff Betanin tiefrot durchfärbten Hypokotyl-Rübe, die im Herbst als mineralstoffreiches Feldgemüse geerntet wird.
S – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Senf – Weißer- bzw. Gelbsenf (Sinapis alba)
Der Weiße Senf ist eine der beliebtesten Zwischenfrüchte in der Landwirtschaft. Die schnell wachsende, gelb blühende Pflanze durchwurzelt den Acker tief, unterdrückt Unkräuter effektiv und friert im Winter sicher ab. Zugleich lassen sich im landwirtschaftlichen Hauptanbau aus seinen Schoten die klassischen Senfkörner gewinnen.
T – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Topinambur (Helianthus tuberosus)
Die Topinambur ist eine hoch aufragende, sonnenblumenähnliche Pflanze mit Wuchshöhen von bis zu drei Metern. Der landwirtschaftliche Ertrag wächst unter der Erde: An starken Rhizomen bilden sich im Herbst die kartoffelähnlichen, inulinreichen Knollen, die hervorragend als robustes Wintergemüse oder Futterquelle dienen.
Triticale (Triticosecale)
Triticale ist ein agronomisches Getreidekreuzungsprodukt aus Weizen (Triticum) und Roggen (Secale). Je nach Sorte ähnelt das Aussehen auf dem Acker eher dem Weizen oder dem Roggen. Es vereint die Anspruchslosigkeit und Winterhärte des Roggens mit dem hohen, qualitativ wertvollen Ertrag des Weizens.
U – Online-Lexikon – Liste
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V – Online-Lexikon – Liste
Nix los bei V 😉
W – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Weichweizen (Triticum aestivum)
Der Weichweizen ist das dominierende Brotgetreide unserer Felder. Er wächst meist als grannenlose (oder nur sehr kurz begrannte), kompakte Ähre heran. In der Landwirtschaft profitiert er von guten, nährstoffreichen Böden und liefert dort die glutenreichen Körner, die essenziell für unsere modernen, hellen Backwaren sind.
Weinrebe – Echte (Vitis vinifera)
Die Weinrebe ist ein tief wurzelnder, rankender Strauch, der in der Landwirtschaft an Spalieren erzogen wird. Die Kulturreben benötigen sonnige, oft steile Lagen und tiefgründige Böden. Ihr wirtschaftlicher Ertrag, die zuckerreichen Weintrauben, bildet die Grundlage für die globale Wein- und Saftproduktion.
X – Online-Lexikon – Liste
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Y – Online-Lexikon – Liste
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Z – Online-Lexikon Ackerpflanzen, Feldfrüchte & Gründüngung – Liste
Zuckerrübe (Beta vulgaris)
Die Zuckerrübe ist eine hochgradig kultivierte, zweijährige Feldpflanze, die im ersten Jahr eine tiefe, helle Rübe bildet. Diese gewaltige Rübe reichert in der Sommersonne massiv Saccharose an und wird im späten Herbst als einer der global wichtigsten Rohstoffe für die Zuckergewinnung geerntet.
Die Vielfalt und Bedeutung von Ackerpflanzen und Feldfrüchten
Ackerpflanzen und Feldfrüchte bilden das Fundament der globalen Ernährungssicherung und sind das Herzstück der modernen Landwirtschaft. Ihre Bedeutung reicht weit über die reine Kalorienlieferung hinaus; sie sind zentrale Akteure in ökologischen Kreisläufen, Wirtschaftsmotoren und Gesundheitsförderer. Im Folgenden betrachten wir die botanischen Grundlagen dieser Kulturpflanzen sowie ihre essenzielle Rolle für Boden, Umwelt und Mensch.
Botanische Systematik der Feldfrüchte
Die Vielfalt der Ackerpflanzen lässt sich botanisch und nutzungstechnisch in klare Gruppen unterteilen:
- Getreide (Cerealien): Überwiegend (winter-) einjährige Süßgräser wie Weizen, Gerste, Roggen und Mais.
- Hülsenfrüchte (Leguminosen): Proteinreiche Arten wie Erbsen, Ackerbohnen und Soja, die eine Symbiose mit Knöllchenbakterien eingehen.
- Ölfrüchte: Pflanzen wie Raps oder Sonnenblumen, deren Samen zur Ölgewinnung dienen.
- Hackfrüchte: Arten wie Kartoffeln oder Zuckerrüben, die eine intensive Bodenbearbeitung erfordern.
Diese Klassifizierung hilft uns, ihre spezifischen Wachstumszyklen und Ansprüche an den Standort zu verstehen.
Anatomie und Physiologie: Hochleistungsorganismen
Obwohl sich die Wuchsformen unterscheiden, teilen die meisten Feldfrüchte einen effizienten Bauplan. Das Wurzelsystem ist bei Getreide meist büschelig, während Hackfrüchte oft tiefgehende Pfahlwurzeln oder Speicherorgane (Knollen/Rüben) bilden. Die Blätter sind die Kraftwerke der Pflanze: Durch Photosynthese wandeln sie Sonnenlicht und Kohlenstoffdioxid in Glukose um. Ein besonderes Augenmerk gilt der Blüte: Während Getreide oft windbestäubt ist, sind viele Ölpflanzen und Leguminosen auf Insekten angewiesen – eine wichtige Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.
Lebenszyklen: Von Keimung bis Ernte
Der Lebenszyklus wird maßgeblich durch die Aussaatzeit bestimmt. Wintergetreide benötigt einen Kältereiz (Vernalisation), um im Frühjahr zu schossen und Blüten zu bilden. Sommerfrüchte hingegen werden erst nach den letzten Frösten gesät. Ein interessanter Sonderfall sind zweijährige Kulturen wie der Kümmel oder die Zuckerrübe: Während wir die Rübe bereits im ersten Jahr (vegetative Phase) ernten, benötigen wir beim Kümmel die Blüte im zweiten Jahr (generative Phase), um die Samen zu gewinnen.
Bodenhelfer: Gründüngung und Zwischenfrüchte
Diese Pflanzen werden oft nicht direkt vermarktet, sind aber für die Bodengesundheit unersetzlich.
- Gründüngung: Pflanzen wie Senf oder Phacelia lockern mit ihren Wurzeln den Boden auf und reichern ihn beim Unterpflügen mit Humus an.
- Stickstoffsammler: Leguminosen (wie Klee oder Wicken) als Zwischenfrucht „tanken“ Stickstoff aus der Luft und speichern ihn im Boden – ein natürlicher Dünger für die Folgefrucht.
Diese Praktiken schützen den Boden vor Erosion, unterdrücken Unkräuter und fördern ein aktives Bodenleben.
Ernährung, Gesundheit und Züchtung
Feldfrüchte sind unsere primäre Quelle für Kohlenhydrate, Ballaststoffe und pflanzliche Proteine. Die moderne Sortenentwicklung geht heute über die reine Ertragssteigerung hinaus: Es werden Sorten gezüchtet, die widerstandsfähiger gegen Trockenstress sind (Klimaanpassung) oder einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen aufweisen. Dennoch bleibt die Vielfalt der Fruchtfolgen wichtig, um einseitige Bodenbelastungen und das Auftreten von Schädlingen zu minimieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein tiefes Verständnis der botanischen Grundlagen von Ackerpflanzen ermöglicht uns einen wertschätzenden Blick auf die Arbeit der Landwirte und die komplexen Prozesse, die unsere tägliche Nahrung hervorbringen. Ich wünsche dir viel Freude an und in der Natur – Ronald




































