Jungfernrebe – Gewöhnliche - schwache giftig

Jungfernrebe - Gewöhnliche (Parthenocissus vitacea)
Jungfernrebe - Gewöhnliche

Gewöhnliche Jungfernrebe – Erkennen und Sammeln

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches. Diese Pflanze ist GIFTIG und EINGESCHRÄNKT für die menschliche Ernährung geeignet

Die Gewöhnliche Jungfernrebe ist eine aus Nordamerika stammende Kletterpflanze, die im Herbst mit einer spektakulären roten Laubfärbung besticht. Ursprünglich als Zierpflanze nach Europa gebracht, ist sie heute häufig wild in unseren Auenwäldern und an Waldrändern anzutreffen. Da sie sich rein über rankende Ästchen und nicht über aggressive Haftscheiben an ihren Untergründen festhält, ist sie in der Gebäudebegrünung besonders beliebt, da sie Mauerwerk intakt lässt.

Baum-Steckbrief „Gewöhnliche Jungfernrebe“

  • Botanischer Name: Parthenocissus vitacea (Synonym: Parthenocissus inserta)
  • Deutscher Name: Gewöhnliche Jungfernrebe
  • Familie: Weinrebengewächse (Vitaceae)
  • Gattung: Jungfernreben (Parthenocissus)
  • Andere Namen: Rankender Mauerwein, Fünfblättriger Wilder Wein
  • Lebensdauer: Mehrjährig
  • Wuchsform: Sommergrüner Kletterstrauch (Liane)
  • Wuchshöhe: 6 bis 10 Meter (mit passender Rankhilfe auch höher)
  • Wurzelwerk: Flaches, stark verzweigtes Wurzelsystem
  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Blütenstand: Breite, rundliche Doldenrispen (Büschel)
  • Fruchtreife: September bis Oktober
  • Boden/Standort: Nährstoffreiche Standorte; kultiviert an Fassaden oder Mauern, verwildert an Waldsäumen, in Auenwäldern und Ruinengeländen
  • Hauptinhaltsstoffe: Weinsäure, Oxalsäure
  • Giftigkeit: Alle Pflanzenteile sind aufgrund des Oxalsäuregehalts roh schwach giftig und in größeren Mengen unbekömmlich

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Bilder & Fotos „Gewöhnliche Jungfernrebe“

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Bestimmung/Beschreibung des Baumes

Die Gewöhnliche Jungfernrebe ist ein auffälliger Kletterstrauch, den du besonders an seinen fünffingrigen Blättern und der leuchtenden Herbstfärbung gut identifizieren kannst.

Vegetative Merkmale (Spross, Ranken, Blätter)

  • Triebe und Rinde: Junge Sprosse sind grün. Im zweiten Jahr entwickeln sie eine hellbraune Rinde, die mit einzelnen, gut sichtbaren Korkwarzen (Lentizellen) überzogen ist. Ältere Triebe verholzen.
  • Kletterorgane: Die Pflanze klettert mit Hilfe von windenden Seitenästchen (Ranken). Wichtig: Diese Ranken besitzen keine Haftscheiben.
  • Blätter: Sie sind wechselständig angeordnet und fingerförmig fünfteilig gefiedert. Die Einzelblätter werden bis zu 10 cm lang, ihr Rand ist grob kerbig gesägt.
  • Blattoberfläche und Farbe: Die Oberfläche ist beidseitig glänzend und kahl. Oberseits erscheinen sie stumpfgrün, unterseits leicht bläulich. Im Herbst nehmen sie eine leuchtend karminrote Färbung an.

Generative Merkmale (Blüte & Frucht)

  • Blüte: Die unscheinbaren, gelblich-grünen Blüten sind fünfzählig. Sie stehen in breiten, rundlichen Büscheln zusammen, deren Stiele am oberen Ende gegabelt sind.
  • Frucht: Im Spätsommer entwickeln sich erbsengroße (5 bis 6 mm dicke), dunkelblaue bis blauschwarze Beeren. Sie sind meist silbrig bereift und sitzen auf auffälligen, leuchtend rot-orangen Fruchtstielen.

Verwechslungsgefahren:

  • Selbstkletternde Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia): Ein sehr ähnlicher Verwandter. Ihre Blätter sind auf der Oberseite jedoch matt und leicht rau (nicht glänzend glatt). Ihre Herbstfärbung tendiert mehr zu Scharlachrot bis Purpurrot. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal sind die Kletterorgane: Parthenocissus quinquefolia besitzt an den Enden ihrer Ranken kleine Haftscheiben, mit denen sie sich an glatten Mauern festsaugen kann.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung

Heilpflanzen-Steckbrief:

  • Droge: Keine offizielle Droge
  • Inhaltsstoffe: Weinsäure, Oxalsäure
  • Monographie-Status: Keine (weder HMPC noch Kommission E)

Für die Gewöhnliche Jungfernrebe gibt es keine gesicherte medizinische Anwendung. Weder in der evidenzbasierten Phytotherapie noch in der traditionellen Volksheilkunde oder der Homöopathie spielt diese Pflanze eine dokumentierte Rolle.

Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Gehölze (Bäume und Sträucher) nehmen in der Phytotherapie und Homöopathie seit jeher einen bedeutenden Stellenwert ein. Sie enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die zur Linderung verschiedenster Beschwerden beitragen können. Die Informationen auf diesen Seiten bieten dir einen fundierten Überblick über die botanischen Merkmale und traditionellen Anwendungen. Sie stellen jedoch keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zur vertieften Auseinandersetzung mit der Heilkraft von Pflanzen empfiehlt sich ein Blick in die einschlägige Fachliteratur. Ein bewährtes Standardwerk ist beispielsweise „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. Er beschreibt darin detailliert die Anwendungsmöglichkeiten in der Schulmedizin, Phytotherapie und Volksheilkunde sowie die Nutzung innerhalb der Homöopathie.

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Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Kulinarisches Profil: Der Geschmack der Pflanzenteile ist säuerlich mit einem stumpfen Beigeschmack. Aufgrund des Oxalsäuregehalts taugt sie nicht als Nahrungsmittel, sondern allenfalls als sehr sparsam eingesetztes Würzkraut.

  • Blätter und Triebspitzen (April bis Juli): Sehr junge, weiche Blätter und Triebspitzen können roh in kleinsten Mengen Salaten beigemischt oder gekocht als würzige Komponente in Gemüsefüllungen und Suppen verwendet werden.
  • Früchte (September bis Oktober): Die Beeren lassen sich in sehr kleinen Mengen als saures Gewürz nutzen, beispielsweise in Marinaden beim Einlegen von Gemüse.
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis:

Alle Pflanzenteile der Jungfernrebe enthalten einen hohen Anteil an Oxalsäure und gelten daher als leicht giftig. Eine regelmäßige oder zu große Aufnahme von Oxalsäure bindet Calcium im Körper und kann langfristig zu Nierenschäden (Nierensteinen) führen. Du solltest die Pflanze daher niemals in nennenswerten Mengen verzehren, sondern stets nur als Gewürz nutzen. Das Kochen und anschließende Wegschütten des Kochwassers reduziert den wasserlöslichen Oxalsäuregehalt deutlich.

👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die heimische Flora bietet faszinierende Möglichkeiten für eine naturnahe Ernährung. Auf diesen Seiten erfährst du alles Wissenswerte über die Bestimmung und Nutzung der wichtigsten Bäume und Sträucher. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Pflanzenteile, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.

Da der Fokus dieses Lexikons auf der botanischen Fachkunde liegt, findest du hier keine detaillierten Rezepte. Zur kulinarischen Umsetzung empfehle ich dir stattdessen diese spezialisierten Bücher über die Wildkräuter-Küche.

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Eigenschaften & Verwendung des Holzes

Die Pflanze bildet mit ihren Ranken keine klassisches Holz aus und findet somit auch nicht als solches Verwendung.

Geschichtliches zu diesem Baum

Fassadenbegrünung ohne Reue

Die Gewöhnliche Jungfernrebe ist unter Hausbesitzern ein echter Geheimtipp für die Gebäudebegrünung. Im Gegensatz zu Efeu oder der eng verwandten Selbstkletternden Jungfernrebe bildet sie nämlich keine Haftscheiben oder Haftwurzeln aus, die sich aggressiv in winzige Fugen von Putz oder Mauerwerk bohren. Stattdessen nutzt sie windende Ranken, um sich emporzuziehen. Das bedeutet, dass sie zwingend ein Rankgitter oder Spanndrähte benötigt. Der große Vorteil: Wenn die Pflanze entfernt werden soll oder zurückgeschnitten wird, bleiben keine zerstörerischen Rückstände an der Hausfassade zurück.

Vom nordamerikanischen Wald an unsere Flüsse

Ursprünglich ist die Pflanze im östlichen und zentralen Nordamerika beheimatet – von den weiten Wäldern Kanadas bis hinunter nach Texas. Wegen ihres starken Wachstums und des prächtigen karminroten Herbstlaubs wurde sie schon früh von Gärtnern als Zierpflanze nach Europa importiert. Was einst europäische Mauern und Pergolen verschönern sollte, fand jedoch schnell seinen Weg in die freie Natur. Da die Beeren im Herbst gerne von heimischen Vögeln gefressen und die unverdauten Samen weiträumig verteilt werden, ist die Gewöhnliche Jungfernrebe heute als Neophyt in unseren feuchten Auenwäldern, Hecken und in Ruinengeländen stellenweise fest eingebürgert.

Videobeitrag zu „Gewöhnliche Jungfernrebe“

Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus vitacea)

Mehr Bestimmungsvideos zur Gewöhnlichen Jungfernrebe findest du im pflanzen-vielfalt.NET YouTube-Kanal. Der Kanal bietet außerdem viele Videos die die Bestimmung von Wildkräutern, Pflanzen, Bäumen und Sträuchern ermöglichen/erleichtern.

Quellen und weitere Informationen

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