Gelber Hohlzahn – Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden
Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit
Der Gelbe Hohlzahn (Galeopsis segetum) ist eine heimische, einjährige Wildpflanze aus der Familie der Lippenblütler. Er besiedelt bevorzugt kalkfreie, nährstoffarme Böden und dient verschiedenen Insektenarten als Nahrungsquelle.
Informationskategorien zu dieser Wildpflanze
Wildpflanzen-Steckbrief „Gelber Hohlzahn“
- Botanischer Name: Galeopsis segetum
- Deutscher Name: Gelber Hohlzahn
- Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
- Gattung: Hohlzahn (Galeopsis)
- Andere Namen: Saat-Hohlzahn, Bleiche Hanfnessel
- Lebensdauer: Einjährig
- Wuchsform: Krautig
- Wuchshöhe: 10 bis 50 cm
- Wurzelwerk: Flache Pfahlwurzel
- Blütezeit: Juni bis August
- Blütenstand: Scheinquirle in den oberen Blattachseln
- Fruchtreife: September bis Oktober
- Boden/Standort: Kalkfreie, nährstoffarme Sand-, Kies- oder Schotterböden
- Hauptinhaltsstoffe: Kieselsäure, Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe
- Giftigkeit: Für den Menschen ungiftig in allen Teilen
Bestimmung/Beschreibung der Wildpflanze
Der Gelbe Hohlzahn ist eine niedrig wachsende, krautige Pflanze mit dem für Lippenblütler typischen vierkantigen Stängel und auffälligen, meist hellgelben Lippenblüten.
Vegetative Merkmale (Stängel, Blätter)
- Stängel: Vierkantig, behaart. Die Stängelknoten sind nicht oder nur minimal verdickt.
- Blätter: Kreuzgegenständig angeordnet, eiförmig-lanzettlich. Der Blattrand ist grob gezähnt. Die Blattunterseite weist eine dichte, samtige Behaarung auf.
Generative Merkmale (Blüte & Frucht)
- Blüten: Zygomorphe Lippenblüten mit doppelter Blütenhülle. Die Krone ist 20 bis 30 Millimeter lang, blassgelb bis weißlich, häufig mit gelbem Schlund und gelegentlich mit purpurnen Schlundflecken. Die gesamte Unterlippe ist niemals vollständig violett. Die Blüten sind flaumig und drüsig behaart.
- Blütenanordnung: Sechs bis zwölf Blüten stehen in Scheinquirlen in den oberen Blattachseln.
Verwechslungsgefahren:
- Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa): Unterscheidet sich durch deutlich verdickte, borstig behaarte Stängelknoten sowie eine stets violett gefärbte Unterlippe der Blüte.
- Breitblättriger Hohlzahn (Galeopsis ladanum): Besitzt deutlich kleinere Blüten (10 bis 20 Millimeter). Relevant bei der Unterscheidung von gelegentlich auftretenden rotblühenden Formen des Gelben Hohlzahns.
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Heilwirkung & medizinische Nutzung
Heilpflanzen-Steckbrief:
- Droge: Galeopsidis herba (Hohlzahnkraut)
- Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Saponine, Gerbstoffe
- Monographie-Status: Positive Monographie der Kommission E (für Hohlzahnkraut bei leichten Katarrhen der Luftwege).
In der evidenzbasierten Phytotherapie wird das getrocknete Kraut als Aufguss aufgrund der enthaltenen Saponine als mildes Expektorans bei leichten Katarrhen der Atemwege eingesetzt. In der Volksheilkunde finden frisch zerquetschte Blätter äußerlich als Kompresse bei oberflächlichen Schwellungen und Hautirritationen Verwendung. Diese äußerliche Anwendung ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
👉 Wichtiger Hinweis zur Heilwirkung: Die Nutzung von Wild- und Wiesenkräutern ist ein zentraler Bestandteil der Phytotherapie und findet auch in der Homöopathie Anwendung. Auf diesen Seiten erhältst du einen fundierten Überblick über die botanischen Eigenschaften und die traditionelle Verwendung dieser Pflanzen. Die bereitgestellten Informationen dienen jedoch ausschließlich der neutralen Information und Weiterbildung. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keinesfalls den fachlichen Rat eines Arztes oder Apothekers. Bei gesundheitlichen Beschwerden ist stets ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Für eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Heilpflanzenkunde findest du in meiner Buchtipp-Ecke eine Auswahl an Fachliteratur. Ein besonders empfehlenswertes Standardwerk ist „Das große Buch der Heilpflanzen“ * von Apotheker M. Pahlow. In diesem Werk beleuchtet der Autor die Anwendung der Pflanzen aus Sicht der Schulmedizin, der Phytotherapie und der Volksheilkunde sowie ihre Bedeutung in der Homöopathie.
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Essbarkeit & Verwendung in der Küche
Kulinarisches Profil: Die Pflanzenteile weisen einen sehr milden, nahezu neutralen Geschmack auf, wodurch sie sich als streckende Grundzutat für Gerichte eignen.
- Blätter und Triebspitzen (Mai bis Oktober): Roh als Basis für Salate, Kräuterquark oder in Smoothies. Gekocht als Beigabe zu Suppen, Aufläufen oder als Spinatersatz.
- Blüten (Juni bis Oktober): Roh als essbare Dekoration nutzbar, geschmacklich neutral bis leicht süßlich.
- Samen (Herbst): Historische Nutzung zur Ölgewinnung. Die geschroteten Samen wurden gepresst oder ausgekocht, um ein zartbitteres Speiseöl zu gewinnen. Heutzutage ist dies unwirtschaftlich.
👉 Wichtiger Hinweis zum Sammeln & Verzehr: Die hier aufgeführten Anwendungen stellen lediglich einen Auszug aus der vielfältigen Nutzungshistorie dieser Pflanzen dar. Mein Ziel ist es, dir fundierte und leicht verständliche botanische Grundlagen zu vermitteln. Sammle und verzehre jedoch ausnahmslos nur Wildkräuter, die du zu 100 % sicher bestimmen kannst! Eine Verwechslung mit giftigen Doppelgängern kann lebensgefährlich sein. Die Nutzung erfolgt stets auf eigene Gefahr.
Da ich auf dieser Seite bewusst auf detaillierte Rezepturen verzichte, empfehle ich dir für die praktische kulinarische Umsetzung diese ausgewählten Wildkräuter-Kochbücher.
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Geschichtliches zu dieser Wildpflanze
Ökologische Bedeutung und Gefährdung
Der Gelbe Hohlzahn gedeiht auf nährstoffarmen, kalkfreien Böden, die landwirtschaftlich oft überprägt werden. Er fungiert in seinem Habitat als Nahrungsquelle für verschiedene bestäubende Insekten, darunter Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Aufgrund unzureichender Bestandsdaten wird die Art von der IUCN aktuell in der Kategorie „Data Deficient“ (ungenügende Datenlage) geführt, wobei lokale Populationen in bestimmten Regionen als gefährdet gelten.
Etymologie und Systematik
Der Gattungsname Galeopsis leitet sich aus dem Griechischen ab und bezieht sich auf das Aussehen der Blüte, die an den Kopf eines Wiesels oder einer Katze erinnern soll. Der Artname segetum verweist auf das Wachstum in Getreidefeldern (Saaten), was sich auch im Synonym „Saat-Hohlzahn“ widerspiegelt.
Videobeitrag zu „Gelber Hohlzahn“
Tipp: Im YouTube-Kanal von pflanzen-vielfalt.NET findest du eine Menge (kommentierter) Videos, die die Bestimmung von vielen weiteren heimischen (essbaren) Wildkräutern, Bäumen und Sträuchern erleichtern.
Quellen und weitere Informationen
- Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen – von Steffen Guido Fleischhauer
- Essbare Wildpflanzen – 200 (essbare & giftige) Arten bestimmen und verwenden
- de.wikipedia.org – voll mit Wildkräuter & Wildpflanzen-Wissen
- www.biolib.de (Illustrationen von Wildkräutern und anderen Pflanzen)
- www.floraweb.de – Botanikseite vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- viele weitere Webseiten & Bücher/Büchlein über essbare/giftige Wildpflanzen
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