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Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.
Die Wegerichgewächse (Plantaginaceae) sind eine kosmopolitisch verbreitete Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales), die nach molekulargenetischen Neuordnungen heute auch viele ehemals den Braunwurzgewächsen zugeordnete Gattungen umfasst. Mit weltweit rund 90 Gattungen und etwa 2000 Arten reicht das Spektrum von unscheinbaren, windbestäubten Bodenkräutern bis hin zu prachtvollen, insektenbestäubten Zier- und Giftpflanzen.
Typische Merkmale der Familie
- Wuchsform: Meist einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, seltener Zwergsträucher oder im Wasser lebende Spezialisten (z. B. Tannenwedel).
- Blätter: Vielgestaltig; oft in grundständigen Rosetten mit bogenläufiger Nervatur (Gattung Plantago) oder gegenständig am Stängel (Gattung Veronica).
- Blüten & Blütenstand: Die Blüten sind meist zwittrig und vier- bis fünfzählig; das Spektrum reicht von stark zygomorphen Lippenblüten (Linaria, Digitalis) bis zu reduzierten, windbestäubten Ähren (Plantago).
- Früchte: Vorwiegend Kapseln, darunter die für Wegeriche charakteristischen Deckelkapseln oder die Porenkapseln der Löwenmäuler.
- Wichtige Inhaltsstoffe: Schleimstoffe (reizlindernd), Iridoidglykoside (z. B. Aucubin, Catalpol) und in spezifischen Gattungen hochgiftige Herzglykoside (Cardenolide).
Verwendung & ökologische Bedeutung
Die Familie zeigt eine faszinierende ökologische Bandbreite: Während die Wegeriche oft windbestäubt sind und als trittfeste „Wegbegleiter“ fungieren, locken Gattungen wie Ehrenpreis oder Leinkraut mit farbenfrohen Blüten Insekten an. Medizinisch sind Wegerich-Arten aufgrund ihrer Schleimstoffe und antibiotischen Wirkung unverzichtbare Husten- und Wundheilmittel. Im Gegensatz dazu liefert der Rote Fingerhut lebenswichtige, aber hochpotente Herzmedikamente, deren Inhaltsstoffe jedoch nur als isolierte Arzneistoffe unter ärztlicher Kontrolle therapeutisch sicher anwendbar sind.
Wildpflanzen-Arten dieser Familie im Online-Lexikon
Bachbunge (Veronica beccabunga)
Essbar/essbare Teile | Die Bachbunge ist eine fleischige, kriechende Sumpfpflanze, die bevorzugt an sauberen Quellbächen und Gräben wächst. Ihre rundlichen, glänzenden Blätter und die himmelblauen Blüten machen sie zu einem leicht erkennbaren Wildsalat, wobei aufgrund der Lebensweise am Wasser bei Rohverzehr ein Infektionsrisiko durch den Großen Leberegel besteht.
Ehrenpreis – Persischer (Veronica persica)
Essbar/essbare Teile | Der Persische Ehrenpreis ist ein weit verbreiteter Neophyt, der fast ganzjährig auf Äckern und in Gärten blüht. Seine himmelblauen Blüten besitzen ein charakteristisches weißes unteres Kronblatt und fallen bei Berührung extrem leicht ab, weshalb Ehrenpreis-Arten im Volksmund auch ironisch „Männertreu“ oder „Gewitterblümchen“ genannt werden.
Fingerhut – Roter (Digitalis purpurea)
Stark giftig | Der Rote Fingerhut ist eine stattliche, zweijährige Waldpflanze, die im zweiten Jahr bis zu zwei Meter hohe Blütenstände mit purpurroten, rachenförmigen Glockenblüten ausbildet. Aufgrund der enthaltenen Cardenolide ist die gesamte Pflanze **hochgiftig**; bereits der Verzehr kleiner Mengen kann tödliche Herzrhythmusstörungen auslösen.
Leinkraut – Echtes (Linaria vulgaris)
Essbar/essbare Teile | Das Echte Leinkraut, volkstümlich auch „Frauenflachs“ genannt, fällt an Wegrändern durch seine leuchtend gelben, maskierten Rachenblüten mit dem orangen Gaumenfleck auf. Die Blüten besitzen einen langen Sporn, der den Nektar nur für langrüsselige Insekten wie Hummeln zugänglich macht.
Wegerich – Breitwegerich (Plantago major)
Essbar/essbare Teile | Der Breit-Wegerich gilt als klassischer „Trittpflanzengesellschaftler“, der mit seinen breiten, löffelförmigen Blättern und einem dichten Büschel aus zahlreichen, kräftigen Faserwurzeln selbst auf stark verdichteten Wegen gedeiht. Seine unscheinbaren, bräunlich-häutigen Blüten stehen in langen, walzenförmigen Ähren, die dem Wind zur Bestäubung dienen.
Wegerich – Mittlerer (Plantago media)
Essbar/essbare Teile | Der Mittlere Wegerich unterscheidet sich von seinen Verwandten durch die zartlila gefärbten Staubfäden, die einen angenehmen Duft verströmen und Insekten zur Bestäubung anlocken. Seine elliptischen, beidseitig fein behaarten Blätter liegen meist flach dem Boden an und bilden eine dichte Rosette.
Wegerich – Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Essbar/essbare Teile | Der Spitzwegerich ist eine der bekanntesten heimischen Heilpflanzen, deren schmale, lanzettliche Blätter reich an reizlindernden Schleimstoffen und antibakteriellen Verbindungen sind. Die kugeligen bis walzenförmigen Blütenstände stehen auf gefurchten Stielen und setzen große Mengen Pollen frei.
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