Korbblütler (Asteraceae)
Einblick in Pflanzenfamilien & Arten. Auf dieser Seite: Korbblütler (Asteraceae). Heimische Vertreter und Beispiel-Arten für diese Familie.
Die Korbblütler (Asteraceae) bilden die größte und formenreichste Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Asternartigen (Asterales) und stellen weltweit etwa zehn Prozent aller bekannten bedecktsamigen Pflanzen. Ihr namensgebendes und unverkennbares Hauptmerkmal ist der blütenbiologisch hochspezialisierte Blütenstand, das sogenannte Körbchen (Capitulum), welches durch die Dichtdrängung vieler kleiner Einzelblüten eine einzige, große Schau-Blüte (Pseudanthium) vortäuscht.
Typische Merkmale der Familie
- Wuchsform: Überwiegend ein- bis mehrjährige krautige Pflanzen und ausdauernde Stauden, in den Tropen seltener auch Sträucher oder Bäume; oft mit tiefreichenden Pfahlwurzeln oder ausgedehnten Rhizomsystemen ausgestattet.
- Blätter: Meist wechselständig angeordnet, seltener gegenständig oder in grundständigen Rosetten zusammengefasst; die Blattspreiten sind extrem vielgestaltig, weisen jedoch grundsätzlich keine Nebenblätter (Stipeln) auf.
- Blüten & Blütenstand: Der Blütenstand ist ein Pseudanthium (Körbchen), umgeben von einem kelchartigen Involucrum (Hüllkelch, bestehend aus Hüllblättern); er setzt sich aus zwittrigen, radiärsymmetrischen Röhrenblüten im Zentrum und/oder zygomorphen, oft sterilen Zungenblüten am Rand zusammen.
- Früchte: Es entwickeln sich einsamige, unterständige Schließfrüchte, die botanisch präzise als Achänen (Cypselae) bezeichnet werden und zur Windausbreitung sehr häufig einen charakteristischen Pappus (z. B. als Haarkranz, Borsten oder Schuppen) aus umgebildeten Kelchblättern tragen.
- Wichtige Inhaltsstoffe: Charakteristisch ist die Speicherung des Polysaccharids Inulin anstelle von Stärke sowie das häufige Vorkommen von reizenden Milchsaftröhren, artspezifischen ätherischen Ölen und verdauungsfördernden Sesquiterpenlactonen (Bitterstoffen).
Verwendung & ökologische Bedeutung
Korbblütler sind von immenser ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung, da ihre nektar- und pollenreichen Blütenkörbe essenzielle und langanhaltende Nahrungsquellen für zahllose Insekten, insbesondere Bienen und Schmetterlinge, darstellen. Agrarisch liefern sie unverzichtbare Speiseöle (Sonnenblume) und dienen als wertvolle Gemüse- und Salatpflanzen (Chicorée, Schwarzwurzel, Endivie, Topinambur), wobei sie das für Diabetiker gut verträgliche Inulin speichern. Zudem werden viele Arten durch ihre stark entzündungshemmenden, krampflösenden und verdauungsfördernden Inhaltsstoffe, wie sie in Kamille, Ringelblume oder Mariendistel vorkommen, seit Jahrtausenden als hochwirksame Heil- und Arzneipflanzen kultiviert.
Wildpflanzen-Arten dieser Familie im Online-Lexikon
A – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei A 😉
B – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Beifuß – Gewöhnlicher (Artemisia vulgaris)
Essbar/essbare Teile / auf Menge achten | Der Gewöhnliche Beifuß ist eine hoch wachsende, ausdauernde Ruderalpflanze, die durch ihre tief fiederteiligen, unterseits markant weißfilzigen Blätter auffällt. Seine unscheinbaren, rötlich-braunen Blütenkörbchen verströmen einen herben Duft und enthalten wertvolle verdauungsfördernde Bitterstoffe sowie ätherische Öle. Da der Gewöhnliche Beifuß leicht toxisches Thujon enthält, werden seine jungen Triebe und Blütenknospen in der Wildkräuterküche bevorzugt in Maßen als starkes Gewürz für fettreiche Speisen verwendet.
Berufkraut – Einjähriges (Erigeron annuus)
Essbar/essbare Teile | Das Einjährige Berufkraut, auch Feinstrahl genannt, ist ein aus Nordamerika stammender Neophyt, der heimische Brachflächen und Wegränder oft massenhaft besiedelt. Charakteristisch für das Einjährige Berufkraut sind die zahlreichen, filigranen Blütenkörbchen mit weißen Zungenblüten und einer leuchtend gelben Röhrenblüten-Mitte, die es wie ein hochgewachsenes Gänseblümchen wirken lassen. Seine milden, leicht behaarten Laubblätter und die hübschen Blüten sind essbar und eignen sich hervorragend als zarte Zugabe in sommerlichen Wildkräutersalaten.
Berufkraut – Kanadisches (Erigeron canadensis)
Essbar/essbare Teile | Das Kanadische Berufkraut ist eine schlanke, aufrecht wachsende und sehr anspruchslose Pionierpflanze, die sich rasch auf trockenem Ödland und in Pflasterfugen ausbreitet. Seine extrem unscheinbaren, walzenförmigen Blütenkörbchen weisen stark reduzierte Zungenblüten auf und bilden enorme Mengen an flugfähigen Achänen. Die jungen Blätter des Kanadischen Berufkrauts sind essbar und zeichnen sich durch ein leicht scharfes, an Waldmeister erinnerndes Aroma aus.
C – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei C 😉
D – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei D 😉
E – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei E 😉
F – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Ferkelkraut – Gewöhnliches (Hypochaeris radicata)
Essbar/essbare Teile | Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist eine tiefwurzelnde, ausdauernde Wiesenpflanze, deren grob behaarte, buchtig gezähnte Blätter flach dem Boden anliegen und eine dichte Rosette bilden. Die verzweigten, blattlosen Stängel tragen leuchtend gelbe Körbchen, die ausschließlich aus Zungenblüten bestehen und optisch stark an den Löwenzahn erinnern. Die jungen, inneren Rosettenblätter des Gewöhnlichen Ferkelkrauts sind vor der Blüte gut essbar und eignen sich durch ihren milden bis leicht bitteren Geschmack für Kräutermischungen.
Flockenblume – Skabiosen (Centaurea scabiosa)
Essbar/essbare Teile | Die Skabiosen-Flockenblume ist eine stattliche, ausdauernde Wiesenpflanze, die durch ihre rauen, tief fiederspaltigen Laubblätter und den aufrechten, kantigen Wuchs auffällt. Ihre großen, purpurroten Blütenkörbe besitzen vergrößerte, sterile Randblüten, die als Schauapparat dienen, während die Hüllblätter markante, schwarzbraune und gefranste Anhängsel aufweisen. Die leuchtenden Blüten der Skabiosen-Flockenblume sind essbar und geben als farbenprächtige, milde Dekoration jedem Rohkostgericht eine besondere Note.
Flockenblume – Wiesen (Centaurea jacea)
Essbar/essbare Teile | Die Wiesen-Flockenblume besiedelt bevorzugt nährstoffreiche, sonnige Wiesen und unterscheidet sich von der Skabiosen-Flockenblume durch ihre im oberen Bereich ungeteilten, lanzettlichen Blätter. Die Hüllblätter des Blütenstandes tragen auffällig braune, papierartige und unregelmäßig eingerissene Anhängsel, die das Körbchen wie Schuppen umschließen. Auch bei der Wiesen-Flockenblume sind die purpurroten Blüten essbar und bieten bestäubenden Insekten im Hochsommer eine äußerst reichhaltige Nektarquelle.
G – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Gänseblümchen (Bellis perennis)
Essbar/essbare Teile | Das Gänseblümchen ist eine trittfeste, ausdauernde Rosettenpflanze, die auf heimischen Rasenflächen und Fettwiesen fast ganzjährig blüht. Sein klassisches Pseudanthium schließt sich bei Regenwetter und nachts, wobei die spateligen Grundblätter dicht am Boden bleiben und selbst regelmäßigen Rasenschnitt unbeschadet überstehen. Sowohl die leicht nussigen Blüten als auch die milden, säuerlichen Blätter des Gänseblümchens sind essbar und stellen eine beliebte Zutat für Frühlingssalate oder Kräuterquarks dar.
Gänsedistel – Acker (Sonchus arvensis)
Essbar/essbare Teile | Die Acker-Gänsedistel ist ein ausdauerndes Wildkraut, das als gefürchtetes Wurzelunkraut weitreichende, kriechende Rhizome in Äckern und Ruderalflächen ausbildet. Die milchsaftführende Pflanze trägt an ihren oberen Stängeln und den Hüllblättern markante, gelbliche Drüsenhaare, während die Blütenkörbe ein intensives Gelb zeigen. Die fleischigen Blätter der Acker-Gänsedistel sind essbar und können nach Entfernung der weichen Stacheln ähnlich wie Spinat zubereitet werden.
Gänsedistel – Gemüse (Sonchus oleraceus)
Essbar/essbare Teile | Die einjährige Gemüse-Gänsedistel ist ein typischer Begleiter von Kulturböden und Gärten, der sich durch kahle, blaugrün bereifte und buchtig fiederspaltige Blätter auszeichnet. Ihre Blattbasen umfassen den fleischigen, hohlen Stängel mit deutlich spitz zulaufenden, pfeilförmigen Öhrchen. Bereits in der Antike wurde die Gemüse-Gänsedistel wegen ihres milden, leicht bitteren Geschmacks als essbares Wildgemüse geschätzt und kultiviert.
Gänsedistel – Raue-Gänsedistel (Sonchus asper)
Essbar/essbare Teile | Die Raue Gänsedistel teilt sich den Lebensraum oft mit der Gemüse-Gänsedistel, unterscheidet sich jedoch signifikant durch ihre deutlich derberen, glänzenden und stachelig gezähnten Laubblätter. Am Stängelgrund besitzt sie auffällig abgerundete, anliegende Blattöhrchen, die den Stängel spiralförmig umschließen. Trotz ihrer rauen Textur sind die ganz jungen Blätter der Rauen Gänsedistel essbar und lassen sich nach dem Blanchieren, welches die Stacheln aufweicht, gut verzehren.
Goldrute – Kanadische (Solidago canadensis)
Essbar/essbare Teile | Die Kanadische Goldrute ist eine stattliche, aus Nordamerika eingeschleppte Rhizomstaude, die als aggressiver Neophyt heimische Ufer- und Ruderalzonen massiv überwuchert. Im Spätsommer bildet sie an den Spitzen ihrer beblätterten Stängel dichte, pyramidenförmige Rispen aus unzähligen, winzigen gelben Blütenkörbchen, die reichlich Nektar spenden. Die jungen Triebe und die aromatischen Blüten der Kanadischen Goldrute sind essbar und lassen sich hervorragend zu blutreinigenden Tees oder Sirupen verarbeiten.
Greiskraut – Gewöhnliches (Senecio vulgaris)
Schwach giftig | Das Gewöhnliche Greiskraut ist ein unscheinbares, kurzwüchsiges Ackerunkraut, das aufgrund seiner extremen Anpassungsfähigkeit das ganze Jahr über blühen und fruchten kann. Das Körbchen dieses Greiskrauts wirkt meist röhrenförmig und geschlossen, da ihm die optisch auffälligen Zungenblüten am Rand vollständig fehlen. Aufgrund der enthaltenen leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide ist das Gewöhnliche Greiskraut giftig und darf keinesfalls in Wildkräutersalate oder Futterrationen für Kleintiere gelangen.
Greiskraut – Jakobs (Jacobaea vulgaris)
Schwach giftig | Das Jakobs-Greiskraut wächst meist zweijährig auf trockenen Wiesen und Weiden, wo es durch seine tief fiederteiligen Blätter und die leuchtend gelben, strahlenden Blütenköpfe auffällt. Es ist die primäre Raupenfutterpflanze für den Blutbär-Schmetterling, dessen Raupen die Toxine der Pflanze zu ihrem eigenen Schutz einlagern. Da die gefährlichen Pyrrolizidinalkaloide auch nach dem Trocknen im Heu stabil bleiben und von Weidetieren dann nicht mehr gemieden werden, ist das Jakobs-Greiskraut für Pferde und Rinder hochgiftig.
H – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Habichtskraut – Kleines (Hieracium pilosella)
Essbar/essbare Teile | Das Kleine Habichtskraut ist eine trockenheitsresistente Rosettenpflanze, die sich über lange, oberirdische Ausläufer (Stolonen) vegetativ zu dichten Teppichen ausbreitet. Seine ganzrandigen Blätter sind auf der Oberseite mit langen, borstigen Haaren besetzt und auf der Unterseite zum Schutz vor Verdunstung dicht weißfilzig behaart. Die rosettenbildenden Blätter des Kleinen Habichtskrauts sind essbar und bereichern Teemischungen durch ihre leicht adstringierenden und harntreibenden Eigenschaften.
Habichtskraut – Wald (Hieracium murorum)
Essbar/essbare Teile | Das Wald-Habichtskraut bevorzugt schattige Laub- und Nadelwälder, wo es eine grundständige Rosette aus breit-eiförmigen Blättern bildet, deren Basis meist deutlich herzförmig oder gestutzt ist. Der aufrechte Stängel trägt einen reich verzweigten Blütenstand mit mehreren hellgelben Zungenblüten-Körbchen und ist meist nur mit ein oder zwei kleinen Stängelblättern besetzt. Die jungen Blätter des Wald-Habichtskrauts sind essbar, schmecken mild-herb und eignen sich bestens für Wildkräuter-Smoothies oder als Salatbeigabe.
Hainsalat/Hainlattich (Aposeris foetida)
Essbar/essbare Teile | Der Hainsalat, auch als Hainlattich bekannt, ist eine schattentolerante Waldpflanze, deren tief fiederteilige Blätter optisch sehr stark an jene des Löwenzahns erinnern. Reibt man jedoch an den Blättern oder verletzt die Pflanze, tritt ein weißer Milchsaft aus, der einen intensiven, beinahe knoblauchähnlichen Geruch verströmt. Trotz dieses strengen Aromas ist der Hainsalat essbar und wurde früher in Notzeiten als würziges Wildgemüse verzehrt.
Herbst-Löwenzahn (Scorzoneroides autumnalis)
Essbar/essbare Teile | Der Herbst-Löwenzahn blüht, wie der Name andeutet, bis tief in den späten Herbst auf nährstoffreichen Weiden, Fettwiesen und entlang von Wegen. Seine grundständigen Blätter sind tief buchtig gezähnt bis fiederspaltig, während der deutlich verzweigte Stängel zumeist schuppenartig verdickte Hüllblätter an den gelben Blütenkörben aufweist. Die mild-würzigen, fast unbehaarten Blätter des Herbst-Löwenzahns sind essbar und stellen eine ausgezeichnete, herbstliche Alternative zum klassischen Frühlings-Löwenzahn dar.
Huflattich (Tussilago farfara)
Essbar/essbare Teile / auf Menge achten | Der Huflattich ist ein klassischer Vorfrühlingsblüher, der seine von rötlichen Schuppenblättern bedeckten Blütenstängel mit den gelben Körbchen weit vor dem Laubaustrieb aus dem feuchten Lehmboden schiebt. Erst Wochen nach der Samenreife erscheinen die hufförmigen, unterseits dicht weißfilzig behaarten Grundblätter, die traditionell als schleimlösender Hustentee Anwendung finden. Wegen des Gehalts an potenziell leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloiden ist der Huflattich zwar essbar, sollte jedoch nur in stark begrenzten Mengen konsumiert werden.
Hundskamille – Acker (Anthemis arvensis)
Essbar/essbare Teile | Die Acker-Hundskamille ist ein typisches Ackerwildkraut mit fein gefiederten Blättern, das der Echten Kamille optisch sehr stark ähnelt. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der gefüllte, markige Blütenboden, der im Gegensatz zur hohlen Struktur der Echten Kamille steht, sowie der deutlich schwächere, kaum aromatische Geruch. Die Blüten der Acker-Hundskamille sind ungiftig und essbar, besitzen jedoch keine nennenswerte Heilwirkung und werden meist nur als dekoratives Element verwendet.
I – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei I 😉
J – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei J 😉
K – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Kamille – Echte (Matricaria chamomilla)
Essbar/essbare Teile | Die Echte Kamille ist eine der bekanntesten und wichtigsten Heilpflanzen Europas und gedeiht als einjähriges Kraut vorwiegend auf Äckern, Schuttplätzen und Ruderalflächen. Das unverkennbare taxonomische Merkmal ist der spitzkegelige, beim Durchschneiden stets hohle Blütenboden sowie der unverwechselbare, stark aromatische Duft der gesamten Pflanze. Alle Teile der Echten Kamille, insbesondere die ätherischölreichen Blütenköpfchen, sind essbar und entfalten als Tee-Aufguss ihre legendäre krampflösende und entzündungshemmende Wirkung.
Kamille – Strahlenlose (Matricaria discoidea)
Essbar/essbare Teile | Die Strahlenlose Kamille ist ein trittfester Neophyt, der bevorzugt auf verdichteten Böden, an Feldwegen und Hofflächen wächst. Ihren Namen verdankt sie dem vollständigen Fehlen der weißen Zungenblüten, wodurch die grünlich-gelben, kegelförmigen Köpfchen aus reinen Röhrenblüten bestehen und an kleine Knöpfe erinnern. Wie ihre bekanntere Verwandte ist die Strahlenlose Kamille essbar, verströmt beim Zerreiben einen intensiven Kamillenduft mit einer leichten Apfelnote und kann ebenso heilkundlich eingesetzt werden.
Klette – Große (Arctium lappa)
Essbar/essbare Teile | Die Große Klette ist eine gewaltige, zweijährige Ruderalpflanze, deren herzförmige, unterseits spinnwebig-filzige Grundblätter im ersten Jahr enorme Dimensionen erreichen. Die distelartigen Blütenkörbe bilden hakig gekrümmte Hüllblätter aus, die sich als epizoochore Klettausbreitungs-Organe fest im Fell von Tieren oder in Kleidung verhaken. Die tiefreichende, stärkereiche Pfahlwurzel der Großen Klette ist im ersten Wuchsjahr essbar und gilt in Asien (unter dem Namen „Gobo“) als geschätztes Feingemüse.
Knopfkraut – Behaartes (Galinsoga quadriradiata)
Essbar/essbare Teile | Das Behaarte Knopfkraut, auch Franzosenkraut genannt, ist ein invasives, extrem blühfreudiges Acker- und Gartenunkraut, das aus Südamerika nach Europa eingeschleppt wurde. Es lässt sich durch den dicht und zottig behaarten Stängel gut von ähnlichen Arten unterscheiden und zeigt winzige Blütenkörbchen mit nur meist fünf weißen Zungenblüten. Das überaus milde und sehr mineralstoffreiche Behaarte Knopfkraut ist hervorragend essbar und gibt ein ausgezeichnetes, spinatartiges Wildgemüse für Suppen und Eintöpfe ab.
Kornblume (Centaurea cyanus)
Essbar/essbare Teile | Die Kornblume ist eine klassische, segetale Begleitpflanze des Getreideanbaus, die durch ihre intensiv kornblumenblauen, großen Randblüten besticht. Durch den massiven Einsatz von Herbiziden in der modernen Landwirtschaft war die zarte, grau-filzig behaarte Pflanze zeitweise stark rückläufig, erholt sich heute jedoch an Ackerrändern langsam wieder. Die farbintensiven Randblüten der Kornblume sind essbar und werden in der gehobenen Küche sehr gerne als essbare Blütendekoration oder in Teemischungen verwendet.
Kratzdistel – Acker (Cirsium arvense)
Essbar/essbare Teile | Die Acker-Kratzdistel ist ein berüchtigtes, sehr schwer zu bekämpfendes Wurzelunkraut, das durch weitreichende, kriechende Rhizomsysteme dichte Bestände auf Äckern und Weiden bildet. Im Gegensatz zu vielen anderen Kratzdisteln ist diese Art zweihäusig getrenntgeschlechtig, besitzt also rein männliche oder rein weibliche, nach Vanille duftende lila Blütenkörbe. Vor der Blüte sind die noch zarten Blätter und die geschälten Stängel der Acker-Kratzdistel essbar und schmecken überraschend mild und gurkenähnlich.
Kratzdistel – Gewöhnliche (Cirsium vulgare)
Essbar/essbare Teile | Die Gewöhnliche Kratzdistel wächst meist zweijährig und präsentiert sich als ausgesprochen wehrhafte Pflanze mit kräftigen, stechenden Stacheln an den Blatträndern und den herablaufenden Stängelflügeln. Ihre großen, bauchigen Blütenkörbchen blühen purpurrot und bieten durch ihre lange Kronröhre hauptsächlich langrüsseligen Hummeln und Schmetterlingen wertvollen Nektar. Nach sorgfältiger Entfernung der spitzen Stacheln sind die Blattrippen und der geschälte Stängel der Gewöhnlichen Kratzdistel essbar und als deftiges Wildgemüse nutzbar.
Kratzdistel – Kohl (Cirsium oleraceum)
Essbar/essbare Teile | Die Kohl-Kratzdistel ist eine charakteristische Staude feuchter, nährstoffreicher Wiesen und Auenwälder, die im Gegensatz zu ihren Verwandten weiche, gänzlich wehrlose und stachelfreie Blätter ausbildet. Auffällig sind ihre blassgelben bis grünlich-weißen Blütenkörbchen, die eng gedrängt am Stängelende sitzen und von großen, gelbgrünen Hochblättern schützend umhüllt werden. Durch ihren Mangel an Stacheln ist die Kohl-Kratzdistel leicht zu ernten und ergibt, wie ihr Artname oleraceum (als Gemüse verwendet) andeutet, ein ausgezeichnetes, essbares Wildgemüse.
L – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Lattich – Stachel/Kompass (Lactuca serriola)
Essbar/essbare Teile | Der Stachel-Lattich ist die wilde Stammform unseres heutigen Gartensalats und fällt besonders durch die harten, stacheligen Borsten auf der Mittelrippe der Blattunterseite auf. Er wird oft als Kompasspflanze bezeichnet, da er an vollsonnigen Standorten seine buchtig fiederspaltigen Blätter senkrecht stellt und in Nord-Süd-Richtung ausrichtet, um die intensive Mittagssonne zu meiden. Die stark milchsaftführenden, sehr jungen Blätter des Stachel-Lattichs sind essbar, werden jedoch mit zunehmendem Alter extrem bitter und zäh.
Löwenzahn – Gewöhnlicher (Taraxacum sect. Ruderalia)
Essbar/essbare Teile | Der Gewöhnliche Löwenzahn ist eine allgegenwärtige, extrem anpassungsfähige und tief wurzelnde Rosettenpflanze, die im Frühjahr unsere Wiesen in ein gelbes Blütenmeer verwandelt. Nach der Bestäubung wandelt sich der Blütenkorb in die bekannte Pusteblume, deren Achänen an Fallschirmen (Pappus) durch den Wind weite Strecken zurücklegen. Sämtliche Teile vom Gewöhnlichen Löwenzahn sind essbar – die bitterstoffreichen Blätter als Salat, die Blüten für leckeren Sirup und die Inulin-reiche Wurzel geröstet als Kaffeeersatz.
M – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Margerite – Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare)
Essbar/essbare Teile | Die Wiesen-Margerite ist eine ausdauernde Staude der Mager- und Fettwiesen, deren unverzweigte Stängel von einer spateligen Grundblattrosette aufsteigen. Ihr klassischer Blütenstand wirkt wie ein überdimensionales Gänseblümchen, mit einem auffällig großen, goldgelben Röhrenblütenzentrum und einem leuchtend weißen Zungenblütenkranz. Die jungen Laubblätter und die knospigen Blütenkörbchen der Wiesen-Margerite sind essbar und lassen sich sowohl als würzige Salatbeigabe als auch in Kapernmanier eingelegt verwenden.
Mariendistel (Silybum marianum)
Essbar/essbare Teile | Die Mariendistel ist eine wärmeliebende, beeindruckende Großdistel, deren glänzende Laubblätter entlang der Blattadern eine markante, milchig-weiße Marmorierung aufweisen. Ihre purpurroten Blütenkörbe sind von extrem harten, dornig auslaufenden Hüllblättern umgeben und bringen im Spätsommer dunkle Samen hervor. Während junge Blätter der Mariendistel nach Entfernung der Dornen essbar sind, liegt ihr wahrer Wert in den leberschützenden Flavonolignanen (Silymarin), die hochkonzentriert in ihren reifen Früchten vorkommen.
Mauerlattich (Lactuca muralis)
Essbar/essbare Teile | Der Mauerlattich ist eine zierliche, schattentolerante Pflanze, die bevorzugt in Laubwäldern, auf Waldschlägen und an alten, feuchten Mauern wächst. Sein Erkennungsmerkmal sind die extrem dünnen, buchtig fiederteiligen Blätter mit einem vergrößerten, efeuartig dreieckigen Endabschnitt. Da sein weißer Milchsaft deutlich weniger Bitterstoffe enthält als jener verwandter Arten, ist der Mauerlattich gut essbar und liefert eine hervorragende Salatbasis für die Waldküche.
N – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei N 😉
O – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei O 😉
P – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Pestwurz – Gewöhnliche (Petasites hybridus)
Giftig | Die Gewöhnliche Pestwurz bildet an feuchten Bachufern und in Auwäldern dichte, kolonieartige Bestände, die durch ihre riesigen, rhabarberähnlichen Laubblätter mit teils über einem Meter Durchmesser bestechen. Wie der Huflattich blüht sie extrem früh im Jahr, indem sie vor dem Blattaustrieb fleischige, rötlich überlaufene Stängel mit dichten, walzenförmigen Blütenständen aus der Erde schiebt. Wegen des hohen Gehalts an stark lebertoxischen und karzinogenen Pyrrolizidinalkaloiden ist die Gewöhnliche Pestwurz giftig und für die Wildkräuterküche völlig ungeeignet.
Pippau – Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
Essbar/essbare Teile | Der Wiesen-Pippau ist ein ausdauernder Begleiter heimischer Mäh- und Fettwiesen, der durch seinen sparrig verzweigten, blattarmen Stängel eine beachtliche Wuchshöhe erreichen kann. Optisch ähnelt er stark dem Löwenzahn oder dem Habichtskraut, unterscheidet sich jedoch durch die stets reingelben Zungenblüten und die markanten, zweireihigen und oft behaarten Hüllblätter. Die jungen Rosettenblätter des Wiesen-Pippaus sind essbar und lassen sich aufgrund ihrer Milde sehr vielseitig in der saisonalen Gemüseküche einsetzen.
Q – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei Q 😉
R – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Giftig | Der Rainfarn, häufig auch Wurmkraut genannt, ist eine starkwüchsige Ruderalstaude, deren tief gefiederte, dunkelgrüne Blätter beim Zerreiben einen überaus scharfen, kampferartigen Geruch verströmen. Seine trugdoldigen Blütenstände bestehen aus zahlreichen knopfartigen, rein gelben Körbchen, denen die Zungenblüten vollständig fehlen. Aufgrund von Thujon und anderen aggressiven ätherischen Ölen ist der Rainfarn giftig und kann bei innerer Einnahme zu schweren Vergiftungserscheinungen und Schleimhautreizungen führen.
Rainkohl – Gemeiner (Lapsana communis)
Essbar/essbare Teile | Der Gemeine Rainkohl ist eine krautige, schattenverträgliche Pflanze, die sehr häufig an Waldrändern, in Gebüschen und in verwilderten Gärten anzutreffen ist. Seine zierlichen, hellgelben Blütenkörbchen öffnen sich nur bei Sonnenschein am Vormittag und schließen sich bereits früh am Nachmittag wieder. Die leierförmigen, weichen Blätter des Gemeinen Rainkohls sind essbar, schmecken leicht radieschenartig und waren in vergangenen Jahrhunderten ein völlig alltägliches, viel genutztes Wildgemüse.
Ramtillkraut (Guizotia abyssinica)
Essbar/essbare Teile | Das Ramtillkraut ist eine krautige Nutzpflanze tropischen Ursprungs, die in unseren Breiten gelegentlich als Zwischenfrucht zur Gründüngung oder in Wildackermischungen angebaut wird. Der kräftige, hohle Stängel trägt gegenständige, lanzettliche Blätter und leuchtend gelbe, an kleine Sonnenblumen erinnernde Blütenstände. In Afrika und Indien werden die ölreichen Samen des Ramtillkrauts traditionell gepresst, um hochwertiges Speiseöl (Nigersaatöl) zu gewinnen.
Ringdistel – Krause (Carduus crispus)
Essbar/essbare Teile | Die Krause Ringdistel ist eine ausdauernde Ruderalpflanze, die weite, stachelige Stängelflügel besitzt, welche kraus gewellt fast bis zu den purpurroten Blütenköpfen hinaufreichen. Sie bevorzugt stickstoffreiche, feuchte Böden in Auen und an Waldrändern, wo sie dichte, disteltypische Bestände ausbildet. Vor der Ausbildung des zähen Stängels sind die jungen Rosettenblätter der Krausen Ringdistel essbar und können von ihren Stacheln befreit als herbes Gemüse verarbeitet werden.
S – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Schafgarbe – Gemeine (Achillea millefolium)
Essbar/essbare Teile | Die Gemeine Schafgarbe ist eine überaus trockenheitsresistente Wiesenpflanze, die sich durch ihre zierlichen, mehrfach gefiederten Blätter, die einer Augenbraue ähneln, leicht erkennen lässt. Ihre winzigen, meist weißen bis rosafarbenen Blütenkörbchen stehen in dichten, scheindoldigen Blütenständen zusammen und riechen würzig-aromatisch. Die jungen, zarten Fiederblätter der Gemeinen Schafgarbe sind essbar und dienen in der Volksmedizin als anerkanntes, krampflösendes Magen-Darm-Therapeutikum.
T – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Telekie – Große / Scheinalant (Telekia speciosa)
Ungenießbar | Die Große Telekie, auch Scheinalant genannt, ist eine gewaltige und raublättrige Hochstaude, die aus dem Kaukasus als Zierpflanze eingeführt wurde und heute an Waldrändern verwildert. Sie präsentiert große, strahlende, gelbe Blütenkörbchen mit sehr schmalen Zungenblüten und eiförmige bis herzförmige Blätter, die beim Zerreiben einen intensiven, strengen Duft abgeben. Aufgrund ihrer starken ätherischen Öle und mangelnden kulinarischen Tradition wird die Große Telekie allgemein als ungenießbar eingestuft.
Topinambur (Helianthus tuberosus)
Essbar/essbare Teile | Die Topinambur ist eine aus Nordamerika stammende, hochgewachsene Staude, deren aufrechte Stängel und leuchtend gelbe Blüten stark an ihre direkte Verwandte, die Sonnenblume, erinnern. Im Boden bildet sie unregelmäßig geformte, stärkefreie Speicherknollen aus, in denen große Mengen des Polysaccharids Inulin eingelagert sind. Diese nussig schmeckenden Wurzelknollen der Topinambur sind essbar, lassen sich roh oder gekocht verzehren und stellen besonders für Diabetiker ein ernährungsphysiologisch hochgeschätztes Gemüse dar.
Traubenkraut – Beifußblättriges (Ambrosia artemisiifolia)
Hoch allergen | Das Beifußblättrige Traubenkraut, weltweit besser bekannt als Ragweed, ist ein einjähriger, hochgradig invasiver Neophyt mit tief fiederteiligen Laubblättern. Seine unscheinbaren, grünlichen Röhrenblüten produzieren im Spätsommer gewaltige Mengen an windverbreitetem, winzigem Pollen. Da dieser Pollen extrem aggressiv wirkt, gilt das Beifußblättrige Traubenkraut als hoch allergen und kann bei sensiblen Menschen bereits in geringsten Konzentrationen schwerste asthmatische Reaktionen auslösen.
U – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei U 😉
V – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei V 😉
W – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Wasserdost – Gewöhnlicher (Eupatorium cannabinum)
Essbar/essbare Teile / auf Menge achten | Der Gewöhnliche Wasserdost besiedelt als feuchtigkeitsliebende, starkwüchsige Hochstaude bevorzugt Uferzonen, Bachläufe und feuchte Waldschläge. Er besticht durch hanfartig gefingerte, gegenständige Blätter und dichte, trugdoldige Blütenstände, die sich aus rein rötlichen bis altrosafarbenen Röhrenblüten zusammensetzen und Falter magisch anziehen. Zwar ist der Gewöhnliche Wasserdost essbar und heilkundlich nutzbar, wegen der enthaltenen leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide muss jedoch zwingend auf eine geringe Konsummenge geachtet werden.
Wegwarte – Gewöhnliche (Cichorium intybus)
Essbar/essbare Teile | Die Gewöhnliche Wegwarte ist eine sparrig verzweigte, tief wurzelnde Ruderalpflanze, deren prächtig himmelblaue Blütenkörbe sich nur am Vormittag zur Sonne hin öffnen. Sie ist die unkultivierte Wildform vieler moderner Salate wie Chicorée und Radicchio und enthält reichlich wertvolle Bitterstoffe und Inulin in ihrer dicken Pfahlwurzel. Die Blätter und Blüten der Gewöhnlichen Wegwarte sind essbar, während die geröstete Wurzel in der Vergangenheit als der berühmte „Zichorienkaffee“ (Muckefuck) als Aufgussgetränk diente.
Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis)
Essbar/essbare Teile | Der Wiesen-Bocksbart ist eine elegante Wiesenpflanze, die lange, grasähnliche und stängelumfassende Blätter besitzt, welche bei Verletzung einen weißen Milchsaft absondern. Seine großen, strahlend gelben Blütenköpfe öffnen sich am Morgen und schließen sich typischerweise bereits in den Mittagsstunden wieder dicht zusammen. Vor der Stängelbildung sind die basalen Triebe und Wurzeln des Wiesen-Bocksbarts essbar und ergeben ein delikates, süßlich schmeckendes Wildgemüse.
X – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei X 😉
Y – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei Y 😉
Z – Familie „Korbblütler/Korbblütengewächse“
Nix los bei Z 😉
Weitere Pflanzenfamilien im Wildkräuter-Lexikon
Pflanzenfamilien und ihre Merkmale – Übersicht A-Z
Weltweit gibt es mehrere hundert Pflanzenfamilien und selbst in diesem bescheidenen Wildpflanzen-Lexikon tummeln sich Pflanzen aus über 50 Familien. Die 30 wichtigsten/prominentesten Familien finden sich in der folgenden Auflistung.



















































