Zottiges Weidenröschen - Bestimmen, sammeln und verwenden!

Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Weidenröschen (Epilobium) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Die je nach Autor bis zu 190 Arten sind in den gemäßigten Zonen vor allem Nordamerikas und Eurasiens (Holarktis) verbreitet. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig zu findender Vertreter, das "Zottige Weidenröschen" beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Zottiges Weidenröschen"

Botanischer Name: Epilobium hirsutum

Deutscher Name: Zottige Weidenröschen

Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Schosskraut, Wasserviolen, braun Weiderich, behaartes Weideröschen, rauhaariges Weideröschen;

 

Hauptblütezeit: Juni bis September;

Blütenfarbe: Tiefrosa bis Purpurrot;

 

Vorkommen: Ganz Europa. Gelegentlich wird das Zottige Weidenröschen als Zierpflanze kultiviert. Als solche wurde sie auch in Australien und in die USA eingeführt und hat sich dort seit etwa 1990 stellenweise stark ausgebreitet.

Verbreitungsschwerpunkt: Das Zottige Weidenröschen wächst zerstreut in Staudenfluren an Bächen, Gräben, Quellen und im Saum von Weidengebüsch. Es liebt lehmige, etwas kalkhaltige Böden.

 

Wuchshöhe: ca. 50 cm bis 180 cm (Einzelexemplare gar bis 250 cm);

Typisch: Zottige behaarte Pflanze mit 4-zähligen, 2-3 cm breiten Blüten in den Blattachseln;

 

Sammelgut/essbare Teile: Ganze Pflanze kann genutzt werden;

Energiereiche Teile: Wurzeln;

Hauptsammelzeit: Mai (Jungtriebe) bis September (Kraut & Blüten). Wurzeln bis in den Winter.

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Tannine, Beta-Sitosterin und Anthocyane;

Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost-Tauglich);

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): xxx

Bilder "Zottiges Weidenröschen" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Das Zottige Weidenröschen, auch Rauhaariges Weidenröschen genannt, wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 50 bis 180 (selten bis zu 250) Zentimetern. Als Überdauerungsorgan wird ein weit kriechendes, dickes Rhizom gebildet, meist schon zur Blütezeit fleischige Sprossachsen treibt, die mit Niederblättern besetzt sind. Der aufrechte, reich verzweigte Stängel ist durch lange abstehenden Haare und oben mit kurzen Drüsenhaare dicht und weich bis filzig behaart und fühlt sich beim Anfassen kühl an. Die Ausbildung der Behaarung ist standortabhängig. Aus den Achselknospen der unteren Stängelteile entwickeln sich bald fleischige Ausläufer von bis zu 30 Zentimeter Länge.

 

Blätter: Die unteren Laubblätter sind fast kreuzgegenständig, die restlich wechselständig angeordnet. Die Laubblätter sind sitzend und halb stängelumfassend oder mit der Basis am Stängel leicht herablaufend. Die fast kahlen bis drüsig zottig oder filzig behaarten Blattspreiten sind bei einer Länge von 6 bis 12 (selten bis zu 23) Zentimetern und einer Breite von 1 bis 4 Zentimetern schmal-lanzettlich. Die Blattränder besitzen starke Zähnchen.

 

Blüte: Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Ihre purpurfarbenen Blütenkronblätter besitzen eine Länge und einen Durchmesser bis zu 2 cm. Die Narbe ist vierteilig und ihre Zipfel neigen sich vor Aufblühen zusammen. Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September.

 

Früchte/Samen: Röhrenförmige, 4-teilige, 6–9 cm lange Fruchtkapsel. Die Samen sind leichter als Wasser und können mehrere Wochen schwimmen. Außer durch Samen vermehrt sich die Art vegetativ durch die dicken, weißlichen, mit Niederblättern besetzten, weithin kriechenden „Wurzelstöcke“. So besiedelt sie bereits vor der Blüte gemähte Feuchtwiesen.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Volkstümlich bei Prostataerkrankungen (vor allem benigne Prostatahyperplasie) und Magen- Darmerkrankungen eingesetzt.

 

HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Blätter und Triebspitzen: Junge und zarte Blätter können roh genutzt werden. Sie eigen sich jedoch auch als Beigabe für Füllungen von Gemüsestrudel und Gemüsetaschen. Natürlich eigenen sie sich auch als Teebeigaben.

 

Blüten und Blütenknospen: Können direkt roh gegessen werde oder in diverse Salate gestreut werden.

 

Blütenstängel: Junge und noch elastische Stängel können geschält roh gegessen werden oder als eine Art "Stängelgemüse" zubereitet werden.

 

Wurzeln: Geschält roh verzehrbar. Getrocknet können sie zu Mehl verarbeitet werden.

 

Samen: xxx

 

Geschmack: Oberirdische Pflanzenteile schmecken im zarten Zustand etwa wie Feldsalat (hinterlassen roh einen etwas "stumpf-rauen" Belag im Gaumen. Dieser Effekt kann durch Einlegen (über Nacht) in Zitrone- oder Essigwasser gemildert werden. Die Wurzeln ist im Geschmack süßlich bis schärflich.

 

HINWEIS: Naturlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

Geschichtliches / Wissenswertes

Vieh verschmäht die Blätter und Stängel sowohl frisch als auch im Heu. Die Drüsenhaare und Nadelkristalle in den Blattzellen wirken als Fraßschutz.

Videobeitrag zu "Zottiges Weideröschen" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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