Kleine Wasserlinse - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Laut der Flora of Pakistan umfasst die Gattung der Wasserlinsen ungefähr 15 Arten, die Flora of North America gibt eine Artenzahl von 13 an. In Mitteleuropa sind ursprünglich 3 Arten heimisch: Bucklige Wasserlinse, Kleine Wasserlinse und die Dreifurchige Wasserlinse. Auf dieser Seite wird die "Kleine Wasserlinse" beschrieben. Diese kommt sehr häufig vor. Andere bei uns vorkommende Arten stehen oft unter Schutz oder sind Schutzbedürftig. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Kleine Wasserlinse"

Botanischer Name: Lemna minor

Deutscher Name: Kleine Wasserlinse

Gattung: Wasserlinsen (Lemna)

Familie: Aronstabgewächse (Araceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Entengrütze, Entengrün, Entenflott;

 

Hauptblütezeit: April bis Juni (blüht bei uns nur selten);

Blütenfarbe: grün;

 

Vorkommen: Die Kleine Wasserlinse ist in den gemäßigten Gebieten von Nordamerika, Eurasien und Afrika weitverbreitet; in Australien und Neuseeland ist sie eingebürgert. In Europa erstreckt sich ihr Vorkommen nordwärts bis ca. 66 Grad nördlicher Breite.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Kleine Wasserlinse kommt verbreitet und häufig auf stehenden Gewässern, wie etwa Teichen und Tümpeln vor, die sie bei genügend großem Angebot an Nährstoffen bald mit ihren etwa drei Millimeter großen und länglich-ovalen Schwimmblättern völlig bedeckt;

 

Wuchshöhe: 2 - 6 mm (ganze Pflanze);

Typisch: Bildet grüne Teppiche aus 2 - 6 mm langen, blattartigen Gliedern auf dem Wasser.

 

Sammelgut/essbare Teile: gesamt Pflanze (geht wohl auch gar nicht anders :-))

Energiereiche Teile: gesamte Pflanze

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Schleimstoffe, Zucker, Protein, Fettsäuren, Mineralien (großes Spektrum - darunter Kalium, Calcium und Phosphor), Provitamin A;

Nötige Ver-/Bearbeitung: sollte nur gekocht verwendet werden;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit anderen (zum teil geschützten) Wasserlinsen-Arten;

Bilder "Kleine Wasserlinse" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Wasserlinsen bestehen meist aus einem oder mehreren „Blättchen“ (eigentlich Phyllokladien), die luftgefüllte Hohlräume enthalten, mit Hilfe derer sie auf oder knapp unter der Wasseroberfläche frei schwimmen. Von dort senkt sich eine Wurzel ins Wasser herab, mit der Mineralien aufgenommen werden können, und die wie ein Bootkiel zur Schwimmstabilität der Pflanze beiträgt. Spezialzellen, sogenannte Idioblasten sind reich an Oxalatnadeln und dienen vielleicht dem Schutz vor Schneckenfraß.

Blüte: Die Kleine Wasserlinse blüht bei uns nur selten. Die Blüten sind „Pollenscheibenblumen“ mit Wasserbestäubung. Überwasserblüher erfahren eine Zufallsbestäubung durch Wasserläufer, Spinnen und Schnecken. Die Blüten sind stark reduziert und sehr klein; die männlichen bestehen nur aus einem Staubblatt, die weiblichen nur aus einem Stempel mit trichterförmiger Narbe. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni.

 

Vermehrung: Die Kleine Wasserlinse vermehrt sich vor allem ungeschlechtlich durch Sprossung, bei der seitlich hervorwachsende Sprosse entweder mit der Mutterpflanze verbunden bleiben oder sich selbständig machen. Im Herbst speichert sie Stärke, um dann zur Überwinterung auf den frostfreien Grund abzusinken.

 

Samen/Früchte: Die Früchte sind ein- bis mehrsamige Nüsse. Die ca. 1 mm langen Samen erfahren eine Schwimmausbreitung.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die Kleine Wasserlinse wurde/wird volksmedizinisch als harntreibendes Mittel und bei Augenleiden eingesetzt. Schulmedizintisch spielt sie keine Rolle. Die Homöopathie setzt sie bei Schwellungen in der Nase und Schleimhautpolypen ein.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Da es eigentlich unmöglich ist einzelne Pflanzen (oder gar deren Teile) zu trennen wird die ganze Pflanze (eigentlich immer mehrere Einzelpflanzen im Verbund) genutzt. Auch wenn die rohe Verwendung in Literatur als "möglich" beschrieben wird, sollte diese nur gekocht verwendet werden. Man weiß nie was an "keimischen und tierischen Beifang" an den Pflanzen zu finden ist.

 

Spinatartig verkocht oder Gemüsefüllungen beigegeben kann diese unscheinbare Pflanze anhand ihrer Inhaltsstoffe einen erheblichen Beitrag für der Ernährung (besonders in Notzeiten) bieten. Die Pflanze kann leicht und in großen Mengen von der Wasseroberfläche abgeschöpft werden. Aber selbst im Winter lässt sie sich vom Grund abernten und nutzen.

 

Wurzeln: xxx

 

Blätter und Triebspitzen: xxx

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: xxx

 

Samen: xxx

 

Geschmack: Der Grundgeschmack ist eigentlich sehr mild und erinnert an Kopfsalat. Eigentlich :-). Meist wird das Geschmackserlebnis durch, dem aus dem Standort resultierenden, sumpfigen Geschmack getrübt.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Das Eiweiß der Kleinen Wasserlinse ist in der Zusammensetzung seiner Aminosäuren und wegen seines hohen Gehalts an Spurenelementen mit dem der Sojabohne vergleichbar. Deshalb wird die Art auch als Wildgemüse für den Menschen empfohlen. Da die Pflanze wirkungsvoll Mineralien speichert, kann allerdings zum Beispiel ihr Gehalt an Radium 100-600-mal so hoch sein wie im Wasser, das sie umgibt. Wenn beispielsweise Enten sich überwiegend von diesen Wasserlinsen ernähren, kann auch in ihrem Fleisch die Radium-Konzentration bis auf das 10-fache erhöht sein und eine potentielle Gefahr für den Menschen sein, der solches Fleisch zu sich nimmt.

Videobeitrag zu "Kleine Wasserlinse" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Ernährung/Medizin, Video für Bestimmung, ...