Gewöhnliche Teichbinse - Erkennen, sammeln und verwenden!

Bilder & Beschreibung der Graspflanze / des Grases, sowie Information über Vorkommen und Nutzung.

Informationskategorien zu diesem Gras

Gras-Kurz-Steckbrief "Gewöhnliche Teichbinse"

Botanischer Name: Schoenoplectus lacustris

Deutscher Name: Gewöhnliche Teichbinse

Gattung: Teichbinsen (Schoenoplectus)

Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gewöhnliche Teichsimse, Grüne Teichbinse, Seebinse;

 

Hauptblütezeit: Juni bis Juli;

Blütenfarbe: rotbraun;

 

Vorkommen: Die Gewöhnliche Teichbinse ist weltweit verbreitet.

Verbreitungsschwerpunkt: Ihr bevorzugter Lebensraum ist das Röhricht stehender und langsam fließender Gewässer. Der Schlammboden sollte humus- und nährstoffreich sein. Die Teichbinse ist aufgrund ihrer Assimilationstechnik in der Lage, höhere Wasserstände als etwa Schilfrohr oder Rohrkolben zu vertragen.

 

Wuchshöhe: ca. 80 cm bis 300  cm;

Typisch: Bis zu 1,5 cm dicke, aufrechte, blattlose Stängel ragen aus dem Wasser.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Salz-Teichsimse (salzhaltigen Gewässern);

Bilder "Gewöhnliche Teichbinse" - Bestimmung

Beschreibung der Graspflanze / des Grases - Bestimmung

Erscheinungsbild: Die Gewöhnliche Teichbinse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 80 und 300 Zentimeter erreicht. Diese Wasserpflanze ist mit einem unterirdisch kriechenden, kräftigen Rhizom, das dort die Sedimentation von Bodenteilchen fördert, im weichen Boden verankert. Aus den Rhizomen wachsen aufrechte, schlanke, glatte, unbeblätterte und dunkelgrüne Stängel empor, die zur Fruchtreife oft etwas übergeneigt sind. In ihrem Inneren befindet sich sehr lockeres, luftiges Markgewebe. Mit diesen vermag die Pflanze anders als Schilf auch unter Wasser zu assimilieren. Sie bildet dann auch untergetauchte Bandblätter aus. Die Anlagen zu diesen Luftröhren befinden sich schon im Keimling. Sauerstoff, den die Pflanze produziert, wird nicht an die Luft abgegeben, sondern im Pflanzeninneren behalten.

Blüte: Die Blütenstände der Gewöhnlichen Teichbinse entwickeln sich etwas unterhalb der Stängelspitze. Sie bestehen aus zahlreichen Ährchen und bilden eine sogenannte Spirre. Die unscheinbar kleinen Blüten bestehen aus borstigen Blütenhüllblättern, drei Staubblättern und einem Fruchtknoten mit langem Griffel und einer fädigen Narbe.

 

Früchte/Samen: Die Früchte sind kleine, nur 2,5 mm lange und 0,13 mg schwere Nüsse. Sie sind dreikantig und linsenförmig. Aufgrund der bleibenden, rauen Perigonborsten der Nuss-Früchte erfolgt eine Klettausbreitung, z. B. durch Vögel. Die Früchte sind Wintersteher. Fruchtreife ist im Herbst, von September bis Oktober.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Weder in der Schul-, Pflanzenmedizin noch in der Homöopathie nehmen Gräser eine große Rolle ein. (Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel!) Die hawaiianische Medizin verwendet die Wurzl (zusammen mit anderen Pflanzen) bei Magen-Darm-Beschwerden und inneren Blutungen.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche

✿ HINWEIS: Wirtschaftlich werden bei uns hauptsächlich Süßgräser genutzt, zu denen praktisch alle klassischen Getreidepflanzen zählen. Aber auch Binsen- und Sauergräser können für die Ernährung genutzt werden. Ihre Nutzung wird sich wohl auf Notzeiten beschränken, da es in "Überflusszeiten", viele praktischere Nahrungslieferanten gibt. Die folgenden Nutzungsmöglichkeiten, der verschiedenen Pflanzenteile, sind auf viele Gräser übertragbar. Innerhalb der drei Gräserfamilien (Sauergrasgewächse, Binsengewächse und Süßgräser), gibt es praktisch keine gefährlichen Vertreter. Die wenigen Ausnahmen leicht giftiger Arten fallen kaum ins Gewicht.

 

Blätter und Triebspitzen: Um stabile Halme zu erhalten, werden in diese meist Silikate eingelagert. Diese Silikateinlagerungen bedeuten für uns jedoch auch, dass die Grashalme ungenießbar sind. Kleine Mengen von Halmen und Blättern kann man zwar ohne Schwierigkeiten verzehren, bei regelmäßiger Aufnahme wird man sich jedoch die Mahlzähne bis auf die Wurzeln abnutzen. Außerdem kann unser Körper aus den Halmen keine Energie gewinnen. Blätter und Halme fallen somit für die Ernährungsbemühungen aus.

 

Blüten: Für die Ernährung unbedeutend.

 

Wurzeln: Manche Gräser bilden weitläufige und nahrhafte Wurzeln (Rhizome). Durch auskauen oder auskochen kann deren Energie verfügbar gemacht werden. (Besonders bei sehr kleinsamigen Pflanzen liegt das Hauptinteresse nicht bei den Samen, sondern in der Energie, die in den Rhizomen und Wurzeln gespeichert ist.)

 

Samen: Es sind wohl die Samen die den großen Beitrag zur Ernährung leisten können. Die meisten Samen von Wildgräsern sind nicht sehr groß. Sie können jedoch zu tausenden einfach gesammelt werden. Sie enthalten eine Menge Energie, meist in Form von Stärke.

 

Bei den meisten Gräsern ist es schwierig die Spelzen zu lösen (bei manchen gar unmöglich). In diesem Fall werden die Samen zu einem Brei zerstoßen und dann weiterverarbeitet. Grasblüten mit besonders spitzen Grannen (Härchen), können kurz auf Glut gelegt werden, um die scharfen Enden abzuflammen. Diese Behandlung schützt das Zahnfleisch, da ein Eindringen der spitzen Härchen verhindert wird.

 

Das Aufbrechen/Schroten/Zerstoßen der Samen macht ihre Energie oft erst zugänglich, da sie ohne diese Vorbehandlung unvertraut, und somit ungenutzt, ausgeschieden werden.

 

ACHTUNG: Häufig kommt es zu einem Befall der Gräser mit Pilzen. In vielen Fällen können die Pilze durch schwarze oder violette Fruchtkörper an den Ähren erkannt werden. Pflanzen mit solchen Veränderungen dürfen auf keinen Fall verwendet werden.

 

Geschmack: Die Samen erinnern in den meisten Fällen an Haferflocken. Manche Samen sind auch völlig geschmacksneutral. Die Rhizome und Wurzeln können leicht süßlich sein.

Geschichtliches / Wissenswertes

Weltweit werden die aufgrund des inneren Luftgewebes sehr leichten Halme genutzt. Aus ihnen wurden und werden beispielsweise Flöße und Boote gebaut. Aufgrund von archäologischen Funden weiß man, dass bereits in der Steinzeit Menschen aus dem biegsamen Stängeln Körbe und Matten herstellten.

Die Art wird zur Gewinnung von Zellulose, zur Uferbefestigung, und zur Neulandgewinnung eingesetzt.

Heute macht man sich die Binse wegen der Sauerstoffabgabe der unteren Stängelteile auch beim Bau von Biologischen Kläranlagen zu Nutze (s. Käthe Seidel). Die Art ist auch als Zierpflanze für Park- und Gartenteiche sowie als Wildgartenpflanze gut geeignet.

Videobeitrag zu "Gewöhnliche Teichbinse" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen - Online Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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