Gefleckte Taubnessel - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Taubnesseln (Lamium) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Gattung Lamium umfasst je nach Autor 25 bis 30 Arten. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häuffig zu findender Vertreter, die "Gefleckt Taubnessel" beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Gefleckte Taubnessel"

Botanischer Name: Lamium maculatum

Deutscher Name: Gefleckte Taubnessel

Gattung: Taubnesseln (Lamium)

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: xxx

 

Hauptblütezeit: April bis Oktober;

Blütenfarbe: purpur (selten auch weißlich);

Blütenform/Anzahl: zwei bis acht Lippenblüten zusammengefasst in Scheinquirlen;
Frucht-/Samenreife: xxx;

 

Vorkommen: Die Gefleckte Taubnessel ist in ganz Mittel- und Südeuropa, sowie West- und Kleinasien beheimatet.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Gefleckte Taubnessel bevorzugt frische bis feuchte Ruderalstellen. Man findet sie im Halbschatten von Gebüschen und Hecken, an Waldsäumen, Mauern und Straßengräben sowie in frischen Edellaubwäldern.

 

Wuchshöhe: zwischen 20 cm und 80 cm;

Typisch: brennnesselartige Pflanze ohne Brennhaare, Stängel unverzweigt und vierkantig, Blüten zweilippig, 2-3 cm lang und purpurfarben, Unterlippe weit und rot gefleckt;

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter und Triebspitzen, Blüten;

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Mineralien, ätherisches Öl, Iridoide, Flavonoide, Glykoside, Saponine, Schleim- und Gerbstoffe.

Prozessierung: Kann roh verwendet werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Mit anderen Taubnesselarten.

Bilder "Gefleckte Taubnessel" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Die sehr variable Gefleckte Taubnessel wächst meist als ausdauernde krautige Pflanze, selten als einjährige Sommerpflanze. Sie ist sommergrün oder wintergrün. Ihre Wuchshöhe schwankt zwischen 20 und 80 cm. Die Blühfähigkeit ist bereits im ersten Wuchsjahr gegeben. Sie bildet ober- und bleiche unterirdische Ausläufer. Die Gefleckte Taubnessel besitzt einen unten oft kahlen, sonst spärlich abstehend weiß behaarten, häufig rot angelaufenen und nur am Grunde verzweigten, vierkantigen, hohlen Stängel. Die vier Stängelkanten sind durch Kollenchym versteift.

Blätter: Die kreuzweise gegenständig angeordneten Laubblätter sind dunkelgrün gefärbt und bilden in ihrer Blattmitte, besonders im Winter, einen weißlichen Längsstreifen aus. Sie besitzen etwa 4 cm lange Blattstiele, wobei die unteren Blätter länger gestielt als die oberen sind, was als Anpassung an ungünstige Lichtbedingungen gedeutet wird. Die weich behaarte Blattspreite wird etwa 8 cm lang. Ihre Form variiert von eiförmig-dreieckig bis herzförmig, zur Blattspitze verläuft die Spreite lang zugespitzt. Der Blattrand weist eine grobe doppelte Zähnung auf.

Blütenstand und Blüte: Die meist purpurnen, selten weißen Lippenblüten der Pflanze werden in den Blattachseln der oberen Blattpaare gebildet und sind dort zu zwei bis acht Blüten zusammengefasst in Scheinquirlen angeordnet. Die Scheinquirle stehen gewöhnlich in drei bis acht Etagen übereinander. Die Blüte der Gefleckten Taubnessel enthält Kelch und Krone. Der grüne Kelch besitzt fünf fast annähernd gleiche Zähne und ist am Grund ungefleckt. Die tiefrosa bis purpurn gefärbte Krone wird etwa 20 bis 30 mm lang. Die Kronröhre besitzt eine charakteristische Aufwärtskrümmung. Innen ist sie mit einem waagrechten Haarring versehen. Die Oberlippe ist helmförmig gestaltet, die dreizipfelige Unterlippe besitzt ein auffälliges Fleckenmuster, das teilweise als Saftmal gedeutet, den Weg zum Nektar weist.

Frucht/Samen: Die Klausenfrucht zerfällt bei Reife in vier einsamige Teilfrüchte, die als Klausen bezeichnet werden. Diese besitzen einen basalen Ölkörper. Die Klausen werden gewöhnlich von Ameisen, die vom ölhaltigen Anhängsel, dem Elaiosom, angelockt werden, aufgesucht und verschleppt. Neben der Ameisenausbreitung verfügt die Gefleckte Taubnessel auch über die Möglichkeit der Selbstausbreitung. Durch den bei Fruchtreife trocken werdenden Kelch werden in der Fruchtwand Spannungen erzeugt, so dass Selbstausstreuung stattfindet.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Meist wird die "Weiße-Taubnessel" für Heilanwendungen genutzt, es ist jedoch anzunehmen das auch ihren Gattungskollegen ähnliche Eigenschaften/Inhaltsstoffe aufweisen.

 

Eingesetzt wird die Taubnessel als auswurfförderndes Mittel bei Erkrankungen der Atemwege – also schleimlösend – sowie gegen Blähungen. Mittels Umschlägen der abgekochten Pflanze werden Hautschwellungen, Beulen, Krampfadern und Gichtknoten behandelt. Die Taubnessel wirkt schwach harntreibend. Eine antiinflammatorische (entzündungshemmende) Wirkung ist mittels Tierversuchen bewiesen worden. Diese Wirkung wird hauptsächlich gegen Entzündungen an der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet.

Der Tee wird auch bei Blasenleiden, Husten oder Darmbeschwerden getrunken. Waschungen mit dem Tee werden bei Verbrennungen und anderen Hautverletzungen vollzogen.

Als Hauptwirkstoffe gelten Iridoidglykoside, hauptsächlich Lamalbid, neben Caryoptosid und den Albosiden A+B.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Wurzeln: Wurzeln der Triebausläufer nutzt man vor allem im Herbst als rohe Knabberei, in Salaten oder klein geschnitten in Gemüsesuppen oder zu Pesto sowie geröstet als Kaffeeersatz. Auch sie schmecken etwas steinpilzartig.

 

Blätter und Triebspitzen: Besonders junge Blätter und Triebe bieten sich vor der Blüte (etwa ab Februar bis April) als Salat und Rohkost an. Die Triebspitzen bereits blühender Exemplare sind z.B. eine ausgezeichnete Grundlage für Vorspeisensalte mit Gurkenwürfeln und Schafskäse. Mit ihrer feinen Pilznote schmecken sie auch hervorragend als Gemüselasagne mit gerösteten Nüssen und Ziegenkäse. Sie ergeben leckere Gemüsechips und sind eine ausgezeichnete Beigabe in Bratlingen. Als Gemüse gekocht sind die Blätter und Triebspitzen relativ mild und gut als Suppengemüse geeignet. Sie können auch als spinatähnliches Gemüse oder in Eierspeisen zubereitet werden. Die Taubnessel bietet sich fast während ihrer ganzen Vegetationsperiode über als hervorragende Grundlage für schmackhafte Hausteemischungen an.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Die Blüten eigenen sich von April bis Oktober für süße Dessert-Gerichte oder aber zusammen mit den Blättern für herzhaft bunte Kräuterbutter und vor allem als Beigabe für Salate.

 

Samen: Samen können (etwa ab Ende Mai bis September), getrocknet, für den Winter eingelagert werden. Aus ihnen können in der kalten Jahreszeit, am besten auf der Fensterbank, Keimlinge gezogen werden. Diese können dann wieder für Salate oder Smoothies genutzt werden.

 

Geschmack: Der Grundgeschmack der Pflanze (auch der Wurzeln) erinnert an Steinpilz. Die Blüten eher neutral bis etwas süß.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: durch ihren doch merklichen/dominanten "pilzigen" Geschmack sollte die Taubnessel nur als Beigabe in den Smoothie.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Signalwirkung auf Bestäuber besitzt die stark duftende und mit Saftmalen versehene Unterlippe. Die Saftmale weisen zum Blütenzentrum, wo an der Basis der Kronröhre zuckerreicher Nektar (42 %) abgegeben wird, der nur langrüsseligen Insekten zugänglich ist. Als typische Bestäuber fungieren Hummeln. Erdbienen beißen die Kronröhre bisweilen seitlich an um an den Nektar zu gelangen. Als Nektarräuber dienen sie nicht der Bestäubung. Beim Einkriechen des Bestäubers in die Kronröhre verschiebt sich die Oberlippe gelenkartig nach hinten. Narbe und Staubbeutel berühren so nacheinander den Rücken des Insekts.

Videobeitrag zu "Taubnesseln" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Ernährung/Medizin, Video für Bestimmung, ...