Gelber Steinklee - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Steinklee (Melilotus), auch Honigklee genannt, ist eine Pflanzengattung, die zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehört. Die, je nach Autorenauffassung, etwa 20 Arten sind in Eurasien verbreitet. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig vorkommender Vertreter, der "Gelbe Steinklee" beschrieben. Essbar/essbare Teile (auf Menge achten)!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Gelber Steinklee"

Botanischer Name: Melilotus officinalis

Deutscher Name: Gelber Steinklee

Gattung: Steinklee (Melilotus)

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gewöhnlicher Steinklee, Echter Steinklee, Gebräuchlicher Steinklee, Honigklee;

 

Hauptblütezeit: Juni bis September;

Blütenfarbe: gelb;

 

Vorkommen: Der Gelbe Steinklee ist in Eurasien verbreitet.

Verbreitungsschwerpunkt: Der Gelbe Steinklee wächst verbreitet in sonnigen Unkrautfluren, an Wegen, im Bahngelände, in Steinbrüchen, auf Erdanrissen, an Ufern und Schuttplätzen. Er liebt basenreichen, kalkhaltigen und mäßig stickstoffarmen Boden. In Gebieten mit kalkarmem Gestein fehlt er gelegentlich.

 

Wuchshöhe: ca. 30 cm bis 100 cm (Einzelexemplare gar bis 200 cm);

Typisch: Nickend Schmetterlingsblüten in schmalen Trauben, Blätter dreizählig.

 

Sammelgut/essbare Teile: Triebe, Blätter, Blüten, Wurzeln, Samen. ACHTUNG: Alle Pflanzenteile enthalten Cumarin das, bei Nutzung über das Gewürzmaß hinaus, Kopfweh verursachen kann.

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Cumarin (verantwortlich für Geruch), Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe;

Nötige Ver-/Bearbeitung: kann auch roh verwendet werden. Durch Cumaringehalt jedoch in Kleinstdosen;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit anderen Steinkleearten;

Bilder "Gelber Steinklee" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Der Gelbe Steinklee ist eine zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 (bis 200) Zentimetern erreicht. Sie hat aufrechte und verzweigte Stängel.

Blätter: Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die unpaarig gefiederte Blattspreite besitzt drei gestielte Fiederblättchen. Auf den Fiederblättchen 6 bis 14 Paare Seitennerven vorhanden. Die Nebenblätter sind ganzrandig oder (die mittleren und unteren) am Grunde jederseits mit einem Zahn versehen.

Blüte: Die traubigen Blütenstände sind 4 bis 10 Zentimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronblätter sind gelb. Die 5 bis 7 Millimeter lange Blütenkrone besitzt die typische Form der Schmetterlingsblüte. Die Flügel sind länger als das Schiffchen. Die Flügel sind an der Basis mit dem Schiffchen verwachsen. Das einzige Fruchtblatt ist kahl. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten sind sehr nektarreich und duften nach Honig. Bestäuber sind Bienen und Schwebfliegen.

Früchte/Samen: Die kahlen Früchte (Übergangsformen zwischen Hülsenfrucht und Nussfrucht) sind ein- (bis zwei-)-samig, sie springen nicht oder nur unvollkommen auf und sind nur etwa 3 bis 5 Millimeter lang. Die Früchte sind querrunzelig und im reifen Zustand braun. Die Früchte werden durch den Wind und möglicherweise auch durch den Menschen ausgebreitet.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Steinklee wird vor allem äußerlich in Form von Auflagen, Kräuterkissen, Salben und Pflastern gegen Schwellungen, Entzündungen und Wunden eingesetzt.


Innerlich als Tee oder Tinktur nimmt man ihn gegen Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Migräne und zur Verbesserung der Lymphzirkulation.

 

Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Pflanzenteile vom Echten Steinklee (Melilotus officinalis), aber auch das Kraut vom Hohen Steinklee (Melilotus altissima), der auf eher feuchten Plätzen (Wiesen) zu finden ist.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

ACHTUNG: Alle Pflanzenteile enthalten Cumarin das, bei Nutzung über das Gewürzmaß hinaus, Kopfweh verursachen kann.

 

Wurzeln: Die von Herbst bis in den Frühling (September bis April) geernteten und getrockneten Wurzeln kann man als Gewürz einsetzen.

 

Blätter und Triebspitzen: Die jungen, von April bis Juni verfügbaren Triebe, werden geerntet und 1-2 Tage angewelkt. Erst durch diese Behandlung entfalten sie ihr Aroma. Man nutzt sie indem man sie in der zu aromatisierenden Speise (Gemüsegerichte, Milchspeisen, Marmeladen, ...)  mitkocht (und wieder herausnimmt.) Sie können auch Bowlen und Weinen ihr Aroma übergeben. Denkbar ist auch eine Verwendung als Gewürz zur Käseherstellung.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Blüten (samt Kraut) können wie Blätter und Triebspitzen verwendet werden.

 

Samen: Die im August bis September noch zarten Samenkapseln können, fein gehackt, mit Frischkäse zu einem Brotaufstrich verarbeitet werden.

 

Geschmack: Das Aroma der Pflanze ist süß-aromatisch, Waldmeister-vanileeartig, und so duftet sie (nach dem Anwelcken) auch.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Die Pflanze ist merklich würzig und reich an Cumarin und sollte deshalb nicht über das Würzmaß hinaus in den Smoothie. So eingesetzt kann sie jedoch, gepaart mit neutralem Grün (z.B.: mit den fast immer verfügbaren Grün von Brennnessel, Labkraut oder Vogelmiere), ein sehr interessantes Smoothie-Erlebnis bieten.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Drei Arten sind landwirtschaftlich bedeutsam: Weißer, Gelber und Indischer Steinklee. Im Feld dient Steinklee als Weidepflanze, besonders auch als Bienenweide und zur Gründüngung. Aus geschnittenem Steinklee wird Heu oder Silage bereitet. Durch das beim Trocknen der Pflanzen freiwerdende Cumarin bekommt das Heu den typischen Heugeruch, beziehungsweise es duftet nach Waldmeister. Verdorbenes Heu und schlecht konserviertes Silofutter hingegen enthalten Dicumarol, ein Abbauprodukt des Cumarins; Dicumarol ist giftig für das Vieh und führt zu äußeren und inneren Blutungen.

 

Der Gelbe Steinklee ist ein Hemikryptophyt. Die schief aufsteigende Pfahlwurzel reicht bis zu 90 Zentimeter tief. Er hat Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien. Seine Fiederblätter haben Blattgelenke und legen sich nachts zusammen (Nyktinastie).

Blütenökologisch handelt es sich um „Nektar führende Schmetterlingsblumen mit Klappmechanismus“. Die Kronblätter sind durch Carotinoide gelb gefärbt. Die Blüten sind sehr nektarreich und duften nach Honig. Der Gelbe Steinklee ist ein Nektar- und Pollenspender von besonderem Wert. Wegen der nur 2 mm langen Kronröhre ist der Nektar auch kurzrüsseligen Insekten zugänglich.

Videobeitrag zu "Gelber Steinklee" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Ernährung/Medizin, Video für Bestimmung, ...