Großes Springkraut - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Springkräuter (Impatiens) sind eine der zwei Gattungen innerhalb der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae). Es gibt etwa 1000 Arten. Hydrocera, die zweite Gattung der Familie, beinhaltet dagegen nur 1 Art. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häuffig zu findender Vertreter, das "Große Springkraut" beschrieben. Essbar/essbare Teile (grüne Pflanzenteile müssen gekocht werden)!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Großes Springkraut"

Botanischer Name: Impatiens noli-tangere

Deutscher Name: Großes Springkraut

Gattung: Springkräuter (Impatiens)

Familie: Balsaminengewächse (Balsaminaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Echtes Springkraut, Rühr-mich-nicht-an, Rührmichnichtan, Wald-Springkraut, Altweiberzorn;

 

Hauptblütezeit: Juli bis August;

Blütenfarbe: gelb;

Frucht-/Samenreife: August bis Oktober;

 

Vorkommen: Vorwiegend eurasiatische Verbreitung von den Britischen Inseln und den Pyrenäen ostwärts bis zum Pazifik, darüber hinaus im westlichen Nordamerika.

Verbreitungsschwerpunkt: Als Standort werden schattig-feuchte bis nasse Waldstellen, Schluchtwälder, Auwälder, Bachränder bis in Höhenlagen von 1300 m NN bevorzugt.

 

Wuchshöhe: bis 100 cm;

Typisch: Rot punktierte, hängende, trichterförige Blüten mit hakig gekrümmtem Sporn.

 

Sammelgut/essbare Teile: Samen, Blüten, Blätter;

Energiereiche Teile: Samen;

Inhaltsstoffe: Grüne Teile: Gerb- und Bitterstoffe, Glykoside, Öl, Tannine und Säure. Samen: Fettsäure "Parinarsäure".

Prozessierung: Grüne Pflanzenteile sollten nur gekocht konsumiert werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Kleines Springkraut (kleinere Blüte ohne gekrümmten Sporn.)

Bilder "Großes Springkraut" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Die einjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 bis 70 (bis 100) Zentimetern. Der saftige Stängel ist an den Knoten aufgeschwollen.

 

Blätter: Die oberen Laubblätter sind meist kleiner als die unteren und haben an jeder Seite 7 bis 16 (bis 20), meist stumpfliche Zähne. Die Blätter sind mit extrafloralen Nektarien versehen und besitzen ein Gewebe mit Oxalatkristallen, sogenannten Drusen, das vermutlich dem Fraßschutz dient.

Blüten: In den Achseln der oberen Blätter hängen je ein bis vier gestielte Blüten. Die zwittrigen goldgelben, zygomorphen Blüten werden (15 bis) 20 bis 35 mm lang und besitzen einen gekrümmten Sporn. Die Kronblätter sind paarweise miteinander verbunden und innen braunrot punktiert. Blütezeit ist von Juli bis August.

 

Früchte/Samen: Die Fruchtkapseln sind durch Zellsaftdruck gespannt und reißen bei Berührung an vorgebildeten Nähten blitzschnell auf. Dabei werden die Samen bis über drei Meter fortgeschleudert (Explosionsfrüchte), siehe Saftdruckstreuer und Ballochorie. Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Alle Arten der Springkrautpflanzen sind in frischem Zustand leicht giftig. In der Volksmedizin hat diese Pflanze keinen besonderen Stellenwert. In manchen Regionen verwendet man diese Pflanzenart in hoher Dosierung als Brechmittel, in geringer Dosierung als harntreibenden Tee.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

ACHTUNG: Grüne Pflanzenteile sollten nur gekocht konsumiert werden. Sie wirken, roh, stark abführend und harntreibend. (Keimlinge können, laut mündlicher Überlieferung, auch roh gegessen werden.

 

Wurzeln: xxx

 

Blätter und Triebspitzen: Junge Blätter und Triebspitzen sind gekocht essbar. Aber selbst wenn das Kochwasser mehrmals gewechselt wird, bleiben sie wenig schmackhaft und rau im Nachgeschmack. Nachdem es viel anderes Grün in der Natur gibt, kann man auf die Nutzung des Springkrautgrün getrost verzichten.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Die Blüten lassen sich in kleinen Mengen (auch roh) als essbare Dekoration nutzten.

 

Samen: Von September bis Oktober können die Samen geerntet werden. Ich nutzte dafür einen großen Müllsack. Dieser wird vorsichtig über die Pflanze gestülpt und dann wird die Pflanze geschüttelt. Die Samenkapseln platzen und der Sack fängt die Geschosse. Die Samen haben ein nussiges Aroma und können auch roh gegessen werden. Sowohl die unreifen, noch weißen Samen als auch die ausgereiften schwarzen Samen können gegessen und genutzt werden. Man kann sie als Nussbasis für Würzpasten, in Aufläufe, Bratlinge oder Gebäck verarbeiten oder sie zu Speiseöl pressen.

 

Geschmack: Die Blüten sind mild-süßlich, die Samen angenehm nussig, die Blätter wenig schmackhaft-rau.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: das Grün des Großen Springkraut kann getrost als Smoothie-Untauglich geführt werden, Blüten und Samen können jedoch (in kleinen Mengen auch roh) in den Smoothie wandern.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die einjährige Pflanze ist ein sehr produktiver Flachwurzler und eine ausgesprochene Schattenpflanze. Ihre Blätter sind durch einen Wachsüberzug unbenetzbar. Der Blattrand ist mit Wasserspalten, sogenannten Hydathoden ausgestattet, an denen vor allem morgens Tropfen zu finden sind. Diese Wasserabscheidung wird als Guttation bezeichnet. Die Stängel sind saftig und durchscheinend, so dass die Leitbündel gut zu sehen sind. Die Blätter sind mit extrafloralen Nektarien versehen und besitzen ein Gewebe mit Oxalatkristallen, sogenannten Drusen, das vermutlich dem Fraßschutz dient. Die Art ist frostempfindlich und geht nach den ersten Frösten zugrunde; sie ist damit ein sogenannter Frostlochzeiger.

Die Blüten sind ausgesprochen vormännliche, hängende „Rachenblumen“. Der Sporn ist mit Nektarien ausgestattet und dient als sogenannter Safthalter. Die Staubblätter sind zu einer Röhre verwachsen und der Pollen ist durch Fäden miteinander verbunden. Die Narbenentwicklung beginnt erst nach dem Abfallen der Staubbeutel. Bestäuber sind Hummeln und andere Bienenverwandte. Spontane Selbstbestäubung erfolgt in winzigen, geschlossen bleibenden, sogenannten kleistogamen Blüten.

Die Fruchtkapseln sind durch Zellsaftdruck gespannt und reißen bei Berührung an vorgebildeten Nähten blitzschnell auf. Dabei werden die Samen bis über drei Meter fortgeschleudert (Explosionsfrüchte), siehe Saftdruckstreuer und Ballochorie. Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Das Kraut wird von Hirschen und Rindern gefressen.

Videobeitrag zu "Großes Springkraut" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Ernährung/Medizin, Video für Bestimmung, ...