Gewöhnliche Pestwurz - Erkennen

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus) ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es gibt, je nach Autorenauffassung, etwa 15 bis 18 Pestwurz-Arten innerhalb ihrer Gattung "Pestwurzen" (Petasites). Die Gewöhnliche Pestwurz wird wegen ihrer spasmolytisch und antiallergisch wirksamen Inhaltsstoffe arzneilich verwendet. Vor Zubereitungen als Tee aus Pestwurzblättern oder -wurzeln wird gewarnt, denn im Naturzustand enthält die Pflanze Substanzen (Pyrrolizidinalkaloide) mit mutagener, krebserregender und möglicherweise toxischer Wirkung auf die Leber.

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Gewöhnliche Pestwurz"

Botanischer Name: Petasites hybridus

Deutscher Name: Gewöhnliche Pestwurz

Gattung: Pestwurzen (Petasites)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gemeine Pestwurz, Duftende Pestwurz, Rote Pestwurz, Bach-Pestwurz;

 

Hauptblütezeit: April bis Mai;

Blütenfarbe: rötlich-weiß bis rot-violett;

Blütenform/Anzahl: Körbchen als Traube, mehr als 15 Körbchen;
Frucht-/Samenreife: xxx

 

Vorkommen: Das Verbreitungsgebiet umfasst Europa nördlich bis Schottland, Nordwestdeutschland.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Art bevorzugt sickernasse oder zeitweise überflutete, nährstoffreiche Böden und ist daher oft an Bach- und Flussufern zu finden.

 

Wuchshöhe: ca. 15 cm bis 150 cm;

Typisch: zur Blütezeit keine grünen Blätter, ovale auffällige Blütentraube, violett überlaufene Schuppenblätter, Blätter ausgewachsen bis zu 90 cm breit;

 

Sammelgut / essbare Teile: NICHT für die menschliche Ernährung geeignet. Giftig!

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Flavonoide, Petasin, Pyrrolizidinalkaloide, Schleimstoffe, Sesquiterpene;

Nötige Ver-/Bearbeitung: xxx

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Weiße Pestwurz;
Unterscheidung: Der Unterschied zwischen wildwachsender weißer und roter Pestwurz ist nicht unbedingt an der Farbe auszumachen. Rote Pestwurz kann der weißen Pestwurz sehr nahe kommen – farblich gesehen. Die Blätter zeigen den Unterschied deutlicher: Während die weiße Pestwurz eher spitze, zahnige Blätter bzw. Blattränder hat, sind die Blattränder der roten Pestwurz mehr rundlich (weniger spitz/zahnig).

Bilder "Gewöhnliche Pestwurz" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht zur Blütezeit Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimeter, zur Fruchtzeit bis 120 Zentimeter. Das Rhizom ist zirka 4 cm dick, bräunlich und an den Gliedenden verdickt.

Blätter: Die Blätter des Pestwurz erinnern in der Form ein wenig an Rhabarberblätter. Sie erscheinen erst nach der Blütezeit. Sie sind grundständig und haben riesige, nierenförmige Ausmaße, wie kaum eine andere Wildpflanze. Z.T. erreichen die Blätter eine Länge von einem Meter und 60 cm Breite. Die Blätter sind dabei lang gestielt und grün auf der Oberseite. Die Unterseite der Blätter ist grauwollig, später verkahlend. Insgesamt bilden die Blätter eine Art Dach über dem Boden.

Blüte: Die Blütenstände erscheinen zwischen März und Mai noch vor den Grundblättern. Der zusammengesetzte, traubige Blütenstand besitzt zahlreiche, dicht stehende rötlich-weiße bis rot-violette Blütenköpfe (Teilblütenstände). Die männlichen Blütenköpfe werden etwa 7 bis 12 mm lang und sind etwa doppelt so groß wie die weiblichen.

Früchte/Samen: Gelb-braune Nuss mit einem mit unverzweigten oder nur schwach verzweigten kurzen Härchen besetzten Pappus. Die zylindrischen, behaarten Früchte werden durch den Wind verbreitet.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Im 19. Jahrhundert wurde erstmals die spasmolytische und analgetische Wirkung erkannt und die Pflanze bzw. deren Zubereitungen wurden für die medizinische Anwendung neu entdeckt.

 

Für standardisierte Fertigpräparate werden nur Pflanzen aus kontrolliertem Anbau einer pyrrolizidinalkaloidarmen Züchtung verwendet; darüber hinaus werden verbliebene Pyrrolizidinalkaloid-Restmengen durch spezielle Extraktionsverfahren weitgehend entfernt. Heute werden Pestwurzextrakte in verschiedenen Phytopharmaka eingesetzt, wobei die spasmolytische Wirkung auf die glatte Muskulatur im Vordergrund steht. Dazu werden bevorzugt Extrakte aus dem Rhizom verwendet. Indiziert sind sie z. B. bei Spasmen des Gastrointestinaltrakts und krampfartigen Beschwerden im Bereich der ableitenden Harnwege. Daneben werden Pestwurz-Zubereitungen z. B. bei der Migräneprophylaxe eingesetzt.

ACHTUNG: Vor Zubereitungen als Tee aus Pestwurzblättern oder -wurzeln wird gewarnt, denn im Naturzustand enthält die Pflanze Substanzen (Pyrrolizidinalkaloide) mit mutagener, krebserregender und möglicherweise toxischer Wirkung auf die Leber. Hände weg von medizinischen Selbstversuchen.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

NICHT für die menschliche Ernährung geeignet. Giftig!

 

Wurzeln: xxx

 

Blätter und Triebspitzen: xxx

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: xxx

 

Samen: xxx

 

Geschmack: xxx

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: xxx

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Griechen und Römer schätzten die Pestwurz im 1. Jahrhundert gegen bösartige Geschwüre ebenso wie die Menschen im Mittelalter, die sie gegen die Pest einsetzten. In der Volksmedizin werden verschiedene Zubereitungen der Pflanze auch als schleimlösende Hustenmittel und als Kühlmittel bei Insektenstichen eingesetzt.

Archäologische Funde im ältesten Salzbergwerk der Welt, dem sogenannten Salzberg bei Hallstatt, haben belegt, dass die Blätter vermutlich einer Pestwurz-Art in der Bronzezeit auch als Toilettenpapier verwendet wurden. Heute noch gibt es in Bayern die volkstümliche Bezeichnung Arschwurz für die Pflanze.

Videobeitrag zu "Gewöhnliche Pestwurz" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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