Strahlenlose Kamille- Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Kamillen (Matricaria) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die, je nach Autorenauffassung, etwa sieben Arten sind hauptsächlich in Europa, Kleinasien, gemäßigten Klimagebieten Asiens, Nordafrikas und Nordamerikas verbreitet. Ein bei uns häufig zu findender Vertreter ist die "Strahlenlose Kamille". Ihren Namen verdankt sie dem Fehlen der weißen Zungenblüten. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Strahlenlose Kamille"

Botanischer Name: Matricaria discoidea

Deutscher Name: Strahlenlose Kamille

Gattung: Kamillen (Matricaria)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Straußfarn, Trichterfarn, Strahllose Kamille;

 

Hauptblütezeit: Juni bis September;

Blütenfarbe: gelbgrün;

Blütenform/Anzahl: Korbblüten, Körbchen nur mit Röhrenblüten (Zungenblüten fehlen - namensgebend);
Frucht-/Samenreife: xxx

 

Vorkommen: Die Strahlenlose Kamille ist ursprünglich in Nordostasien und im pazifischen Nordamerika verbreitet. Sie tritt in gemäßigten Zonen weltweit als Neophyt auf. In Mitteleuropa wurde sie 1852 erstmals als Gartenflüchter aus dem Botanischen Garten Berlin beobachtet und ist mittlerweile völlig eingebürgert.

Verbreitungsschwerpunkt: Sie kommt in Trittrasen, vor allem in Siedlungsnähe vor; sie wächst dort oft in größeren Gruppen. Sie bevorzugt offenen, nährstoffreichen, dichten Lehm- und Tonboden.

 

Wuchshöhe: ca. 5 cm bis 30 cm (Einzelexemplare bis 40 cm);

Typisch: halbkugelige Körbchen ohne Zungenblüten, aromatischer Duft, fiedrige Blätter;

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Blüten;

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Flavonoide, Cumarinderivate;

Prozessierung: kann roh verwendet werden;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): xxx

Bilder "Strahlenlose Kamille" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Die Strahlenlose Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 5 bis 40 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, etwas fleischig, nach oben verzweigt, manchmal auch vom Grund an. Die Zweige sind gerade, im unteren Teil kahl und manchmal unterhalb des Köpfchens etwas behaart.

 

Blätter: Die Blätter sind 2-6 Zentimeter lang und 1-2 Zentimeter breit, kahl und tragen zahlreiche Zipfel, die zugespitzt oder kurz begrannt sind.

Blüte: Die Köpfchen haben einen Durchmesser von 5 bis 12 Millimeter. Die Hüllblätter haben eine farnlosen Rand. Im Gegensatz zur Echten Kamille besitzt die strahlenlose Kamille keine weißen Zungenblüten. Ihre zwittrigen Röhrenblüten sind gelblich-grün und stark duftend. Die Blütenkrone ist 1,1-1,4 Millimeter lang. Die Blütezeit ist von Juni bis September (selten auch bis Oktober). Die Blüten werden durch Insekten bestäubt oder bestäuben sich selbst.

 

Früchte/Samen: Die Achänen sind blassbraun und tragen 3-4 Rippen auf der Bauchseite. Es handelt sich um eine typische Trittpflanze: Die Früchte verschleimen bei Nässe, bleiben dann an Schuhen, Reifen usw. kleben und können so über weite Strecken verschleppt werden.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die Pflanze riecht ähnlich wie die Echte Kamille (Matricaria chamomilla), ihr ätherisches Öl ist jedoch anders zusammengesetzt, so dass sie nicht als Ersatz für diese verwendet werden kann.

 

Die Volksmedizin nutzt die Pflanze dennoch ähnlich wie die Echte Kamille. Viele Einsatzgebiete sind auch bei diese Pflanze passend und sinnvoll, zu beachten ist das die entzündungshemmende Wirkung fehlt.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Wurzeln: xxx

 

Blätter: Wie bei der Echte Kamille können auch die kleingeschnittenen Blätter der Strahlenlosen Kamille (etwa von April bis Mai) in Kräuterhackmischungen beigegeben werden. Diese kann dann wiederum für Kräuterbutter, Käutertopfen (Quark) oder ähnliches genutzt werden.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Die Blüte können (etwa von Juni bis August) wie die Blüten der Echte Kamille für Tee und Teemischungen genutzt werden. Zu beachten ist, das zwar Heilwirkung vorhanden ist, ohne jedoch die entzündungshemmede Wirkung der Echte Kamille. Fein gewiegt kann man die Blütenköpfchen auch als essbare Streudekoration für Süßspeisen nutzten.

 

Samen: xxx

 

Geschmack: weniger (ab doch) aromatisch wie die der Echte Kamille.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: in kleinen Mengen kann die Pflanze problemlos im Smoothie genutzt werden.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Geschichte der Ausbreitung der Strahllosen Kamille in Deutschland beginnt mit der Entdeckung durch Alexander Braun im Jahr 1852. Er fand die Art in Berlin-Schöneberg auf der "Dorfstraße". Später entdeckte sie Robert Caspary 1859 in Königsberg zwischen der Unionsgießerei und dem Ausfalltor. Die Ausbreitung selber erfolgte hauptsächlich durch den Eisenbahn- und Schiffsverkehr und im Detail durch die verschleimenden Achänen an Wagenrädern, Füßen und Hufen. Schon nach etwa 50 Jahren war die Art in Deutschland weit verbreitet, aber die Dichte der Verbreitung nahm weiterhin zu.

Videobeitrag zu "Strahlenlose Kamille" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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