Herbst-Löwenzahn - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Der Herbst-Löwenzahn (Scorzoneroides autumnalis), ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in Europa und dem westlichen Asien verbreitet. Der Herbst-Löwenzahn ist eine formenreiche Art, die in mehrere Unterarten untergliedert wird. Essbar/essbare Teile.

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Herbst-Löwenzahn"

Botanischer Name: Scorzoneroides autumnalis

Deutscher Name: Herbst-Löwenzahn;

Gattung: Scorzoneroides

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Leontodon autumnalis, Herbst-Schuppenlöwenzahn, Herbst-Leuenzahn, Herbst-Milchkraut;

 

Hauptblütezeit: Juli bis September;

Blütenfarbe: gelb (die äußeren Zungenblüten besitzen auf der Außenseite einen rötlichen Streifen);

Blütenform/Anzahl: Körbblüte bestehend nur aus Zungenblüten;
Frucht-/Samenreife: August bis November;

 

Vorkommen: Der Herbst-Löwenzahn ist in Europa und dem westlichen Asien verbreitet.

Verbreitungsschwerpunkt: Der Herbst-Löwenzahn wächst vorzugsweise auf nährstoffreichen, meist kalkarmen Wiesen und Weiden, Parkrasen, trockenen Salzwiesen und an Wegrändern. 

 

Wuchshöhe: ca. 10 cm bis 50 cm;

Typisch: Stängel etwas gerillt und mit kleinen Blattschuppen, meist mehrere, 2-3,5 cm breite Körbchenblüten, Blätter kahl oder kaum behaart.

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Blütenknospen, Blüten, Wurzeln;

Energiereiche Teile: Wurzel;

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Inulin (in der Wurzel);

Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost geeignet);

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit dem Gewöhnlichen Ferkelkraut; Das Gewöhnliche Ferkelkraut hat jedoch meist steif/borstig behaarte, buchtig gezähnte bis fast ganzrandige Blätter die auf der Unterseite bläulich bereift sind und die Frucht hat einen gestielten Haarkranz (Samen und Flugschirmchen sind mit haardünnem Stiel verbunden). Der Herbst-Löwenzahn hat hingegen meist kahle oder kaum behaarte, tief fiederspaltige oder schrotsägeförmige Blätter die auf beiden Seiten gleich grünfarben sind und seine Früchte haben einen sitzenden, fedrigen Haarkranz (Flugschirmchen direkt mit Samen verbunden.) Eine Verwechslung bliebe ohne Folgen denn auch das Gewöhnliche Ferkelkraut ist ungiftig und somit essbar/nutzbar.

Bilder "Herbst-Löwenzahn" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Der Herbst-Löwenzahn wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 60 Zentimetern. Der einzelne oder die zahlreichen Stängel sind verzweigt. Der Herbst-Löwenzahn ist ein Hemikryptophyt und eine Halbrosettenpflanze.

 

Blätter: Die meist kahlen Laubblätter sind im Umriss lanzettlich mit einer Länge von 2 bis 30 Zentimetern sowie einer Breite von 3 bis 30 Millimetern. Sie sind buchtig gezähnt bis tief fiederschnittig; ihre Abschnitte sind schmal lanzettlich oder linealisch; sie sind abstehend oder zurückgebogen.

 

Blüte: Die oben allmählich verdickten und oberwärts schuppigen Blütenstandsschäfte tragen ein bis sieben Blütenkörbe. Die körbchenförmigen Blütenstände stehen vor dem Aufblühen aufrecht. Im Gegensatz zum Gewöhnlichen Löwenzahn ist der Blütenstandsschaft des Herbstlöwenzahnes nicht hohl. Die Hülle (Involucrum) des Blütenkörbes ist 7 bis 12 Millimeter lang und 7 bis 11 Millimeter breit. Die Blütenkörbe enthalten nur (gelbe) Zungenblüten. Die äußeren Zungenblüten besitzen auf der Außenseite einen rötlichen Streifen. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

 

Früchte/Samen: Die Achänen sind rotbraun, zylindrisch, etwas nach oben verschmälert und 3,5 bis 7 Millimeter lang. Die Früchte sind Achänen, deren Pappusstrahlen sich bei Nässe hygrochas spreizen. Sie breiten sich als Schirmchenflieger und Wasserhafter aus. Pro Blütenkörbchen entstehen zwischen 165 und 233 Früchte. Fruchtreife ist von August bis November. 

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Der Herbst-Löwenzahn scheint weder in in Homöopathie, Volks- noch Schulmedizin von Bedeutung zu sein. Zumindest konnte ich keine Aussagen (mir vertrauenswürdiger / gesicherter Quellen) über seine Nutzung in diesem Bereich finden. Gesichert scheint das sich Bitterstoffe positiv auf das Verdauungssystem auswirken.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Wurzeln: Von September bis in den Winter hinein kann man die geschälten Wurzeln als Koch- und Backgemüse nutzen. Zerkleinert, getrocknet, geröstet und anschließend gemahlen, kann aus ihnen ein Kaffeeersatz/Röstgetränk gebrüht werden.

 

Blätter und Triebspitzen: Junge Blätter (etwa von April bis Juni) können für Salate genutzt werden. Erscheinen sie hierfür zu bitter, kann man sie durch Wässern entbittern. Dafür legt man die klein geschnittenen Blätter für ca. zwei Stunden in handwarmes Wasser. Neben der Salatbeigabe eignen sich die Blätter auch als herbe Beigabe zu Suppen, Fonds oder Gemüsegerichten. In feine Streifen geschnitten können sie als Würze für Kräutertopfen (Quark), Bratlinge und Brotteige genutzt werden.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blütenknospen und Blüten: Die geernteten Blütenknospen (etwa Juni, Juli) lässt man für ca. eine Stunde in Salzwasser ziehen und nutzt sie danach als Beigabe für Salate und Gemüsegerichte oder legt sie als Kapernersatz in Essig oder Salzlake ein. Die gelben Blüten selbst sind milder im Geschmack und können (gezupft) als essbare Streu-Speisendekoration für Salate, Aufstriche, Suppen oder ähnliche Speisen genutzt werden.

 

Samen: xxx

 

Geschmack: Die Pflanze hat einen bitterlich-würzigen Geschmack.  

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Die Pflanze ist merklich würzig/bitter und sollte deshalb nicht in zu großen Mengen in den Smoothie. Sparsam eingesetzt kann sie jedoch, gepaart mit neutralem Grün (z.B.: mit den fast immer verfügbaren Grün von Brennnessel, Labkraut oder Vogelmiere), ein sehr interessantes Smoothie-Erlebnis bieten.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Randblüten haben nur im oberen Teil eine UV-Reflexion, die Körbchen sind daher für die Bestäuberinsekten innen dunkel und erscheinen am Rand hell. Die Kronröhre ist kurz, so dass verschiedene Insekten als Bestäuber in Frage kommen.

Videobeitrag zu "Herbst-Löwenzahn" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Ernährung/Medizin, Video für Bestimmung, ...