Kriechender Günsel - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Günsel (Ajuga) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die, je nach Autorenauffassung, etwa 65 Arten sind hauptsächlich in Eurasien und in Nordafrika verbreitet. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig zu findender Vertreter, der "Krichende Günsel" vorgestellt. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Kriechender Günsel"

Botanischer Name: Ajuga reptans

Deutscher Name: Kriechender Günsel

Gattung: Günsel (Ajuga)

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Güldengünsel, Guglkraut, Günse, Guensel, Gundelrebe, und eine Reihe weiterer regional sehr unterschiedlicher volkstümlicher Namen;

 

Hauptblütezeit: April bis August;

Blütenfarbe: blau-weiß (hell) gemustert;

Blütenform/Anzahl: Scheinquirlen mit je drei bis sechs zygomorphen Lippenblüten;
Frucht-/Samenreife: xxx;

 

Vorkommen: Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa und Nordafrika bis zum Kaukasusraum und den Iran. In Nordamerika ist er ein Neophyt.

Verbreitungsschwerpunkt: Der Kriechende Günsel gedeiht auf frischen, nährstoffreichen, neutralen bis mäßig sauren, humosen Lehmböden auf Wiesen, in Laubwäldern, an Waldrändern, unter Hecken und in Gärten. Er ist ein Nährstoff- und Frische-Zeiger und eine Licht- bis Halbschatten-Pflanze.

 

Wuchshöhe: 7 cm bis 30 cm;

Typisch: Tannenbaumähnlicher Blütenstand, Pflanze mit Ausläufern, obere Blätter (an Pflanzenspitze) oft rotviolett überlaufen.

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Blüten;

Energiereiche Teile: xxx

Hauptsammelzeit: März bis Juli

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Saponine, Glykoside;

Prozessierung: kann roh verwendet werden;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): andere Günselarten;

Bilder "Kriechender Günsel" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Der Kriechende Günsel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 7 bis 30 Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein kurzes, kräftiges Rhizom und lange Ausläufer, die sich an den Knoten bewurzeln. Der meist aufrechte Stängel ist vierkantig, unten rot-violett überlaufen und im oberen Bereich ringsum flaumig behaart.

Blätter: Die Laubblätter sind in grundständigen Rosetten und gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die gestielten Laubblätter sind eiförmig-spatelig und oberseits glänzend.

Blüte: Je drei bis sechs Blütenstände sind in seitenständigen Scheinquirlen angeordnet. Die Tragblätter sind einfach. Die Blütezeit reicht von April bis Juni, selten blühen einzelne Pflanzenexemplare auch noch später.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkronen sind meist blau gefärbt mit helleren Streifen, seltener rosafarben oder weiß (Albino). Eine Besonderheit der 1 bis 1,5 Zentimeter langen Blütenkronen ist die scheinbar fehlende, aber tatsächlich winzige Oberlippe.

Früchte/Samen: Typisch für Lippenblütler werden vierteilige Klausenfrüchte gebildet, die in vier einsamige Teilfrüchte zerfallen (= Bruchfrucht).

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Der Tee des Kriechenden Günsel aus getrockneten blühenden Pflanzenteilen soll gegen Rheuma, Magengeschwüre sowie Angina helfen. Nach anderer Quelle kann man aus den oberirdischen Pflanzenteilen einen Aufguss bereiten. Getrunken soll dieser gegen Durchfall wirken, äußerlich angewendet gegen Hautentzündungen, Hämorrhoiden und Schleimhautentzündungen.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Die Blätter des Günsel kann man als Gemüse essen. Dafür werden sie in Butter weich gedünstet und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Man isst sie mit Fleisch oder in anderem Gemüse. Junge Triebe schmecken hervorragend in Wildkräutersalaten.

 

Geschmack: Der Grundgeschmack ist streng, chocoreeartig und bitter. Der Günsel sollte daher eher als Beigabe genutzt werden.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: Die Pflanze ist merklich aromatisch/bitter und sollte deshalb nicht über das Würzmaß hinaus in den Smoothie. So eingesetzt kann sie jedoch, gepaart mit neutralem Grün (z.B.: mit den fast immer verfügbaren Grün von Feldsalat, Vogelmiere, Brennnessel oder Labkraut), ein sehr interessantes Smoothie-Erlebnis bieten.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Eine Sorte des Kriechenden Günsel wird auch als bodendeckende Waldpflanze mit metallisch glänzendem dunkelrotem Laub als Zierpflanze verwendet.

Durch die langen Ausläufer wächst er oft auch in den Rasen und wird meistens als Unkraut betrachtet.

Videobeitrag zu "Kriechender Günsel" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Medizin/Heilkunde, Bilder für Bestimmung, ...