Echter Eibisch - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Pflanzengattung Eibisch (Althaea) gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis ins südwestliche und zentrale Asien. Je nach Autorenauffassung gibt es etwa zwölf Althaea-Arten. Auf dieser Seite wird der, bei uns verwildert vorkommende, Echte Eibisch näher beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Echter Eibisch"

Botanischer Name: Althaea officinalis

Deutscher Name: Echter Eibisch

Gattung: Eibisch (Althaea)

Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Arznei-Eibisch, Heilwurz, Samtpappel;

 

Hauptblütezeit: Juli bis September;

Blütenfarbe: weiß;

 

Vorkommen: Der echte Eibisch kommt wild in den Steppenzonen Südrusslands und Kasachstans östlich bis zum Altai vor. Im Westen reicht die Verbreitung in Südeuropa vom Balkan über Italien bis zur Iberischen Halbinsel. Nach Mitteleuropa wurde die Pflanze durch den Menschen gebracht (Archäophyt), beständige verwilderte Vorkommen sind hier auf küstennahe Gebiete und Binnensalzstellen beschränkt.

Verbreitungsschwerpunkt: Vorübergehend taucht die Pflanze an Ruderalstellen, in Gartenanlagen oder auch auf Schuttplätzen auf. Bevorzugt werden sonnige warme Standorte mit nährstoffreichen, gut wasserversorgten Lehm- oder Tonböden.

 

Wuchshöhe: ca. 60 cm bis 150 cm;

Typisch: Früchte und Blüten klar der Malvenfamilie zuordenbar. Laubblätter sind mit Sternhaaren besetzt und auffallend samtig-weich.

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Blüten, Wurzeln, Früchte;

Energiereiche Teile: Samen, Wurzel;

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe (in den Wurzeln bis zu 25 %) besonders mit Galacturonorhamnanen und Arabinogalactanen; Pektine und in der Wurzel auch Stärke.

Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden (Rohkost-Tauglich);

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Stockrosen, Malven;

Bilder "Echter Eibisch" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Der Echte Eibisch ist eine aufrechte, mehrjährige krautige Pflanze mit kräftigen Stängeln. Er erreicht eine Größe von 60 bis 150 cm und blüht von Juli bis August strahlend weiß. Althaea officinalis ist eine wertvolle Bienenfutterpflanze.

Die meisten Pflanzenteile besitzen mehr oder weniger viele Sternhaare. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach oder drei- bis fünflappig bis -teilig. Es sind Nebenblätter vorhanden.

Blüte: Die Blüten stehen einzeln oder in Bündeln in den Blattachseln, manchmal in endständigen, traubigen Blütenständen. Der Außenkelch ist neunlappig. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig. Fünf Kelchblätter sind becherförmig verwachsen. Die fünf weißen, verkehrteiförmigen Kronblätter sind nur höchstens 2 cm ihrer Länge trichterförmig verwachsen und die Enden sind leicht eingekerbt.

Früchte/Samen: Es werden Spaltfrüchte gebildet, die in acht bis 25 einsamige, ungeflügelte Teilfrüchte zerfallen.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Als Droge werden verwendet:

  • Die zur Blütezeit im Juli bis August gesammelten und getrockneten Blüten.
  • Die vor und während der Blüte gesammelten und getrockneten Laubblätter.
  • Die Eibischwurzel.

Die Schleimstoffe wirken einhüllend und reizmildernd; im Tierversuch konnten auch entzündungshemmende und immunstabilisierende Wirkungen nachgewiesen werden. Verschiedene Zubereitungen kommen zur Anwendung bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums, zur Minderung des Hustenreizes, bei leichten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Wurzeln: Junge unverholzte Wurzeln können, von etwa Oktober bis in den März hinein, geerntet werden. Sie können (geschält) roh gegessen werden. Es wird auch eine Verwendung für Wurzlgemüse, Eintöpfe und Suppen beschrieben.

 

Blätter und Triebspitzen: Junge, frisch austreibende, Blätter und Triebspitzen sind mild und können für Salate, Vitalgetränke und Hackkräutermischungen verwendet werden.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Die Blüten sind roh essbar und können etwa als Dekoration oder Salatbeigaben dienen.

 

Samen: Junge, noch weiche Fruchtscheiben (erinnern an Käselaib) können im Spätsommer frisch in Salat- und Rohkostspeisen genutzt werden, oder einfach roh geknabbert werden.

 

Geschmack: neutral, die Härchen sind bemerkbar, auch die Schleimstoffe bei längerem Kauen.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: da Blätter, Blüten und auch die Früchte sehr neutral im Geschmack sind, passen diese auch in größerer Menge gut in den Smoothie;

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Aus Substanzen des Eibischs wurde ursprünglich die Süßware Marshmallow hergestellt, die heute vor allem mit den USA assoziiert wird, die aber auf die französische pâte de guimauve bzw. den sogenannten Eibischteig zurückgeht. Der Name Marshmallow leitet sich von der englischsprachigen Bezeichnung marsh mallow (deutsch: Sumpf-Malve) für den Eibisch ab. Verwendet wurden dafür sowohl die Stängel und Blätter als auch die Wurzel; heute verwendet die Industrie dafür Ersatzstoffe.

Bei Hungersnöten hat man die weiße mohrrübenähnliche Wurzel als Nahrung verwendet. Die einzige Bezugnahme in der Bibel spielt auf den faden Geschmack des Eibischschleims an (Hi 6,6 EU): „Wird Fades ohne Salz gegessen, oder ist Geschmack im Eibischschleim?“ Das weist darauf hin, dass man Eibischschleim keinesfalls ohne Gewürz oder in Zeiten des Wohlstands gegessen hätte.

Videobeitrag zu "Echter Eibisch" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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