Wiesen-Bärenklau - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Gattung Bärenklau (Heracleum) umfasst, je nach Autorenauffassung, etwa 70 Arten. Weil die lappig gestielten und behaarten Blätter Tierfüßen ähneln, hat diese auch Bärentap(p)e genannte Pflanzenart den Namen Bärenklau (= „Bärenklaue“) erhalten. Die Wiesen-Bärenklau ist eine sehr formenreiche Art und es werden mehrere Unterarten geführt. Essbar/essbare Teile! Kontaktallergie möglich!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Wiesen-Bärenklau"

Botanischer Name: Heracleum sphondylium

Deutscher Name: Wiesen-Bärenklau

Gattung: Bärenklau (Heracleum)

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gemeine Bärenklau;

 

Hauptblütezeit: Juni bis September;

Blütenfarbe: weiß (manchmal auch hellrosa);

Blütenform/Anzahl: doppeldoldiger Blütenstand mit vielen Blüten mit je fünf Blütenblättern;
Frucht-/Samenreife: Juli bis Oktober;

 

Vorkommen: Ist in Europa heimisch.

Verbreitungsschwerpunkt: Man findet Wiesen-Bärenklau verbreitet in Fettwiesen und Staudenfluren, an Ufern und Gräben, in Auenwäldern und deren Säumen und in Hochstaudenfluren. Er wächst bevorzugt auf lockerem, feuchtem Boden.

 

Wuchshöhe: ca. 50 cm bis 150 cm;

Typisch: Stängel gefurcht, rau borstig behaart, große Blattscheiden, äußere Blüten der Döldchen deutlich vergrößert, scheibenförmige Spaltfrüchte;

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Stängel, Blütenknospen, Samen, Wurzeln; (Kontaktallergie möglich)

Energiereiche Teile: Wurzeln;

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (mit Furocumarinen - diese können eine Photosensibilisierung der Haut bewirken und dadurch zu "allergischen" Reaktionen führen), bis zu 10 % Zucker, verschiedene Fettsäuren, Bitterstoffe, Provitamin A, Eiweiß, Eisen, und Kalium, Magnesium, Calcium, Vitamin C;

Nötige Ver-/Bearbeitung: kann roh verwendet werden. Achtung: Menschen mit empfindender Haut können beim Umgang mit der Pflanze allergisch reagieren.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Mit anderen Doldenblütlern und dem Reisen-Bärenklau (Herkuslesstaude). Dieser wächst als wirklich mächtige Pflanze und kann bis zu 350 cm groß werden. Seine Dolden können  bis zu 50 cm breit sein. Bei ihm ist WIRKLICH Vorsicht angebracht. Sein Pflanzensaft verursacht nach Hautkontakt bei Sonnenschein Rötungen und Blasen wie bei starken Verbrennungen (phototoxische Reaktion). Die entstandenen Wunden heilen nur langsam. (Foto der Pflanze siehe weiter unten, Video am Ende der Seite.)

Bilder "Wiesen-Bärenklau" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Die Wiesen-Bärenklau ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern erreicht. Die Grundachse ist dick, verzweigt und tiefwurzelnd. Die Pflanze verströmt einen unangenehmen Geruch und enthält reichlich ätherische Öle. Der Stängel ist kantig gefurcht.

Blätter: Die Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederschnittig. Die Blätter haben eine große, als Knospenschutz dienende Blattscheide (= Ochrea).

Blüte: In einem doppeldoldigen Blütenstand stehen viele Blüten. Ihre Blüten sind weiß, oft leicht grünlich oder hellrosa überlaufen. Der Nektar liegt ähnlich wie beim Wiesenkerbel offen in der Blüte und ist daher auch für kurzrüsselige Insekten gut erreichbar. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die Bestäubung der stark duftenden Blüten erfolgt meist zufällig durch verschiedenste herumlaufende und sich sonnende Insekten.

Früchte/Samen: Die Früchte sind geflügelte Doppelachänen. Die Früchte reifen zwischen Juli bis Oktober. Die Samen verbreiten sich mit dem Wind als „Schirmchenflieger“ (Anemochorie). Die Hauptausbreitung erfolgt durch Wasserhaft- und Zufallsausbreitung durch Weidetiere und Stallmist.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

In der Volksmedizin wird der Wiesen-Bärenklau verwendet. Erfolgreich scheint er hier bei bzw. gegen Durchfälle verschiedenster Ursache, die mit Blähungen einhergehen, eingesetzt werden. Auch der Gebrauch als Hustenmittel wird beschrieben.

 

Der Wiesen-Bärenklau scheint in Schulmedizin oder Homöopathie nicht von Bedeutung zu sein. Zumindest konnte ich keine Aussagen (mir vertrauenswürdiger / gesicherter Quellen) über seine Nutzung in diesem Bereich finden.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Nach Berührung der Pflanze können unangenehme Rötungen und Schwellungen der Haut auftreten („Wiesen-Dermatitis“). Sie werden durch die lichtempfindlich machenden Furocumarine verursacht. Unreife Früchte besitzen den höchsten Furocumaringehalt. Empfindliche Personen sollten beim Schälen der haarigen, stacheligen Stängel Handschuhe tragen, um Hautreizungen zu vermeiden. Es sollten hauptsächlich junge Pflanzenteile bevorzugt werden.

 

Wurzeln: Die weiße, rettichähnliche Wurzel, kann man von September bis März frisch als Gewürz reiben oder als Gemüse kochen.

 

Blätter und Blattstängel: Junge Blätter (etwa April bis Mai) und Blattstängel (etwa Mai bis August) können roh in Salaten genutzt oder gekocht zu Spinat, Koch-, Back- und Pfannengemüse verarbeitet werden. Die Stängel müssen dafür von den dicken Fasern befreit werden. Die Blätter eigen sich auch für Eierspeisen, als Würze für Käutertopfen (Quark) und können ähnlich wie Sauerkraut eingelegt werden.

 

Blütenknospen: Sie können, etwa von Mai bis August, roh in Salate geschnitten oder als Antipasti eingelegt werden.

 

Blüten: xxx

 

Samen: Die unreifen Samen, etwa August bis Oktober, können als Gewürz (besonders auch für Süßspeisen) genutzt werden. (Achtung: diese haben den höchsten höchsten Furocumaringehalt.)

 

Geschmack: Blätter und Stängel erinnern an Möhre, die Wurzel ist leicht scharf, die Samen stechend aromatisch.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: besonders junge Blätter und deren Stängel passen auch in größerer Menge gut in den Smoothie.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Junge Blätter sind ein gutes Viehfutter z. B. für Kaninchen. Für hellhäutige Tiere ist bei der Verfütterung großer Mengen jedoch Vorsicht geboten, weil durch den Furocumaringehalt des Krauts bei Sonnenbestrahlung auch hier entzündliche Hautreaktionen auftreten können.

Videobeitrag zu "Wiesen-Bärenklau" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Pflanzen (Wild- & Wiesenkräuter) auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Medizin/Heilkunde, Bilder für Bestimmung, ...