Stumpfblättriger Ampfer - Bestimmen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ampfer (Rumex). Die Gattung Rumex umfasst, je nach Autorenauffassung, etwa 130 Arten, der hier beschriebene Stumpfblättrige Amper zerfallt nochmal in vier Unterarten. Er gilt wegen seines eher hohen Oxalsäure-Gehalts als giftig. Dennoch wird er also Speise- und Heilpflanze verwendet.

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Stumpfblättriger Ampfer"

Botanischer Name: Rumex obtusifolius

Deutscher Name: Stumpfblättriger Ampfer

Gattung: Ampfer (Rumex)

Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Stumpfblatt-Ampfer,  Pferdts- oder Pferdeampfer, und eine Reihe weiterer regional sehr unterschiedlicher volkstümlicher Namen;

 

Hauptblütezeit: Juli bis August;

Blütenfarbe: grünlich;

Blütenform/Anzahl: glockenförmige Blüten in rispigen Gesamtblütenstand;
Frucht-/Samenreife: etwa ein Monat nach Befruchtung;

 

Vorkommen: Der Stumpfblättrige Ampfer ist von der borealen bis zur submediterranen Zone Europas weit verbreitet und kommt auch noch in der mediterranen Zone bis Nordafrika vor, wird dort aber seltener und ist dort aber auf die Gebirge und auf niederschlagsreiche Gebiete beschränkt. Der Stumpfblättrige Ampfer ist in klimatisch entsprechende Gebiete auf den anderen Kontinenten verschleppt (Neophyt).
Verbreitungsschwerpunkt: Der Stumpfblättrige Ampfer besiedelt ruderale Standorte an Graben- und Wegrändern und auf Schuttplätzen und Äckern, an Flussufern, auf Waldschlägen und als Überdüngungs- und Störzeiger auf Schnittwiesen und Weiden. Dabei bevorzugt er frische humusreiche oder rohe, nährstoffreiche Lehm- und Tonböden in hellen bis halbschattigen, luftfeuchten Lagen.

 

Wuchshöhe: ca. 50 cm bis 120 cm (Einzelexemplare gar bis 150 cm);

Typisch: untere Blätter weniger als zweimal so lang wie breit, stumpf, drei gezähnte Blütenblätter, auch Blätter der Fruchthülle gezähnt;

 

Sammelgut/essbare Teile: auch wenn die Pflanze als leicht giftig eingestuft ist, gibt es eine Verwendungskultur. Es werden Blätter, Blütenstände, junge Früchte und Wurzeln genutzt.

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: xxx

Nötige Ver-/Bearbeitung: in kleinen Mengen roh verwendbar, größere Mengen in Salzwasser auskochen;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit Gattungsmitgliedern;

Bilder "Stumpfblättriger Ampfer" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Der Stumpfblättrige Ampfer wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 120, ausnahmsweise bis zu 150 cm erreicht. Der aufrechte, von der Mitte an in den rispigen Blütenstand verzweigte, gerillte, kahle Stängel ist häufig rötlich überlaufen.

Blätter: Die Keimblätter sind lanzettlich und zwischen 20 und 25 mm lang. Die grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind kahl oder an den Blattadern der Unterseite winzig papillös-rau. Die 6 bis 12 cm lang gestielten Grundblätter besitzen eine breit elliptische oder schmal bis breit eiförmige, 15 bis 40 cm lange und 10 bis 15 cm breite Blattspreite mit meist deutlich herzförmigem Spreitengrund, stumpfer bis spitzlicher Spreitenspitze und glattem, flachem bis leicht gewelltem Blattrand. Die nach oben hin zunehmend kleineren Stängelblätter besitzen einen kürzeren Blattstiel und eine schmal eiförmige Blattspreite mit einem gestutzen bis keilförmigen Spreitengrund.

Blüte: Der große, breite, rispige Gesamtblütenstand besitzt aufsteigende bis aufrecht abstehende Verzweigungen, die unverzweigt und gerade sind. 10 bis 25 grünliche Blüten stehen zu in lockeren scheinquirligen Teilblütenständen zusammen. Diese stehen am Grund der Verzweigungen entfernt und sitzen in den Achseln laubblattähnlicher Tragblätter, gegen die Spitze sind sie einander angenähert und blattlos.

Die zwittrigen Blüten sind glockenförmig. Die Blütenhüllblätter sind ohne die Zähne etwa 1,5 bis doppelt so lang wie breit mit einer Länge von 3 bis 6 mm und einer Breite von 2 bis 3,5 mm. Die inneren Blütenhüllblätter vergrößern sich bis zur Fruchtreife. Die Blütezeit reicht von je nach Standort von Mai oder Juni bis Juli oder September.

Früchte/Samen: Die sich in der Fruchtzeit rostbraun verfärbenden Valven sind eiförmig-dreieckig, dreieckig oder manchmal zungenförmig, ohne Zähne 3 bis 6 mm lang und 2 bis 3,5 mm breit, am Grund gestutzt. Sie sind am Rand meistens deutlich gezähnt, seltener aber auch fast ganzrandig, an der Spitze stumpf bis spitzlich und gerade.

Die dunkel braunen bis rötlich braunen, glänzenden Nussfrüchte sind 2 bis 2,7 mm lang und 1,2 bis 1,7 mm breit und eiförmig sowie scharf dreikantig. Die Früchte reifen etwa einen Monat nach der Befruchtung.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die Pflanze wird auch in der Volksmedizin angewendet: Ein Sud aus den Wurzeln gegen Verstopfung und Hautleiden, die Samen bei Durchfall, Ekzemen und zur Blutreinigung; die Blätter sollen, auf Wunden aufgelegt, deren Heilung beschleunigen.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Achtung: Die Blätter haben einen relativ hohen Oxalsäureanteil, deshalb kann deren Verzehr bei Menschen und auch bei Kleintieren zu Unverträglichkeiten oder einem Mangel an Mineralstoffen, insbesondere Calcium, führen. Die Pflanze wird als leicht giftig eingestuft. Dennoch gibt es eine Verwendungskultur.

 

Wurzeln:  Es gibt Beschreibungen das diese, getrocknet und gemahlen, zum Strecken von Getreidemehl genutzt wurden, oder geröstet als Kaffeeersatz aufgebrüht wurden. Weiteres ist ein Einlegen der Wurzeln in Salzlake denkbar.

 

Blätter und Triebspitzen: Junge und da noch zarte Blätter und Blattstiele (etwa von März bis Mai) können für Hackkrautmischungen (etwa für Kräuterkartoffeln, Kräuterbutter und ähnlichem) als Beigabe genutzt werden. Man kann sie als Bittergemüse (für ca. eine halbe Stunde in Salzwasser kochen und abseihen) zubereiten oder ähnlich wie Sauerkraut einlegen.

Getrocknet und pulverisiert wird auch eine Nutzung als Trockengewürz beschrieben.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Frische, knospige Blütenstände kann als Teebeigabe oder auch als Aromageber für Spirituosen genutzt werden.

 

Samen: Sie können (noch unreif) als Aroma für Wein und Spirituosen genutzt werden oder auch als Tee bereitet werden. Auch hier wird eine Nutzung als Gewürz (nach Trocknen) beschrieben.

 

Geschmack: bitter (je älter desto bitterer), es fehlt der saure Geschmack;

 

Tauglichkeit für Grüne Smoothies: ich persönlich finden den Stumpfblättrigen Ampfer nicht Smoothie-Tauglich (verzichte jedoch auch so diesen in irgendeiner Form zu nutzten);

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Eine Einzelpflanze bildet etwa 7.000 Samen, die vom Winde getragen werden und auf dem Wasser schwimmen. Im Boden können sie etwa 40 bis 50 Jahre überleben und keimfähig bleiben. Der Stumpfblättrige Ampfer ist ein Lichtkeimer.

Der Stumpfblättrige Ampfer gilt als „Unkraut“ vor allem im Grünland, da er als konkurrenzstarker Platzräuber andere Pflanzen verdrängt und aufgrund des Oxalsäuregehaltes nur von wenigen Tierarten gefressen wird. Auch im Ackerbau ist die Pflanze vor allem im Getreidebau ertragsschmälernd und wird häufig chemisch oder mechanisch bekämpft.

Videobeitrag zu "Stumpfblättriger Ampfer" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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